Testbericht

TomTom GO 5000 im Test: Ein Navi-Flaggschiff, das rätseln lässt

Seit wenigen Wochen sind die neuen Navigations-Flaggschiffe GO 5000 und GO 6000 des niederländischen Navigationsspezialisten TomTom im deutschen Handel erhältlich. Beide Modelle bilden die Spitze der in diesem Jahr komplett überarbeiteten GO-Serie. Wir haben uns das GO 5000 in die Redaktion geholt und ausgiebig getestet.

TomTom GO 5000© TomTom International BV.

Seit wenigen Wochen sind die neuen Navigations-Flaggschiffe GO 5000 und GO 6000 des niederländischen Navigationsspezialisten TomTom im deutschen Handel erhältlich. Beide Modelle bilden die Spitze der in diesem Jahr komplett überarbeiteten GO-Serie und sollen dem angeschlagenen Hersteller im hochpreisigen PND-Segment wieder Auftrieb verschaffen. TomTom setzt dafür auf Rundum-Vollversorgung: So bieten beide Geräte während ihrer offiziellen "Lebensdauer" - dem Zeitraum, in dem TomTom Softwareaktualisierungen, Dienste, Inhalte oder Zubehör bereitstellt - sowohl eine integrierte kostenlose Mobilfunkanbindung für Verkehrsmeldungen als auch regelmäßige Kartenaktualisierungen. Eine neu gestaltete Benutzeroberfläche soll die Bedienung zudem deutlich vereinfachen und die Funktionalität auf das Wesentliche reduzieren. Ob das Gesamtpaket gelungen ist, haben wir anhand des GO 5000 mit 5-Zoll-Display ausprobiert.

Hohes Gewicht, wertige Optik

Der erste Eindruck nach dem Auspacken ist zunächst überwiegend positiv. Bereits durch seinen Metallkorpus strahlt das nicht gerade schlanke Gerät eine hohe Wertigkeit aus. Mit stattlichen 229 Gramm gehört das GO 5000 dabei jedoch zu den Schwergewichten seiner Klasse – ein vergleichbares Garmin 3597LMT bringt lediglich 192 Gramm auf die Waage. Die Anzeige kommt in Form eines nahtlos eingelassenen Glas-Displays, welches auch Multi-Touch-Eingaben unterstützt. Leider verzichtet TomTom auf eine Entspiegelung, was etwa bei starker Sonneneinstrahlung zu Problemen beim Ablesen führt. Gut sichtbar sind hingegen die unvermeidlichen Fingerabdrücke. Wird das Gerät gewendet, fällt der zentral angeordnete Lautsprecher ins Auge. Dieser ist auch für höhere Umgebungslautstärken ausreichend dimensioniert. Rechts oberhalb des Bildschirms wurde ein schmaler Ein-Aus-Schalter platziert.

TomTom GO 5000 LieferumfangLieferumfang des TomTom GO 5000: Scheibenhalterung, USB-Kabel, Stromadapter und Kurzanleitung (nicht im Bild).© onlinekosten.de

Sowohl den Micro-SD-Einschub für Speicherkarten mit bis zu 32 Gigabyte (GB) als auch die Micro-USB-Buchse hat TomTom zusammen mit der Kontaktschnittstelle für das Dock der aktiven Windschutzscheibenhalterung auf die Unterseite versetzt. Ohne Ergebnis verläuft die Suche nach einem Reset-Schalter. Problematisch wird dies vor allem dann, wenn das über die Software initiierte Zurücksetzen via Soft-Reset nicht mehr möglich ist – etwa, weil das Gerät nicht mehr reagiert. Da auch der Akku fest verbaut wurde, bleibt in einem solchen Fall nur eine Möglichkeit: abwarten, bis die restliche Energie aufgebraucht ist. Im Einzelfall kann das also bedeuten, mehrere Stunden ohne funktionierende Navigation unterwegs zu sein. Fairerweise muss gesagt werden, dass wir während unseres Tests von einem solchen Totalabsturz verschont geblieben sind. Lediglich einmal meldete sich das GO 5000 mit kryptischen Schriftfolgen auf schwarzem Grund und ließ sich auch nicht ausschalten. Nach dem Andocken an die nächste Steckdose vollführte das Gerät jedoch selbstständig einen Neustart und funktionierte im Anschluss einwandfrei.

