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Toshiba NB250 im Test: Auffallend unauffällig

Im Handel kostet das Toshiba NB250-108 rund 300 Euro, bietet aber auch nur Standardkost. Ein Pluspunkt ist das geringe Gewicht: Es wiegt trotz 6-Zellen-Akku weniger als 1,25 Kilogramm.

Im Handel kostet das Toshiba NB250-108 rund 300 Euro, bietet aber auch nur Standardkost. Ein Pluspunkt ist das geringe Gewicht: Es wiegt trotz 6-Zellen-Akku weniger als 1,25 Kilogramm.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Für das kommende Jahr hat Toshiba das Mini NB520 mit Harman/Kardon-Lautsprechern und Dual-Core-Atom angekündigt, in diesem Jahr konzentriert sich der Elektronikkonzern aus Japan aber noch auf einen Pineview Single-Core-Prozessor. Der neueste Spross aus der Toshiba Netbook-Familie mit dieser Bestückung ist das Mini NB250, das mit einer Akkulaufzeit von mehr als 8 Stunden glänzen soll. Wir haben das tiefschwarze 10,1-Zoll-Netbook für 349 Euro (UVP) getestet.

Toshiba NB250 Test - Inhalt

  1. Gehäuse, Akku, Tastatur und Touchpad
  2. Hardware, Schnittstellen und Display
  3. Software, Fazit und Alternativen, Info-Tabelle

Komplett schwarzes Netbook

Das NB250 zeichnet sich durch ein schwarzes Glanz-Gehäuse mit Rautentextur aus, die auch die Handballenauflage ziert. Innen hat Toshiba aber weitestgehend auf Hochglanz verzichtet: Zwar ist die Displayoberfläche spiegelnd, der breite Bildschirmrahmen, die Tastatur und die umliegende Fläche sind aber mattiert. Das Toshiba NB250 ist 263x212 Millimeter (mm) groß, wobei es an der Vorderseite zugeklappt 25 mm und an der Rückseite etwa 31 mm hoch ist. Der Akku, bei unser Testkonfiguration NB250-108 ein 6-Zellen-Exemplar, steht hinten ein Stück über. Verglichen mit dem 1,12 Kilogramm leichten Schwestermodell NB250-10R verursacht er aber kaum Extragewicht: Das Gesamtgewicht des NB250-108 liegt bei unter 1,25 Kilo. Die rund 100 zusätzlichen Gramm lohnen sich; statt nur 4 Stunden wie das 10R soll das 6-Zellen-Netbook doppelt so lange durchhalten.

In der Praxis hält der Akku aber nicht das, was Toshiba verspricht. Als längste Laufzeit bei permanent eingeschaltetem Display ermittelten wir rund 6 Stunden, unter Vollast leert sich der Akkur nach knapp 4,5 Stunden. Ganz flüsterleise ist das Netbook nicht. Wird die Hardware stark beansprucht, ist der Lüfter teilweise durchaus zu hören. Im normalen Betrieb verhält sich das Netbook ruhig.

Große Tastatur ohne Standard-Layout

Der Power-Knopf ist wie beim Toshiba Mini NB200 (Test), einem Vorgängermodell mit ähnlicher Bauform, am Scheitelpunkt des Notebooks angeordnet. Beim Transport in einer Tasche ist das aber kein Problem, da sich das Gerät im zugeklappten Zustand nicht einschalten lässt. Beim NB200 setzte Toshiba auf eine Chiclet-Tastatur mit einzeln eingelassenen Tasten, das neuere NB250 kehrt stattdessen zum Standard-Keyboard zurück. Positiv hervorzuheben sind die matte Oberfläche und die komfortable Tastengröße. Die Tastatur reicht bis an den Rand heran und nutzt den Platz daher sehr gut aus. Das Tastenfeld biegt sich in der Mitte bei Druck schnell durch, was beim Tippen aber nicht stört. Wer häufig die spitzen Klammern benötigt, wird das in diesem Bereich geänderte Layout bemerken. Am Touchpad lässt sich kein Kritikpunkt finden. Der Mauszeiger ist präzise zu navigieren und die Klicktasten hinterlassen einen hochwertigen Eindruck.

