Testbericht

Test: Plappern fürs Web mit der Podcast Factory

Podcasten leicht gemacht: Echten Podcastern reicht nicht alleine ein kreativer Kopf, sie brauchen auch die richtige Hardware. Wir haben das Mini-Studio Podcast Factory getestet.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Das eigene Wort zum Sonntag: Podcasten liegt dank Breitband-Internet und MP3-Playern wie dem iPod im Trend. Jeder kann seiner Kreativität freien Lauf lassen, Beiträge produzieren und zum kostenlosen Download anbieten. Doch wie gut die eigene Sendung letztendlich gelingt, hängt auch von der Hardware ab: Für anspruchsvolle Podcaster reicht ein billiges Headset nicht aus. Wir haben uns mit dem Mini-Studio Podcast Factory eine bessere Lösung angeschaut.

Soundkarte ade

Die Podcast Factory stammt eigentlich von M-Audio, wird aber von Pinnacle vertrieben. Für 150 Euro (UVP) erhält der Käufer ein Mikrofon mit passendem Dreibein-Ständer, sowie eine kleine USB-Box samt USB-Kabel. Das Mikrofon wird über ein mitgeliefertes XLR-Kabel an die Hardware-Box gesteckt. Die Box macht die Soundkarte im Computer für die Aufnahme überflüssig. Statt über den Line-Eingang der Soundkarte wandert das Signal über USB zum Computer.

Die Aufnahmequalität dürfte anspruchsvolle Pocaster aber nicht zufriedenstellen, das Mikrofon lässt Tiefen vermissen. Der Qualitätsunterschied im Vergleich zu Aufnahmen mit am Line-In hängenden Billig-Mikros ist aber trotzdem groß: Die Lösung von Pinnacle ist immer noch um Klassen besser.


Dynamische Steuerung

Die Box erlaubt es, das Eingangssignal des Mikrofons sowie das Ausgangssignal dynamisch zu steuern. Hierfür befinden sich auf der Vorderseite zwei Regler. Zwei LEDs zeigen, ob ein Signal anliegt beziehungsweise ob das Signal übersteuert. Mit einem weiteren Regler pegelt man Ein- und Ausgangssignal aus. Ein Frequenzfilter, der besonders Tiefe oder hohe Töne filtert, fehlt allerdings. Ebenfalls lässt die Podcast Factory ein Mischpult vermissen, das den Anschluss von mehreren Mikrofonen, sowie das Auspegeln des Kopfhörers erlaubt. Letzterer ist ebenfalls nicht im Lieferumfang enthalten, so dass eventuell ein Kopfhörer nachgekauft werden muss.
Mit einem Schalter wählt der Podcaster, ob er ein Mono- oder Stereosignal aufnehmen möchte. Gitarren-Virtuosen können über einen 6,3-Millimeter-Klinke-Eingang ihre Songs einspielen, wahlweise kann hier auch ein Line-Signal aufgenommen werden, etwa von der Stereoanlage. Als Sound-Ausgänge stehen eine 3,5-Millimeter-Klinke-Buchse für Kopfhörer sowie zwei Cinch-Buchsen für die Anlage bereit.

Mit Freeware

Als Software-Paket legt Pinnacle die Freeware Audacity bei, die alteingessesenen Podcastern bekannt sein dürfte. Eigentlich könnte man hier kostenpflichtige Software erwarten, allerdings wird Audacity auch hohen Ansprüchen gerecht. Kommerzielle Programme leisten kaum mehr als das Freeware-Programm: Von Schneiden über Kopieren bis Nachbearbeiten bietet Audacity viele Möglichkeiten. Ebenfalls kostenlos verfügbar und im Lieferumfang enthalten ist Podifier. Die Sofware ermöglicht ein einfaches und schnelles Veröffentlichen des fertigen Podcast-Beitrags auf der eigenen Homepage.

Fazit

Der Käufer des Podcast Factory erhält eine recht magere Austattung. Mit einem Straßenpreis von rund 110 Euro spricht das Studio aber primär Podcast-Einsteiger an. Hier punktet das Podcast-Paket mit einer einfachen Handhabung. Wer bereits hochwertige Kopfhörer besitzt und den Einstieg in die Podcast-Produktion wagen möchte, darf zugreifen. Anspruchsvolle Podcaster sollten zu hochwertigeren Studios greifen, die ein Mischpult mitbringen.

Name: Pinnacle Podcast Factory
Hersteller: Pinnacle Systems
Internet: www.pinnaclesys.de
Preis: 149,- Euro
Technische Daten
Software Treiber, Audacity, Podifier
Anschlüsse Ausgänge: 2x Cinch, 1 x 3,5mm Klinke 1, Eingänge: 1 x 6,3 mm Klinke, 1x XLR
Lieferumfang: Mikrofon, Mirkrofonständer, Box, USB-Kabel, XLR-Kabel
Pro & Contra
Einfach Bedienung Magere Austattung
Mäßiges Mikrofon
Bewertung:
Soundwiedergabe (30%): befriedigend
Ausstattung (30%): ausreichend
Handhabung (25%): gut
Verarbeitung (15%): gut
Gesamt: befriedigend (2,9)
Preis-Leistung: gut

(Klaus Wiesen)

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