TomTom GO 5000 RückseiteAuf der Rückseite des GO 5000 ist der Lautsprecher zu finden, die Unterseite beherbergt die Schnittstellen.© onlinekosten.de

Nur ein Kabel für Daten und Strom

Die mitgelieferte Halterung wird wie üblich per Saugnapf angeheftet und lässt sich über ein Drehrad nahezu bombenfest an Scheibe oder gegebenenfalls Armaturenbrett arretieren. Der Betrachtungswinkel kann über ein Kugelgelenk variiert werden. Leider ist dieses sehr schwergängig geraten, sodass einiger Kraftaufwand benötigt wird. Die Stromversorgung erfolgt über ein mitgeliefertes USB-Kabel, das in einem beigelegten Adapter für den Zigarettenanzünder endet. Einmal verbunden können die Komponenten so dauerhaft im Fahrzeug verbleiben, während das Gerät relativ mühelos mit einem Handgriff eingesetzt und herausgenommen werden kann. Für ausreichenden Halt während der Fahrt sorgen integrierte Magnete. Sobald die Zündung eingeschaltet wird, startet auch das GO 5000; am Ziel wechselt das Navi nach dem Unterbrechen der Energiezufuhr nach zehn Sekunden automatisch in den Ruhemodus. Kleiner Wermutstropfen: Leider hat TomTom das zur Stromversorgung genutzte USB-Kabel auch gleichzeitig für die Übertragung von Updates und Karten am Computer vorgesehen. Wer kein zweites Exemplar zur Hand hat, muss dieses also gelegentlich mit in die Wohnung nehmen. Während das Abziehen noch unproblematisch ist, kann das spätere erneute Befestigen schnell zur akrobatischen Fingerübung ausarten. So befindet sich der Micro-USB-Port der Scheibenhalterung auf deren Rückseite und ist ohne Sichtkontakt nur schwer auf Anhieb zu treffen.

TomTom GO 5000 HalterungDie Halterung lässt sich über ein Drehrad bombenfest arretieren. Das Kugelgelenk ist schwergängig.© onlinekosten.de

Die Nutzung eines separaten Micro-USB-Kabels für den Datentransfer ist daher auf Dauer durchaus zu empfehlen. Denn Updates gibt es nahezu täglich – vor allem durch das Feature MapShare, mit dem die TomTom-Community dazu beitragen soll, Kartenfehler aufzuspüren und zu beheben. Allerdings: Inwiefern dies in der Praxis zu genauerem Kartenmaterial führt, ist schwer einzuschätzen. Während unseres Tests im Großraum Köln waren jedenfalls auch in den TomTom-Karten seit Jahren durch Dauerbaustellen gesperrte Straßen nicht als solche gekennzeichnet und wurden folgerichtig fälschlicherweise in die Routenberechnung einbezogen. Einmal wollte uns das Gerät zudem in verkehrter Richtung in eine Einbahnstraße schicken. Zumindest in diesen Fällen hat das gemeinschaftsbasierte Korrekturverfahren also keine Vorteile gegenüber dem Ansatz der Konkurrenz erkennen lassen. Nutzer des GO 5000 haben dabei selbst übrigens noch keine Möglichkeit, derartige Unstimmigkeiten anzuzeigen. Eine Meldefunktion für MapShare fehlt in der uns vorliegenden Software-Version (13.020), soll – wie diverse andere Features übrigens auch - aber per Update nachgereicht werden.

