Testbericht

Test: PC im TFT - Sonys Design-PC im iMac-Look

Sony hat einen neuen Edel-PC mit Blu-ray-Brenner im Programm. Wie beim iMac von Apple steckt die gesamte Hardware in einem schicken Flachbildschirm. Die Redaktion hat den Alleskönner getestet.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
All-in-One-Produkte sind wesentlich platzsparender als einzelne Geräte und sehen dabei meistens auch noch sehr gut aus. Dies trifft auch auf den neuen Vaio VGC-LT2S von Sony zu. Wie beim iMac von Apple oder dem XPS One von Dell verbirgt sich bei diesem Modell die gesamte Hardware stylish in einem hochauflösenden LC-Display. Der Hersteller lockt dabei nicht nur mit edlem Design, sondern geizt auch nicht mit technischen Reizen: Mit dem Blu-ray-Brenner und dem TV-Tuner wird der Rechner gleichzeitig zur Medienzentrale und kann sogar den Fernseher ersetzen. Die Redaktion von onlinekosten.de hat den Alleskönner getestet.

Mit kabelloser Tastatur und Maus

Der All-in-One-PC sorgt für einen aufgeräumten Arbeitsplatz, sieht aber mit dem silberfarbenen Gehäuse und dem Polycarbonat-Rahmen auch im Wohnzimmer gut aus. Nach dem Einschalten leuchtet im transparenten Rahmen ein Symbol auf und das Sony-Logo wird angestrahlt, was den Rechner zum Blickfang macht. Passend dazu spendiert Sony eine Tastatur und eine Maus im gebürsteten Aluminium-Look – natürlich kabellos, um die schöne Optik nicht durch Kabelsalat zu ruinieren. Der Nachteil bei Funk-Tastaturen und -Mäusen ist natürlich, dass der Nutzer immer genügend Batterien, oder besser Akkus, zur Hand haben sollte. Beide Eingabegeräte lassen sich in einem Umkreis von zehn Metern nutzen. Die Maus benötigt zwei Batterien, die Tastatur genehmigt sich vier Stück und zeigt über ein kleines Display den aktuellen Batteriestand an.

Im Lieferumfang sind außerdem diverse Hinweisblätter, eine Kurzbeschreibung und eine Fernbedienung enthalten, das Benutzerhandbuch liegt nur in elektronischer Form vor. Als Betriebssystem ist Windows Vista Home Premium vorinstalliert. Zusätzlich liefert Sony ein paar Programme mit, wie zum Beispiel Microsoft Works 8.5 und Photoshop Elements 5.0. Als Antivirensoftware ist Norton 360 an Bord, leider gibt es aber nur für 60 Tage kostenlosen Schutz. Der Computer bringt 9,7 Kilogramm auf die Waage und ist mit seinen Maßen von 64,3x41,8x17,8 Zentimetern recht schlank. Aufgestellt wird er mit einem kleinen Standfuß. Der Nachteil dieser Konstruktion ist, dass sich der Bildschirm nicht in der Höhe verstellen lässt. Dies ist jedoch auch bei vielen TFT-Monitoren nicht der Fall und - auch aufgrund der Größe - zu verschmerzen: Immerhin kann der Besitzer das gesamte Gerät nach hinten neigen und so anpassen. Wer möchte, kann den PC auch an der Wand montieren.

WLAN, LAN und Modem

Um den PC mit dem Netzteil zu verbinden, muss die Abdeckung auf der Rückseite entfernt werden, was jedoch leicht und zügig vonstatten geht. Hier befinden sich zudem die Schnittstellen für Netzwerk und Modem. Drahtlosen Zugang zum Internet unterstützt der LTS2 per WLAN nach den Funkstandards 802.11a/b/g und n. Kontakt zu Peripheriegeräten nimmt der PC über fünf USB-Ports auf, zusätzlich sind FireWire, ein ExpressCard-, SDCard- sowie ein PC-Card-Slot, Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer sowie S-Video vorhanden.

Ein halbes Terabyte Speicherplatz

Ein Blick auf die inneren Werte: Das Herzstück bildet ein Intel Core 2 Duo Prozessor Typ T8100 mit einer Taktfrequenz von 2,1 Gigahertz (GHz), der in Kombination mit zwei Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher genügend Leistung bringt. Daten, Filme und Musik finden auf der 500-GB-Festplatte Platz. Eine Nvidia GeForce 8400M GT mit 256 Megabyte (MB) eigenem Speicher übernimmt derweil die Grafikleistung. Die ist für aktuelle 3D-Games leider zu schwach: Bei der Demo von Call of Juarez, das DirectX 10 unterstützt, erreichte sie bei einer Auflösung von 1.024x768 Pixel im Schnitt nur rund acht Frames pro Sekunde (fps) – unspielbar. Mit weniger anspruchsvollen Spielen wie Command & Conquer 3 Tiberium Wars kommt sie jedoch zurecht. In einer Demo lieferte die 8400M GT bei der höchsten Auflösung von 1.680x1.050 Bildpunkten rund 18 fps, bei 1.280x720 schaffte sie durchschnittlich 25. Die übrige Ausstattung ist ganz klar auf Multimedia-Fans abgestimmt. So verwandelt sich der All-in-One-PC mit dem integrierten Hybrid-TV-Tuner vom klassischen Rechner in einen Fernseher, der analoge Programme und DVB-T-Signale empfangen kann. Eine Videorekorderfunktion ist ebenfalls dabei.

