Testbericht

Toshiba Satellite L755D: AMD Llano im Test

Die Satellite L755D-Reihe von Toshiba ist eine der bislang noch recht spärlich gesäten Serien, die die neuen AMD APUs verwenden. Wie stark ist der Quad-Core-Prozessor, wie schlägt sich die integrierte Grafik beim Spieleeinsatz und kann die Akkulaufzeit überzeugen? Wir wollten es wissen.

Die Satellite L755D-Reihe von Toshiba ist eine der bislang noch recht spärlich gesäten Serien, die die neuen AMD APUs verwenden. Wie stark ist der Quad-Core-Prozessor, wie schlägt sich die integrierte Grafik beim Spieleeinsatz und kann die Akkulaufzeit überzeugen? Wir wollten es wissen.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Wer ein neues Notebook sucht, das nicht mit einem Intel Sandy Bridge Prozessor läuft, kann seit kurzem auf neue Alternativen aus dem Hause AMD zurückgreifen. Die CPU mit dem Codenamen Llano weiten AMDs Fusion APU-Bauweise, die den Grafikchip mit auf den Prozessor packt, auf Mainstream- und Performance-Laptops aus. Frisch mit den Llanos ausgestattet ist die Toshiba Satellite L755D-Serie, deren Angehörige als Allrounder mit Stärken in der HD-Wiedergabe beschrieben werden. Je nach Konfiguration lassen sich CDs und DVDs oder auch Blu-rays abspielen. Wir haben das Modell L755D-12U für rund 600 Euro getestet.

Satellite L755D Test – Inhalt

  • Seite 1: Design, Schnittstellen, Tastatur und Touchpad
  • Seite 2: Display, technische Details und Leistung
  • Seite 3: Sound, Software, Fazit und Info-Tabelle

Hochglanz (fast) überall

Die Notebook-Serie umfasst weiße, braune und rote Rechner, unser Testgerät zeigt, wie sich die rote Variante auf dem Schreibtisch macht. Mit etwa 380x250x28 bis 38 Millimetern ist der Laptop kein flaches und leichtes Design-Stück, aber auch nicht schwerer oder sperriger als andere Multimedia-Geräte im 15-Zoll-Bereich. Optisch ähnelt das Satellite L755D sehr stark dem Satellite L655 (Test). So finden wir auch bei diesem 15,6-Zöller glänzenden Kunststoff mit einer Musterung und ein nachgiebiges Gehäuse – insbesondere an der Rückseite.

Fast alle Anschlüsse des Notebooks verteilen sich auf die Seiten. Links befinden sich ein LAN-Port, ein analoger D-Sub-Ausgang für einen Monitor oder Beamer, USB 2.0 mit Sleep-and-Charge, um über den Notebook-Akku einen MP3-Player aufzuladen, HDMI sowie Anschlüsse für ein Mikrofon und Kopfhörer. Zwei weitere USB-Ports des 2.0-Standards hat Toshiba auf der rechten Seite neben das DVD-Laufwerk integriert, USB 3.0 findet sich nur in den Intel-Varianten der Satellite L755-Reihe (ohne "D"). Auf der Vorderseite entdeckt der Nutzer neben verschieden Aktivitätsleuchten einen Kartenleser für SD-, MS-, MS Pro- und MMC-Speicherkarten.

Große Tastatur, kleines Touchpad

Im Innenraum geht es genauso glänzend weiter wie auf der Gehäuseoberfläche. Die Tastatur ist sehr glatt und zählt nicht zu den – je nach Hersteller – unter "Solid" oder „"Isolation Keyboard" verbuchten Exemplaren mit mehr Raum zwischen den einzelnen Tasten. Toshiba hat das schwarze Tastenfeld platzfüllend eingebaut, wobei auch ein Nummernpad regulärer Größe vorhanden ist. Die Lautstärke zu erhöhen oder zu reduzieren, lässt sich über eine FN-Kombination vornehmen, spezielle Zusatztasten zum Vor- und Zurückspringen in Playlisten, Pausieren eines Videos oder zum Auswerfen einer DVD gibt es nicht. Das Touchpad hebt sich durch eine griffige Beschichtung von der Handballenauflage ab; wo es keinen Rahmen gibt, können sich weder Staub noch Krümel festsetzen. Die beiden Klicktasten sind auffallend groß und auch bezüglich ihrer Aufmachung wenig dezent. Aufgrund des roten Spiegel-Looks verschmieren sie schnell.