Nicht nur an dieser Stelle wirkt das GO 5000 daher unfertig – auch sonst drängt sich hier und da der Eindruck vom berühmten Bananenprodukt auf, das erst beim Kunden reift. Eines der bereits äußerlich sichtbaren Anzeichen ist ein unscheinbarer Spalt rechts neben dem Display, dessen Sinn uns zunächst rätseln ließ.

Ein Mikrofon ohne Funktion

TomTom GO 5000 MikrofonMikrofon ohne Funktion.© onlinekosten.de

Der erste Gedanke, es könnte sich um ein Mikrofon handeln, erschien angesichts der (nicht) vorhandenen passenden Ausstattung wenig logisch. Schließlich verfügt das GO 5000 weder über Sprachsteuerung, noch Freisprecheinrichtung für Mobiltelefone. Die nur via Internet abrufbare Bedienungsanleitung brachte uns ebenfalls nicht weiter. Schließlich erklärte uns TomTom auf Nachfrage, es handele sich tatsächlich um ein Mikrofon, das aber noch nicht aktiviert sei. Soll heißen: Offenbar ist geplant, entsprechende Funktionen noch nachzurüsten. Dies wirft nicht unbedingt ein gutes Licht auf den niederländischen Hersteller, wirkt das Gerät doch so wie überhastet auf den Markt geworfen.

TomTom GO 5000 HauptmenüDas Hauptmenü besteht aus einer horizontal scrollbaren Leiste. Stets im Hintergrund: Karte oder laufende Navigation.© onlinekosten.de

Absolut gewollt ist laut TomTom hingegen die sichtlich auf Minimalismus getrimmte GO-Oberfläche mit im Hintergrund dauerhaft eingeblendeter Karte. Wer die umfangreichen Menüs gängiger Premium-Navis gewohnt ist, dürfte ob der wenigen Auswahlmöglichkeiten zumindest anfangs irritiert sein. Das Hauptmenü besteht lediglich aus einer Leiste mit wenigen Schnellzugriffen, die sich mit dem Finger von links nach rechts scrollen lässt. Zusätzlich finden sich noch Lautstärkeregulierung, ein Umschalter für den (sonst automatischen) Tag-Nacht-Modus, eine Stummschaltung für sämtliche Sprachanweisungen sowie ein Einstellungs- und Hilfemenü. Jede Reise beginnt dabei mit einem Klick auf den "Suchen"-Befehl – oder via Direktauswahl eines Punktes auf der digitalen Karte, bezeichnet als "Tab & Go".

TomTom GO 5000 NachtmodusDas GO 5000 im Nachtmodus - heftige Spiegelungen des Displays stets inklusive.© onlinekosten.de

Direkte Zielauswahl über die Karte kaum brauchbar

Letzteres ist allerdings nur selten wirklich brauchbar. Wer sich etwa in eine weiter entfernte Stadt lotsen lassen will, muss sich auf eine kleine Zoom- und Scroll-Orgie auf der virtuellen Karte einstellen – inklusive kleiner Ruckler beim Grafikaufbau. Bei unbekannten Adressen ist die kartenbasierte Zielsuche zudem völlig ungeeignet. In der Regel bleibt zum Weg über die reguläre Tastatureingabe daher keine Alternative. Die klassische Variante funktioniert dafür äußerst reibungslos - es sei denn, man möchte GPS-Koordinaten verwenden. Diese werden - anders als noch bei diversen Vorgängermodellen - nicht unterstützt. Davon abgesehen beginnt das GO 5000 bereits beim Antippen der ersten Buchstaben mit der Suche nach passenden Adressen und auch Points of Interest (POIs). Auch Postleitzahlen können verwendet werden. Die Eingabe ist dabei nicht an ein vorgegebenes Schema gebunden – Straßenamen, Orte oder Zahlen lassen sich in beliebiger Reihenfolge eintragen. Bereits angefahrene Orte sind außerdem im Zentralmenü über den Punkt "Meine Orte" zugänglich. Dort lässt sich ebenfalls ein "Heimatort" hinterlegen. Leider trat bei unserem Gerät im Laufe des Tests ein Bug auf: Nach dem Einspielen eines MapShare- und Blitzer-Updates war die Liste der bereits angefahrenen Ziele plötzlich gelöscht.

