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Toshiba A660 im Test: "Gutes" Hochglanz-Déjà-vu

Der Anblick des neuen Toshiba Satellite A660 mit 16-Zoll-Bildschirm war uns seltsam vertraut, die Ausstattung ist aber auf dem neusten Stand und kann sich sehen lassen. Als Besonderheit erlaubt der Laptop einem MP3-Player den Zugriff auf seine Lautsprecher - im ausgeschalteten Zustand.

Der Anblick des neuen Toshiba Satellite A660 mit 16-Zoll-Bildschirm war uns seltsam vertraut, die Ausstattung ist aber auf dem neusten Stand und kann sich sehen lassen. Als Besonderheit erlaubt der Laptop einem MP3-Player den Zugriff auf seine Lautsprecher - im ausgeschalteten Zustand.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Ende April kündigte Toshiba die Satellite A660-Serie für das zweite Quartal an – schwarz, glänzend und auf Multimedia-Nutzer zugeschnitten. Neben ausreichend starker Hardware, gibt es daher auch Serienmodelle mit Blu-ray-Laufwerk und TV-Tuner sowie kleinen Helferlein. Für das kabellos vernetzte Zuhause bringt das A660 als erster Toshiba Laptop die Intel Wireless Display Technologie mit, die das Notebook und einen passenden Fernseher verbindet. Noch ist es nicht soweit, wir haben aber vorsorglich schon eines der beiden günstigsten Geräte der Serie getestet, um dem A660 allgemein auf den Zahn zu fühlen: das A660-151.

Toshiba Satellite A660-151 im Test

  1. Vertrautes Design und viel Glanz
  2. Technische Daten, Prozessor- und Grafikleistung
  3. Besondere Features, Stromverbrauch, Akkulaufzeit und Fazit

"Kennen wir uns nicht irgendwo her?"

Zur Ankündigung erwähnte Toshiba die schlanke Figur des 16-Zöllers, die genauen Maße des etwa 2,6 Kilogramm leichten Notebooks liegen bei 380,5x254x28 bis 35,6 Millimetern. Der multimediamäßige Hochglanz hat kein Fleckchen ausgelassen und verteilt sich sowohl auf die Außenseite des Gehäuses als auch auf die Innenausstattung und das Display. Schutz vor Fingerabdrücken bietet lediglich die Texturierung innen und außen, als Abschluss dient ein gebürsteter Metall-Look. Auch die schwarze Tastatur, die sich in der neuesten Mode - einzelne Tasten mit größerem Zwischenraum – gekleidet hat, konnte das Bohnerprogramm nicht aufhalten. Bei Asus und einigen anderen Herstellern heißt es "Chiclet", Toshiba nennt es "Kacheltastatur", die Wirkung ist identisch. Die flachen Tasten sehen irgendwie hübscher und moderner aus. In diesem Fall sind sie zwar leicht mattiert, aber insgesamt doch sehr glatt, was wir schon beim Satellite U500 (Test) und beim 18,4-Zöller Toshiba Satellite P500 (Test), dem ersten Blu-ray-Notebook des japanischen Konzerns und ehemaligen Verfechter der HD DVD, bemerkten. Schlecht tippt es sich nicht, trotzdem ist ein bisschen mehr Grip nie eine schlechte Idee.

Und überhaupt scheint das A660, hier als A660-151 für 849 Euro UVP beziehungsweise rund 700 Euro im Handel, eine optische Reinkarnation des P500 zu sein – nur kleiner. Oder aber eine Kopie des A500, nur weniger glatt. Der leuchtende Balken über dem Touchpad, das angestrahlte Satellite-Logo in der unteren Ecke links und die unter ovalen Gittern zu erkennenden Harman Kardon Lautsprecher (wie immer mit sehr gutem Klang) rufen jedenfalls ein echtes Déjà-vu hervor. Im Gegensatz zur Muse P500 hat das A660 aber keine besondere Steuerkonsole zum Start von Videos oder Musik erhalten, sondern integriert über der Tastatur eine Leiste mit sechs Sensortasten, um die Wiedergabe zu pausieren oder vorzuspulen. Sie ist ebenso wenig ein neues Kollektionsstück, sondern ziert zum Beispiel das U500 Subnotebook. Ein Nachtrag zum Touchpad: Es ist multigestenfähig und lässt sich mit der angerauten Oberfläche sehr gut nutzen.

