Testbericht

Test: Samsung E2370 - Für Kletterer & Bauarbeiter

Ein Telefon mit bis zu 67 Tagen Bereitschaftszeit? Das bietet das Samsung E2370 aus der Xtreme edition. Wir haben das Outdoor-Telefon auf die Probe gestellt.

Samsung E2370

Häufig mit Wanderschuhen, dem Mountainbike oder Kletterausrüstung im Gelände unterwegs? Regelmäßig auf der Baustelle anzutreffen? Oder vielleicht einfach auf der Suche nach einem Handy mit einem wahren Power-Akku? Samsung hat für diese Zielgruppe die X-treme edition im Angebot. Eines der neuesten Mitglieder dieser Geräteklasse: das GT-E2370. Wir haben das Outdoor-Handy auf die Probe gestellt und getestet, ob der Akku wirklich so lange hält, wie es der Hersteller verspricht.

Keine nennenswerten Extras

Eines direkt vorweg: wer sich das 112 Millimeter lange, 49 Millimeter breite und vor allem 19 Millimeter dicke Telefon zulegt, darf keine neueste Smartphone-Technik erwarten. Im Gegenteil: geliefert wird ein 118 Gramm schwerer Handy-Klotz (allein der Akku wiegt 42 Gramm), der nicht nur recht klobig in der Hand liegt, sondern auch ein ganz einfaches Handymenü ohne jegliche Animationen oder technische Feinheiten wie Lage- oder Lichtsensor liefert. Allerdings ist es bei diesem Modell auch nicht Samsungs Anspruch, einen Handschmeichler zur Verfügung zu stellen. Ein Outdoor-Handy sollte schließlich durchaus mal einen Schlag wie einen Fall auf den Boden und damit verbundene Kratzer verkraften können.

Etwas überraschend: nachdem Akku und SIM-Karte eingelegt sind, dauert es satte 17 Sekunden, bis die PIN eingegeben werden kann. Da kein umfangreiches Betriebssystem das E2370 antreibt, ein doch recht langer Wert. Schwach auch: wird der Akku einmal aus dem Handy genommen, müssen Datum und Uhrzeit stets neu eingestellt werden. Apropos Akku: Samsung verspricht allen Käufern eine Standby-Zeit von bis zu 67 Tagen und eine Sprechzeit von maximal 22 Stunden. Und in der Tat beweist der Energiespeicher mit seinen 2.000 mAh reichlich Ausdauer: die Bereitschaftszeit konnten wir in unserem Test mit immerhin knapp zwei Monaten dokumentieren.

Weit weniger ausgeprägt zeigt sich das E2370 in Sachen Speicherkapazität. Auf dem Handy selbst können gerade einmal 6 Megabyte an Daten hinterlegt werden. Immerhin steht aber ein microSD-Steckplatz für die Speichererweiterung zur Verfügung. Allerdings ist im Lieferumfang keine microSD-Karte enthalten und die maximale Größe der Speicherkarte darf nur 2 Gigabyte betragen.

Kleines, pixeliges Display

Und das Display? Nun, auch hier darf niemand zu viel erwarten. Auf 1,77 Zoll (4,5 Zentimeter) werden bei einer Auflösung von 128x160 Pixeln immerhin 65.536 Farben dargestellt. Denoch: wer liebevoll designte Oberflächen von Handy-Betriebssystemen gewohnt ist und dann durch das recht pixelige Menü des E2370 navigiert, fühlt sich regelmäßig um gleich mehrere Jahre in der Handy-Geschichte zurückversetzt. Modern ist wahrlich anders.

Aber noch einmal: Das E2370 ist kein klassisches Alltagstelefon. Es liefert vielmehr das Nötigste, um in Extremsituationen mit der Außenwelt kommunizieren zu können. Entsprechend ist es auch nur mit einer Dualband-GSM-Antenne ausgestattet. Schnelle Datenverbindungen über UMTS, HSDPA oder gar WLAN? Fehlanzeige. Nicht einmal EDGE ist nutzbar, was die Navigation durch das mobile Internet zu einem echten Geduldsspiel macht.

