Testbericht

Test: Videos ohne PC auf iPod & Co. kopieren

Der "Video Transfer" von Pinnacle kann Videos vom Fernseher, DVD-Player oder Camcorder auf Speichersticks, iPods, USB-Festplatten und PSPs packen – und zwar ganz einfach, ohne PC und Software. Auch alte VHS-Kassetten lassen sich so digitalisieren. Die Redaktion hat das kleine Gerät getestet.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Mit dem Video Transfer hat der Hersteller Pinnacle Systems seit kurzem ein brandneues Gerät zur Datenübertragung im Programm. Die kleine, schwarze Box kann nicht nur Videos vom DVD-Player oder Camcorder kopieren, sondern zum Beispiel auch die analoge Heimvideosammlung oder alte VHS-Kassetten ins digitale Format umwandeln und archivieren. Das beste daran: Man benötigt weder einen PC noch eine Software. So soll der Datentransfer auch für technische Laien problemlos möglich sein. Ist die Bedienung wirklich so einfach? Die Redaktion von onlinekosten.de hat den Video Transfer getestet.

Handlich und leicht

In der Verpackung stecken neben der Hardware noch drei RCA-Kabel für Audio und Video, ein SCART-Adapter zu RCA out und ein Netzteil für 110 bis 230 Volt. Neben einem ausführlichen Handbuch ist außerdem eine Kurzanleitung dabei. Der Video Transfer misst 12x6x2 Zentimeter und liegt sehr leicht in der Hand. Trotzdem ist er solide verarbeitet und macht einen stabilen Eindruck. Auf der einen Seite befinden sich Anschlüsse für S-Video, Composite Video und analoges Audio-Stereo, das gegenüberliegende Ende liefert die Schnittstelle für das Netzteil und einen USB-Port, über den die Daten schließlich ausgegeben werden. Bedient wird die Box über einen silberfarbenen Ring, der lediglich zwei Funktionen bietet: "Mode" und "Rec". Letzteres dient selbstverständlich zum Starten und Stoppen der Aufnahme, mit "Mode" lässt sich die Qualität verstellen.

Direkt auf die USB-Festplatte oder den iPod

Der Encoder kann Inhalte aus sämtlichen analogen Quellen aufzeichnen, sofern sie einen AV-Ausgang besitzen. Dazu zählen zum Beispiel DVD-Player, Videorekorder, Camcorder, Settop-Boxen und Spielkonsolen sowie einige Fernseher. So lassen sich auch Videos auf Bändern in VHS, Hi8 oder VHS-C ins digitale Format übertragen. Wer mag, kann zudem seine Spielsession auf der Konsole aufzeichnen. Als Ausgabequellen akzeptiert das Gerät sämtliche externen USB-Festplatten, Flashspeicher wie USB-Sticks oder MP3-Player und auch Sonys Playstation Portable (PSP). Darüber hinaus unterstützt er den iPod Video, iPod classic und den iPod nano der dritten Generation. Die Videos werden bei der Übertragung direkt per H.264 ins MPEG-4-Format umgewandelt und automatisch auf dem jeweiligen USB-Gerät abgespeichert. Wenn zum Beispiel der eigene Mediaplayer keine MPEG4-Videos abspielen kann, muss man die Datei später in ein passendes Format umwandeln.
Um nun ein Video aufzunehmen, sind folgende Schritte erforderlich: Zunächst muss das Gerät mit dem Netzteil an Strom angeschlossen werden. Nach einem Knopfdruck auf "Mode" blinken kurz ein paar LEDs blau auf. Diese geben während der späteren Nutzung Aufschluss über den aktuellen Zustand, da der Video Transfer kein Display besitzt. Anschließend muss der Anwender seine Eingabequelle, zum Beispiel einen DVD-Player, über das Stereo-Audio-Kabel verbinden. Die LEDS leuchten nun rot und die Hardwareerkennung startet. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, wechseln sie die Farbe zu blau. Die Erkennung erfolgt komplett automatisch und funktionierte im Test ohne jegliche Verzögerung. Nun lässt sich an der anderen Seite das Speichermedium – Festplatte, USB-Stick oder MP3-Player – anstecken.