TomTom GO 5000 TastaturÜber die zentrale Zielsuche lassen sich sowohl Adressen als auch POIs ausfindig machen.© onlinekosten.de

Über die Suchabfrage ist es darüber hinaus möglich, POIs mittels gezielter Begriffe ausfindig zu machen. Wird beispielsweise das Wort "Baumarkt" eingegeben, zeigt das Gerät sowohl entsprechend benannte Straßen als auch Heimwerkermärkte in der Umgebung an. Gleiches gilt etwa bei Restaurants, Krankenhäusern oder Cafés. Allerdings wird dabei selten das gesamte Angebot aufgelistet. Mitunter hilft es, bei den Schlagworten etwas zu variieren und etwa "OBI" oder "Bauhaus" einzugeben. Eine manuelle Suche via Google und Co. ist trotz vorhandener Mobilfunkverbindung übrigens nicht möglich, da eine solche Option im Menü schlichtweg fehlt. Leider wird so wieder auf ein hilfreiches Feature verzichtet, das bei diversen Vorgängermodellen noch zur Basisausstattung gehörte. Auch in Zeiten allgegenwärtiger Smartphones ist das nicht nachvollziehbar.

TomTom GO 5000 Aktuelle Route© onlinekosten.de

Die vom Gerät selbst gefundenen Zielvorschläge können derweil in zwei Schritten für die Routenberechnung ausgewählt werden. Dabei wird generell zunächst die Routenart berechnet, die in den Geräteeinstellungen als Standard definiert wurde. Soll dennoch eine Alternativroute in Erwägung gezogen werden, lässt sich im Umweg über das Hauptmenü und den Punkt "Aktuelle Route" eine Neuberechnung initiieren. Grundsätzlich zur Auswahl stehen "schnellste", "kürzeste" und "umweltfreundlichste" Strecke, die Option "Autobahn vermeiden" sowie Fußgänger- und Fahrradmodus. Letztere sind bei einer gemessenen maximalen Akkulaufzeit von rund zwei Stunden allerdings nur bedingt nutzbar. Auch sprechen Gewicht, Geräteform und vor allem fehlender Wetterschutz nicht unbedingt für Einsätze außerhalb eines geschlossenen Cockpits. Während der Fußgängermodus dennoch hin und wieder nützlich sein kann, ist das GO 5000 für die Fahrradnavigation schlichtweg nicht gemacht. Warum es die Option dennoch gibt, blieb uns daher schleierhaft.

Die Routenplanungsfunktion ließ solche Fragen zwar nicht aufkommen, enttäuscht aber durch ihre mangelnde Flexibilität. So entscheidet das Navi stets selbst über den Streckenverlauf zwischen angegebenen Zielen. Manuell beeinflussen lässt sich diese anhand der vorausgewählten Routenart berechnete Reihenfolge leider nicht, was den Nutzwert des Features stark einschränkt. Bleibt zu hoffen, dass TomTom an dieser Stelle noch nachbessert. Die Berechnung einer Fahrstrecke erfolgte im Test in der Regel sekundenschnell, lediglich weit entfernte Reiseziele beschäftigten das GO 5000 spürbar länger. GPS-Signal und die mobilfunkgestützten TomTom-Verkehrsdienste wurden in unseren Versuchen ebenfalls meist innerhalb weniger Augenblicke gefunden.

