Testbericht

Toshiba Tecra A9: Solider Arbeitskollege im Test

Aktuell kommen vor allem neue Billig- und Mini-Laptops, aber auch Geräte mit extremer Leistung auf den Markt. Toshiba hat währenddessen an die Business-Anwender gedacht und bietet ein neues Tecra A9 an: Die Redaktion hat es getestet.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Während der Notebook-Markt in letzter Zeit vor allem neue Billig- und Mini-Laptops zum Surfen unterwegs oder aber Geräte mit extremer Leistung für Profis hervorbringt, hat Toshiba auch an die Business-Anwender gedacht. Das neue Tecra A9 richtet sich an Kunden, die kein Notebook zum Spielen, für Blu-ray-Filme oder zum ständigen Mitnehmen suchen, sondern stattdessen ein solides Gerät zum Arbeiten benötigen. Die Redaktion von onlinekosten.de hat das Modell in der Ausführung A9-16N im 15,4-Zoll-Format getestet.

Schlichte, aber edle Optik

Schon auf den ersten Blick lässt sich erkennen, dass die Optik perfekt zum Einsatzbereich passt. So hat Toshiba die Hardware in einem robusten, grauen Gehäuse mit spiegelndem Firmen-Logo untergebracht, was hübsch und edel aussieht, aber gleichzeitig schlicht und nicht zu modern wirkt. Zur eher kühlen Optik passt die insgesamt sehr eckige Gestaltungsweise. Die Oberfläche ist matt und griffig, Fingerabdrücke haben hier im Gegensatz zu den weit verbreiteten Lackierungen in Hochglanz-Optik keine Chance. Darüber hinaus ist das Material kratzfest. Im Lieferumfang sind eine Anleitung, ein Handbuch für "sicheres und angenehmes Arbeiten" sowie eine Wiederherstellungs-CDs für die Betriebssysteme Windows Vista Business und XP enthalten.

Der erste Eindruck

Das Notebook lässt sich nur durch Entriegeln eines Schiebe-Schalters aufklappen und gibt dann die Sicht auf die Tastatur frei. Der erste Gedanke ist hier ganz klar "Komfort": Die Tastatur ist sehr geräumig und die schwarzen, groß beschrifteten Tasten wurden übersichtlich angeordnet. Blickfang ist ein kleiner, blauer Knopf in der Mitte – ein Trackpoint, den Toshiba selbst als AccuPoint bezeichnet. Oberhalb des Tastenfeldes sitzen zwei dezente Lautsprecher, unten rechts wartet – wie üblich bei Business-Notebooks – ein Fingerprint-Sensor auf den passenden Abdruck. Darunter hat der Hersteller das Tecra-Logo platziert. Im linken Bereich sitzen zwei Sondertasten, die den Toshiba Assistenten und den Mobilitätscenter aufrufen, über den der Nutzer verschiedene Einstellungen vornehmen kann – zum Beispiel die Display-Helligkeit oder die Energiemodi verändern.

Technische Daten

Angetrieben wird das neue Tecra A9 von einem Intel Core 2 Duo Prozessor Typ T7250 mit 2,0 Gigahertz, dem zwei Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Dieser lässt sich bei Bedarf noch auf bis zu vier GB erweitern, was angesichts der Grafiklösung von Vorteil ist: Das 15,4 Zoll große Display liefert eine Auflösung von 1.280x800 Bildpunkten und wird von Intels Onboard-Grafik GMA X3100 angesteuert, die mit auf den Arbeitsspeicher zugreift. Der helle Bildschirm liefert ein klares und kontrastreiches Bild. Glücklicherweise ist er nicht spiegelnd, sodass der Nutzer auch im Bereich von Fenstern oder im Freien noch eine gute Wiedergabe erwarten kann. Allerdings fallen die Blickwinkel etwas knapp aus. Wer zu zweit vor dem Notebook sitzt, kann zwar noch genug erkennen, muss aber mit einem dunkleren Bild rechnen. Blickt man von oben oder insbesondere von unten auf das Display, verschlechtert sich die Qualität recht schnell. Etwas ungewöhnlich für ein modernes Business-Notebook ist wohl die Tatsache, dass das Tecra A9 keine Webcam mitbringt. Natürlich kommt es bei einem Arbeitsgerät für Büros mehr auf die Ergonomie als auf ein perfektes Kino-Erlebnis an. Trotzdem liefern die integrierten Lautsprecher einen sehr ansprechenden Sound. Zwar darf der Nutzer keine basslastigen Surround-Klänge erwarten, für ein Video oder musikalische Untermalung am Arbeitsgerät reichen sie jedoch absolut aus und können dank der hohen maximal Lautstärke auch den eventuell schlafenden Kollegen oder Sitznachbarn im Zug aufwecken.