Im Innern des Toshiba NB250 hat sich ein Prozessor aus der Intel Pine View Reihe ausgebreitet. Der verbaute Intel N455 mit 1,66 Gigahertz (GHz) steckt in vielen aktuellen Netbooks, wie zum Beispiel im Asus Eee PC 1015PED (Test), und bietet im Gegensatz zum Vorgänger N450 bei gleicher Taktfrequenz Unterstützung für DDR3-Arbeitsspeicher. Toshiba hat auch zum DDR3-Riegel gegriffen und 1 Gigabyte (GB) eingesetzt. Eine Erweiterung wäre auf bis zu zwei GB möglich. Die Festplattenkapazität von 250 GB fällt derweil typisch für ein Netbook aus.

Toshiba NB250 Test - Inhalt

  1. Gehäuse, Akku, Tastatur und Touchpad
  2. Hardware, Schnittstellen und Display
  3. Software, Fazit und Alternativen, Info-Tabelle

Bestückung ohne Überraschungen

Als Grafikchip dient ein Intel GMA 3150, den auch die Netbook-Modelle mit N450-Prozessor verwenden. Der Onboardchip reichte im Test noch aus, um eine 720p-Videodatei abzuspielen, Filme in der HD-Auflösung 1080p oder hochauflösende Videos bei YouTube bringen die Hardware aber zu sehr ins Schwitzen: Das Ergebnis sind deutliche Ruckler bei der Wiedergabe. High Definition Inhalte gehören auch gar nicht zu den Aufgaben von Standard-Netbooks, das Toshiba NB250-108 bietet weder einen HDMI-Ausgang noch eine HD-Bildschirmauflösung. Externe Monitore lassen sich nur analog über VGA (D-Sub) anschließen, während das eingebaute 10,1-Zoll-Display mit 1.024x600 Bildpunkten zu wenig Pixel versammelt, um HD auch in HD anzuzeigen.

Gutes Display, schwacher Lautsprecher

Da die Oberfläche nicht mattiert wurde, sind je nach Lichteinfall Spiegelungen zu erkennen. Durch zu kleine Blickwinkel wird die Sicht aber nicht getrübt – im Gegenteil, der horizontale Blickwinkel ist recht groß, sodass der Inhalt auch dann noch unverfälscht zu sehen ist, wenn der Nutzer von der Seite auf den Bildschirm blickt. So wie es bei den meisten aktuellen Notebooks der Fall ist, verwendet auch das NB250 LEDs statt Leuchtstoffröhren zur Hintergrundbeleuchtung, eine gleichmäßige Ausleuchtung ist die Folge. Die Qualität des Displays ist gut, Schriften werden scharf angezeigt und Farben sind kräftig genug. Weniger überzeugen kann der Lautsprecher-Sound. Offenbar ist nur ein Lautsprecher verbaut, der bei hoher Lautstärke doch sehr unausgewogen und scheppernd klingt. Bei YouTube-Clips für zwischendurch ist das noch zu verschmerzen, bei kompletten Musiktiteln sollte aber lieber auf Ohrhörer ausgewichen werden. Auch die Webcam ist nur ein nettes Beiwerk. Sie beschränkt sich auf VGA-Qualität und ist farbschwach.

Schnittstellen des Toshiba NB250

Zusätzlich zum analogen VGA-Ausgang verfügt das Toshiba NB250 über Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer, einen Kartenleser für die Speicherkarten-Formate SDCard und MMC sowie drei USB-Ports. Im Gegensatz zu den USB-Schnittstellen anderer Netbook-Modelle von Toshiba können diese aber nicht mit der Funktion auftrumpfen, den Akku eines MP3-Players oder anderen Kleingerätes im ausgeschalteten Zustand mit Strom zu versorgen. Typisch für einen Mini-Laptop gibt es statt Gigabit LAN nur eine LAN-Schnittstelle für Ethernet-Verbindungen mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde, kabellos geht es per WLAN über die Funkstandards 802.11b/g/n ins Internet oder Heimnetzwerk. Bluetooth bietet das Netbook nicht.

Als Betriebssystem hat Toshiba auf dem Mini NB250 die abgespeckte Windows 7 Version Starter vorinstalliert. An Software liefert das Netbook außerdem das Tool Toshiba LifeSpace, mit dem sich Termine organisieren und zuletzt verwendete Dateien in einer Zeitleiste anordnen lassen. Störend sind die Installationen, die nicht unbedingt erwünscht sind: Die Entscheidung, ob eine Verknüpfung zu eBay und Skype oder eine Bing Toolbar nötig ist oder nicht, nimmt Toshiba dem Nutzer ab.

