Testbericht

Test: Prozessorgeschoss von Intel - P4 mit 3,2 GHz

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Intel hat mit dem 3,2 GHz Pentium 4 den ersten Prozessor der 3 GHz-Klasse vorgestellt, den es nur als 800 MHz FSB-Variante gibt - Grund genug für einen Test.

Modellpflege

Technisch gleicht der neue P4 den Vorgängermodellen. Der 800 MHz Frontside Bus sorgt für eine sehr gute Performance, gerade im Zusammenspiel mit den beiden neuen Chipsätzen i875 und i865 - diese verfügen über einen Dual-Channel-Mode für DDR400 Speichermodule.

Die einzige Neuerung gegenüber den Vorgängermodellen ist die Tatsache, dass der P4 3,2 GHz nur als 800 MHz-Variante auf dem Markt zu finden ist. Die anderen C-Generation P4s, beispielsweise der P4 3,0C GHz, sind auch als 533 MHz-Variante (und damit als B-Variante) verfügbar - natürlich jeweils mit kleinen Taktabweichungen, bedingt durch das Multi/FSB-Verhältnis.

Neuer Kühler

Immerhin fällt der neue Testkühler positiv auf, dieser passt sich der Temperatur aktiv an und sorgt so für einen relativ ruhigen Betrieb. Der Kühler sieht dabei zwar auf den ersten Blick den bisherigen Kühlern sehr ähnlich, doch unterscheidet er sich durch eine etwas andere Anordnung der Lamellen und durch den Kupferkern.

Zwischenzeitig hat Intel die P4-Spitzenmodelle auch mit einem kupfernen Rundkühler ausgeliefert, hergestellt und entwickelt von der Firma ELK. Dieser scheint nun durch dieses "Intel-Standardmodell" ersetzt worden zu sein, auch wenn er technisch eher dem EKL-Kühler als den normalen Alukühlern von Intel ähnelt.

Benchmark

Bleibt die Frage, ob der neue P4 auch das hält, was er verspricht. Daher haben wir den neuen P4 mit dem 3 GHz P4 verglichen, den wir im großen i875-Test genutzt haben - dort sind weitere Vergleichswerte zu unterschiedlichen Prozessoren verfügbar.

Als Testsystem wurde ein i875-Board samt 512 MByte DDR400-Speicher (Dual-Konfiguration) und zwei SATA-Platten (RAID0) genutzt - in Kombination mit einer aktuellen ATI-Karte ergibt sich daraus ein aktueller PC.

3DMark Score und CPU-Score

P4 3 GHz Score
100
P4 3,2 GHz Score
100,4
P4 3 GHz CPU Score
100
P4 3,2 GHz CPU Score
104,4

Schon bei dem CPU-Score von 3DMark ist es deutlich zu sehen, die CPU kann aus dem 200 MHz höheren Takt einen Leistungsgewinn ziehen. Dafür enttäuscht die Steigerung beim Score. Dies zeigt, dass der CPU-Takt nicht das Maß aller Dinge ist - bei derart grafiklastigen Anwendungen kommt es in erster Linie auf die Grafikkarte an.

MP3 Maker Platinum MP3 Fast / MP3 Pro

P4 3,0 GHz MP3 Fast
100
P4 3,2 GHz MP3 Fast
106,2
P4 3,0 GHz MP3 Pro
100
P4 3,2 GHz MP3 Pro
108,8

Selbiges zeigt auch das Ergebnis vom MP3 Maker. Keine Grafiken, sondern die pure Rechenleistung beim Encodieren von Musikstücken ist in dem Magix-Programm gefragt. Und da kann die CPU gegenüber dem bisherigen Spitzenreiter ordentlich zulegen - anders als beim 3DMark-Score.



PCMark CPU / Memory

P4 3,0 GHz CPU
100
P4 3,2 GHz CPU
106,8
P4 3,0 GHz Memory
100
P4 3,2 GHz Memory
102,6

Dies bestätigt sich auch in Futuremarks PCMark 2002. Dieser zeigt eine fast 7 Prozent höhere Leistung bei der CPU an. In Kombination mit einer leichten Verbesserung des Speichers ist somit eine Steigerung von 8 Prozent in gängigen Anwendungen, die in erster Linie auf eine schnelle CPU setzen, festzustellen.

SiSoft CPU-Benchmark Dhrystone / Whetstone

P4 3,0 GHz Dhrystone
100
P4 3,2 GHz Dhrystone
110,9
P4 3,0 GHz Whetstone
100
P4 3,2 GHz Whetstone
106,4

Anderer Benchmark, gleiches Ergebnis. Bei der reinen Rechenleistung, gezeigt durch die beiden Steinzeit-Tools Dhrystone und Whetstone, schafft die CPU eine deutliche Steigerung.



SiSoft MultiMedia Integer / Floating Point

P4 3,0 GHz Integer
100
P4 3,2 GHz Integer
106,7
P4 3,0 GHz Floating
100
P4 3,2 GHz Floating
106,7

Und auch im praktischen Multimedia-Einsatz ist die Steigerung gegeben, sogar bei beiden Großeinheiten in gleicher Höhe. Die 200 MHz bringen also einen ordentlichen Leistungsschub.

Fazit

Die neue 3,2 GHz-CPU von Intel ist sehr flink und kann die ohnehin inzwischen hervorragende Performance des P4s weiter steigern - offensichtlich hat Intel keine Mühe, bis zur Migration auf 0,09µm und den damit startenden Prescott die Taktfrequenz des P4s weiter zu erhöhen.

Bleibt die Frage, für wen ein derart großer und teurer Prozessor sich lohnt - er kostet immerhin stolze 647 Dollar (Großhändlerpreis). Für den normalen Anwender dürfte ein etwas kleineres und damit auch günstigeres Modell unter 3 GHz in fast allen Fällen ausreichend sein - immerhin sind gerade die Preissprünge bei den Top-Modellen enorm. Doch wer beruflich eine große Rechenleistung benötigt, beispielsweise beim Rendern von Filmen oder 3D-Grafiken, der wird sich über fast 10 Prozent zusätzliche Leistung freuen.



(Alexander Moritz)

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