Spartanisch präsentiert sich auch die integrierte Digitalkamera. Sie nimmt Fotos mit einer maximalen Auflösung von nur 640x480 Pixeln (VGA-Qualität) und auf Wunsch mit einem vierfachen Digitalzoom auf. Das wirkt sich natürlich negativ auf die Qualität aus. Noch weniger Begeisterung ruft die Videofunktion hervor. Hier liegt die maximale Auflösung bei 160x120 Bildpunkten. Die Folge: Aufgenommene Kurzfilmchen sind stark verpixelt und im Grunde nicht für die weitere Verwendung zu gebrauchen.

Mit an Bord: Bluetooth

Ein Pluspunkt kann das Handy durch die integrierte Bluetooth-Schnittstelle (Version 2.1) einheimsen. Wer gern kabellos mit einem Headset telefoniert, muss beim E2370 also keine Abstriche machen. Auch ein MP3-Player und ein UKW-Radio mit Aufnahmefunktion stehen zur Verfügung. Als weiteres interessantes Extra liefert das Telefon eine Taschenlampe, deren Leuchtkraft allerdings überschaubar bleibt.

Weiter ist zu beachten, dass Samsungs Outdoor-Handy mit einer vor Staub und Spritzwasser geschützten Gummitastatur ausgestattet ist. Niemand sollte aber auf die Idee kommen, das Telefon in einen Bach oder in eine tiefere Pfütze fallen zu lassen. Wirklich wasserdicht ist nämlich nur der Nachfolger B2100 aus der X-treme Edition.

Doch, um noch einmal auf die Tastatur zurückzukommen: der Druckpunkt ist zwar etwas schwammig und das Schreiben von SMS zum Teil aufgrund eher nicht intuitiver Tastenbelegung bei Sonderzeichen und der Groß/Kleinschreibung umständlich. Insgesamt ist die Navigation durch das Menü über die Vier-Wege-Taste unterhalb des Displays aber ohne größere Schwierigkeiten möglich. Sicherlich keine schlechte Idee: das Telefon aktiviert von Werk aus automatisch nach wenigen Sekunden eine Tastensperre.

Fazit: Ein Handy für den Außeneinsatz

Keine Frage, das E2370 wird weder einen Preis für seine integrierten Extras, noch für das robuste Design gewinnen. Letzteres verhindert schon allein die überdimensionale Öse für eine Trageschlaufe auf der Rückseite. Kurz zusammengefasst könnte man auch sagen: das Telefon ist aus technischer Sicht kein Highlight, für den Einsatz im Gelände oder als Zweithandy aber durchaus zu gebrauchen. Richtig fair ist der Preis: in namhaften Online-Shops wird das Outdoor-Handy aktuell (Stand Oktober 2010) für gerade einmal 65 Euro angeboten. Das kann sich wahrlich sehen lassen.

Name: E2370 X-treme edition
Hersteller: Samsung
Internet: http://www.samsung.de
Preis: ca. 65 Euro
Technische Daten:
Antenne: GSM Dualband, EDGE
Abmessungen: 112x49x19 Millimeter
Gewicht: 118 Gramm
Display: 1,77 Zoll, 128x160 Pixel, 65.536 Farben
Speicher: 6 MB intern
über microSD auf 2 GB erweiterbar
Schnittstellen: Bluetooth 2.1
Digitalkamera: VGA-Kamera, 4x Digitalzoom
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Stereo-Headset
SAR-Wert: 0,41 W/kg (niedrig)
Extras: MP3-Player, Bluetooth, Radio, Taschenlampe
Akkulaufzeit im Test: ca. 22 Stunden Sprechzeit
ca. 59 Tage Bereitschaftszeit
Pro & Contra:
günstig in der Anschaffung
integrierte Taschenlampe
geschützt vor Staub und Spritzwasser
nur Dualband-Antenne
kein UMTS, HSDPA und WLAN 
schwache Kamera
klobiges Design
Bewertung:
Bedienung (30%): gut
Ausstattung (20%): mangelhaft
Verarbeitung (20%): ausreichend
Akkulaufzeit (20%): sehr gut
Telefonfunktion (10%): gut
Gesamtnote befriedigend (2,8)
Preis-Leistung: sehr gut

(Hayo Lücke)

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