Navigationsbildschirm mit "Routenleiste"

Der während der Fahrt sichtbare Navigationsbildschirm bietet leider keine Möglichkeit zur individuellen Anpassung, ist aber durchaus sinnvoll aufgeteilt. Am oberen Rand werden neben Abbiegepfeilen die restliche Strecke bis zur nächsten Abzweigung und der Name der entsprechenden Straße angezeigt. Der untere Rand zeigt zulässige sowie tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit (bei Überschreitung warnt ein Signalton) und die aktuell befahrene Straße. Auf der linken Seite sind ein Link ins Menü sowie Zoom-Regler und Anzeiger für die Himmelsrichtung zu finden. Am rechten Rand fällt schließlich die sogenannte "Routenleiste" ins Auge. Diese Vertikal-Anzeige ist als mitlaufende Vorschau auf die unmittelbar vorausliegende Strecke gedacht. Sie zeigt neben den jeweils zwei nächsten Tankstellen auch Verkehrsstörungen wie Baustellen und Radarkameras. Zudem sind Ankunftszeit, verbleibende Fahrtzeit und vorausliegende Streckenlänge verzeichnet. Tankstellen und Parkplätze lassen sich zudem jederzeit über die zentrale Menüansicht mit den entsprechenden Verknüpfungen suchen - wahlweise etwa in der Nähe des aktuellen Standorts, entlang der Route oder am Ziel.

TomTom GO 5000 RoutenleisteTankstellen, Blitzer oder Baustellen auf der Strecke sind in der "Routenleiste" verzeichnet.© onlinekosten.de

Nähert man sich einem in der Datenbank eingetragenen Blitzer, ertönt ein Warnsignal. Aktuelle Daten gibt es allerdings nicht gratis: Nach drei Monaten kostet das zugehörige Abo ab 30 Euro jährlich. Wer einen neuen Blitzer entdeckt, kann dessen Standort über die zentrale Menüleiste und den Punkt "Radarkamera melden" an TomTom übermitteln. Angesichts der damit verbundenen Ablenkung für den Fahrer stellt sich hier aber die Frage nach der praktischen Verwendbarkeit. Ein möglicher Ausweg wäre eine Sprachsteuerung, die das Gerät allerdings aktuell nicht bietet. Werden Verzögerungen auf der aktuellen Strecke gefunden, informiert eine Anzeige in der Routenleiste über die voraussichtliche Verlängerung der Fahrtzeit. Bei neu gemeldeten Staus berechnet das Gerät - soweit möglich - eine schnellere Umleitungsroute; auf Wunsch kann der Nutzer dabei selbst entscheiden, ob diese verwendet werden soll. Ärgerlich: Bei spontanen Streckensperrungen bietet das GO-Menü keine Möglichkeit, eine direkte Umfahrung zu erzwingen. Der Nutzer muss daher schlimmstenfalls solange auf eigene Faust umherirren, bis das GO 5000 von selbst eine neue Route berechnet und nicht bloß zur Umkehr auf die gesperrte Straße auffordert.

TTS-Sprachausgabe und 3D-Darstellung von Gebäuden

Die navigationsbegleitende Sprachausgabe erfolgt in der Standardeinstellung inklusive der Ansage von Straßennamen (Text to Speech). Allerdings steht dabei nur eine einzige männliche Stimme zur Auswahl, die ihre Anweisungen teilweise leider recht unnatürlich und abgehackt ausgibt. Zwar bietet TomTom auch weibliche Sprachbegleitung, dann jedoch ohne TTS-Funktion. Angenehm hingegen ist, dass Audiokommandos insgesamt recht unaufdringlich und zielführend ausgegeben werden. Weder stellt sich das Gefühl ein, ständig mit eigentlich überflüssigen Ansagen konfrontiert zu werden, noch sieht man sich gezwungen, immer wieder auf das Display zu schauen – etwa aus Sorge, eine wichtige Abzweigung zu verpassen. Hier wurde das richtige Maß gefunden.