Toshiba NB250 Test - Inhalt

  1. Gehäuse, Akku, Tastatur und Touchpad
  2. Hardware, Schnittstellen und Display
  3. Software, Fazit und Alternativen, Info-Tabelle

Fazit: Das NB250 ist auffallend unauffällig

Der Asus Eee PC 1015PED ist auch für das Fazit ein guter Vergleichskandidat, da sowohl die Hardwarebestückung als auch die UVP des Herstellers übereinstimmen. Der Eee PC von Asus verpackt die sechs Akkuzellen bei identischem Gerätegewicht ins Gehäuse und ist daher etwas kürzer, an der Rückseite aber dicker. Features, die Asus bietet und Toshiba nicht, sind Bluetooth, zwei Jahre Garantie, Express Gate für einen schnelleren Internetzugriff ohne Betriebssystem-Boot und als Gimmick ein Jahr kostenlosen Zugriff auf einen Online-Speicher. Ob das spiegelnde Display des Toshiba NB250-108 nun ein Vor- oder Nachteil gegenüber dem Asus Eee PC mit entspiegeltem Bildschirm ist, muss jeder selbst entscheiden.


Wie dieser Vergleich mit einem Konkurrenzmodell zeigt, bietet Toshiba mit dem NB250-108 zwar ein grundsolides Einsteiger-Netbook an, das dem aktuellen Mini-Laptop-Standard mit aufgefrischter Hardware und mehr Ausdauer entspricht, hebt sich auf der anderen Seite aber nicht durch besondere Funktionen oder Ausstattungsmerkmale von den Mitstreitern ab. Im Handel ist das Toshiba NB250-108 mit rund 300 Euro schlussendlich trotz identischer UVP zurzeit günstiger als der Eee PC 1015PED. Weitere Alternativen könnten das Dell Mini 1018 für 299 Euro mit einjähriger Garantie, das MSI Wind U135DX oder das Acer Aspire One D260 sein. Da die Netbooks bezüglich Preis und Leistung extrem dicht beieinander liegen, dürften Nuancen wie das Aussehen, die Tastatur oder die Displayoberfläche den Ausschlag dafür geben, welches Gerät am besten zum Anwender passt.

Weitere Testberichte, einen Netbook Vergleich und eine Kaufberatung zum Thema Notebook oder Netbook liefert unser Hintergrundbereich. Mehr Toshiba Netbook-Modelle gibt es auf der Netbook-Seite.

Name: Mini NB250-108
Hersteller: Toshiba
Internet: http://de.computers.toshiba-europe.com
Preis: UVP: 349 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Atom N455 Prozessor mit 1,66 GHz
Grafikkarte: Intel GMA 3150 Onboard
Bildschirm: 10,1 Zoll (1.024x600 Pixel), LED-Hintergrundbeleuchtung, glänzend
Batterie: Lithium-Ionen-Akku mit sechs Zellen. Laufzeit: 260 Minuten unter Vollast / 365 Minuten Lesetest (WLAN aus) / ca. 325 Minuten Videobetrieb (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 1 GB DDR3 (erweiterbar auf 2 GB)
Festplatte: 250 GB
Laufwerk: -
Soundkarte: Onboard: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g/n
Betriebssystem: Windows 7 Starter 32-bit
Abmessungen: BxTxH: 263 x 211 x 25,4 – 30,75 Millimeter; < 1,25 Kilogramm
Anschlüsse: D-Sub (VGA), 3x USB, Kartenleser (SD, SDHC, MMC), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: VGA-Webcam
Lieferumfang: Notebook, Akku, Netzteil, Netzkabel, Kurzanleitung
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 2,3 / RAM: 4,5 / 2D: 3,0 / 3D: 3,0 / HDD: 5,5

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 102 Sek.
CPU-Benchmark von PC Wizard: nicht anwendbar, erkennt CPU falsch
CPU-Benchmark Cinebench: 554

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark: keine Unterstützung
OpenGL-Benchmark Cinebench: 287
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,6 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus: ca. 8 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus: ca. 12 Watt
Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 16 Watt
Garantie: ein Jahr internationale Toshiba Garantie (Bring-In)
Pro & Contra
sehr leicht
Displayqualität
große Tastatur
gutes Touchpad
kein Bluetooth
keine Besonderheiten
nur ein Jahr Garantie
Bewertung:
Geschwindigkeit: 5/10
Ausstattung: 5/10
Display: 13/15
Bedienung/Komfort: 9/10
Gewicht: 19/20
Akkulaufzeit: 21/25
Verarbeitung: 8/10
Gesamt: 80/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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