Testbericht

Test: Toshiba Portégé R500 - 800-Gramm-Notebook

Gegen das flache Subnotebook von Toshiba mit 12,1-Zoll-Display und SSD anstelle einer Festplatte sind das MacBook Air und der Eee PC fast Schwergewichte. Die Redaktion hat den formschönen Laptop mit Outdoor-Qualitäten getestet.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Apple hat mit dem MacBook Air ein besonders flaches und leichtes Notebook im Sortiment. Ähnlich ansprechend sieht auch das Portégé R500 von Toshiba aus. Das silberfarbene, edle Modell mit 12,1-Zoll-Display bringt jedoch lediglich rund 800 Gramm auf die Waage. Damit ist es 40 Prozent leichter als Apples Fliegengewicht und unterbietet sogar den Eee PC um eine Tafel Schokolade. Doch Leichtigkeit ist nicht alles: Neben einem stromsparenden Prozessor ist außerdem moderner Flashspeicher anstelle einer Festplatte eingebaut. Ein Highlight ist außerdem das besondere Display, das die Sonneneinstrahlung zur Beleuchtung nutzen kann – perfekt für den Außen-Einsatz. Kann sich das Gerät in der Praxis beweisen? Die Redaktion von onlinekosten.de hat den Test gemacht.

Leichter Begleiter für unterwegs

Der erste Gedanke beim Auspacken des knapp 28x22 Zentimeter kleinen und maximal 2,5 Zentimeter hohen Portégé R500 in der Ausführung 11Y ist eindeutig: "Das wiegt ja gar nichts." Auch wenn das Notebook so leicht ist, dass man zunächst den Akku einlegen möchte: Er ist schon drin. Ein schönes Aussehen gehört ebenfalls zu den Vorzügen. Das silbergraue, edle Gehäuse schmückt wie beim Tecra A9 ein spiegelndes Toshiba Logo. Die minimal abgerundete Form unterstreicht dabei den leichten und mobilen Gesamteindruck. Die Verarbeitung ist zwar rundherum wertig, dennoch wirkt das Gehäuse aufgrund des nachgebenden Materials etwas anfällig. Innen erwartet den Anwender eine ebenfalls silbergraue Ausstattung mit passender Tastatur, der Rahmen um das extrem dünne Display hebt sich als einziges schwarz ab.

Tolles Design

Die rutschfeste Oberfläche weigert sich sowohl außen als auch innen gegen Fingerabdrücke, die Klick-Tasten unterhalb des Mausersatzes allerdings nicht: Toshiba hat die beiden Buttons sowie die umliegende Fläche mit einer spiegelnden Lackierung überzogen, was zwar schick aussieht, aber recht schnell nach einem Putztuch verlangt. Im Verpackungskarton findet der Nutzer genau dieses und zusätzlich noch das kompakte Netzteil, ein Benutzer-Handbuch und eine Kurzanleitung. Auch eine Wiederherstellungs-CD für das installierte Betriebssystem – Windows Vista Business – wird mitgeliefert.

Stromspar-Prozessor

Für die nötige Sicherheit sorgt der für Business-Notebooks übliche Fingerabdruck-Sensor zwischen den Maustasten. Zusätzlich hält Toshiba diverse weitere Features wie ein per Timer aktiviertes BIOS-Passwort bereit, das bei einem Diebstahl die Daten vor fremden Fingern schützen soll. Den Takt gibt ein stromsparender Intel Core 2 Duo U7700 mit 1,33 Gigahertz an, ansonsten verstecken sich noch zwei Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und Intels 945GMS Express Chipsatz im Gehäuse, der den Grafik-Media-Beschleuniger GMA 950 mitbringt. Dieser Onboard-Chip beansprucht dann im Betrieb bis zu 256 Megabyte des Arbeitsspeichers für sich und ist für Spiele dementsprechend nicht zu gebrauchen. Eine Besonderheit am R500-11Y ist die Solid State Disk, kurz SSD, die Toshiba anstelle einer herkömmlichen Festplatte eingebaut hat. Die drei Millimeter dünne Platte speichert 64 GB und bietet einige Vorteile: Da kein Lese-/Schreibkopf vorhanden ist, sollen SSDs nicht nur kleine Rempler besser verkraften können, sondern greifen auch schneller auf die gespeicherten Daten zu. Das Programm HD Tune ermittelte eine durchschnittliche Transferrate von 45,2 Megabyte pro Sekunde (MB/s) und eine Zugriffszeit von 0,3 Millisekunden (ms). Zum Vergleich: Eine 3,5 Zoll große Samsung SATA-Festplatte mit 7.200 Umdrehungen pro Minute schaffte im Test 76,5 MB/s, benötigt jedoch 14,2 ms für den Datenzugriff. Eine weit verbreitete Angabe ist auch, dass SSDs weniger Strom benötigen und so den Akku schonen, was "Tom´s Hardware" jedoch kürzlich widerlegt hat. Was fehlt, sind eine Webcam und ein Laufwerk, womit eine Gemeinsamkeit zum MacBook Air und den Mini-Notebooks gefunden wäre.

Schnittstellen-Ausrüstung

An der linken Seite bietet das Gerät einen Anschluss für das Netzteil, einen analogen D-Sub-Ausgang (VGA), FireWire sowie zwei USB-Ports, die eine Handbreite auseinander liegen. Über einen von ihnen lassen sich auch bei ausgeschaltetem Notebook USB-Geräte aufladen. Mikrofon und Kopfhörer lassen sich ebenfalls einklinken, außerdem hat der Hersteller hier das obligatorische Rädchen für die Lautstärke versteckt. Auf der gegenüberliegenden Seite sitzt noch ein weiterer USB-Eingang, zusätzlich findet der Nutzer hier den LAN-Port, einen Schacht für SD-Karten und einen Schiebeschalter für WLAN, wobei Übertragungen nach den Funkstandards 802.11a/b/g/n unterstützt werden. Wer unterwegs keinen Hotspot findet, kann trotzdem ins Internet: Ein Modul für Verbindungen via UMTS oder HSDPA ist bereits integriert. Die SIM-Karte muss dazu hinter dem Akku eingesteckt werden. Zur Datenübertragung steht außerdem eine Bluetooth-Schnittstelle bereit.

Display für den Außeneinsatz

Das Notebook lässt sich nur mit beiden Händen auf-, aber dafür umso leichtgängiger wieder herunterklappen. Trotzdem sitzt der Deckel fest am Gehäuse. Was jedoch schnell auffällt: Der Bildschirm biegt sich recht leicht durch ist daher sehr empfindlich. Dies liegt am Schlankheitswahn, schließlich ist er lediglich fünf Millimeter "dick". Das 12,1 Zoll große und glücklicherweise matte Display bietet eine Auflösung von 1.280x800 Pixel und ist transreflektiv, wodurch es im Freien das Sonnenlicht oder in Räumen Kunstlicht anstelle der Hintergrundbeleuchtung nutzen kann. Diese lässt sich hierzu manuell abschalten – über eine gesonderte Taste oberhalb der Tastatur. Ein Ausflug in den Garten, Park oder auf den Balkon sind daher kein Problem, die Qualität der Farbwiedergabe und des Kontrasts ist dennoch nicht mit dem Ergebnis inklusive Hintergrundbeleuchtung vergleichbar. Insgesamt macht der Bildschirm bezüglich der Darstellung einen guten Eindruck, allerdings könnte er etwas heller sein. Wie üblich wird das beste Bild erreicht, wenn der Nutzer direkt mittig vor dem Rechner sitzt. Leider verschlechtert sich dieses schon bei kleinen Abweichungen zur Seite oder nach oben, was sich durch Kontrastverlust beziehungsweise dunklere Verfärbungen bemerkbar macht. Blickt der Anwender von unten auf das Display, bleibt die Darstellung länger stabil.

Kleines Notebook, große Tastatur

Für die Sound-Wiedergabe ohne Kopfhörer hat Toshiba über der Tastatur einen kleinen Lautsprecher eingebaut. Dieser liefert einen akzeptablen, wenn auch nicht herausragenden Klang mit ausreichend hoher Lautstärke. Bei der Tastatur hat der Hersteller keinen Platz verschenkt – sie reicht fast bis an den Rand des Notebooks heran. Insgesamt ist sie nur minimal kleiner als eine Standard-Tastatur, weshalb das Tippen auch nach längerer Zeit nicht zu einer unangenehmen Angelegenheit wird. Lediglich die oberste Reihe, die Escape und die F-Tasten enthält, ist etwas kleiner geraten, aber dennoch gut erreichbar. Die Tasten geben dem Druck der Finger sehr leicht und zudem leise nach, was sich sehr komfortabel anfühlt. Oberhalb befindet sich noch ein Sonder-Button, der den Toshiba Assistenten aufruft, unten links sitzt ein Mikrofon für VoIP-Telefonate.

Spiegelnde Maustasten

Der Mausersatz lässt sich gut und zielsicher bedienen. Ein kleiner Streifen auf der rechten Seite dient dabei zum Scrollen, auch wenn dies nicht extra gekennzeichnet wird. Zu den silber-glänzenden Maustasten lässt sich sagen, dass sie sich zwar optisch hübsch abheben, jedoch die Qualität nicht ganz überzeugen konnte. Sie sitzen recht schwammig in ihrer Vorrichtung und lassen sich daher schon bei leichter Berührung bewegen. Beim Klicken fühlen sie sich in Abhängigkeit vom Winkel etwas hakelig an. Unterhalb befinden sich noch ein paar Symbole, die zum Beispiel den Akku- und WLAN-Betrieb anzeigen.

Betriebsgeräusch

Während anspruchsloserer Tätigkeiten wie Surfen oder Textverarbeitung sind keine Geräusche zu hören. Bei prozessorintensiveren Programmen und bei höherer Umgebungstemperatur lässt sich deutlich der Lüfter vernehmen. Nach einigen Stunden erwärmt sich das Leichtgewicht außerdem links am Lüfter, was vor allem im Bereich der Tastatur und auf der Unterseite zu spüren ist. Die Akkulaufzeit liegt im Mittelfeld. Im Test mit der Software Battery Eater lief der Kleine mit mittlerer Display-Helligkeit und permanent eingeschaltetem Display mit Hintergrundbeleuchtung sowie aktivem WLAN etwa eine Stunde und 50 Minuten am Stück. Dies entspricht der kürzesten Laufzeit bei hundertprozentiger Auslastung. Unter identischen Voraussetzungen, jedoch beim Lesen eines Textdokumentes, förderte das Programm einen Wert von zwei Stunden und 40 Minuten zu Tage. Ohne WLAN und ohne Display-Beleuchtung konnten drei Stunden und 50 Minuten erreicht werden. Bei dem mitgelieferten Akku handelt es sich jedoch auch um ein Exemplar mit 2.600 Milliamperestunden (MAh), für mobile Anwender könnte sich daher der optionale 6-Zellen-Akku mit 5.800 MAh lohnen, der laut Toshiba bis zu acht Stunden durchhalten soll.

Fazit: Leichtgewicht zum Spitzenpreis

Das Portégé R500 ist gnadenlos kompakt und extrem leicht – die perfekte Begleitung für anspruchsvolle und mobile Nutzer mit prallem Geldbeutel, die ein hübsches Gerät für Office-Anwendungen suchen. Im hohen Preis von 2.849 Euro – beziehungsweise ab rund 2.350 Euro in Onlineshops – ist leider nicht einmal eine Notebook-Tasche enthalten. So ist das Gerät zwar noch leichter, aber gemessen am OVP noch rund 1.000 Euro teurer als das MacBook Air. Obwohl es mehr Schnittstellen und eine teurere SSD anstelle einer konventionellen Festplatte bietet, fehlt im Gegenzug auch hier das DVD-Laufwerk. Darüber hinaus kann Toshibas Fliegengewicht in Sachen Akkulaufzeit nicht mit Apple mithalten und liefert leider keine Webcam. Zum ähnlichen Preis bietet Sony sein Vaio TZ mit 11,1-Zoll-Bildschirm und DVD-Brenner an.

Name: Portégé R500-11Y
Hersteller: Toshiba
Internet: www.toshiba.de
Preis: UVP 2.849 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo U7700 mit 1,33 GHz
Grafikkarte: Onboard: GMA 950
Bildschirm: 12,1 Zoll WXGA (1.280x800)
Batterie: Lithium-Ionen Akku: Laufzeit: 110 Minuten unter Vollast / 230 Minuten maximal (Hintergrundbeleuchtung und WLAN aus)
Speicher: 2 GB (2x 1024 MB DDR2 mit 667 MHz)
Festplatte: 1x 64 GB SSD
Laufwerk: -
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN (802.11a/b/g/n), Bluetooth, HSDPA/UMTS-Modul
Betriebssystem: Windows Vista Business
Abmessungen: 28,3x21,6x1,9 (vorne) / 2,5 (hinten) cm, ca. 800 Gramm
Anschlüsse: 3x USB, VGA-Out, Mikrofon, Kopfhörer, SD-Kartenleser, FireWire
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 4,5 / RAM: 4,2 / 2D: 2,0 / 3D: 2,8 / HDD: 5,3
3DMark03: 838
PCMark05: 2.843
Garantie: drei Jahre
Pro & Contra
extrem leicht und kompakt
Outdoor-Display
schnelle SSD
viele Schnittstellen
geräumige Tastatur
mit UMTS/HSDPA
keine Webcam
zu kleine Blickwinkel
kein Laufwerk
sehr hoher Preis
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): befriedigend
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): befriedigend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,45)
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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