Testbericht

Toshiba goes AMD: Satellite A210 im Test

Nach sechs Jahren Abstinenz präsentiert Toshiba nun wieder ein AMD-Notebook. Wir haben es bereits getestet.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Sechs Jahre lang verbaute Toshiba nur Intel-Prozessoren in seinen Notebooks. Nun ist der Exklusiv-Vertrag mit dem Prozessor-Marktführer ausgelaufen und die Japaner können wieder auf CPUs von AMD zurückgreifen. Mit dem Satellite A210-10Y hat unsere Redaktion eines der ersten Notebooks der mit AMD-CPUs bestückten A210-Serie unter die Lupe genommen.

Mit neuem Herzen

In der Rechenkiste steckt ein Doppelkern-Prozessor Turion 64 X2 TL-52, der mit 1,6 Gigahertz getaktet ist und seine Arbeit eher in gemäßigtem Tempo verrichtet. In anderen Ausstattungsvarianten ist das Notebook auch mit AMDs 1,8 und 1,9 Gigahertz-Prozessoren zu haben. Für den Office-Betrieb und Multimedia-Anwendungen reicht auch die Leistung des TL-52 aus. Dafür sorgen der Arbeitsspeicher mit einer Kapazität von zwei Gigabyte und die flott arbeitende 160-Gigabyte-Festplatte von Toshiba.

Das A210-10Y wird mit vorinstalliertem Vista Home Premium ausgeliefert, allerdings hat sich Toshiba bei der Einrichtung des Systems offensichtlich wenig Mühe gegeben. Beim ersten Start erwarten den Nutzer ein überladener Desktop und zahlreiche, im Hintergrund arbeitende Programme, die das System ausbremsen. In unserem Test wies das vorinstallierte System zudem einige Ungereimtheiten auf: Auf Tastatur-Befehle zur Helligkeits-Regulierung des Bildschirms oder zum Ein- oder Ausschalten des WLAN-Chips reagierte Windows stark verzögert oder gar nicht. Ebenfalls verweigerten Benchmark-Programme 3DMark05 und 3DMark06, mit deren Hilfe sich die 3D-Leistung des Notebooks messen lassen, ihren Dienst. Aktuelle Spiele wie etwa Colin McRae Dirt starten dagegen problemlos.

Nichts für Zocker

Für Spiele eignet sich das A210-10Y aber ohnehin nur eingeschränkt. Zwar stellt der Grafikchip Radeon 2400 auch DirectX10-Spiele dar, jedoch muss man Auflösung und Details stark drosseln, um eine flüssige Bildwiedergabe zu ermöglichen. Immerhin greift der Grafik-Chip dem Prozessor bei der Wiedergabe von hochauflösenden HD-Filmen unter die Arme. Da das optische Laufwerk aber weder HD- noch Blu-ray-Scheiben abspielt, wird der Benutzer ohnehin selten in den Genuss von Filmen in HD-Qualität kommen.

Unter hoher Auslastung lärmt der Lüfter - kein Wunder, muss er doch jede Menge heiße Luft aus dem Gehäuse abführen. Offensichtlich behält der Prozessor unter Auslastung alles andere als einen kühlen Kopf, dementsprechend heizt sich die linke Gehäuseseite stark auf. Bei Office-Anwendungen bleibt das Notebook dagegen leise und kühl.

Der 15,4-Zoll-Bildschirm stellt eine in der Preisklasse von unter 1000 Euro übliche Auflösung von 1280 x 800 Pixel dar. Die Farben erscheinen satt und mit gutem Kontrast. Betrachtet man den Bildschirm von der Seite, bleiben die Farben weitgehend unverfälscht. Ärgerlich sind wie bei vielen Notebook-Bildschirmen die starken Reflexionen. Mit einem Fenster im Rücken, durch das die Sonne scheint wird der Bildschirm zum Spiegel.

Schickes Schwarzes

Punkten kann das A210-10Y mit dem schicken und stabilen Gehäuse: In glänzendem schwarz und mit abgerundeter Vorder- und Rückseite macht das Gerät optisch einiges her. Ähnlich wie bei Apples MacBooks schiebt sich das Display beim Aufklappen hinter das Gehäuse und die in silberfarbener Oberschale gefasste Tastatur kommt zum Vorschein. Bei den Maßen kann das Notebook nicht mit dem Schlankheitswahn des MacBooks mithalten. Im Vergleich zu anderen 15,4-Zoll-Notebooks ist aber auch das A210-10Y recht flach. Bei aufgeklapptem Display hat das Notebook eine Höhe von 2,8 Zentimtern; die Unterarme liegen beim Schreiben auf der abgerundeten Front recht komfortabel.

Nicht Jedermanns Sache dürfte das ungewöhnliche Tastatur-Layout sein: Die Pfeiltasten sind nach unten versetzt; die Eingabe-Taste sehr schmal. Auch die Tastatur selbst lässt zu wünschen übrig. Beim Tippen biegt sie sich stark durch, sodass die Tasten einen sehr schwammigen Anschlag haben.

Kurzlebig unterwegs

Da der Bildschirm beim Aufklappen die Rückseite des Notebooks verdeckt, bleibt dort kein Platz für die Anschlüsse. Von den vier USB-Ports liegen zwei auf der linken und zwei auf der rechten Seite. Auch die Anschlüsse für den Netz-Stecker sowie für den externen VGA-Monitor sind rechts beziehungsweise links platziert, was für Kabelsalat auf dem Schreibtische sorgen könnte. Der Audioausgang liegt auf der Vorderseite. Für den Anschluss von Kopfhörern ist er so schnell zu erreichen, für den Anschluss an die Stereoanlage muss der Nutzer das Kabel dagegen umständlich noch an die Gehäusefront führen. Immerhin lässt das Notebook aber außer einem DVI-Ausgang zum Anschluss eines hochwertigen Flachbildschirms keine Anschlüsse vermissen - auch Bluetooth ist mit an Bord.

Das Notebook wiegt mit 2,8 Kilogramm für ein 15,4-Zoll-Notebook nicht viel. Das geringe Gewicht wird aber unter anderem durch den kleinen Akku ermöglicht, der mit seiner Kapazität von 43 Wattstunden nur kurze Betriebszeiten fernab der Steckdose erlaubt. Sehr schade, dass Toshiba auf einen stärkeren Akku verzichtet hat. In unserem Akku-Benchmark lief das Geräte beim Arbeiten unter Windows gerade einmal knappe zwei Stunden und zwanzig Minuten, beim DVD-Schauen war sogar bereits nach weniger als zwei Stunden Schluss.

Fazit:

Das A210 ist ein schickes Ding. Wer auf ein hübsches Gerät Wert legt, wird über kleine Macken wie das ungünstige Tastatur-Layout und die schlechte Vorab-Installation der Software hinwegsehen können. Die Leistung reicht für Office-Anwendungen und Multimedia völlig aus. Wer 3D-Spiele mag, sollte aber zu einer ebenfalls verfügbaren Ausstattungsvariante mit ATI Radeon 2600 greifen. Ärgerlich ist die kurze Akkulaufzeit, zumal das Notebook mit seinen 2,8 Kilogramm eigentlich recht portabel ist. Die unverbindliche Preisempfehlung von 1149 Euro ist überzogen; im Toshiba-Shop ist das Gerät aber bereits ab fairen 886 Euro zu haben.

(Klaus Wiesen)

Weiterführende Infos zum Thema:

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang