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Toshiba Satellite S50-A-10H im Test: Leistungsstark, aber mit Display-Schwäche

Das Toshiba S50-A-10H hat eigentlich alles, was ein Multimedia-Notebook mit Desktop-Qualitäten bieten sollte: Einen starken Prozessor, eine Grafikkarte, guten Sound, viele Anschlüsse und außerdem einen leisen Lüfter. Leider liefert das Display nur HD - und zu schwache Farben.

Das Toshiba S50-A-10H hat eigentlich alles, was ein Multimedia-Notebook mit Desktop-Qualitäten bieten sollte: Einen starken Prozessor, eine Grafikkarte, guten Sound, viele Anschlüsse und außerdem einen leisen Lüfter. Leider liefert das Display nur HD - und zu schwache Farben.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Stark, aber dünn - diese Eigenschaften kombiniert die in diesem Sommer gestartete neue Notebook-Serie Satellite S50/S70 von Toshiba. Im Vordergrund stehen Mobilität und Unterhaltung, was durch einen leistungsfähigen Quad-Core-Prozessor aus der aktuellen "Haswell"-Generation, Nvidia Optimus und Lautsprecher von Onkyo erreicht werden soll. Und das gelingt auch, als Plus kann der kräftige Allrounder mit einem leisen Betrieb überzeugen. In der Ausführung Toshiba S50-A-10H aber leider nicht mit seinem Bildschirm.

Toshiba Satellite S50 Test – Inhalt

  • Seite 1: Optik, Eingabegeräte und Schnittstellen des Satellite S50
  • Seite 2: Ausstattung des S50-A-10H - Display,
    Hardware, Leistung und Akkulaufzeit
  • Seite 3: Fazit, Bewertung und
    technische Daten zum Satellite S50-A-10H

Alu trifft auf Hochglanz-Kunststoff

Toshiba kleidet die Satellite S50-Serie in ein relativ flaches und auch nicht zu schweres Gehäuse: Ohne Touchscreen ist das Notebook rund 378 x 244 x 26 Millimeter groß und wiegt 2,4 Kilogramm, für ein 15,6-Zoll-Exemplar mit der Tauglichkeit zum Desktop-Ersatz sind das gute Werte. Die Touch-Variante wäre 4 Millimeter dicker und 200 Gramm schwerer. Das Netzteil fällt eher in die Kategorie "Brocken". Gehäusedeckel und der Bereich unterhalb der Tastatur rund um das Touchpad bestehen aus Aluminium mit dem typischen Look gebürsteten Metalls. Das sieht schön aus und ist pflegeleicht, vom übrigen Design kann man das aber nicht gerade sagen: An den Rändern, der Unterlage der Tastatur und auch für den Bildschirmrahmen verwendet der Hersteller schwarzes Hochglanz-Plastik. Dessen leider etwas billige Anmutung mag so gar nicht zum edlen Alu-Gewand passen und stört mit seinen Reflektionen auch unnötig im Bereich des Displays, denn dieses wurde extra entspiegelt. Die Verarbeitung ist in weiten Teilen stabil, weniger geglückt sind der dünne, biegsame Display-Deckel und das Touchpad.

Komfortabel: beleuchtete Tasten und Nummernblock

Von der Größe und Haptik her ist der etwa 11 x 7 Zentimeter große Mausersatz durchaus angenehm, die Tasten lassen sich für unseren Geschmack aber etwas zu weit herunterdrücken. Die Funktion beeinträchtigt das natürlich nicht und nach kurzer Zeit hat sich der Nutzer daran gewöhnt. Das Touchpad lässt sich bei Bedarf abstellen, entweder über eine Sondertaste oder direkt auf der Fläche. Für Windows-8- und Mehrfingergesten ist es bereits gerüstet und ermöglicht unter anderem, die Charm-Leiste vom Rand nach innen auf die Bildfläche zu holen, mit zwei Fingern zu scrollen und Fotos zu drehen. Weitere Gesten wie ein Klick mit vier Fingern zum Aufrufen der Desktop-Ansicht oder Wechseln von Anwendungen lassen sich in den Maus-Einstellungen aktivieren. Die Tastatur ist ebenso glatt wie die übrigen Kunststoff-Details, beim Tippen stört das aber keineswegs. Praktisch: Ein separater Nummernblock und eine beliebig ein- oder abschaltbare Tasten-Beleuchtung sorgen für Komfort. Nur die Cursor-Tasten sind recht klein geraten.

Viele Anschlüsse und guter Sound

An der Vorderseite sind ein Kartenleser und verschiedene Status-Leuchten angebracht, die Anschlüsse verteilen sich auf beide Seiten. Links neben dem DVD-Laufwerk, das je nach Konfiguration seinen Platz gegen einen Blu-ray-Spieler eintauscht, stehen ein LAN- und ein USB-2.0-Anschluss bereit. Gegenüber versammeln sich ein analoger Grafikausgang, HDMI, zwei recht eng beieinander sitzende USB-3.0-Ports sowie getrennte Buchsen für Mikrofon und Kopfhörer. Drahtlos verbindet sich das Toshiba Satellite S50-A-10H per WLAN oder Bluetooth mit einem Netzwerk beziehungsweise Zubehör, das WLAN-Modul überzeugte im Test mit einem stabilen Empfang. Für Videochats wird eine HD-Webcam geboten, um den Sound kümmern sich Lautsprecher von Onkyo und DTS Technologie. Einstellen lassen sich Bass-Verstärkung, Equalizer und ein Surround-Effekt, um das ohnehin gute Ergebnis zu verbessern: Die Qualität reicht sogar aus, um anständig Musik zu hören.