In der Hardware-Abteilung arbeiten aber völlig neue Einzelbausteine wie ein Intel Core i3-330M Prozessor mit 2,13 Gigahertz, dessen gute Leistung wir zuvor schon beim Sony Vaio EA (Test) begutachten konnten. Als Puffer für parallele Anwendungen sind vier Gigabyte (GB) DDR3-Arbeitsspeicher eingesetzt, ein Upgrade ist auf bis zu acht GB möglich. Damit keine Ressourcen verschenkt werden, hat Toshiba Windows 7 Home Premium in der 64-bit-Edition vorinstalliert. Die 320-GB-Festplatte verfügt über einen Bewegungssensor, der bei Erschütterungen den Schreib-/Lesekopf parkt.

Toshiba Satellite A660-151 im Test

  1. Vertrautes Design und viel Glanz
  2. Technische Daten, Prozessor- und Grafikleistung
  3. Besondere Features, Akkulaufzeit und Fazit

Gute Grafikleistung

Der letzte Mitarbeiter in der Runde ist eine Nvidia GeForce GT 330M Grafikkarte mit einem GB eigenem Speicher, die der Grafikprozessorhersteller in der Leistungsklasse der 300M-Reihe anordnet. DirectX-11-Unterstützung ist in dieser Gruppe zum Beispiel nicht zu finden, die Leistung kann sich aber dennoch sehen lassen. Im Benchmark-Test mit Devil May Cry ließen sich Antialiasing und Vsync einschalten sowie die Details und Schattenqualität hoch einstellen und trotzdem huschten ruckelfreie Kampfszenen mit im Schnitt 40 Frames pro Sekunde über den von LEDs beleuchteten Bildschirm. Genaue Prozessor-, Grafik- und Festplatten-Benchmarks gibt es in der Tabelle auf Seite 3.

Das Display mit 1.366x768 Pixeln im 16:9-Format sorgt bei der Videowiedergabe definitiv für Freude und scharfe und knackige Bilder. Hierzu trägt auch die glänzende Oberfläche bei, die aber natürlich gerade bei sonnigem Wetter auch ihre schlechten Eigenschaften zeigt: Spiegelungen. Oberhalb wurde zudem eine Webcam mit Mikrofon eingebaut, die für Videochats, aber auch zum schnellen Log-In per Gesichtserkennung genutzt werden kann.

Für eine bessere Optik von Videos in Standardauflösung sorgt wieder Resolution+, was wir bereits beim Satellite P500-12E ausprobieren konnten: diese Software holt tatsächlich mehr aus Standardvideos heraus. Ein komplett neues Feature ist die Schlaf- und Musikfunktion, die die Schlaf- und Ladefunktion ergänzt. Jene ermöglicht das Aufladen von MP3-Playern über den USB-Port am Notebook, auch dann, wenn es ausgeschaltet ist. Mit dem A660 kommt nun ein Zugriff auf die Lautsprecher hinzu. Wer ein Abspielgerät an den Line-In-Eingang anschließt, kann den Sound über die Lautsprecher des A660-151 ausgeben, egal, ob der Laptop an oder aus ist. Die Stromzufuhr übernimmt entweder der Akku oder das Netzteil. Diese Funktion wird sicher kein Kaufargument sein, ist aber ein Nice-to-have. Ein passendes Kabel muss sich der Nutzer übrigens selbst besorgen.

Toshiba Satellite A660-151 im Test

  1. Vertrautes Design und viel Glanz
  2. Technische Daten, Prozessor- und Grafikleistung
  3. Besondere Features, Akkulaufzeit und Fazit

Hinzu kommt noch die Unterstützung von DLNA-zertifizierten Endgeräten, um per Browser-Plug-In YouTube-Inhalte drahtlos auf einen passenden Fernseher streamen zu können. An Schnittstellen erwähnt Toshiba drei USB-Ports, einen eSATA/USB-Anschluss, HDMI, einen Speicherkartenleser, WLAN 802.11b/g/n, LAN und Bluetooth.

Fazit: Altes Design mit neuer Füllung

Das Satellite A660-151 ist schon ein schickes Teil, wenn man einen Faible für schwarze Hochglanz-Optik hat. Bezüglich des Designs hat sich Toshiba aber zu stark an seinen übrigen Serien orientiert und einige Elemente 1:1 von den Verwandten abgeschaut. Die Leistung stimmt jedenfalls, ob rechenintensivere Anwendungen oder ein Computerspiel, das A660-151 kann mithalten. Wer die Leistung bis zum Anschlag ausreizt, darf sich nach einigen Minuten aber auf eine kleine Windmaschine gefasst machen. Dann springt der Lüfter an und ist sehr deutlich zu hören. Das gleiche war in unserem Test auch bei der DVD-Wiedergabe zu spüren, wozu aber auch die sehr sommerliche Umgebungstemperatur einen großen Teil beigetragen haben dürfte.

