Testbericht

Toshiba Tecra S10: UMTS-Notebook im Test

Das Tecra S10 von Toshiba ist von außen eine graue Maus, hat aber ein gutes Herz: Die Leistung des Intel Core 2 Duo kann sich sehen lassen. Wir haben das Business-Notebook durchgecheckt.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Beim Notebook-Kauf gibt es eine Menge Kriterien zu beachten. Soll es beruflich genutzt werden, muss nicht unbedingt ein TV-Tuner oder ein Blu-ray-Laufwerk an Bord sein. Wichtiger sind Sicherheitsmerkmale und eine robuste Verarbeitung. Dies soll das Tecra S10 bieten, das Toshiba im vergangenen Herbst eingeführt hat. Das Tecra S10-129 wurde für professionelle Anwender konzipiert und ist dank UMTS-Modul auch unterwegs online. Unsere Redaktion hat sich das Business-Notebook mit Nvidia Quadro Grafikkarte einmal aus der Nähe angesehen.

Inhalt:

1. Design und Eingabegeräte
2. Betriebssysteme, Prozessor und Grafik
3. Display und Schnittstellen
4. Internet via UMTS, Fazit und Datentabelle

Toshiba Tecra S10-129: Notebook im seriösen Outfit

Geht es um Äußerlichkeiten, ist im Job weniger oft mehr. Dies gilt auch für die Hardware: Hochglanz-Lack, Glitzersteinchen und auffällige Muster sind Geschmackssache und passen nicht immer zur Büro-Einrichtung. Daher kleiden sich Business-Notebooks oft in einen grauen Einheits-Anzug – so auch das Toshiba Tecra S10-129. Sowohl innen als auch außen wehrt die silbergraue, matte Oberfläche gekonnt alle Fingerabdrücke ab. Die Gestaltung ist insgesamt eher robust als stylisch. Mit knapp drei Kilogramm ist das Gerät außerdem nicht gerade leicht.

Trackpoint oder Touchpad

Die einzige Farb-Abwechslung wird durch die schwarze Tastatur erreicht. Diese spielt im täglichen Einsatz natürlich eine wichtige Rolle und ist daher besonders robust. Toshiba hat das Tastenfeld fest eingebaut, sodass es sich fast nicht durchbiegt. Darüber hinaus soll die Tastatur spritzwassergeschützt sein. Beim Tippen hinterlässt sie einen guten Eindruck, der Anschlag ist aber recht hart.

Auffällig ist der blaue Trackpoint in der Mitte. Bei Toshiba heißt dieser AccuPoint und thronte auch schon im von uns getesteten Tecra A9. So kann sich der Nutzer aussuchen, ob er lieber mit dem Mauspad navigiert und die unteren Maustasten verwendet oder auf die Kombination aus AccuPoint und dem zweiten Stapel Tasten oberhalb der Touch-Oberfläche zurückgreift. Was nun besser funktioniert, ist Geschmackssache. Im Test war beides reibungslos nutzbar, das Touchpad ist aber etwas schmaler als bei manchen anderen Modellen.
Nun wollen wir schauen, was unter dem grauen Zwirn steckt. Die Basis bildet die Intel Centrino 2 Pro Plattform mit einem Core 2 Duo T9550 mit 2,66 Gigahertz (GHz). Die CPU ist schnell: Im Test mit dem Zip-Programm 7-Zip konnten 96 JPG-Fotos (235 Megabyte) innerhalb von rund elf Sekunden gepackt werden. Zum Vergleich: Der Intel Core 2 Extreme QX9300 mit vier Kernen à 2,53 GHz im Toshiba Qosmio X300-14O benötige im Test sieben Sekunden.

Mit Windows Vista und XP

Für eine flüssige Programm-Ausführung sind vier Gigabyte (GB) DDR2-Arbeitsspeicher eingebaut, die vom Kunden noch auf bis zu acht GB aufgestockt werden können. Die beiden Speicherbänke sind bereits belegt. Verwunderlicher ist jedoch, dass Windows Vista Business in der 32-bit Version vorinstalliert ist. In diesem Zustand kann nicht auf den vollen RAM zugegriffen werden. Toshiba hat auch keine 64-bit Variante dazugelegt, lediglich ein Downgrade für XP-Freunde auf das ältere Betriebssystem ist möglich.

Die 320-GB-Festplatte wird mit Hilfe eines Sensors bei Erschütterungen geschützt. Zu den Zusatzfeatures zählen ein Fingerabdruckleser und eine 1,3-Megapixel-Webcam, die alternativ zum Fingerstreich auch ein Log-In via Gesichtserkennung ermöglicht. Der obligatorische DVD-Brenner ist auch dabei.

Nvidia Quadro Grafikkarte

Viele Business-Notebooks beziehen ihre Grafikleistung aus einem Onboardchip, das Toshiba Tecra S10-129 bedient sich an einer Nvidia Quadro NVS 150M mit 256 Megabyte Speicher. Die Quadro-Serie wurde laut Nvidia für Grafikanwendungen im Geschäftsalltag optimiert und für Windows Vista entwickelt. Als Vorteil der Profi-Grafik führt der Grafikprozessorhersteller an, dass die Karten hinsichtlich Kompatibilität zu verschiedenen Büroanwendungen (z.B. Bloomberg und Lotus Notes) geprüft wurde und den Stromverbrauch der Nutzung anpasst. Dass die Karte nicht für 3D-Spiele in der Mittagspause taugt, kann man schon am 64 bit schmalen Speicher-Interface erkennen. Zu beachten ist, dass sie laut Nvidia nur eine maximale Auflösung von 1.600x1.200 Pixeln über die analoge Schnittstelle beziehungsweise 1.680x1.050 digital unterstützt.