Qualität einstellen und loslegen

Im dritten Schritt kann der Nutzer über den Mode-Knopf die Bild- und Tonqualität in drei Stufen einstellen: gut, besser oder am besten. Je nach Auswahl leuchten dann eine, zwei oder drei LEDs unter der Taste blau auf. Die maximale Auflösung der Videos hängt vom angeschlossenen USB-Gerät ab. Während Festplatten oder USB-Sticks Inhalte mit bis zu 720x576 Bildpunkten abspeichern können, sind es beim iPod 640x480 Pixel und bei der PSP höchstens 320x240 Punkte. Nach einem Klick auf die Rec-Taste startet die Aufnahme. Hierzu muss gesagt werden, dass zum Beispiel beim Mitschnitt über den DVD-Player kein Bild auf dem Fernseher angezeigt wird und der Nutzer nicht sieht, was gerade passiert. Zeichnet man zum Beispiel über einen Receiver auf, bleibt das Fernsehbild erhalten.

Das Ergebnis überzeugt

Das Video landet schließlich im MPEG4-Format auf dem USB-Speichergerät in einem Ordner namens "Video", der bei Bedarf automatisch angelegt wird. Im Test wurde eine DVD in allen drei Qualitätsstufen auf einem Multimediaplayer mit Festplatte aufgezeichnet. Die Qualität war bei allen drei Videos überzeugend, weder Bildruckler noch Tonaussetzer oder sonstige Störungen trübten das Ergebnis. Für mobile Geräte wie Videoplayer ist die geringste Auflösung ausreichend. Wer den Film später auf einem großen Fernseher anschauen möchte, sollte die beste Qualität wählen. Bei dieser ist ein 90-minütiges Video rund einen Gigabyte (GB) groß.
Praktisch ist, dass der Video Transfer während der Datenübertragung auch gleichzeitig den Akku von MP3- oder Multimediaplayern aufladen kann. Für die PSP und Apples iPod ist hierzu leider ein besonderes Kabel notwendig, das zusätzlich angeschafft werden muss.

Fazit: Der Video Transfer von Pinnacle hält, was er verspricht. Die Bedienung ist einfach und nach einem kurzen Blick ins Handbuch auch für den Laien verständlich. Komplizierte Software mit zig Einstellungsmöglichkeiten und den Umweg über den PC kann man sich somit sparen. Nach dem Anstecken des Ein- und Ausgabegeräts kann die Aufnahme beginnen, das Video landet anschließend fehlerfrei und digital auf dem Speichermedium. Leider ist die kleine Box nicht ganz mobil, da sie stets eine Steckdose benötigt. Der Preis ist mit 129 Euro zwar etwas hoch, in Bezug auf den Komfort und die einfache Bedienung jedoch okay.

Name: Video Transfer
Hersteller: Pinnacle Systems
Internet: www.pinnaclesys.com
Preis: UVP 129 Euro
Technische Daten
Abmessungen: 12 x 6 x 2 cm
Eingänge: Composite-Video, S-Video, Stereo-Audio
USB-Ausgabe: Flash-Speichersticks (USB 2.0), USB 2.0-Festplatten, Sony PSP, Apple iPod Video/classic/nano (3. Generation)
Format: H.264 (MPEG4)
Aufnahmequalität: PSP: bis 320x240 Pixel, iPod: bis 640x480 Pixel, andere Geräte: bis 720x576 Pixel.
Lieferumfang: Pinnacle Video Transfer, Audio/Videokabel 3x RCA, SCART-Adapter, Netzteil, Handbuch, Kurzanleitung
Pro & Contra
unkompliziert und schnell einsetzbar
kein Rechner nötig
funktioniert ohne teure Software
handlich und leicht
unterstützt nur analoge Quellen
bietet nur ein Dateiformat
nicht unterwegs nutzbar, da Netzteil erforderlich
Bewertung:
Handhabung (30%) sehr gut
Leistung (30%): gut
Ausstattung (20%): gut
Verarbeitung und Service (20%): sehr gut
Gesamt: gut (1,5)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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