Keinen besonders lauten Beifall erntet das HD-Display mit 1.366x768 Punkten. Ob nun eine glänzende oder eine entspiegelte Oberfläche schöner oder besser ist, darüber herrscht bei den Nutzern Uneinigkeit. Fest steht, dass der Bildschirm dieses Notebooks etwas blass ist. Wir haben ein Testbild mit mehreren Monitoren verglichen, die kräftigere Farben und tieferes Schwarz anzeigten. Mit ein Grund für die wenig farbintensive Optik des Displays sind seine kleinen Blickwinkel. Schaut man seitlich auf den Bildschirm, wird das Bild schnell dunkler. Noch empfindlicher ist es bei vertikalen Abweichungen, sodass das Display am besten in einen optimalen Winkel gerückt wird.

Satellite L755D Test – Inhalt

  • Seite 1: Design, Schnittstellen, Tastatur und Touchpad
  • Seite 2: Display, technische Details und Leistung
  • Seite 3: Sound, Software, Fazit und Info-Tabelle

Hardware-Bestückung

Unter der roten Haube werkelt ein AMD A6-3400M Quad-Core-Prozessor mit einem Standardtakt von 1,4 Gigahertz (GHz), der als Grafiklösung einen Radeon HD 6520G-Chip spendiert. Die integrierte Grafik verzichtet auf einen eigenen Speicher und zweigt sich daher einen Teil vom Arbeitsspeicher ab. Bei 4 Gigabyte (GB) RAM, so wie im Satellite L755D-12U verbaut, kann die Grafikeinheit der APU bis zu 2.035 Megabyte (MB) nutzen. Sollte der Arbeitsspeicher aufgerüstet werden, was auf bis zu 8 GB möglich wäre, könnte sich der Grafik-Part bis zu 4.083 MB davon für seine Zwecke sichern. Die Festplatte bietet eine Kapazität von 500 GB und rotiert mit 5.400 Umdrehungen pro Minute.

Leistung der AMD APU: Der Prozessor

Um einordnen zu können, wie schnell der A6-3400M Prozessor ist, haben wir verschiedene Benchmarks durchlaufen lassen (siehe Seite 3). Bezogen auf die Zahlen ist das kürzlich von uns getestete Dell XPS 15z mit Intel Core i5-2410M mit 2,3 GHz ein guter Vergleichskandidat. Intels Zweikerner erreicht etwas bessere Messergebnisse und packt auch Bilder schneller zu einem Zip-Bündel zusammen als AMDs Quad-Core, der sich mittels Turbo Core auf 2,3 GHz hochtakten kann.

Das kann die Grafikkomponente

Gut zupacken kann der integrierte Grafikchip: Im Test erreichte er fast die Leistung, die wir mit dem XPS 15z mit einer Nvidia GeForce  GT 525M mit 1 GB gemessen hatten. DirectX-10-3D-Spiele älteren Jahrgangs müssten auch auf hoher Detailstufe flüssig laufen. Anders sieht es über die aktuelle Schnittstelle DirectX-11 aus, die bereits unterstützt wird. Eine Demo von Metro 2033 ließ sich in unserem Test bei nativer Displayauflösung und niedrigen Details nicht flüssig spielen und außerdem Streifen auf dem Display erscheinen. Als wir die Auflösung auf 1.024x600 herunterschraubten, verschwanden die Bildfehler, flüssiges Spielen war aber dennoch nicht möglich. Erst beim Zurückspringen auf DirectX-10 zeigte sich das Spiel auch in der HD-Auflösung spielbar. Eine Demo von Dragon Age II stellte sich als flüssig lauffähig heraus, Full-HD-Videos sind ebenfalls kein Problem. Alles in allem fällt auf, dass auch bei dieser Reihe der AMD APUs – genau wie bei Ontario und Zacate für Mini-Laptops – die Grafikkomponente eine bessere Leistung abliefert als die CPU.

