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Toshiba Satellite L670D mit Blu-ray-Brenner im Test

Das Satellite L670D von Toshiba misst 17,3 Zoll. Das Serienmodell mit der besten Bestückung ist das L670D-120 mit Blu-ray-Brenner, einer DirectX-11-Grafikkarte und einem Dreikern-Prozessor von AMD. Dennoch hinterlässt es gemischte Gefühle.

Das Satellite L670D von Toshiba misst 17,3 Zoll. Das Serienmodell mit der besten Bestückung ist das L670D-120 mit Blu-ray-Brenner, einer DirectX-11-Grafikkarte und einem Dreikern-Prozessor von AMD. Dennoch hinterlässt es gemischte Gefühle.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Die Toshiba Satellite L670D Serie zielt mit dem großen 17,3-Zoll-Display im 16:9-Format sowie der dedizierten DirectX-11-Grafikkarte ganz klar in Richtung Multimedia-Notebook und Desktop-Replacement. Das "D" kennzeichnet AMD als Lieferant für Grafikchip und Prozessor, wobei die Ausführung L670D-120 momentan den Spitzenreiter der Reihe im schwarzen Hochglanz-Outfit darstellt. Während alle anderen Serienmodelle zwei Kerne für sich schuften lassen, kann das Toshiba Satellite L670D-120 auf einen Triple-Core blicken. Besonders üppig fällt auch das Laufwerk aus - ein Blu-ray-Brenner. Wir haben Toshibas Multimedia-Schiff getestet.

Toshiba Satellite L670 im Test

  1. Gehäuse und Tastatur
  2. Touchpad, Hardware und Schnittstellen
  3. Software, Stromverbrauch, Akkulaufzeit und Fazit

Im Hochglanz versunken

Wer einen 17-Zöller mit Abmessungen von rund 41x27 Zentimetern (cm) aus einem Verpackungskarton wuchten möchte, stellt sich schon einmal auf ein relativ schweres und üppiges Gerät ein. Tatsächlich wiegt das Satellite L670D aber nur etwa 2,8 Kilogramm und ist für diese Größenklasse mit einer Dicke von 2,8 cm an der Vorder- und 3,8 cm an der Rückseite außerdem recht flach. Wie fast alle aktuellen Multimedia-Notebooks von Toshiba kommt auch dieses mit einem schwarzen, glänzenden Gehäuse, das zur Zierde aber eine Art Rautenmuster erhalten hat. Auch das Display und dessen Umrahmung glänzen, das einzige matte Fleckchen ist die Tastatur.

Schwächen bei der Verarbeitung

Optisch ist das Notebook recht schön, für ein Multimedia-Gerät aber zurückhaltend gestaltet. Auf den ersten Blick wirkt die Verarbeitung ganz gut, schaut man genauer hin, lassen sich jedoch einige Stellen finden, die nicht ganz sauber entgratet sind. Vielleicht sind diese kleineren Mängel aber auch nur bei unserem Testgerät zu finden. Was jedoch bei der kompletten Serie der Fall sein dürfte, ist die Biegsamkeit des Displays: Durch die Größe des Bildschirms und die Platzierung der Scharniere wirkt die Konstruktion etwas instabil. Der Bildschirm gibt generell bei Druck leicht nach, was sich auch im geschlossenen Zustand bemerkbar macht – zum Beispiel beim Umhertragen. Der Lieferumfang besteht lediglich aus Laptop, Kurzanleitung, Handbuch sowie einem handlichen und leichten Netzteil. Eine Recovery von Windows 7, hier als Home Premium 64-bit, gibt es nur auf der Festplatte.

Große Tastatur

Die Tastatur verzichtet auf das zurzeit häufig genutzte Chiclet-Aussehen. Stattdessen wurden die Tasten zusammenhängend eingelassen. Durch die großzügige Bauweise und das 16:9-Format des Laptops bietet das Satellite L670D ausreichend Platz für eine komfortable Anordnung: Die Tasten sind mindestens so groß wie die einer herkömmlichen Desktop-Tastatur und auch ein separater Nummernblock hat noch neben die Tastatur gepasst.

Das Touchpad versteht bereits Mehrfingergesten und bietet zwei große Klicktasten. Material, Haptik und Klickgeräusch geben zwar einzeln betrachtet keinen besonderen Anlass zur Kritik, muten in ihrer Zusammenkunft aber billig an. Für eine bessere Haptik ist das Pad angeraut und deshalb gut bedienbar. Was fehlt, ist eine zusätzliche Möglichkeit, Videos oder DVDs und Blu-rays zu steuern. Im Innenraum gibt es weder die von Toshiba hier und da verwendete Sensorleiste, wie sie unter anderem im Satellite A660 zu finden ist, noch eine entsprechende Doppelbelegung auf der Tastatur.