Der Bildschirm kann mit dem guten Sound nicht ganz mithalten. Zunächst einmal liegt das daran, dass das japanische Unternehmen trotz Ansiedlung in der Multimedia-Sparte nur zur HD-Auflösung gegriffen hat. 1.366 x 768 Bildpunkte auf 15,6 Zoll - bei einem UVP-Preis von knapp 1.000 Euro dürften es gerne mehr sein. HD+ mit 1.600 x 900 Pixeln wäre hier die bessere Wahl gewesen. Zugute halten muss man Toshiba, dass für das Satellite S50 auch andere Konfiguration mit einem Full-HD-Display vorgesehen sind, diese sind aber noch nicht erhältlich. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Farbwiedergabe nicht allzu kräftig ist und gerade Rottöne nicht optimal herauskommen. Zusammen mit den eher knapp bemessenen Blickwinkeln und dem verbesserungsbedürftigen Kontrast ergibt sich höchstens ein durchschnittliches, aber eben kein erfreuliches Gesamtbild. Wer bei Sonnenschein in Fensternähe sitzt, wird sich dabei erwischen, wie er das Display optimal ausrichtet, um alles ablesen zu können.

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    technische Daten zum Satellite S50-A-10H

Kräftiger Quad-Core

Bei der Leistung federführend ist ein Intel Core i7-4700MQ mit 2,4 Gigahertz (GHz). Anstelle eines Ultrabook-Mobil-Chips wurde also ein stärkerer Prozessor aus der aktuellen vierten Core-i-Generation alias "Haswell" verbaut, dessen vier Kerne eine Verarbeitung von acht Threads ermöglichen. Per Turbo-Boost kann die Taktfrequenz des 22-Nanometer-Modells auf 3,4 GHz steigen, womit auch für anspruchsvollere Arbeiten ein gehöriger Puffer geschaffen wird. Theoretisch lässt sich die Quad-Core-CPU mit bis zu 32 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher kombinieren, von Haus aus mit an Bord sind 8 GB. An Speicherplatz packt Toshiba satte 1 Terabyte dazu, die Festplatte rotiert mit 5.400 Umdrehungen pro Minute. Auch ohne SSD ist Windows 8 schnell gestartet: Nur 20 Sekunden vergingen in unserem Test.

Spiele sind auch möglich

Intels Prozessor bringt die Grafikeinheit gleich mit: eine HD 4600 mit 400 Megahertz Grafiktakt. Für Full-HD-Videos würde das bereits ausreichen, für ein Plus packt Toshiba eine Nvidia GeForce GT 740M Grafikkarte mit 2 GB eigenem Speicher dazu. Ein kraftstrotzendes Gaming-Paket ist das Satellite S50 nicht, mit der Mittelklasse-Grafik kann aber dennoch ein Spielchen gewagt werden. Da in der Variante S50-A-10H ohnehin nur HD angezeigt wird, muss die Karte auch gar keine allzu großen Pixelmassen stemmen können. In der Demo von WRC 3 schnurrten wir im Test mit maximalen Details mit durchschnittlich 65 Frames pro Sekunde über den Bildschirm, Lego - The Lord of The Rings erreichte im Schnitt 80 Frames. Die beiden Grafikchips arbeiten über Nvidia Optimus Hand in Hand. Mobil zum Surfen im Internet genutzt zapft der Laptop damit die Intel Grafikeinheit an, für Spiele entsprechend wird zur Nvidia Karte gegriffen. Falls die automatische Zuordnung mal unzuverlässig arbeiten sollte, hilft eine Zuweisung in der Systemsteuerung der Grafikkarte.

Sparsam und leise, Laufzeit stark situationsabhängig

Die Komponenten arbeiten erfreulich sparsam: Im Videobetrieb zeigte unser Messgerät nur eine Energieaufnahme von 17 Watt an, bei zehrenden Benchmarks lag das Maximum bei 61 Watt. Getoppt wird das von einem ausgewogenen Geräuschpegel, selbst bei fordernden Aufgaben pendelte sich der Laptop im Test auf einem überraschend niedrigen Level ein - da haben wir schon deutlich lautere Multimedia-Maschinen gehört.

Ist der Akku vollständig aufgeladen, lassen sich über die integrierte Grafik etwa drei Stunden DVDs abspielen, im Internet zu surfen ist einige Minuten länger möglich. Unter simuliertem Volldampf, der in der Praxis in diesem Ausmaß nicht anzutreffen ist, leerte sich der Energiespender im Satellite S50 bereits nach einer Stunde. Hat das Notebook nichts anderes zu tun, als offline reine Textdokumente anzuzeigen, sind etwa sieben Stunden möglich.

