Testbericht

Toshiba T110: 500-Euro-Subnotebook im Test

Das Display etwas größer, den Intel Atom gegen einen stärkeren Pentium Prozessor getauscht - und schon wird aus dem Netbook ein Subnotebook. Das T110-10R soll neun Stunden am Stück laufen, wir haben es getestet.

Das Display etwas größer, den Intel Atom gegen einen stärkeren Pentium Prozessor getauscht - und schon wird aus dem Netbook ein Subnotebook. Das T110-10R soll neun Stunden am Stück laufen, wir haben es getestet.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Im vergangenen Jahr dominierte im Notebook-Bereich unter anderem der Trend hin zu besonders langen Akkulaufzeiten. Bei Toshiba stehen hierfür die beiden Satellite Serien T110 und T130 im Subnotebook-Format. Das kleinere T110 war nun in der Ausführung T110-10R für unter 500 Euro bei uns in der Redaktion zu Besuch. Auf dem Verpackungskarton sind schon die Farbkombinationen erkennbar, in denen Toshiba das etwa 29x21 Zentimeter (cm) kleine und 1,6 Kilogramm leichte Gerät anbietet: Rot, Schwarz und Weiß. Unser Testgerät kommt in der Lieblingsfarbe vieler Hardware-Käufer – in Schwarz.


Überblick – Toshiba Satellite T110-10R im Test

  1. Sportliche Rauten, harte Tastatur
  2. Praxisleistung: CPU, Grafik, Display
  3. Extras, Akku, Fazit, Infotabelle

Der Lieferumfang besteht aus den wenigen Zutaten Netzteil, Handbuch und Kurzanleitung. Der Lack des Subnotebooks ist hochglänzend, was hübsch aussieht, aber leider wieder anfällig für Fingerabdrücke ist. Die Business-Notebooks lässt Toshiba gerne matt und unifarben, die übrigen Laptops werden häufig mit Mustern verziert. Nach Streifen auf dem Qosmio G50 und Satellite A350D oder derben Amboss-Ansammlungen auf dem Satellite U500 gibt es diesmal ein verzerrtes Rautenmuster, und zwar auch im Innenraum.

Tastatur teilweise zusammengeschrumpft

Dieser ist ebenfalls glänzend, einen mattierten Kontrast liefern das abgesenkte Touchpad mit Gestenunterstützung und die Tastatur, die den Trend der einzeln eingesetzten Tasten an sich vorbeiziehen lässt. Da sich viele Merkmale des Toshiba Satellite T110 mit denen des Packard Bell EasyNote Butterfly xs (Test) überschneiden, das zuvor von uns getestet wurde, bietet sich direkt ein Vergleich an: Die Tasten des Toshiba Subnotebooks rücken etwas enger zusammen. Schmaler fallen zum Beispiel die Windows- und die Alt-Taste aus. Dennoch tippt es sich mit der Tastatur gut, an den hohen Widerstand muss man sich aber erst gewöhnen.

Blickfang: Der silberfarbene Rahmen

Das Gehäuse hat der japanische Konzern übrigens noch mit einer silberfarbenen Leiste im Chrom-Look eingerahmt, den man zum Beispiel beim Satellite P500-12E schon einmal gesehen hat. Die gleiche Optik zieren die durchgehende Taste für den Rechts- und Linksklick sowie die gut bestückte Kontrolllämpchenleiste, die unter anderem über den Status des WLAN- oder Bluetooth-Empfangs oder Akkubetriebs Auskunft gibt. Die Verarbeitung kann positiv abgenickt werden, lediglich ein Punkt ließe sich leicht kritisieren: Im geschlossenen Zustand lässt sich der Deckel innerhalb der ersten Millimeter sehr leicht öffnen.

Hintergrund: Tests von
onlinekosten.de

Testkriterien für
Notebooks und PCs

Laut Toshiba soll eine Akkulaufzeit von bis zu neun Stunden möglich sein, als Prozessor muss daher ein stromsparendes Modell dienen. Den Platz nimmt ein Intel Pentium SU2700 ein, der allerdings mit nur einem Kern mit 1,3 Gigahertz auskommt. Ein schöner Vergleichskandidat ist erneut das Packard Bell EasyNote Butterfly xs, das die Dual-Core-Variante SU4100 mit gleicher Taktfrequenz nutzt. Sowohl im Praxis-Test als auch mit 7-Zip und anhand der Benchmarks zeigte sich, dass der SU2700 deutlich langsamer als der SU4100 unterwegs ist. Wenn mehrere Anwendungen parallel laufen oder gleichzeitig zwei Programme installiert werden, wünscht man sich doch einen zweiten Kern.

