Testbericht

Test: Online mit der UMTS-Flatrate von E-Plus

Wir haben die UMTS-Flatrate in Kombination mit der neuen UMTS Notebook Card II von E-Plus genau unter die Lupe genommen.

Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com
Wer häufig geschäftlich unterwegs ist und dabei den Zugriff auf das Internet nicht missen möchte, kann seit einigen Wochen auch unterwegs zum Pauschalpreis E-Mails senden und Empfangen beziehungsweise im World Wide Web surfen. Möglich macht das der Mobilfunker E-Plus, der seit Anfang September Deutschlands erste Datenflatrate für UMTS- und langsamere GPRS-Verbindungen anbietet.

Zum Pauschaltarif im Web surfen? Das klingt spannend und war für uns Grund genug, die mobile Flatrate in Kombination mit der neuen UMTS Notebook Card II, die von E-Plus bereitgehalten wird, genauer unter die Lupe zu nehmen. Hält das mobile Surfen das, was es verspricht, wie lässt sich die Notebook-Card installieren, ist eine UMTS-Onlinezugang im Netz von E-Plus eine Alternative zu einem DSL-Anschluss? Fragen auf die wir Antworten geben möchten.

Was bietet die Flatrate?

Zur Erinnerung möchten wir an dieser Stelle nochmals die wichtigsten Fakten zu der UMTS-Flatrate von E-Plus zusammenfassen. Das Angebot wird in zwei Variationen in Verbindung mit einem 24-monatigen Mobilfunk-Vertrag angeboten. Zum einen für Geschäftskunden in Kombination mit der UMTS-Notebook-Karte, zum anderen für Privatkunden zusammen mit einem Sprachtarif bei dem das UMTS-Handy als Verbindungsschnittstelle zum UMTS-Netz genutzt werden soll. In beiden Fällen kostet der Online-Tarif 39,95 Euro monatlich.

Für Privatkunden, die das Angebot in Verbindung mit einem UMTS-Handy und einem Sprachtarif nutzen möchten, fallen abgesehen von der Grundgebühr für den Sprachtarif und den anfallenden Voice-Verbindungen keine weiteren Kosten an. Für 39,95 Euro kann ohne Volumen- und Zeitbegrenzung im Internet gesurft werden. Geschäftskunden erhalten für zehn Euro mehr, also insgesamt 49,95 Euro im Monat, die UMTS-Datenkarte dazu. Ohne Vertrag kostet die UMTS Notebook Card II bei E-Plus aktuell 249,90 Euro. Installation der Hardware

Soviel zur Theorie, beschäftigen wir uns mit den Fakten: die UMTS Notebook Card II wird von E-Plus in einer kompakten Hardcover-Packung im Stil einer DVD-Hülle geliefert. Hierin findet der Nutzer die UMTS/GPRS-Datenkarte für den PCMCIA-Steckplatz am Notebook sowie eine CD ROM auf der die Software zum Verbindungsaufbau gespeichert ist. Gleich doppelt wird der Nutzer darauf hingewiesen, unbedingt erst die Software zu installieren, bevor die Notebook-Karte in den vorgesehen Schacht am Notebook geschoben wird.

Um mit der Installation beginnen zu können, sind neben Windows 2000 oder Windows XP mindestens 50 Megabyte freier Festplattenspeicher und 128 Megabyte Arbeitsspeicher Voraussetzung. Empfohlen werden jedoch 100 Megabyte Speicherplatz und 256 Megabyte Arbeitsspeicher. Sind diese Systemanforderungen gegeben, geht die Installation schnell, unkompliziert und in nur wenigen Schritten von der Hand. Um die nun installierte Verbindungssoftware mit dem Namen "E-Plus Online Connect" störungsfrei nutzen zu können, ist ein Neustart des Laptop empfehlenswert - aber nicht zwingend notwendig.

Wir gehen online

Über das bei der Installation auf dem Desktop abgelegte Icon kann die Verbindungs-Software mit einem Doppelklick gestartet werden. Nach Eingabe der PIN wird nach einem verfügbaren UMTS- beziehungsweise GPRS-Netz gesucht. Der Nutzer kann die Suche über das Optionsmenü der Software dahingehend beeinflussen, das er festlegen kann, ob die Karte automatisch nach dem allgemein besten Signal, nur nach verfügbaren UMTS-Netzen oder nur nach GPRS-Signalen suchen soll.

