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Test: Samsung Galaxy 5(50) - Klein, flink, günstig

Wer auf der Suche nach einem günstigen Android-Handy ist, kann auch das Samsung Galaxy 5 in die engere Wahl ziehen. Allerdings nur, wenn man über einige kleinere Schwächen hinwegsehen kann.

Samsung

Neues Smartphone gefällig, aber keine Lust viel Geld auszugeben? Heutzutage sollte die Preisfrage eigentlich kein wirkliches Problem mehr darstellen. Die führenden Handy-Hersteller haben verstanden, dass nicht jeder Kunde bereit ist 400 Euro oder mehr für ein Touchscreen-Handy auszugeben. Sie produzieren inzwischen Endgeräte, die gerade einmal die Hälfte oder weniger kosten. Eines dieser Modelle: Das Samsung Galaxy 550, das auch unter dem Namen Galaxy 5 verkauft wird. Es kostet aktuell (Stand: Oktober 2010) in vielen Online-Shops rund 175 Euro und ist so etwas wie ein kleiner Handschmeichler. Klein, flach und angenehm in der Hand liegend. Wir haben untersucht, was das Android-Telefon kann und welche Schwächen auf potenzielle Käufer warten.

Kleines Display, das größer wirkt

Wer das kompakte Telefon aus seiner Verpackung befreien darf, wird von einem erfreulich großen Touchscreen begrüßt. Erfreulich groß? Naja, nicht wirklich. In der diagonalen Abmessung sind es "nur" 7,1 Zentimeter (2,9 Zoll), in der täglichen Nutzung wirkt das Display aber größer und muss sich eigentlich nicht hinter 4-Zoll-Modellen verstecken. Bei einer Auflösung von (nur) 320x240 kann der kleine TFT-Bildschirm satte 16 Millionen Farben darstellen. Das ist verglichen mit anderen Smartphones ein echter Mehrwert.

Die Navigation durch das Menü des installierten Betriebssystems Android (Version 2.1) erfolgt über Samsungs TouchWiz 3.0-Oberfläche - ohne spürbare Ruckler und nur in wenigen Fällen mit längeren Ladezeiten. Auffällig: mit der integrierten Kamera aufgenommene Fotos wirken in der Diashow des Handys zunächst verschwommen, werden aber einige Augenblicke später automatisch geschärft. Etwas ungewohnt, aber nicht weiter störend.

Apps aus dem Android Market downloaden

Die Tatsache, dass es sich um ein Google-Handy handelt, wirkt sich natürlich auch auf die installierten Extras aus: Google Textsuche, Google Sprachsuche, Google Maps, Google Mail, Google Talk, Google Latitude - alles bereits vorinstalliert. Überraschend nicht von Anfang an dabei: Widgets für Twitter, Facebook und andere soziale Netzwerke. Sie können aber über den Android Market jederzeit auf das Handy nachgeladen werden.

Außerdem mit an Bord: der Samsung App Store mit inzwischen rund 1.100 Applikationen. Zumindest theoretisch. Denn bei unserem Testgerät verweigerte das vorinstallierte App kontinuierlich seinen Dienst und zeigte lediglich den Hinweis an, dass keine Aktualisierungen vorlägen. Eine weitere Nutzung war nicht möglich - auch bei Betätigung der Menütasten nicht.

Sehen lassen können sich auch die Kommunikationsmöglichkeiten des 108x56x12 Millimeter kleinen und mit eingelegtem Akku 106 Gramm schweren Smartphones. Rund um den Erdball ist es über die GSM-Quadband-Antenne nutzbar, unterstützt aber auch UMTS- und HSDPA-Verbindungen mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde im Downstream.

Viele Apps- und Google-Dienste verursachen Datenkosten

Ergänzend dazu - und das ist erfreulich - steht eine WLAN-Schnittstelle zur Nutzung bereit. Vorteilhaft ist sie insbesondere dann, wenn immer mal wieder Apps auf das Handy geladen werden. Das kann ohne gebuchte Daten-Flatrate nämlich schnell ordentlich ins Geld gehen. Zu beachten ist auch, dass viele Apps und vorinstallierte Programme gerne mit dem Internet kommunizieren. Auch das kann am Monatsende zu einer unliebsamen Überraschung führen. An zehn Tagen kamen im Rahmen unseres Tests mit einer SIM-Karte von blau.de (24 Cent pro Megabyte / 10-Kilobyte-Takt) immerhin knapp 80 Cent zusammen. Klar, eher ein Kleckerbetrag. Er lässt sich aber addiert über einen längeren Zeitraum auf ein ordentliches Sümmchen steigern.

Ein weiterer Schwachpunkt des Telefons ist die integrierte Kamera. Leider hat Samsung nur eine Digicam mit einer Auflösung von 2 Megapixeln verbaut. Das dürfte zumindest einen Teil der jugendlichen Zielgruppe abschrecken, die ihr Handy dazu nutzen möchte, immer mal wieder Fotos aufzunehmen und in diversen Online-Netzwerken zu posten. Und in der Tat wirken Fotos in vielen Fällen falsch belichtet, unscharf und somit nicht wirklich brauchbar. Einige Testfotos haben wir in einem Bilderalbum bei Facebook hinterlegt. Geschuldet ist das unter anderem dem fehlenden Autofokus. Auch auf ein Fotolicht wurde verzichtet. Im Videomodus sind Aufnahmen mit einer maximalen Auflösung von 320x240 Pixeln möglich.

