Testbericht

Toshiba Satellite Z830 im Test: Leichtestes Ultrabook

Das Satellite Z830 wiegt trotz 13,3-Zoll-Display und 8-Zellen-Akku nur 1,12 Kilogramm. Das Ultrabook ist aber nicht nur das leichteste Modell, sondern ködert die Nutzer auch mit einem mattem Bildschirm und zahlreichen Ports. Durchweg positiv ist der Gesamteindruck dennoch nicht.

Das Satellite Z830 wiegt trotz 13,3-Zoll-Display und 8-Zellen-Akku nur 1,12 Kilogramm. Das Ultrabook ist aber nicht nur das leichteste Modell, sondern ködert die Nutzer auch mit einem mattem Bildschirm und zahlreichen Ports. Durchweg positiv ist der Gesamteindruck dennoch nicht.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Das Toshiba Portégé Z830 war eines der Ultrabooks der ersten Stunde – und gleichzeitig das erste mit entspiegeltem Display. Mit Windows 7 Professional, einem Fingerabdruck-Scanner und Mobilfunkmodul bestückt, zielt der schlanke Rechner auf Business-Kunden ab. Für Privatkunden hat das japanische Unternehmen das Satellite Z830 im Programm: Mit Windows 7 Home Premium, ohne UMTS und Fingerabdruckleser. Mit einem Gewicht von lediglich 1,12 Kilogramm bei einer Displaygröße von 13,3 Zoll ist es laut Toshiba "das leichteste Ultrabook der Welt". Wie leicht sich die Portégé-Version anfühlt, davon konnten wir uns bereits im Ultrabooks Hands on überzeugen. Jetzt haben wir uns das Satellite Z830 in der Konfiguration Satellite Z830-10J für 1.099 Euro (UVP) genauer angesehen und dabei auch gleich die neue Docking-Station Toshiba Dynadock U3.0 getestet, die es als Zubehör zu kaufen gibt.

Toshiba Satellite Z830-10J Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Display und Gehäuse
  • Seite 2: Schnittstellen, Tastatur, Hardware und Leistung
  • Seite 3: Lautsprecher, Fazit und Test-Tabelle

Schlichtes Ultrabook im Business-Zwirn

Das Satellite Z830 ist genauso ein Fliegengewicht wie das Asus Zenbook UX21E, das mit seinem 11,6-Zoll-Bildschirm aber deutlich kleiner ausfällt als Toshibas rund 316x227x8 bis 16 Millimeter großes Subnotebook. Im Vergleich zu anderen Ultrabooks, die sich optisch an das Apple MacBook Air annähern (Asus Zenbooks) oder sich anderweitig mit auffälligen Design-Elementen schmücken (zum Beispiel HP Envy 14 Spectre), um sich von ihren Mitstreitern abzuheben, wirkt das Toshiba Satellite Z830 sehr brav und fast schon unauffällig. Einzig der Chrom-Look der Klicktasten unter dem Touchpad und der Display-Scharniere sowie die ungewöhnlichen Aussparungen direkt darüber stechen ins Auge. Dass sich das Ultrabook zurückhält, ist aber kein Nachteil. Wer schlichteres Design bevorzugt und sich an Hochglanz-Oberflächen und putzfreudigem Glas stört, der dürfte das fast ausschließlich matte und Business-taugliche Erscheinungsbild der Satellite Z830-Serie äußerst zufrieden abnicken.

Mattes Display

Ins Bild passt auch das entspiegelte Display, das sich nicht nur in der Portégé-Ausführung für Geschäftskunden, sondern auch in der Consumer-Variante findet. Der Bildschirm misst 13,3 Zoll und bietet eine Auflösung von 1.366x768 Bildpunkten (16:9) sowie eine LED-Hintergrundbeleuchtung. Einen verblüffend schmalen Rahmen oder andere optische Reize wie eine Glas-Abdeckung finden sich hier nicht, stattdessen zieht sich die dezente Design-Sprache fort und der Nutzer kann bei Sonnenschein am Fenster oder auf dem Balkon sitzen, ohne sich über lästige Spiegelungen aus Nachbars Garten zu ärgern. Die Helligkeit des Displays ist ausreichend, behält sich aber leider wenig Spielraum vor. Bei trübem Wetter oder aber im Freien ist man daher gut mit der maximalen Stufe beraten. Die Farben wirken insgesamt weder blass noch ausgewaschen, satte Rottöne aber eher orangefarben - es fehlt an Kontraststärke. Die Blickwinkel sind TN-Panel-bedingt beschränkt, das heißt, bei Blick von oben auf das Display wird der Bildschirminhalt heller, von unten entsprechend dunkler. Seitlich schneidet das Display etwas besser ab, sodass auch zu zweit oder von der Seite geschaut noch zu erkennen ist, was sich auf dem Laptop abspielt.