Eines ist auffällig: die Signalstärke des E-Plus-Netzes fällt in der Anzeige der Verbindungssoftware grundsätzliche schwächer aus als in der Anzeige eines Handys, das am gleichen Ort in das E-Plus-Netz eingebucht ist. Wir haben dieses Phänomen sowohl an unserem Redaktionssitz in Hürth als auch in Köln, Münster und Kamen beobachten können.

Und noch etwas mussten wir feststellen: wird die Notebook-Karte innerhalb eines Gebäudes verwendet, sinkt die Datenübertragungsrate im Vergleich zu Verbindungen unter freiem Himmel deutlich in den Keller. So dauerte der Seitenaufbau einer normalen Webseite im UMTS-Netz innerhalb unserer Redaktionsräume 16 Sekunden. Und das, obwohl uns eine Netzverfügbarkeit drei von fünf verfügbaren Signalstärke-Balken anzeigte. Noch weniger Spaß macht das Surfen bei GPRS-Verbindungen. Ein Seitenaufbau von über 30 Sekunden war auch bei voller Signalstärke keine Seltenheit. Software bietet mehr

Abgesehen von der Möglichkeit, eine Internetverbindung aufzubauen, bietet die Online Connect Plus-Software auch einen integrierten SMS-Manager. Mit einem Klick auf das entsprechende Symbol auf der Benutzeroberfläche, wird ein weiteres Fenster geöffnet, in der nicht nur bequem SMS verschickt, sondern natürlich auch alle Kurznachrichten gelesen werden können. Sobald eine neue SMS-Nachricht eingeht, wird dies über ein automatisch aufklappendes Fenster am rechten unteren Bildschirmrand signalisiert.

Über weitere Symbole kann der Webbrowser und das auf dem Notebook installierte E-Mail-Programm gestartet werden. Ferner informiert eine Statusleiste über die Zeit, die der Nutzer bereits online ist und das übertragene Datenvolumen. Bei Buchung der Flatrate kann der Nutzer diese zusätzlichen Hinweise freilich vernachlässigen. Wer über einen Datentarif mit einem bestimmten monatlichem Inklusivvolumen online geht, kann das Übertragungsvolumen überwachen und sich bei Erreichen einer festgelegten Grenze warnen lassen.

Fazit: (Noch) Keine DSL-Alternative

Zwei Wochen haben wir die UMTS Notebook Card II von E-Plus in verschiedenen Regionen von Nordrhein-Westfalen getestet und müssen feststellen, dass es noch ein weiter Weg ist, bis das mobile Surfen tatsächlich massenmarkttauglich ist. Eine Alternative zu einem DSL-Anschluss ist das Surfen über die E-Plus-Datenkarte derzeit aufgrund des eher langsamen Seitenaufbaus noch nicht. Das könnte sich aber ändern, wenn die UMTS-Netze HSDPA-fähig werden. Durch den UMTS-Beschleuniger sollen langfristig Übertragungsraten von 7,2 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Aktuell sind maximal 384 kBit/s möglich.

Sehr wohl interessant ist die Flatrate für Geschäftskunden, die hauptsächlich E-Mails verschicken und empfangen möchten. War es bisher aufgrund beschnittener Zeit- oder Volumen-Tarife eher teuer größere Dateien zu versenden oder zu empfangen, kann mit dem neuen Pauschaltarif unbeschwert gearbeitet werden. Zeit- oder Volumenzähler können außer Acht gelassen werden.

Abschließend noch ein kleiner Tipp am Rande: wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, die Online-Flatrate zu buchen, sollte vielleicht noch ein paar Wochen warten. In Kürze soll es den Pauschaltarif nämlich auch bei der E-Plus-Marke Base geben. Ein genauer Preis wurde zwar noch nicht kommuniziert, unbestätigten Gerüchten zufolge ist aber ein monatlicher Grundpreis von 25 Euro im Gespräch. Das wären 15 Euro weniger als bei E-Plus selbst. Wir werden Sie selbstverständlich über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

(Hayo Lücke)

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