Helles Display und Office-Sound

Dies entspricht auch der Auflösung des eingebauten 15,4-Zoll-Displays. Die Farbwiedergabe ist gut, erfreulich sind auch die hohe Helligkeit und die matte Oberfläche: Auf diese stößt man zurzeit eher selten. Im Business-Bereich ist matt jedoch noch vorherrschend und auch die bessere Wahl. Die Blickwinkel entsprechen dem üblichen Standard, sprich: nicht sonderlich groß, aber auch nicht zu knapp. Die Lautsprecher wurden ebenfalls auf die Bedürfnisse im Job zugeschnitten. Für gelegentliche Klänge reichen sie aus, wer Musik hören möchte, greift aber besser zum Kopfhörer.

Nur analoger Grafik-Ausgang

Wie auch beim Schwester-Modell Tecra A9, liefert das Tecra S10-129 lediglich einen analogen D-Sub-Ausgang, DVI oder HDMI gibt es nicht. Stattdessen ist ein serieller Anschluss vorhanden, der für den Privatgebrauch aber nicht mehr nicht relevant ist. Weiterhin gibt es FireWire, vier USB-Ports, von denen einer gleichzeitig ein eSATA-Anschluss ist, einen Kartenleser und einen PC-Kartensteckplatz. Ein Zugang zum Internet lässt sich via LAN (Gigabit), Modem oder WLAN 802.11 b/g/n herstellen.
Wer viel unterwegs ist, kann auch das Bonbon, das UMTS-Modul, nutzen. Per HSDPA kann mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde gesurft werden, alternativ unterstützt das Tecra S10-129 auch GPRS und EDGE. Die SIM-Karte wird unter dem Akku eingesteckt, anschließend kann die Verbindung hergestellt werden. Dies funktionierte im Test schnell und absolut reibungslos.

Fazit: Grauer Büro-Flitzer

Das Tecra S10-129 von Toshiba möchte sich am liebsten auf dem Schreibtisch am Arbeitsplatz wiederfinden. Das unauffällige Design, das den Privatanwender wohl eher langweilt, sorgt im Unternehmen für einen stimmigen Look. Die Hardware ist für den Arbeits-Einsatz stark genug und auch das UMTS-Modul dürfte den Außendienstler oder Pendler freuen. Der Akku hält laut Toshiba bis zu drei Stunden und zehn Minuten durch, was unser Test belegen konnte. Als längste Laufzeit ermittelten wir noch rund 15 Minuten mehr. Bei voller Auslastung verabschiedete sich das Notebook nach etwa 77 Minuten. Beide Messungen wurden mit der Software Battery Eater, permanent eingeschaltetem Display und WLAN-Empfang durchgeführt.

Der Lüfter ist im Betrieb nur leise zu hören, bei höherer Auslastung durch parallele Anwendungen kann er jedoch schonmal stören. Die Nachteile am Tecra S10-129 sind der fehlende digitale Monitor-Anschluss sowie der hohe Preis. Immerhin gewährt Toshiba für dieses Modell eine kostenlose Displaybruchversicherung, wenn das Notebook bis zum 30. September gekauft wird. Mit einer ähnlichen Ausstattung ist das Acer Aspire 5935 zu haben. Es kostet in Onlineshops rund 200 Euro weniger, kommt jedoch mit einer anderen Grafikkarte, ohne UMTS und ohne zweites Betriebssystem.

Name: Tecra S10-129
Hersteller: Toshiba
Internet: www.toshiba.de
Preis: 1.749 Euro (UVP)
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo T9550 mit 2,66 GHz
Grafikkarte: Nvidia Quadro NVS 150M mit 256 MB
Bildschirm: 15,4 Zoll WSXGA+ (1.680x1.050 Pixel)
Batterie: Lithium-Ionen-Akku: Laufzeit: 77 Minuten unter Vollast / 207 Minuten maximal (WLAN ein)
Speicher: 4 GB DDR2 (2.048 + 2.048 MB) mit 800 MHz, aufrüstbar auf bis zu acht GB
Festplatte: 320 GB SATA (7.200 U/Min)
Laufwerk: DVD Super Multi Double-Layer
Soundkarte: Realtek/Nvidia High Definition Audio
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth, Modem, UMTS
Betriebssystem: Windows Vista Home Business (32-bit) + Windows XP Professional
Abmessungen: BxTxH: 361,3 x 265 x 37,1 (Vorderseite) / 39,1(Rückseite) mm, ab 2,8 Kilogramm
Anschlüsse: 4x USB, davon 1x eSATA, FireWire, D-Sub, seriell, Mikrofon, Kopfhörer, PC-Card, Kartenleser (SDCards, Memory Stick, Memory Stick Pro, MultiMedia Card, xD-Picture Card)
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 5,5 / RAM: 5,9 / 2D: 3,4 / 3D: 4,7 / HDD: 5,8
3DMark03: 5.041
3DMark06: 1.559
PCMark05: 5.834
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
schneller Prozessor
robuste Verarbeitung
mattes Display
mit Windows XP zum Downgrade
Trackpoint
kommunikationsstark
recht hoher Preis
wenig Schnittstellen
Vier GB RAM, aber kein 64-bit Vista
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): sehr gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): befriedigend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,0)
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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