Testbericht

Toshiba Netbook NB200-110: Dauerläufer im Test

Wenn schon ein Notebook zum Mitnehmen, dann bitte auch mobil: Wer hiernach sucht, könnte bei Toshiba fündig werden. Das NB200-110 macht bei voller Auslastung erst nach fünf Stunden schlapp, Surfen kann es noch viel länger.

Wenn schon ein Notebook zum Mitnehmen, dann bitte auch mobil: Wer hiernach sucht, könnte bei Toshiba fündig werden. Das NB200-110 macht bei voller Auslastung erst nach fünf Stunden schlapp, Surfen kann es noch viel länger.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Ende Mai stieg Toshiba in das 10-Zoll-Netbook-Geschäft ein und versammelt dort mittlerweile drei Modelle mit unterschiedlicher Bestückung. Das NB200-110 in schneeweiß sticht seine zwei Toshiba-Netbook-Kollegen mit Bluetooth aus, interessant ist auch der 6-Zellen-Akku, der das NB200 laut Hersteller mehr als neun Stunden mit Energie versorgen soll. Ob dies klappt, haben wir getestet.

Inhalt:

1. So sieht´s aus: Design und Tastatur
2. Ausstattung, Display und Schnittstellen
3. Software, Akku, Fazit und Info-Tabelle

NB200-110 mit 6-Zellen-Akku

Das NB200-110 ist zurzeit das einzige weiße 10,1-Zoll-Netbook von Toshiba. Der etwa 1,3 Kilogramm leichte Laptop misst 26,3x21,5 Zentimeter (cm) und ist an der Vorderseite 2,5 cm hoch. An der 3,3 cm dicken Rückseite ragt der 6-Zellen-Akku heraus. Die Oberfläche des Gehäuses rund um das Spiegel-Logo von Toshiba ist matt, der Hersteller hat jedoch ein paar Glitzerpartikel und Schrägstreifen eingearbeitet, die sich im Innenraum fortsetzen. Das 10,1 Zoll große Display wird durch LEDs beleuchtet und versammelt 1024x600 Bildpunkte. Umrahmt wird es von einem weißer Fläche im Look der Außenseite, die übrigen Elemente stehen mit ihrem Silber-Bezug im Kontrast. Ein Blickfang sind die spiegelnden Display-Scharniere und der identisch gestaltete Mittelteil samt beleuchteten Powerknopf.

Tasten mit Freiraum

Das Streifenmuster wiederholt sich noch einmal im Touchpad, ansonsten ist das Design rund um die einzeln eingesetzten Tasten schlicht. Zwischen den Tasten ist wie beim Apple MacBook oder Sony Vaio P (Test) recht viel Platz, was dem Tippgefühl zugutekommt. Die Tastatur ist außerdem sehr leise, stiftet aber mit leicht geändertem Layout ein wenig Verwirrung. Zum Beispiel die spitzen Klammern sitzen an einer ungewöhnlichen Stelle: knapp neben der kurzen Leertaste. Wer viel HTML-Code tippt, muss sich erst daran gewöhnen. Das Touchpad fällt groß aus und bietet zwei Klicktasten.

Für alle, die eine Rundum-Ansicht möchten: Das mit dem iPod nano (Test) gefilmte Video zeigt das Toshiba Netbook NB200-110 von allen Seiten.

Den Antrieb übernimmt ein Intel Atom N280 Prozessor mit 1,66 Gigahertz (GHz), der mittlerweile in einigen der Mini-Rechner den allseits bekannten Vorgänger N270 mit 1,6 GHz ablöst. Ein Geschwindigkeitsunterschied macht sich kaum bemerkbar, im Test mit der Freeware 7-Zip war die CPU beim Packen von 96 JPEG-Fotos mit einer Gesamtgröße von 235 Megabyte nur minimal schneller als der N270 im Acer Aspire One (Test).

Technische Ausstattung: Typisch Netbook

Unterstützung bekommt der Prozessor von einem Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher, der auf bis zu zwei GB erweitert werden kann und die Onboardgrafik – den im Netbook-Kreis bekannten Intel-Chip GMA 950 – mit versorgt. Als Datenspeicher ist wie üblich eine 160-GB-Festplatte verbaut. Diese wird von Toshibas Festplatten-Schutz überwacht, der bei Erschütterungen den Schreib-/Lesekopf in Parkposition bringt. Wie empfindlich dieser arbeiten soll, kann der Besitzer einstellen.