Toshiba Satellite L670 im Test

  1. Gehäuse und Tastatur
  2. Touchpad, Hardware und Schnittstellen
  3. Software, Stromverbrauch, Akkulaufzeit und Fazit

Triple-Core und DirectX-11-Chip

Spendabler hat sich Toshiba bei der Hardware-Bestückung gezeigt und dem Laptop einen AMD Phenom II Triple-Core-Prozessor Typ P820 mit 3x1,8 Gigahertz (GHz) eingepflanzt. Für die Arbeit mit mehreren parallelen Anwendungen stehen vier Gigabyte (GB) DDR3-Arbeitsspeicher bereit und zur Datenspeicherung befindet sich eine 500-GB-Festplatte an Bord. In unseren Tests verstand sich zwar nicht jedes Programm zur Prüfung der Leistung mit der Dreikern-CPU, abschließend lässt sich jedoch sagen, dass AMDs P820 etwas schwächer abgeschnitten hat als der Intel Core i3-330M mit 2x2,13 GHz im Toshiba Satellite A660 Test.

Für High Definition Videos und Spiele bringt das Satellite L670D eine ATI Mobility Radeon HD 5650 mit einem GB eigenem Speicher mit. Sie ähnelt leistungstechnisch einer Nvidia GeForce GT 330M, die im Satellite A660 steckt, und kann somit auch für Spiele genutzt werden. Eine Crysis-Demo ließ sich im Test bei 1.600x900 Bildpunkten auch mit mittleren Details noch flüssig spielen, weitere Benchmarks finden sich auf Seite 3. Im Gegensatz zum Nvidia Gegenspieler unterstützt die ATI HD 5650 jedoch bereits die Schnittstelle DirectX 11. Wenn die Hardware ausgiebig gefordert wird, ist das Toshiba Notebook übrigens relativ laut. Zusätzlich fällt die Akkulaufzeit mit rund 70 bis 140 Minuten, je nach Nutzung, zu kurz aus.

Glanz-Display und Blu-ray Brenner

Für Spielefans ist eine kurze Reaktionszeit wichtig, damit es nicht zu Schlieren kommt. Laut Toshiba schafft das Display den Wechsel von Schwarz zu Weiß in acht Millisekunden. Das 17,3-Zoll-Exemplar liefert eine ungewöhnliche Auflösung von 1.600x900 Bildpunkten und ist daher nicht für die Anzeige von 1080p-Videos gewappnet. Wie viele aktuelle Displays liefert es ein 16:9-Verhältnis und ist glänzend. In Fensternähe oder je nach Lichtquelle lassen sich daher Spiegelungen feststellen. Die Bildqualität ist gut, zudem lässt es sich schön hell einstellen. Die Blickwinkel sind hingegen durchschnittlich. Wer von der Seite zusieht, muss Einbußen in Kauf nehmen. Aufgrund von Größe und Format ist ein Film zu zweit aber trotzdem kein Problem. Dieser kann auch in Form einer Blu-ray-Disc vorliegen, das integrierte Laufwerk spielt natürlich auch CDs und DVDs ab. Darüber hinaus kann es alle drei Formate brennen.

Schnittstellen: Back to basic

Die Schnittstellenliste enthält zwar keine Exoten, lässt aber auch keine betriebsnotwendigen Anschlüsse vermissen. Vorhanden sind HDMI, D-Sub für ältere Monitore mit analogem Eingang, zwei USB-Ports, ein eSATA-USB-Kombi-Anschluss, Mikrofon und Kopfhörer sowie ein Kartenleser, LAN, WLAN (802.11 b/g/n) und Bluetooth. LAN mit Gigabit-Geschwindigkeit, FireWire oder SPDIF gibt es nicht.

Wer sich für seine Stromrechnung interessiert, wird vielleicht ohnehin lieber einen sparsameren Laptop anstelle eines Desktop-Rechners nutzen. Das Satellite L670D verfügt – wie auch andere Toshiba Notebooks – über eine Eco Utility zur Anzeige des ungefähren Stromverbrauchs in Echtzeit. Die Anzeige ist dabei tatsächlich relativ zuverlässig, wie wir anhand eines Strommessgerätes überprüfen konnten. Eine weitere praktische Software ist die Gesichtserkennung für die VGA-Webcam. Resolution + zum Hochskalieren von Standardvideos hat Toshiba diesem Gerät jedoch nicht geschenkt, vermutlich liegt es daran, dass ein Blu-ray-Spieler integriert ist. Eventuell eher unerwünschte Passagiere sind Verknüpfungen zu eBay, Skype, Spiele-Downloads und andere Software, die nicht jeder Anwender nützlich finden wird.