Umwerfendes Display

Ein ganz besonderer Leckerbissen ist das seitliche Blu-ray-Laufwerk, das nicht nur hochauflösende Filme abspielen, sondern auch auf Blu-ray-Rohlinge brennen kann – mit 2-facher Geschwindigkeit. Ein Mediaplayer, der Blu-ray Discs abspielt sowie eine Brennsoftware sind mit dabei. Darüber hinaus kann der Nutzer DVDs 8-fach sowie CD-R und RW beschreiben. Das Display bietet eine vierfache Hintergrundbeleuchtung und eine Auflösung von 1.680x1.050 Pixel. Somit wird nur die High Definition Auflösung 720p unterstützt. Um ein noch besseres Bild auszugeben, müsste der Nutzer einen Flachbildfernseher mit höherer Auflösung anschließen. Dies ist jedoch nicht möglich, da Sony auf einen HDMI-Anschluss und auch komplett auf eine Display-Schnittstelle verzichtet – wirklich schade. Allerdings stimmt die Bildqualität: Die satten, kräftigen Farben und der starke Kontrast kommen vor allem bei der HD-Wiedergabe zur Geltung.

Mit Megapixel-Kamera

Aufgrund der großen horizontalen Blickwinkel kann man außerdem bequem zu zweit vor dem Monitor sitzen und fernsehen, die vertikalen Winkel fallen etwas schlechter aus. Ein kleiner Wermutstropfen ist die glatte Oberfläche, die zwar hübsch aussieht, bei ungünstigen Lichtverhältnissen aber spiegelt. Der Bildschirm lässt sich separat abschalten. Oben im Rahmen hat Sony außerdem eine Webcam mit 1,3 Megapixel samt Mikrofon untergebracht, die eine passable Qualität liefern.

Für die musikalische Untermalung während der Videowiedergabe sorgen die seitlich integrierten Lautsprecher, die zusammen mit dem Subwoofer auf der Rückseite einen recht guten Sound ausgeben. Ein klangvolleres Erlebnis lässt sich über die SPDIF-Schnittstelle erreichen, an die ein 5.1-Lautsprechersystem angeschlossen werden kann. Der PC arbeitet auch bei höherer Auslastung sehr leise und erwärmt sich nach einiger Zeit auf der Rückseite, allerdings im üblichen Rahmen.
Tastatur und Maus sehen nicht nur gut aus, sondern ermöglichen auch bequemes Arbeiten. Die Tastatur verfügt über eine Handballenauflage, die über die Tasten des Keyboards gefaltet werden kann. Um sie in der Höhe auszuklappen, kann der Nutzer zudem zwei Füße aufstellen. Büroarbeiten gehen mit dem Keyboard komfortabel von der Hand. Auch nach längerer Zeit ist das Tippen noch sehr angenehm. Hierfür sorgen die großen Tasten, die sich leicht und knackig herunter drücken lassen. Drei Sondertasten öffnen den Media Center und den Internet Explorer oder werfen eine Disc aus dem Blu-ray-Laufwerk aus. Knöpfe zum Regeln der Lautstärke sind ebenfalls dabei. Die Maus ist etwas ungewöhnlich und nicht ergonomisch geformt, daher kann sie von Rechts- und Linkshändern gleichermaßen genutzt werden. Die Tasten bieten beim Klicken den nötigen Widerstand und mit der Wölbung im hinteren Bereich liegt sie recht gut in der Hand. Um den TV-Tuner und den Media Center bequem vom Sofa aus zu steuern, kann der Nutzer auf die Fernbedienung ausweichen.

Fazit: Einer für alles

Sony hat mit dem Vaio VGC-LT2S einen Rechner im edlen Design entwickelt, auf den die Bezeichnung "All-in-One-PC" definitiv zutrifft – und zwar nicht nur auf die Bauweise. Der PC eignet sich für verschiedenste Anwendungen, im Büro oder im Wohnzimmer. Arbeiten, fernsehen, HD-Videos ansehen und brennen – lediglich grafikhungrigen Spielen erteilt er eine Absage. Der Nachteil bei All-in-One-Geräten ist, dass der gesamte PC zur Reparatur geht, wenn eine Komponente defekt ist. Immerhin kann der Nutzer Arbeits- und Festplattenspeicher selbst aufrüsten, eine Anleitung liefert das Handbuch.

Name: Vaio VGC-LT2S
Hersteller: Sony
Internet: www.sony.de
Preis: UVP 1.899 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo T8100 mit 2,1 GHz
Grafikkarte: Nvidia GeForce 8400M GT mit 256 MB
Speicher: 2 GB DDR2
Festplatte: 500 GB
Laufwerk: Blu-ray Disc BD-R/-RE/-ROM/ DVD+-RW/+-R DL/RAM CD-R/RW
Soundkarte: Sigmatel CXD 9872 High Definition Audio Codec
Bildschirm: 22 Zoll WSXGA+ (1.680x1.080 Pixel)
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11a/b/g/n), Modem
Betriebssystem: Windows Vista Home Premium
Abmessungen: 64,3x41,8x17,8 cm, 9,7 Kilogramm
Anschlüsse: 5 x USB, FireWire, Kopfhörer, Mikrofon, SPDIF, Modem, LAN, TV Out (S-Video), ExpressCard, SDCard, PC-Card
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 5,1 / RAM: 5,0 / 2D: 5,9 / 3D: 5,2 / HDD: 5,7
PCMark05: 4.626
3DMark03: 5.994
3DMark06: 2.580
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
sehr gute Verarbeitung
edles Design
Blu-ray-Brenner, Webcam, TV-Tuner
gute Bildqualität
hochwertige Eingabegeräte
spiegelndes Display
kein HDMI/DVI-Anschluss
keine analogen Audio-Ausgänge
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): befriedigend
Handhabung/Service (20%): gut
Verarbeitung (10%): sehr gut
Gesamt: gut (2,1)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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