Menütasten brauchen eine gewisse Zeit der Eingewöhnung

Für die Navigation durch das Android-Menü wurde das Galaxy 5 mit gleich sieben Home-Screens ausgestattet, auf denen sich die am meisten genutzten Apps nach den eigenen Wünschen anordnen lassen. Neben einer großen Fünf-Wege-Menütaste wurden auch vier weitere Menü-Tasten unter dem Display angeordnet. Sie richtig zu bedienen, braucht ein paar Tage Zeit. Insbesondere die Tatsache, dass die Taste zum Beenden des Gesprächs nicht etwa zur Startseite zurückleitet, sondern die Tastensperre aktiviert, ist zumindest anfangs ziemlich verwirrend.

Ein weiteres Manko: Samsung hat darauf verzichtet, seine Menütasten mit einer Hintergrundbeleuchtung auszustatten. Nicht nur für technisch weniger versierte Nutzer ist das (in den Abendstunden) ein Problem, auch während der Eingewöhnungsphase sucht praktisch jeder Nutzer mit Daumen oder Zeigefinger blind nach der passenden Taste.

Durchaus brauchbar ist der installierte Browser. Zwar gehört er nicht unbedingt zur schnellsten Gattung seiner Art, macht seinen Job aber insgesamt zuverlässig. Standardmäig werden alle Seiteninhalte an die Breite des Bildschirms angepasst, was Texte zum Teil unleserlich klein macht. Zweifaches Tippen auf den Bildschirm sorgt aber für ein zügiges Hinein- oder Herauszoomen und damit für ein ordentliches Schriftbild. Über eine virtuelle Plus- und Minus-Taste lässt sich der Zoom-Level auf das persönliche Bedürfnis anpassen. Auf Wunsch lassen sich auch mehrere Fenster parallel öffnen, Passwörter werden automatisch gespeichert und die Startseite lässt sich nach eigenen Wünschen optimieren - zum Beispiel auf die im E-Plus-Netz kostenlos nutzbare Facebook-Seite.

Die Verarbeitung könnte eleganter sein

Abschließend noch ein Blick auf die Verarbeitung. Ganz klar: wer Plastik mag, wird das Samsung Galaxy 5 lieben. Quasi rundherum kommt Kunststoff zum Einsatz - ohne Schnörkel und künstliche Verzierungen. Was schön aussieht, hat aber auch den Nachteil, dass das Handy insbesondere aufgrund seiner glatten Rückseite zum Teil recht rutschig in der Hand liegt. Das Abnehmen der Akku-Abdeckung gleicht zudem einem Spießrutenlauf: es knarzt an allen Ecken und Enden und als Nutzer hat man stets das ungute Gefühl, gleich irgendetwas am Handy ungewollt abzubrechen.

Fazit: Absolut brauchbar, aber mit Schwächen

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass man für sein Smartphone zwar weniger bezahlt hat, aber auch mit einigen Einschränkungen leben muss. Eine gerade zu Beginn nicht ganz intuitive Tastenbelegung, eine insgesamt schwache Digitalkamera und ein vergleichsweise kleines Display, das zudem anfällig für Fingerabdrücke ist, sorgen dafür, dass das Galaxy 5(50) aktuell zu einem recht günstigen Preis von unter 200 Euro zu haben ist.

Das soll aber nicht heißen, dass die Schwächen überwiegen. Im Gegenteil: die zügige Navigation durch das Menü von Android 2.1 macht Spaß, der Touchscreen reagiert flink und präzise, selbst das Schreiben von SMS bereitet zumindest im Quer-Format über die virtuelle QWERTZ-Tastatur keine größeren Probleme. Zügiges Tippen auch längerer Nachrichten ist trotz recht kleiner Tasten mehr oder weniger ohne Fehler möglich. Ein weiterer Vorteil: um die microSD-Karte zu tauschen (der interne Speicher ist auf 170 Megabyte, die Kapazität der im Lieferumfang enthaltenen Speicherkarte auf 1 Gigabyte begrenzt) ist es nicht notwendig, den Akku aus dem Gerät zu nehmen.

Name: I5500 Galaxy 5 / Galaxy 550
Hersteller: Samsung
Internet: http://www.samsung.de
Preis: ca. 175 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Google Android 2.1
Antenne: GSM Quadband, EDGE, UMTS, HSDPA
Abmessungen: 108x56x13 Millimeter
Gewicht: 106 Gramm
Display: 2,8 Zoll, 320x240 Pixel, 16 Mio. Farben
Speicher: 170 MB intern
über microSD um max. 32 GB erweiterbar
Schnittstellen: Bluetooth 2.1
Digitalkamera: 2,0 Megapixel Kamera, 4x Digitalzoom
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Stereo-Headset, Datenkabel, microSD-Speicherkarte (1 GB)
SAR-Wert: 0,65 W/kg (niedrig)
Extras: MP3-Player, Bluetooth, Radio (RDS), GPS
Akkulaufzeit im Test: ca. 5 Stunden Sprechzeit
ca. 12 Tage Bereitschaftszeit
Pro & Contra:
günstig in der Anschaffung
WLAN- und HSDPA-Unterstützung
reaktionsschneller Touchscreen
schwache Kamera
langsamer Browser
wenig intuitive & nicht beleuchtete Menütasten
Bewertung:
Bedienung (30%): gut
Ausstattung (20%): gut
Verarbeitung (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (20%): gut
Telefonfunktion (10%): sehr gut
Gesamtnote gut (2,1)
Preis-Leistung: gut

(Hayo Lücke)

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