Spiegel-Display

Das Display wird die Nutzerschaft in zwei Lager teilen: Die Oberfläche ist spiegelglatt. Je nach Sitzposition und Lichteinfall merkt man davon entweder nichts oder viel. Die Videowiedergabe bereitet durchaus Freude, auch ein High Definition Video ließ sich im Test abspielen – ein Trailer im WMV-Format in der Auflösung 720p. Ein 1080p-Testvideo geriet aber gehörig ins Ruckeln, was angesichts der niedrigeren Displayauflösung und auch aufgrund eines fehlenden HDMI-Ausgangs aber nicht stört. Die Bildqualität ist gut, der Kontrast könnte aber etwas höher sein. Nicht wirklich überzeugen konnte der Sound. Dass die Lautsprecher bei einem Notebook dieser Größenordnung eher wenig Kraft haben, ist verständlich, auch über Kopfhörer darf man keine Wunder erwarten, für Musik im Hintergrund oder Videowiedergabe reicht der Klang aber in jedem Fall aus.

Rund ums NB200-110: die Anschlüsse

Um mit dem Internet oder einem Netzwerk in Verbindung zu treten, enthält das NB200 LAN sowie WLAN nach den Funkstandards 802.11 b/g. Der Datenaustausch mit einem Handy ist über Bluetooth möglich. Ansonsten versammelt das Netbook Anschlüsse für ein Mikrofon und Kopfhörer sowie einen Kartenleser, der aber mit SD und MMC nur zwei Formate unterstützt. Über die drei USB-Ports kann der Nutzer – wie bei Toshiba üblich – MP3-Player & Co. auch dann aufladen, wenn das NB200 ausgeschaltet ist. Als Diebstahlschutz lässt sich zudem ein Kensington Schloss anbringen. Software-seitig liefert Toshiba das NB200-110 mit Windows XP Home aus, das Gratis-Bundle ist mit Picasa, der Google Toolbar, der Google Desktop-Suche und der 60-tägigen Testversion von Microsoft Office Home and Student für den einen oder anderen vielleicht zu üppig ausgefallen. Im Betrieb läuft das NB200 leise, nur bei anstrengenderen Arbeiten dreht der Lüfter auf. Last but not least noch einige Angaben zur Akkulaufzeit: Die von Toshiba aufgestellten neun Stunden konnte unser Test bestätigen. Mit eingeschaltetem WLAN-Empfang und ohne automatische Display-Abschaltung zeigte das NB200 knapp neun Stunden lang Word-Dokumente an. Bei der Simulation einer permanenten Vollauslastung, die in der Praxis so nicht erreicht wird, hielt der Akku knapp 5,5 Stunden durch.

Fazit: Die Dauer-Schreibmaschine

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Netbook anzuschaffen, stößt auf eine Vielzahl von Modellen, die auf den ersten Blick (zu) viele Gemeinsamkeiten haben – gerade bei der verbauten Hardware. Den Ausschlag geben daher eher Nuancen, Optik oder Preis. Das NB200-110 von Toshiba zieht mit seinem leistungsstarken Akku an den 3-Zellen-Exemplaren seiner Klasse vorbei und weiß mit einem schönen Design zu gefallen. Auch den Job als Schreibmaschine erfüllt das Toshiba NB200-110 mit der hochwertigen Tastatur sehr gut. Alternativen wären - im Hinblick auf die Akkulaufzeit - zum Beispiel die Asus Netbooks 1000HE oder 1005HA-H, das MSI Wind U110 Eco oder auch die Samsung Netbooks N110/120/140 beziehungsweise NC10.


Weitere Notebook Tests, News und Tipps zum Kauf von Laptops und Netbooks liefert die Notebook Unterseite.

Name: NB200-110
Hersteller: Toshiba
Internet: toshiba-europe.com
Preis: UVP 479 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Atom N280 mit 1,66 GHz
Grafikkarte: Onboard: Intel GMA 950
Bildschirm: 10,1 Zoll WSVGA mit LED-Hintergrundbeleuchtung und 1024x600 Pixel
Batterie: Lithium-Ionen-Akku mit 6 Zellen: Laufzeit mit Battery Eater: 5 Stunden und 15 Minuten unter Vollast / 8 Stunden und 50 Minuten maximal (WLAN + Display ein)
Speicher: 1 GB DDR2 mit 800 MHz
Festplatte: 160 GB mit 5.400 U/Min
Leistungsdaten: siehe Benchmarks
Laufwerk: -
Soundkarte: Realtek HD Audio
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11 b/g), Bluetooth
Betriebssystem: Windows XP Home
Abmessungen: BxTxH: 263 x 211,5 x 25,4 (Vorderseite) / 32,25 (Rückseite) mm
Gewicht: ab 1,33 kg
Anschlüsse: 3x USB, D-Sub, Kartenleser (SD- und MultiMedia-Karte), Kopfhörer, Mikrofon, Kensington Kabel-Sicherung
Benchmarks/Zahlen: PCMark05: -
3DMark03: 771

HDD: Transferrate ca. 45 MB/Sekunde
Zugriffszeit: 18 Millisekunden (gemessen mit HD Tune)
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
Hübscher Look
sehr gute Tastatur
Bluetooth
lange Akkulaufzeit
Festplatten-Schutz
spiegelndes Display
geändertes Tastatur-Layout
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): sehr gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (1,8)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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