Sehr leicht, aber auch nachgiebig

Das Display ist keinen halben Zentimeter dick und da kein festes Aluminium, sondern leichtes Magnesium zur Fertigung des Gehäuses verwendet wurde, macht der Bildschirm einen sehr filigranen und anfälligen Eindruck. Klappt man ihn nicht mittig, sondern an einer Ecke nach unten, biegt er sich durch. Auch komplett zugeklappt gibt der Deckel, insbesondere in der Mitte, schnell nach. Schon leichte Berührungen mit dem Finger reichen aus. Die Scharniere halten das Display zwar noch gerade fest genug, sodass es nicht versehentlich herunterklappt, es wippt aber nach und gerät direkt in Bewegung, sobald jemand gegen den Tisch stößt. Wie kratzfest das Gehäuse tatsächlich ist, lässt sich erst nach einer längeren Nutzung beurteilen. Fingernägel machen der Oberfläche nichts aus, unser Testgerät, das bereits durch verschiedene Testerhände und über diverse Schreibtische ging, war jedoch bereits von ersten Kratzern auf Ober- und Unterseite gezeichnet. Offenbar ist das Material nicht widerstandsfähig genug. Für den Transport empfiehlt sich daher unbedingt eine stabile Tragetasche. Die Hülle, die sich neben Netzteil und Kurzanleitung im Lieferumfang befindet, hat lediglich die Festigkeit eines Brillenputztuchs und ist daher kein Ersatz für eine gute Laptop-Tasche.

Einige Punkte, die das Satellite Z830-10J im Bereich der Stabilität abtreten musste, macht es bei den Schnittstellen wieder gut. Anderen Ultrabook-Kollegen ist es in Anzahl und Größe der verfügbaren Ports klar überlegen. Toshiba hat auf der linken Seite Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer sowie einen SD-Kartenleser, gegenüberliegend USB 3.0 und einen Anschluss für ein Sicherheitsschloss und auf der Rückseite zwei USB-2.0-Ports, HDMI, D-Sub (VGA) sowie einen Gigabit-LAN-Anschluss verbaut. Zur drahtlosen Kommunikation spendiert das kontaktfreudige Ultrabook WiFi 802.11 a/b/g/n und Bluetooth 3.0.

Toshiba Satellite Z830-10J Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Display und Gehäuse
  • Seite 2: Schnittstellen, Tastatur, Hardware und Leistung
  • Seite 3: Lautsprecher, Fazit und Test-Tabelle

Beleuchtete Tastatur

Auch bei der Tastatur besinnt sich Toshiba auf Größe und gesteht allen Tasten den gleichen Platz zu. Daher müssen sich Vielschreiber weder mit Pfeiltasten im Miniaturformat noch mit zu schmalen Umschalttasten herumquälen. Der Tastenhub ist sehr flach, was aufgrund der Bauweise und der Chiclet-Tasten nicht anders zu erwarten ist. Dennoch lässt sich insgesamt gut und flüssig schreiben – auch im Dunkeln: Toshiba hat dem Satellite Z830 eine Tastaturbeleuchtung spendiert, die sich über eine Tastenkombination ein- und abschalten lässt. Was uns gestört hat, ist die zu verhaltene Markierung der F- und J-Taste. Zwar ist sie zu sehen, aber kaum zu spüren, sodass die blinde Orientierung mitunter schwer fällt. Multimediatasten sind nicht vorhanden, dafür eine Sondertaste für den Eco-Modus, um Energie zu sparen, und Intel Wireless Display. Andere Funktionen wie die Lautstärkeregelung werden über eine Doppelbelegung gelöst.