Überblick – Toshiba Satellite T110-10R im Test

  1. Sportliche Rauten, harte Tastatur
  2. Praxisleistung: CPU, Grafik, Display
  3. Extras, Akku, Fazit, Infotabelle

64-bit-Windows und 3D-Sensor

Für einen flüssigen Betrieb sollen drei Gigabyte (GB) DDR3-Arbeitsspeicher sorgen, reicht dies nicht aus, kann noch ein weiteres GB nachgelegt werden. Dem Betriebssystem wäre die Aufpolsterung recht, Toshiba hat nämlich die 64-bit Edition von Windows 7 Home Premium vorinstalliert. Die 250-GB-Festplatte bedient sich an einem Feature, das Toshiba vielen Business-Notebooks gönnt: einem 3D-Sensor, der Erschütterungen registriert und die Festplatte in die Parkposition bringen soll, um einem Datenverlust vorzubeugen.

Gleiches "Schicksal" wie Butterfly xs: Blasse Farben

Rund um das Gehäuse findet der Nutzer drei USB-Ports, von denen einer auch bei abgeschaltetem Notebook Geräte wie einen MP3-Player aufladen kann, einen Kartenleser und zweierlei Grafik-Ausgänge. Neben einem analogen D-Sub-Port (VGA) für einen Monitor kann der Intel GMA Onboardchip 4500M noch einen HDMI-Anschluss vorweisen, um einen Flachbildfernseher oder einen passenden TFT zu verbinden. Die Grafikleistung von Intel GMA 4500M und 4500MHD liegt – wie zu erwarten war – dicht beieinander. Zu den möglichen Anwendungen zählen auch High Definition Filme, die sogar in 1080p vorliegen können, wobei dies bei einem Display dieser Größe wenig sinnvoll ist. Hier bietet sich wieder der HDMI-Port an, der einen entsprechend ausladenden Bildschirm versorgen könnte.

Das integrierte Display ist nicht nur bezüglich der Größe von 11,6 Zoll und des 16:9-Formats mit 1.366x768 Bildpunkten mit dem des Packard Bell xs-Subnotebooks vergleichbar, sondern teilt mit ihm leider auch die verblassten Farben und die schwächere Schwarzdarstellung. Während der Video- und vor allem der Musikwiedergabe sollte der Nutzer übrigens lieber seine Kopfhörer griffbereit halten – die Lautsprecher klingen doch sehr nach einem Netbook: leise und flach.

Über dem Display grüßt wieder der alte Bekannte: eine Webcam. Sie bietet zwar nur eine VGA-Lösung, kann über das integrierte Mikrofon aber auch ohne Headset und separates Mikro zum Videochat genutzt werden. Alternativ dient sie mit der Gesichtserkennungs-Software als Login-Möglichkeit. In das Internet klinkt sich das Satellite T110-10R entweder via LAN oder WLAN ein, wobei noch nicht der aktuelle n-Standard unterstützt wird.

  1. Sportliche Rauten, harte Tastatur
  2. Praxisleistung: CPU, Grafik, Display
  3. Extras, Akku, Fazit, Infotabelle

Pluspunkte - Akkulaufzeit und Stromverbrauch

Um die Laufleistung des Akkus zu strecken, hat Toshiba einen eco-Modus eingebaut, der schon andere Modelle des Herstellers zu einem niedrigen Stromverbrauch brachte. Die aktuelle Wattzahl wird dem Nutzer gleich angezeigt, absolut genau ist diese aber nicht. Der mit einem Strommessgerät ermittelte Verbrauch lag in unserem Test ein paar Watt über dem errechneten, die Messergebnisse liefert die Tabelle auf Seite 3. Die erhofften neun Stunden haben wir im Test nicht ganz erreicht, als längste Laufzeit wurden knapp sieben Stunden ermittelt. Allerdings war die ganze Zeit über das Display eingeschaltet, beim Surfen im Alltag dürfte daher mehr drin sein. Unter Vollauslastung und Höchstleistung lief das kleine Notebook 3,5 Stunden, im Videobetrieb fast fünf Stunden. Geräusche macht das Satellite T110 zumindest im Stromsparmodus nicht, bei einem Video springt aber der (leise) Lüfter an.

