Testbericht

Test: Wirecard - Online zahlen per Prepaid-Kreditkarte

Kostenkontrolle: Mit dem Prepaid-Zahlungssystem Wirecard erhalten Kunden nicht nur ein Online-Bankkonto, sondern auch eine virtuelle Kreditkarte. Mit dieser kann an jeder MasterCard-Akzeptanzstelle gezahlt werden.

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Obwohl Online-Shopping in Deutschland boomt, fühlt sich nur jeder zweite Verbraucher beim Bezahlen im Internet generell sicher. Zu den Gründen zählen die Angst vor Datenmissbrauch oder auch Unklarheiten über die Haftung im Schadensfall. Die Wirecard Bank AG verspricht mit ihrem gleichnamigen Bezahldienst Wirecard ein sicheres und komfortables Zahlungsmittel. Die Redaktion von onlinekosten.de hat das Prepaid-System getestet.

Überall, wo es MasterCard gibt

Wirecard vereint dabei ein Online-Konto mit einer virtuellen Kreditkarte von MasterCard. Online und im Versandhandel kann die Karte überall dort eingesetzt werden, wo die MasterCard akzeptiert wird – national und international. Das besondere daran: Wirecard ist ein Prepaid-System und ermöglicht so die volle Kostenkontrolle. Wer auch offline in Geschäften bezahlen möchte, kann optional eine MasterCard-Plastikkarte bestellen. Die Karte kostet jährlich 24,90 Euro, hinzu kommen fünf Euro Versand. Das Online-Konto und die virtuelle Kreditkarte sind kostenfrei.

Erst einzahlen, dann ausgeben

Wer Wirecard nutzen möchte, muss volljährig sein und sich auf der Website registrieren. Dies funktioniert schnell und einfach: Abgefragt werden Name, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse und die Mobilfunknummer, an die der Anbieter einen Freischalt-Code versendet. Jetzt muss der Kunde nur noch einen Geldbetrag von mindestens zehn Euro einzahlen und erhält anschließend sofort seine MasterCard in virtueller Form. Diese besteht aus einer Kartennummer, einem Gültigkeitsdatum und der Kartenprüfnummer. Der Unterschied zur herkömmlichen Kreditkarte: Der Kunde kann nur so viel Geld ausgeben, wie sich gerade auf dem Konto befindet. Dies stellt einen klaren Sicherheitsvorteil dar, da sich der Schaden im Falle eines Kreditkartenmissbrauchs ebenfalls auf diesen Betrag beschränken würde.

Gezahlt wird genau wie mit einer Plastik-Kreditkarte: Kartennummer, Gültigkeitsdatum und die Kartenprüfnummer eingeben, absenden, fertig. Getätigte Zahlungen sowie der aktuelle Kontostand lassen sich jederzeit online einsehen. Für Fragen steht an dieser Stelle eine umfangreiche Sammlung von FAQs bereit. Die Payment-Methode wird von der Wirecard Bank AG mit Hauptsitz in Berlin herausgegeben. Diese wiederum ist ein Tochterunternehmen der Wirecard AG, einem internationalen Anbieter für elektronische Zahlungssysteme und Risikomanagement. Das Unternehmen unterliegt den Auflagen der BaFin sowie den Regularien von MasterCard und ist Mitglied im Einlagensicherungsfonds Deutscher Banken. Dadurch werden die Einlagen mit bis zu 1,5 Millionen Euro pro Konto abgesichert.

Kostenstruktur

Das Bezahlen mit der Online-Kreditkarte ist für den Kunden komplett kostenlos. Für alle anderen Transaktionen werden Gebühren fällig. So kostet eine Geldeinzahlung per Überweisung zum Beispiel einen Euro. Kunden können sich auch untereinander in Echtzeit Geld senden. Für diesen Service werden 50 Cent fällig. An sich ist ein Überziehen der Prepaid-Kreditkarte nicht möglich. Wenn der Kunde jedoch die zusätzliche Plastikkarte bestellt, wird die Gebühr für die Karte vom Prepaid-Konto abgebucht. Sollte dann das Guthaben nicht ausreichen, wird das Konto überzogen. Für den Kunden kostet ein negativer Saldo zehn Euro, ebenso teuer ist das Zurückgeben einer Lastschrift.

Da bei der Anmeldung keine Überprüfung der Identität erfolgt, besteht zunächst ein Einzahlungslimit von 2500 Euro pro Jahr. Nach einer Prüfung der Ausweisdaten per PostIdent-Verfahren wird das Limit aufgehoben.


Fazit: Das Bezahlsystem Wirecard eignet sich auch für Nutzer, die bisher noch wenig Erfahrung mit Online-Zahlungssystemen gesammelt haben. Die Anmeldung ist ebenso einfach wie die Handhabung. Da der Kunde immer nur soviel ausgeben kann, wie er zuvor eingezahlt hat, entfällt außerdem der Schrecken der nächsten Kreditkartenabrechnung. Stattdessen kann der Kunde seine Kosten kontrollieren und hat im Schadensfall nur einen begrenzten Verlust zu befürchten. Ein weiterer Vorteil der Wirecard ist die hohe Akzeptanz. So stehen nicht nur vereinzelte Onlineshops, sondern 24 Millionen Händler weltweit zur Verfügung.

Zahlungssystem: Wirecard
Anbieter: Wirecard Bank AG
Internet: www.wirecard.de
Verfahren: Prepaid-System
Kostenstruktur
Bezahlen mit der MasterCard: kostenlos
Gebühr bei verschiedenen Währungen: 1,5 Prozent
Einzahlung per Überweisung: 1,00 Euro
Einzahlung per Kreditkarte: 3,0 Prozent, mindestens 1,00 Euro
Einzahlung per Lastschrift: 1,99 Prozent, mindestens 1,00 Euro
Geldtransfer an ein Wirecard-Konto: 0,50 Euro
Rückbuchungsgebühr: 1,0 Prozent, mindestens 10,00 Euro
Gebühr bei negativem Saldo: 10,00 Euro
Jahresgebühr der klassischen MasterCard: 24,90 Euro + 5,00 Euro Versand
Austausch der Karte: 10,00 Euro
Barauszahlung am Geldautomaten: 2,0 Prozent, mindestens 4,50 Euro
Pro & Contra
einfach zu bedienen
schnelle und komfortable Abwicklung
hoher Sicherheitsfaktor
sehr hohe Akzeptanz
Geld-Einzahlungen sind gebührenpflichtig
die Klassische Kreditkarte kostet jährlich 24,90 Euro


Weitere Online-Zahlungssysteme sowie ein Glossar mit Fachbegriffen aus dem Bereich Zahlungsverkehr im Internet finden Sie in unserer Übersicht.

(Saskia Brintrup)

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