Toshiba Satellite L670 im Test

  1. Gehäuse und Tastatur
  2. Touchpad, Hardware und Schnittstellen
  3. Software, Stromverbrauch, Akkulaufzeit und Fazit

Fazit: Starke Hardware im schwachen Gehäuse

Der 17,3-Zöller hinterlässt in der Konfiguration L670D-120 gemischte Gefühle zurück. Positiv sind das große und helle Display sowie die komfortable Tastatur mit Nummernblock hervorzuheben. Auch der Stromverbrauch fällt moderat aus, obwohl das Toshiba Satellite eine recht hohe Leistung abliefert. Zudem könnte es für Computerspieler eine gute Wahl sein, wenn es nicht unbedingt High-End-Komponenten sein müssen.

Kritik muss das Satellite L670D aber für die kurze Akkulaufzeit und die Verarbeitung einstecken. Zwar hat sich Toshiba keine wirklich groben Schnitzer geleistet und es gilt zu berücksichtigen, dass das günstigste Seriengerät schon für einen UVP von 649 Euro beziehungsweise für unter 600 Euro in Onlineshops zu haben ist. Im L670D-120 steckt aber nunmal bessere Hardware, was den Preis auf einen UVP von 949 Euro pusht. Für einen solchen Betrag dürfte der eine oder andere Käufer eine hochwertigere Verarbeitung erwarten. Schlussendlich überzeugt die Kombination von teuren Komponenten und günstigem Gehäuse einfach nicht.

In dieser Preisklasse hätten wir uns zudem Extras für die Multimedia-Steuerung gewünscht, wenn das Notebook schon als solches auftritt. Es muss nicht gleich eine gesonderte Konsole sein, eine Sensorleiste oder zumindest eine zusätzliche Belegung der Tastatur hätte jedoch zum Konzept gehören sollen. Dies hat Toshiba bei anderen Notebooks schon deutlich besser gelöst: zum Beispiel beim Satellite P500, dem ersten Blu-ray-Notebook des japanischen Konzerns. Dieses Modell ist zwar teurer, liefert aber mehr Schnittstellen und auch bessere Lautsprecher. Immerhin ist das L670D-120 im Handel mittlerweile schon für rund 800 Euro zu haben und mögliche Konkurrenten wie das Acer Aspire 7551G bieten in dieser Preisklasse zwar die gleiche Grafikkarte, aber nur einen Blu-ray-Player, und keinen -Brenner.

Weitere Testberichte, Netbook Modelle im Vergleich, einen Ratgeber zur Frage Notebook oder Netbook und weitere Tipps zum Notebook-Kauf liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Satellite L670D-120
Hersteller: Toshiba
Internet: de.computers.toshiba-europe.com
Preis: UVP: 949 Euro
Technische Daten
Prozessor: AMD Phenom II Triple-Core 820 mit 1,8 GHz
Grafikkarte: ATI Mobility Radeon HD 5650 mit 1 GB VRAM
Bildschirm: 17,3 Zoll (1.600x900 Pixel 16:9), LED-Hintergrundbeleuchtung, glänzend, 8 ms Reaktionszeit
Batterie: Lithium-Ionen-Akku: Laufzeit: 66 Minuten unter Vollast / 135 Minuten Lesetest (WLAN aus) / 70 Minuten DVD-Betrieb (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 4 GB DDR3 mit 1.066 Mhz (2x2), max. 8 GB
Festplatte: 500 GB mit 5.400 U/Min
Laufwerk: Blu-ray-Brenner
Soundkarte: Onboard: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g/n
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 414 x 270 x 28 – 38 Millimeter; ab 2,8 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, D-Sub (VGA), 2x USB, 1x USB/eSATA, Kartenleser (SD, MMC, MS/MS Pro), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: VGA-Webcam
Lieferumfang: Notebook, Akku, Netzteil, Netzkabel, Handbuch, Kurzanleitung
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 5,4 / RAM: 7,1 / 2D: 6,7 / 3D: 6,7 / HDD: 5,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 23 Sek.
CPU-Benchmark von PC Wizard: nicht möglich, da inkompatibel zur CPU
CPU-Benchmark Cinebench: 5.123

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark: 1.113
Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry: bei 1.600x900 Pixeln, Details low: 80 fps; Details hoch: 49 fps, sehr hoch: 45 fps.
Crysis Demo: 1.600x900 Pixel, Details low: 50 fps; Details high: 30 fps.
OpenGL-Benchmark Cinebench: 3.837
HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 63/75 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 123/135 MB/s; zufälliges Lesen: 39 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,4 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus: ca. 20 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus: ca. 30 Watt
Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 48 Watt
Garantie: zwei Jahre Bring-In
Pro & Contra
starke Hardware
16:9-Format
Multitouch-Pad und Nummernblock
Blu-ray-Brenner
verhältnismäßig leicht und flach
gutes und helles Display
große Tastatur mit Nummernblock
Verarbeitung nicht optimal
zu viel Hochglanz
kurze Akkulaufzeit
Sparsamkeit bei Schnittstellen
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): gut
Ausstattung (20%): gut
Display (20%): gut
Ergonomie (15%): gut
Akkulaufzeit (15%): befriedigend
Verarbeitung (10%): befriedigend
Gesamt: gut (2,3)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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