Das Betriebssystem hat Toshiba vergleichsweise gering mit Zusatzprogrammen garniert. Wer das generell nicht mag, muss also nicht viel herunterwerfen. Es finden sich nur einige Verknüpfungen zu Programmen oder Websites wie Spotify, Spiele-Quellen und eBay. Skitch Touch von Evernote macht auf Geräten ohne Touchscreen allerdings wenig Sinn. Erwähnenswert ist der Toshiba-eigene Mediaplayer, der per Klick herkömmlichen DVDs einen HD-Effekt hinzumogeln kann. Beim Virenschutz handelt es sich wie üblich nur um eine Testversion.

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Fazit: Toshiba macht vieles richtig, jetzt fehlt noch die Full-HD-Option

Das Toshiba Satellite S50-A-10H ist zweifelsohne ein durchweg leistungsstarkes Notebook und macht sich daher auch als Desktop-Ersatz auf dem heimischen Schreibtisch gut. Schnittstellen sind schließlich in ausreichender Menge vorhanden und auch das Laufwerk wurde nicht wegrationalisiert. Ein großer Pluspunkt ist zudem der vergleichsweise leise Betrieb. Fraglich ist, warum Toshiba einem derart ausgewogenen Paket nur ein herkömmliches HD-Display gönnt, das obendrein von mittelprächtiger Qualität ist.

Das Gute daran ist die Ersparnis: Zwar sieht Toshiba einen Preis von 949 Euro vor, im Handel ist das Notebook aber bereits für knapp 800 Euro erhältlich. Wer das Glück hat, kein festes Budget beachten zu müssen, der kann auf eine Full-HD-Konfiguration aus der Serie warten. Und was macht die Konkurrenz? MSI verbaut verbaut den i7-4700MQ im MSI GE60 beispielsweise zusammen mit einer Nvidia GTX 765M und einem Bildschirm mit 1.920 x 1.080 Pixeln für etwa 1.000 Euro, das Asus N550JV mit identischer CPU für 1.100 Euro spendiert zur GT 750M ein Blu-ray-Laufwerk.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich. Ultrabooks im Überblick gibt es in unserem Ultrabook Vergleich, zusätzlich Infos und Kauftipps im Ultrabook Ratgeber.

Name: Satellite S50-A-10H
Hersteller: Toshiba
Internet: www.toshiba.de/
Preis: UVP: 949 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core i7-4700MQ mit 2,4 GHz
Grafikkarte: Intel HD 4600 (integriert) +
Nvidia GeForce GT 740M mit 2 GB
Bildschirm: 15,6 Zoll (1.366 x 768 Pixel), entspiegelt
Batterie: Eingebauter 4-Zellen-Akku, gemessene Laufzeit:

175 Minuten DVD-Wiedergabe
(Lautstärke + Display 50%, WLAN aus) /
185 Minuten WLAN-Surfen (ausbalanciert) /
410 Minuten Text-Dokumente (WLAN aus)
62 Minuten Volllast (Höchstleistung, WLAN ein)
Speicher: 8 GB DDR3 (4 + 4 mit 1.600 MHz)
Festplatte: 1 Terabyte HDD-Speicher (5.400 U/Min)
Laufwerk: Super-Multi DVD-Laufwerk
Kommunikation: WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0, Gigabit LAN
Betriebssystem: Windows 8 64-Bit
Abmessungen: BxTxH: 377 x 244 x 26 Millimeter;
2,4 Kilogramm
Anschlüsse: 2x USB 3.0, 1x USB 2.0, HDMI, VGA, Kopfhörer,
SD-Kartenleser
Sonstiges: 0,9-Megapixel-Webcam, Onkyo Lautsprecher, Nvidia Optimus
Lieferumfang: Notebook, Netzteil, Kurzanleitung
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex:
CPU: 7,6 / RAM: 7,7 / 2D: 6,6 / 3D: 6,6 / HDD: 5,9
7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format:
6
Sek.

CPU-Benchmark: Cinebench 11.5:
5.67
PCMark 7:
3.187

Grafikchip:
Grafik-Benchmark FurMark;
720p: 542
OpenGL: Cinebench 11.5:
13,48 BpS
3D Mark 11:
P2031

HDD-Benchmark von CrystalDiskMark: Sequentielles Lesen/Schreiben:
41,5 / 73 MB/s;
zufälliges Lesen/Schreiben 512K:
18,5 / 25,5 MB/s
Energieverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,3 Watt
Eingeschaltet (WLAN an):
ca. 17 Watt
HD-Videowiedergabe (WLAN off):
ca. 17 Watt
CPU-/Grafik-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN an):
ca. 45 / max 61 Watt
Garantie: 1 Jahr Standard, Erweiterung gegen Aufpreis
Pro & Contra
gute Ausstattung, gute Leistung
entspiegeltes Display
viele Anschlüsse
überdurchschnittliche Lautsprecher
flach und relativ leicht
leiser Lüfter
mittelmäßige Display-Qualität, nur HD-Auflösung
Kunststoffelemente wirken etwas billig
schweres Netzteil
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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