Das Touchpad ist mit 5x8,5 Zentimetern nicht ganz so überdimensioniert ausgefallen wie bei anderen aktuellen Geräten, aber noch groß genug. Außerdem lässt sich der Mauszeiger über die angenehm matte Oberfläche präzise steuern. Der Chrom-Look und die zahlreichen Info-Lämpchen an den Klicktasten sind Geschmackssache, leider sehen sie schnell verschmiert aus.

Ausstattung

Bestückt ist das Toshiba Satellite in der Ausführung Z830-10J mit einem Intel Core i5-2467M Dual-Core-Prozessor mit Standardtakt von 1,6 Gigahertz, Turbo Boost und integrierter Intel HD 3000 Grafik. Hinzu kommen zweimal 2 Gigabyte (GB) RAM.

Wie bereits in den vorangegangenen Ultrabook-Tests, dem Asus Zenbook UX21E Test und dem Dell XPS 13 Test beschrieben, sind Intels Ultrabook-Prozessoren auf eine geringe Energieaufnahme optimiert und daher schwächer als die klassischen Notebook-CPUs der Core-i-Reihe. Dutzende Browser-Tabs und Full-HD-Videos bringen die Hardware nicht an ihre Grenzen, anders sieht es bei anspruchsvollen Spielen aus. Freuen kann sich der Nutzer indes über eine lange Akkulaufzeit. Wir maßen sechs Stunden Videowiedergabe und etwa acht Stunden bei der reinen Anzeige von Word-Dokumenten. Wer leistungstechnisch anstrengende Arbeiten erledigt, zum Beispiel einen Benchmark-Test ablaufen lässt, der wird dem Ultrabook ein unüberhörbares Betriebsgeräusch entlocken können. Auch anspruchslosere Tasks schlagen sich nach einiger Zeit zwecks Kühlprozedur leicht auf die Geräuschkulisse nieder. Davon abgesehen lief das Ultrabook während unseres Tests angenehm leise, andauerndes Lüftersurren, so wie es in früheren Kundenbewertungen erwähnt wird, konnten wir nicht feststellen.

SSD bricht keine Geschwindigkeitsrekorde

Nicht ganz so flott unterwegs ist die SSD. Ihre Performance haben wir mit dem Windows-Leistungsindex, der System-eigenen Bewertung, und dem HDD-Benchmark von CrystalDiskMark überprüft. Bei beiden Messungen schnitt das 128-GB-Exemplar im Satellite Z830-10J deutlich schwächer ab als die 128-GB-SSD im Asus Zenbook UX21E (UX21E-KX004V) und der 256 GB große Samsung-Speicher im Dell XPS 13. Während die beiden Konkurrenz-Ultrabooks von Windows 7 eine 7,9 erhielten, erreichte Toshibas Ultrabook nur 6,6 Punkte. Zum Vergleich: Herkömmliche HDDs bewertete Windows in unseren Notebook-Tests zumeist mit 5,9 Punkten. Bestätigt wird der langsamere Eindruck durch die gemessenen Schreib- und Leseraten der SSD; hier erreichten die Konkurrenten doppelt so hohe Werte. Inwieweit der Nutzer einen solchen Unterschied im alltäglichen Gebrauch spürt, hängt davon ab, welche Anwendungen er bevorzugt nutzt. Schneller und unempfindlicher als Magnetscheiben ist die SSD allemal. Mit einer Boot-Zeit von rund 19 Sekunden startete Windows 7 erheblich flotter als auf Rechnern und Laptops mit HDD, Dells XPS 13 war mit 15 Sekunden allerdings noch schneller einsatzbereit. Die Schuld an den zusätzlichen Sekunden ist aber nicht zwangsläufig bei der SSD zu suchen. Zu viele Faktoren spielen bei der Geschwindigkeit des Startprozesses eine Rolle, die Zeitangaben sind daher nur als grober Orientierungspunkt zu werten.

Bezüglich der Lautsprecher erwartet den Nutzer keine besondere Überraschung, weder eine positive noch eine negative. Filmsound oder Musik strömt – gemessen am dünnen Gehäuse und dem entsprechend kleinen Resonanzkörper – laut und deutlich aus dem Ultrabook, Rockiges ist dann aber nicht die beste Wahl.