Sparsam im Verbrauch

Im Gegensatz zu dedizierten Grafikkarten verhält sich AMDs APU viel sparsamer. Im Datenblatt des A6-3400 stehen lediglich 35 Watt Thermal Design Power (TDP) für CPU und Grafik gemeinsam. Das lässt nicht nur ein Messgerät zum Energieverbrauch niedriger ausschlagen, sondern ermöglicht im Hinblick auf die doch recht gute Leistung eine relativ lange Akkulaufzeit. Unter maximaler Last leert sich der Akku zwar nach weniger als 2 Stunden, im anspruchslosen Lesemodus hält er aber länger als 6,5 Stunden durch. Wer unterwegs DVDs anschauen möchte, kann mit rund 4 Stunden rechnen und somit auch zwei Filme hintereinander anwerfen.

Von den Onkyo Lautsprechern hatten wir uns mehr erhofft. Ihr Sound ist zwar nicht blechern, wir haben jedoch von anderen Toshiba Multimedia-Notebooks schon deutlich Klangvolleres gehört. Ohne den aktivierten "Audio Enhancer" in den Dolby-Einstellungen mangelt es Musik an akustischer Fülle und Bässen, die Aktivierung bringt dann aber eine hörbare Verbesserung.

Satellite L755D Test – Inhalt

  • Seite 1: Design, Schnittstellen, Tastatur und Touchpad
  • Seite 2: Display, technische Details und Leistung
  • Seite 3: Sound, Software, Fazit und Info-Tabelle

Installierte Programme

Was vielleicht nicht jedem Käufer gefallen wird, sind Toshibas Vorab-Installationen. Auf dem Desktop haben sich bereits eBay, Skype, ein Spiele-Portal und die Toshiba Services Places und Music zum Kauf von Inhalten verewigt, während der Virenschutz von McAfee und die Nero Multimedia Suite 10 Essential regelmäßig um Registrierung beziehungsweise Aktivierung/Kauf der Vollversion bitten. Hinzu kommen eine Bing Toolbar und eine Suche, für Textdokumente und Standard-Tabellenkalkulationen liefert der Hersteller die werbefinanzierte Starter-Version von Office mit. Eine via Software realisierte 2D-zu-3D-Funktion bietet das Llano-Notebook im Gegensatz zu anderen Serienmodellen nicht.

Fazit: AMD-eigene Alternative zu Nvidia Optimus

Das Satellite L755D-12U ruft Erinnerungen an das Satellite L655 hervor, wobei den Intel Core i eine AMD Llano APU ersetzt und Onkyo-Lautsprecher hinzugefügt wurden. In Bezug auf die Optik kehren auch deren Kritikpunkte in den Hinterkopf zurück: Das Gehäuse und die Tastatur sind nicht besonders steif und lassen sich eindrücken. Da der Laptop insgesamt stark glänzt, muss er schon nach kurzer Zeit von Fingerabdrücken befreit werden, wenn er gut aussehen soll. Da Toshiba die Serien-Notebooks als HD-Geräte und somit für die Videowiedergabe positioniert, hat es uns gewundert, dass wieder auf besondere Multimediatasten verzichtet wird. Wer das aber auch gar nicht erst erwartet, bezahlt derartige Feature zumindest nicht unnötig mit.