TomTom GO 5000 FahrspurassistentDie richtige Spur zeigen einfache Pfeile am oberen Displayrand. Nur an wichtigen Knotenpunkten erscheint eine Grafik mit visualisierten Markierungen.© onlinekosten.de

Gemischte Gefühle hinterließ im Test der Fahrspurassistent. Zwar wechselt die Anzeige an wichtigen Abbiegepunkten und einigen Autobahnkreuzen vollflächig in ein grafisches Standbild mit entsprechenden Pfeilmarkierungen, in den meisten Fällen wird die korrekte Spur aber einfach am oberen Bildrand mit kleinen Pfeilen angedeutet. Gerade in hektischen Situationen ist das nicht immer ideal. Gelungen ist hingegen die 3D-Darstellung straßenangrenzender Gebäude in größeren Städten. Im Gegensatz zu anderen Navigationssystemen der Oberklasse werden dabei nicht nur besondere Bauten möglichst detailgetreu nachgeahmt, sondern sämtliche relevanten Häuser zur besseren Orientierung plastisch angedeutet. Dies geschieht erfreulich zügig und ohne Ruckeln.

TomTom GO 5000 3D-GebäudenInnerhalb größerer Städte säumen 3D-Darstellungen straßennaher Gebäude den Weg.© onlinekosten.de

Ebenfalls ein Highlight ist die grafische Echtzeit-Darstellung von Verkehrsproblemen auf der Übersichtskarte. Analog zu Kartendiensten wie etwa Google Maps symbolisieren dabei gelb über orange bis rot gefärbte Straßen zähflüssigen beziehungsweise stehenden Verkehr. Anders als bei TMC-basierten Störungsdiensten werden nicht nur Autobahnen, sondern beispielsweise auch Innenstädte oder Landstraßen einbezogen. TomTom spricht von einer Abdeckung von nahezu 100 Prozent aller Straßen. Zudem zeigt das GO 5000 beim Antippen der pulsierenden Linien auf der Karte die Ursache der Probleme sowie eine durchschnittliche Verzögerungszeit beim Durchqueren.

TomTom GO 5000 StauübersichtDie aktuelle Verkehrslage lässt sich auf der Übersichtskarte anzeigen.© onlinekosten.de

Entlang einer berechneten Route werden darüber hinaus Baustellen mit eigenen Symbolen dargestellt. Eine kleine Einschränkung gibt es jedoch: Zwar ist die Nutzung von "TomTom Traffic" dank kostenfreiem Roaming auch im Ausland möglich, jedoch ist der Dienst aktuell nur in 25 EU-Ländern verfügbar. Abseits dessen fehlen Verkehrsinformationen völlig, denn TMC wird durch das GO 5000 nicht unterstützt.

Fazit: Ein rätselhaftes Gerät

Am Ende gibt uns TomTom mit seinem neuen Premium-Modell viele Rätsel auf. Eigentlich bringt das GO 5000 alle Voraussetzungen mit, um richtig am Markt einzuschlagen: im Kaufpreis inbegriffene Live-Dienste und Kartenaktualisierungen, eine angenehme Display-Größe, ein aufgeräumtes Menü, die durchaus innovative "Routenleiste" und praktische 3D-Karten. Leider bleiben die Niederländer dann aber auf halbem Wege stehen. Die Software läuft zwar stabil, lässt aber einige Features vermissen, die in der Oberklasse zum Standard gehören oder sich einfach bewährt haben. Einiges will TomTom zwar noch nachreichen, verstärkt damit gleichzeitig aber den Eindruck, überhastet ein halbfertiges Gerät auf den Markt gebracht zu haben.