Die Akkulaufzeit fällt bezogen auf die Komponenten und das große Display passabel aus und bewegt sich auf dem Niveau des Toshiba Satellite U500-121, das aber kleiner ist und nur eine Onboardgrafik bietet. Kein massiver Kritikpunkt, aber dennoch für einige Nutzer sicherlich störend, ist Toshibas Faible für das Vorinstallieren bestimmter Anwendungen. Zu den Links zu eBay, Skype und einem Spiele-Anbieter auf dem Desktop, die sich auch noch einmal in der Toshiba Software breit machen, gesellt sich zum Beispiel noch die Bing Toolbar, sobald der Browser zum ersten Mal gestartet wird. Immerhin lässt sich diese auf Wunsch sofort wieder deinstallieren.

Wer sich nicht an einem komplett glatten Gehäuse stört, könnte auch zum Satellite A500 greifen, das als A500-1GL mit nahezu identischer Bestückung für knapp 50 Euro weniger (sowohl auf die Straßenpreise als auch die UVP bezogen) zu haben ist. Dieses Modell bringt zwar einen SPDIF-Ausgang mit, lässt aber die Schlaf- und Musikfunktion, Resolution+ und den DLNA-Support vermissen. Ob man dies benötigt oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die späteren A660-Modelle mit Intel Wireless Display könnten sich dann für Nutzer mit entsprechendem Fernseher lohnen.

Weitere Testberichte, Netbooks im Vergleich, einen Ratgeber zur Frage Notebook oder Netbook und weitere Tipps sowie Hinweise zum Notebook-Kauf liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Satellite A660-151
Hersteller: Toshiba
Internet: de.computers.toshiba-europe.com
Preis: UVP: 849 Euro
Technische Daten
Chipsatz/Prozessor: Intel HM 55 und Intel Core i3-330M mit 2,13 GHz
Grafikkarte: Nvidia GeForce GT 330M mit CUDA und 1 GB VRAM
Bildschirm: 16 Zoll (1.366x768 Pixel), LED-Hintergrundbeleuchtung, glänzend
Batterie: Lithium-Ionen-Akku: Laufzeit: 87 Minuten unter Vollast / 175 Minuten Lesetest (WLAN und Bluetooth aus) / 155 Minuten DVD-Betrieb (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 4 GB DDR3 mit 1.066 Mhz (2x2), max. 8 GB
Festplatte: 320 GB mit 5.400 U/Min
Laufwerk: DVD Super Multi Laufwerk (Double Layer)
Soundkarte: Onboard: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN 802.11 b/g/n
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 380,5 x 254,0 x 28,0 - 35,6 Millimeter; ab 2,62 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, D-Sub (VGA), 3x USB, 1x USB/eSATA, Kartenleser (SD/SDHC, MMC, MS/MS Pro, xD), Mikrofon, Kopfhörer, ExpressCard 34 mm
Sonstiges: 1,3-Megapixel-Webcam
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 6,2 / RAM: 5,9 / 2D: 6,4 / 3D: 6,4 / HDD: 5,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 19 Sek.
CPU-Benchmark von PC Wizard: 105.552
CPU-Benchmark Cinebench: 6.628

Grafikkarte:
Grafik-Benchmark FurMark: 1.528
Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry: bei 1.366x768 Pixeln, Details low: 91 fps; Details hoch, Vsync ein und 4x MSAA: 40 fps
OpenGL-Benchmark Cinebench: 2.827
HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 80/86 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 153/159 MB/s; zufälliges Lesen: 39 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,6 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus: ca. 14,5 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus: ca. 28 Watt
Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 46 Watt
Garantie: zwei Jahre Bring-In
Pro & Contra
Textur für weniger Fingerabdrücke
starke Hardware
16:9-Format
Multitouch-Pad und Nummernblock
Schlaf- und Musikfunktion
gute Lautsprecher
kein SPDIF
glatte Tastatur
Display spiegelt
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): gut
Ausstattung (20%): gut
Display (20%): gut
Ergonomie (15%): gut
Akkulaufzeit (15%): befriedigend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,2)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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