Von der Performance her ist der Laptop den typischen Multimedia-Anforderungen locker gewachsen und lediglich unter Anstrengung zu hören, dann aber deutlich leiser als ein starkes Gaming-Modell. Mit den neuen APUs hat es AMD außerdem geschafft, längere Laufzeiten zu realisieren, was früher oftmals ein Schwachpunkt des Intel-Konkurrenten war. So hat AMD eine Alternative zu Intel-Geräten mit Nvidia Optimus geschaffen, die trotz passabler 3D-Leistung mobil sind. Die Konkurrenz ist zum gleichen Preis oftmals mit einem Intel Core i5 und einer Nvidia GeForce GT 540M bestückt; an deren Leistung reichen AMDs A6-3400M und seine Radeon HD 6520G nicht heran.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Satellite L755D-12U
Hersteller: Toshiba
Internet: de.computers.toshiba-europe.com
Preis: UVP 699 Euro; Modell für QVC, dort für 597 Euro bestellbar
Technische Daten
Prozessor: AMD Quad-Core Processor A6-3400M mit 1,4 GHz
Grafikkarte: AMD Radeon HD 6520G mit maximal 2.035 MB shared memory bei 4 GB RAM
Bildschirm: 15,6 Zoll (1.366x768 Pixel) 16:9 mit LED-Hintergrundbeleuchtung, glänzend
Batterie: Lithium-Ion-Akku, Laufzeit: 107 Minuten unter Vollast / 406 Minuten Lesetest (WLAN aus) / ca. 230 Minuten DVD-Wiedergabe (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 4 GB DDR3 mit 1.333 MHz (2+2), erweiterbar auf 8 GB
Festplatte: 500 GB (5.400 U/Min)
Laufwerk: DVD Supermulti
Soundkarte: Onboard
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g/n
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 380 x 250 x 28 bis 38 Millimeter; ab 2,5 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, D-Sub, 3x USB 2.0, Kartenleser (SD, Memory Stick, MS Pro, MMC), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam mit Mikrofon und Gesichtserkennung, Onkyo Lautsprecher, Sleep-and-Charge
Lieferumfang: Notebook, Netzteil, Netzkabel, Kurzanleitung
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 6,5/ RAM: 5,9 / 2D: 5,9 / 3D: 6,5 / HDD: 5,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 16 Sek.

CPU-Benchmark: Cinebench 11.5: 1.78
PC Wizard 2010: 16.304 (nicht aussagekräftig, da nur 1 Prozessorkern erkannt)

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark; bei nativer Auflösung: 418 Punkte; 720p: 378
OpenGL: Cinebench 11.5: 20,43 BpS
3DMark11: P-Benchmark (1.280x720, mittlere Auslastung): P659

Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry 4: bei 1.280x720 Pixeln, Details hoch, Schattenqualität hoch und 8x MSAA: 51 fps; bei 1.360x768 Pixeln, Details niedrig, Schattenqualität aus: 85 fps; Details, Auflösung und Schattenqualität hoch + 2-fach MSAA: 52 fps
Demo Metro 2033: DirectX-11: bei 1.366x768 Pixeln, Details niedrig, AAA: 14 fps und Bildfehler; bei 1.024x600 Pixeln, Details niedrig: 18 fps;
DirectX-10: bei 1.366x768 Pixeln, Details niedrig, AAA: 25 fps

Demo Dragon Age II: DirectX-11: bei 1.366x768 Pixeln, Details niedrig: 37 fps; Details mittel + 2x AA: 30 fps

HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 55/86 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 104/165 MB/s; zufälliges Lesen: 32 MB/s
Energieverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,3 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus:
ca. 8 Watt
DVD-Wiedergabe im Energiesparmodus:
ca. 20 Watt
CPU-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 36 Watt
Garantie: 3 Jahre Bring-In (siehe Toshiba Garantie)
Pro & Contra
Gute Grafikleistung
Nummernpad
Akkulaufzeit
leise
drei Jahre Garantie
Blasses Spiegel-Display mit kleinen Blickwinkeln
Gehäuse gibt nach
zu viel Hochglanz, anfällig für Fingerabdrücke
kein Gigabit LAN, kein USB 3.0
Bewertung:
Geschwindigkeit: 16/20
Ausstattung: 15/20
Display: 12/15
Bedienung/Komfort: 12/15
Maße/Gewicht: 4/5
Akkulaufzeit: 12/15
Verarbeitung: 7/10
Gesamt: 78/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

Zum Seitenanfang