Deutlichstes Indiz dafür aus unserer Sicht: das auf der Frontseite verbaute Mikrofon, dessen Nutzung aktuell nicht möglich ist, da weder Sprachsteuerung noch Freisprechfunktion zur Verfügung stehen. Ob diese Features jemals nachgeliefert werden, ist bestenfalls Spekulation. Bleibt die Suche nach der Ursache für die etwas merkwürdige Modellpolitik - und diese könnte in der Krise TomToms zu finden sein. Fast wirkt es so, als reiche die Zeit einfach nicht mehr, um ein Produkt in Ruhe fertig zu entwickeln. Was auch immer der Grund ist: Im Fall des GO 5000 ist das durchaus tragisch. Denn das eigentlich gute Gerät dürfte so absehbar bei vielen Early Adoptern durchfallen - die schlechten bis mäßigen Bewertungen bei Amazon und Co. sprechen bereits Bände. Gemessen an einem Kaufpreis von nicht unerheblichen 300 Euro sind die Erwartungen einfach hoch. Und TomTom ist mit dem GO 5000 derzeit offensichtlich leider nicht in der Lage, diese zu erfüllen.

Name: TomTom GO 5000
Hersteller: TomTom
URL www.tomtom.de
Preis (UVP): 299,95 Euro
Abmessungen: 14,5 x 9 x 2 cm
Gewicht: 229 Gramm
Display (Diagonale): 5 Zoll (13 cm), kapazitiver Multi-Touchscreen
Prozessor: k. A.
RAM: 496 MB
Speicher: 8 GB interner Flash-Speicher
Speicher erweiterbar: microSD-Karte (bis 32 GB)
Betriebssystem: k. A.
Firmware-Version (Testzeitraum): 13.020
Kartenmaterial: Europa (45 Länder)
Karten-Updates: inklusive (quartalsweise; über die gesamte "Lebensdauer" des Gerätes)
Verkehrsdienst: "TomTom Traffic" (Live-Daten via Mobilfunknetz; während der gesamten "Lebensdauer" des Gerätes inklusive)
Live-Funktionen (mobiles Internet): ja
Ansage von Straßennamen (Text-to-Speech): ja
Radarwarner: ja (3 Monate gratis, dann gegen Aufpreis)
Tag-Nacht-Modus: ja (automatisch)
Routenprofile: PKW, Fahrrad, Fußgänger
Routenoptionen: "Schnellste Route", "Kürzeste Route", "Umweltfreundlichste Route", "Autobahnen vermeiden", "Fußgänger-Route", "Fahrrad-Route"
Fahrspurassistent: ja
Routenplanung: ja
Points of Interest (POI): ja
Sprachsteuerung: nein
Freisprechen: nein
Media-Player (Audio/Foto/Video): nein
Lieferumfang: Magnet-Halterung mit Saugnapf, USB-Kabel (auch zum Laden im Auto), USB-Lade-Adapter für Zigarettenanzünder, Kurzanleitung
Anschlüsse/Konnektivität: Mini-USB
Akkutyp: Lithium-Ionen
Akkulaufzeit (laut Hersteller): bis 2 Stunden
Weitere Extras: 3D-Gebäudedarstellung in Städten, Live-Anzeige von Verkehrsstörungen auf der Karte
Unser Testfazit zum TomTom GO 5000
Pro Contra
  • Verarbeitung
  • großes, helles Multi-Touch-Display
  • Aktuelle Karten & Live-Dienste inklusive
  • magnetische Aktivhalterung
  • zügiger GPS-Fix
  • 3D-Gebäudedarstellung in Städten
  • Display nicht entspiegelt
  • fehlende Standard-Features
  • hohes Gewicht
  • schwache Akkulaufzeit
  • wenig flexibler Routenplaner
  • nur ein USB-Kabel für Daten- und Energietransfer
Bewertung
  • Navigation [30%]:2,0 (2,0 / 2,0)
  • Ausstattung [20%]:3,5 (4,0 / 3,0)
  • Bedienung [20%]:2,5 (3,0 / 2,0)
  • Display [20%]:1,5 (2,0 / 1,0)
  • Akkulaufzeit [10%]:4,0 (4,0 / 4,0)
Gesamtnote der Redaktion: Preis-Leistung:
2,5befriedigend befriedigend

(Christian Wolf)

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