Fazit: Stärkere Alternative zum Netbook

Im direkten Vergleich mit dem Packard Bell EasyNote Butterfly xs schneidet das Toshiba Satellite T110-10R bei einigen Ausstattungspunkten schlechter ab. Toshibas Subnotebook bietet zwar eine etwas schnellere Festplatte mit 3D-Sensor und ein GB Arbeitsspeicher mehr, rechnet aber nur mit einem Single-Core-Prozessor und besitzt kein Laufwerk. Dies wären zwei Argumente, die beim Laptop-Kauf für ein Notebook und gegen ein Netbook sprechen würden. In den Onlineshops kostet das T110-10R etwa 470 Euro (Stand März 2010) und liegt damit knapp 100 Euro über dem MSI Wind U200, dass noch mehr RAM und mehr Speicherplatz umfasst.

Seinen Platz am Markt sucht sich das Toshiba Satellite T110 da, wo Netbooks aufgrund des auf ein GB begrenzten RAM und Windows 7 Starter zu schwach, ein Multimedia-Subnotebook aber zu teuer ist. Ein Entscheidungskriterium für das kleine Schwarze könnte auch die schöne Optik sein. Konkurrenz dürfte mit Geräten mit der neuen Nvidia Ion-Generation ins Haus stehen.

Weitere Testberichte, Notebook News und Tipps sowie Hinweise zum Notebook-Kauf liefert unser Hintergrundbereich. Wer sich nicht zwischen einem Netbook und einem Notebook entscheiden kann, findet dort ebenfalls Hilfe.

Name: Satellite T110-10R
Hersteller: Toshiba
Internet: www.de.computers.toshiba-europe.com
Preis: 549 Euro
Technische Daten
Chipsatz und Prozessor: Intel GS45 Chipsatz und Intel Pentium SU2700 mit 1x1,3 GHz (800 MHz FSB, 10 W TDP)
Grafikkarte: Intel GMA 4500M ohne eigenen Speicher (bis zu 1.340/1.759 MB shared je nach Betriebssystem)
Bildschirm: 11,6 Zoll Display mit LEDs im 16:9-Format (1.366x768 Pixel), glänzend
Batterie: Lithium-Ionen-Akku: Laufzeit: 210 Minuten unter Vollast / 400 Minuten Lesetest (WLAN und Bluetooth aus) / 275 Minuten Videowiedergabe (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 3 GB DDR3 (2.048 + 1.024 MB), erweiterbar auf 4 GB
Festplatte: 250 GB mit 5.400 U/Min
Laufwerk: nicht vorhanden
Soundkarte: Onboard: Intel High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g, Bluetooth
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 286 x 211 x 24,9 – 37,6 Millimeter; 1,6 Kilogramm
Anschlüsse: 3x USB, HDMI, VGA, Mikrofon, Kopfhörer, Kartenleser (SD/MMC/MS/MS-Pro/xD)
Sonstiges: 0,3-Megapixel-Webcam, eingebautes Mikrofon
Benchmarks: Windows Leistungsindex: CPU: 3,1 / RAM: 4,9 / 2D: 3,5 / 3D: 3,3 / HDD: 5,6

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 80 Sek.
CPU-Benchmark von PC Wizard: ca. 6.529
CPU-Benchmark Cinebench: 1.249 (Single-CPU, 64-bit)
Grafik-Benchmark FurMark: 30
OpenGL-Benchmark Cinebench: 565
HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 60/66 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 150/145 MB/s; zufälliges Lesen: 54 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,4 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus: ca. 10 Watt
DVD-Wiedergabe im Energiesparmodus: ca. 14 Watt
Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 18 Watt
Garantie: zwei Jahre Toshiba Garantie mit Vor-Ort-Abholservice
Pro & Contra
interessante Optik
Hochauflösendes Display mit LEDs
Bluetooth
drei GB RAM
HDMI-Port
Gesichtserkennung
leise
lange Akkulaufzeit
Hochglanz-Oberfläche
(Geschmackssache)
nur Single-Core-CPU
kein Laufwerk
engstehende Tasten
farbschwaches Display
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): befriedigend
Ausstattung (20%): gut
Display (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (15%): gut
Ergonomie (15%): gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,4)
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

Zum Seitenanfang