Toshiba Satellite Z830-10J Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Display und Gehäuse
  • Seite 2: Schnittstellen, Tastatur, Hardware und Leistung
  • Seite 3: Lautsprecher, Fazit und Test-Tabelle

Fazit: Gut bestücktes Ultrabook mit Gehäuse-Schwäche

Leichte und leistungsstarke Notebooks, die sich aufgrund entspiegelter Bildschirme und zahlreicher Ports auch beruflich nutzen lassen, hatte Toshiba schon Jahre vor dem Start der Ultrabooks im Programm und hat seine Expertise nun auch in die neue Klasse einfließen lassen. So hebt sich das Toshiba Satellite Z830-10J im wachsenden Pool der Ultrabooks insbesondere durch sein mattes Display, das zurückhaltende Design, geringes Gewicht und die Fülle an Schnittstellen hervor – während einige Konkurrenten mit Ports im Miniformat auskommen und dem Nutzer Adapter an die Hand geben. Weitere Anschlüsse lassen sich daheim bei Bedarf mit der Zubehör-Station Dynadock U3.0 nachrüsten. Kritik muss das auf den ersten Blick hochwertige Notebook aber für seinen zu instabilen Deckel, das wippende Display und die kratzempfindliche Oberfläche einstecken.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich. Mehr Ultrabooks im Überblick gibt es auf unserer Ultrabook-Seite.

Name: Satellite Z830 / Z830-10J
Hersteller: Toshiba
Internet: de.computers.toshiba-europe.com
Preis: UVP: 1.099 Euro, Handel: ab rund 930 Euro (Stand: 04/2012)
Technische Daten
Prozessor: Intel Core i5-2467M mit 1,6 GHz 
Grafikkarte: Intel HD 3000 (integriert)
Bildschirm: 13,3 Zoll (1.366x768 Pixel), entspiegelt
Akku: fest eingebauter 8-Zellen-Akku, Laufzeit: 135 Minuten unter Vollast / 485 Minuten Lesetest (WLAN aus) /
ca. 355 Minuten Videowiedergabe (Lautstärke + Display 50%, WLAN aus)
Speicher: 4 GB DDR3 mit 1.333 MHz (auf 6 GB erweiterbar)
Festplatte: 128 GB SSD
Laufwerk: -
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 3.0
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 316 x 227 x 8 - 16 mm Millimeter; 1,12 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, D-Sub (VGA), USB 3.0, 2xUSB 2.0, Kopfhörer, SD-Kartenleser
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam, Tastaturbeleuchtung, passende Docking-Station verfügbar (Toshiba Dynadock U3.0)
Lieferumfang: Notebook, Netzteil, Kurzanleitung
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex:
CPU: 6,3 / RAM: 5,9 / 2D: 5,7 / 3D: 6,3 / HDD: 6,6

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format:
16 Sek.

CPU-Benchmark: Cinebench 11.5: 1.92
PCMark 7: 2.995

Grafikchip:
Grafik-Benchmark FurMark; bei nativer Auflösung: 172 Punkte; 720p: 166
OpenGL: Cinebench 11.5: 9,83 BpS

HDD-Benchmark von CrystalDiskMark: Sequentielles Lesen/Schreiben: 182,2 / 39,40 MB/s;
zufälliges Lesen/Schreiben 512K: 158,8 / 32,43 MB/s
Energieverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,3 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus:
ca. 7,1 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus:
ca. 11,6 Watt
CPU-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN + Bluetooth ein): ca. 33,6 Watt
Garantie: 2 Jahre internationale Bring-In Herstellergarantie (siehe Toshiba Garantie)
Pro & Contra
sehr leicht und dünn
mattes Design
entspiegeltes Display
lange Akkulaufzeit
viele Schnittstellen, Kartenleser
beleuchtete Tastatur
instabiler Display-Deckel
langsame SSD
hoher Preis
Bewertung:
Geschwindigkeit: 13/15
Ausstattung: 11/15
Display: 13/15
Bedienung/Komfort: 8/10
Maße/Gewicht: 15/15
Akkulaufzeit: 15/20
Verarbeitung: 8/10
Gesamt: 83/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

Zum Seitenanfang