Schutz für die Festplatte

Daten können auf der 250 GB fassenden Festplatte gespeichert und mit dem integrierten DVD-Brenner auf CDs oder DVDs gesichert werden. Die Festplatte ist dabei im Rahmen der EasyGuard-Technologie mit einem Schutz ausgestattet, den der Nutzer aber auch deaktivieren kann. Hierzu ist ein Bewegungssensor integriert, der Vibrationen oder Stöße erkennt und dann je nach Einstellung den Schreib-/Lesekopf in eine sichere Position bringt. Wie sensibel der Sensor reagiert, lässt sich in drei Stufen für den Betrieb mit Akku oder an der Steckdose angeben. Damit sich dieser nicht versehentlich zu Wort meldet, kann man die Stufe für den Fall, dass der Netzadapter abgetrennt oder das Display geschlossen wird, kurzzeitig anheben lassen. Generell arbeitet das System sehr nachvollziehbar und macht sich in der höchsten Stufe zum Beispiel dann bemerkbar, wenn der Nutzer an den Tisch stößt. Auf ruckeligen Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sollte der Schutz besser weniger empfindlich eingestellt werden.

Außerdem gehören verschiedene Sicherheitsmerkmale wie der Fingerabdruck-Scanner und der so genannte "Anti-theft protection timer" zum EasyGuard-Konzept. Mit diesem kann der Nutzer ein per Timer aktiviertes BIOS-Passwort einrichten und so im Falle eines Diebstahls den Zugriff auf die Daten sperren.

Tippen wie am Desktop

Die Tastatur ist spritzwassergeschützt, sodass auch verschütteter Kaffee im Büro nicht gleich den sicheren Tod der Hardware bedeutet. Bis zu 100 Kubikzentimeter Flüssigkeit können aufgenommen werden. Die großen Tasten lassen sich leicht herunterdrücken und ermöglichen aufgrund des knackigen Druckpunktes zügiges Tippen. Das Tastenfeld ist dabei insgesamt so geräumig, dass sich der Nutzer auch bei längerem Einsatz nicht seine Desktop-Tastatur zurückwünschen muss. Ein separater Nummernblock ist allerdings nicht vorhanden. Die vordere Partie ist im Gegensatz zum Gesamt-Design abgerundet, sodass die Arme beim Schreiben bequem auf dem Notebook ruhen. Als ebenso hochwertig wie die Tastatur erweist sich auch der Mausersatz. Wie beim übrigen Design hat Toshiba die Oberfläche in silbergrau gestaltet. Der Zeigefinger huscht dabei mit genügendem Grip über das Touchpad und ermöglicht so eine zielgenaue Navigation. Ein kurzes Antippen entspricht einem Doppelklick, wer möchte, kann jedoch auch die gesonderten Tasten für den Rechts- oder Linksklick unterhalb des Pads verwenden. Sie sind doppelt vorhanden – ein zweites Mal oberhalb des Mausersatzes. Diese gehören dann wiederum zu dem blauen AccuPoint zwischen den Buchstaben G, H und B. Der Joystick stellt eine Alternative zum Touchpad oder zur Maus dar. Je nach ausgeübten Druck kann der Nutzer so über den Bildschirm navigieren, ohne die Hände vom Tastenfeld zu nehmen. Eine genaue Ansteuerung ist anfangs etwas ungewohnt, anschließend jedoch problemlos möglich.

Mangel? Geld zurück!

Als Besonderheit bringt das Tecra A9 eine Doppelgarantie mit: Falls innerhalb des ersten Jahres nach dem Kauf ein technischer Mangel auftritt, erhält der Käufer nicht nur die Kosten für die Reparatur beziehungsweise den Austausch des Gerätes zurück, sondern auch den Kaufpreis erstattet. Hierbei sind zwei Voraussetzungen zu erfüllen. Zunächst muss der Mangel unter die Toshiba Herstellergarantie fallen, die beispielsweise Mängel durch unsachgemäße Nutzung oder fahrlässiges Verhalten ausschließt. Darüber hinaus muss sich der Nutzer binnen sieben Tagen nach dem Kauf zweifach online registriert haben – sowohl in der Toshiba Garantiedatenbank als auch für die Doppelgarantie. Diese gilt für neue Notebooks des Typs Tecra A9 mit Intel Centrino Duo Prozessortechnologie, die zwischen dem 1. April und dem 30. September des laufenden Jahres in Deutschland oder Österreich gekauft wurden.

Recht wenig Schnittstellen

An der linken Seite befinden sich ein Kartenleser für die Speicherkartenformate SD-Card, Memory Stick, Memory Stick Pro, MultiMedia Card und xD-Picture Card, ein D-Sub-Stecker (VGA) und zwei USB-Ports, welche recht dicht übereinander liegen. Glücklicherweise hat der Hersteller auf der gegenüberliegenden Seite noch ein drittes Exemplar angebracht, sodass auch dickere USB-Sticks nicht gleich das Aus für weitere Peripheriegeräte bedeuten. Über die Schnittstellen kann der Nutzer außerdem auch dann USB-Geräte wie MP3-Player oder Handys aufladen, wenn das Notebook ausgeschaltet ist.

Im vorderen Bereich sitzen die Schnittstellen für Mikrofon und Kopfhörer sowie ein leichtgängiger Schalter zum An- und Ausknipsen des WLAN-Betriebs und ein Dreh-Rädchen für die Lautstärke. Ein VGA-Ausgang, an den ein Monitor oder Beamer angeschlossen werden kann, LAN-, Modem- und den Netzteil-Port findet der Anwender auf der Rückseite. Auf einen DVI- oder gar HDMI-Anschluss muss der Kunde leider verzichten, auch Firewire ist nicht vorhanden. Die Akkulaufzeit fällt recht gut, wenn auch nicht weltbewegend, aus: Im Test mit der Software BatteryEater hielt das Business-Gerät im klassischen Test bei mittlerer Bildschirmhelligkeit, höchster Systemleistung und permanent eingeschaltetem Display etwa 1,5 Stunden durch. Dies entspricht der kürzesten Laufzeit. Beim Lesen von Textdokumenten konnten 3,5 Stunden erreicht werden, was dementsprechend der längsten Akkuzeit nahe kommt. Als angenehm erweist sich der leise Betrieb. Bei Office-Anwendungen oder ähnlichen Einsätzen wie beispielsweise Internetsurfen gibt das Tecra A9 keinen Mucks von sich. Erst bei aufwendigeren Programmen lassen sich leise Töne aus dem Lüfter vernehmen.

Fazit: Überzeugendes Produkt zum hohen Preis

Fakt ist, für den Arbeitsalltag im Büro mit gängigen Anwendungen wie Textverarbeitung oder zum Surfen bringt das Tecra A9 alles Nötige mit. Der Nutzer kann sich dabei über ein ergonomisches Design, gelungene Eingabegeräte und zügige Hardware freuen. Für Spiele ist der Einsteiger-Grafikchip natürlich viel zu schwach. Die Verarbeitung des Notebooks wirkt rundherum hochwertig und langlebig, auch ein Transport in einer passenden Tasche stellt dank des stabilen Gehäuses und des akzeptablen Gewichtes von rund drei Kilogramm kein Problem dar. Laut Toshiba soll das Gerät außerdem Stürze aus einer Höhe von einem Meter überstehen, was jedoch von der Redaktion nicht getestet wurde. Angesichts des Verkaufspreises von 1.299 Euro ist es allerdings etwas rätselhaft, warum Toshiba auf zusätzliche Features wie FireWire oder eine Webcam verzichtet. Der im Vergleich zu anderen Modellen hohe Preis ist wohl den Sicherheitsfunktionen sowie der Robustheit geschuldet. In diversen Onlineshops ist das Gerät immerhin schon für rund 200 Euro weniger zu haben.

Name: Tecra A9-16N
Hersteller: Toshiba
Internet: www.toshiba.de
Preis: UVP 1.299 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo T7250 mit 2,0 GHz
Grafikkarte: Onboard: GMA X3100
Bildschirm: 15,4 Zoll WXGA (1.280x800)
Batterie: Lithium-Ion Akku: Laufzeit: 90 Minuten unter Vollast / 210 Minuten maximal (Display und WLAN eingeschaltet)
Speicher: 2 GB (2x 1024 MB DDR2 mit 667 MHz)
Festplatte: 1x 250 GB Hitachi
Laufwerk: DVD-Super Multi D/L
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN (802.11a/b/g/n), Bluetooth, 56K-Modem
Betriebssystem: Windows Vista Business
Abmessungen: 36,6 x 26,8 x 3 (vorne) / 3,9 (hinten) cm, ca. 3 Kilogramm
Anschlüsse: 3x USB, 1x seriell, VGA-Out, Mikrofon, Kopfhörer, ExpressCard, Kartenleser
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 4,9 / RAM: 4,8 / 2D: 3,4 / 3D: 3,5 / HDD: 5,2
3DMark03: 1.710
PCMark05: nicht verfügbar
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
hochwertige Verarbeitung
zurückhaltendes, schickes Design
helles, mattes Display
viele Eingabemöglichkeiten
hoher Komfort
leiser Betrieb
keine Extras wie Webcam oder DVI
recht wenig Schnittstellen
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): befriedigend
Ergonomie (20%): sehr gut
Akkulaufzeit (20%): befriedigend
Verarbeitung (10%): sehr gut
Gesamt: gut (2,15)
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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