Testbericht

Test: MSI Gamer Notebook mit Turbotaste

Das brandneue Gamer Notebook GX400 von MSI überrascht mit einem Turboknopf, der automatisch den Prozessor übertaktet. Ob die exotische Kombination aus 14-Zoll-Display und leistungsstarker Grafik für 899 Euro überzeugt, verrät der Test.

Das brandneue Gamer Notebook GX400 von MSI überrascht mit einem Turboknopf, der automatisch den Prozessor übertaktet. Ob die exotische Kombination aus 14-Zoll-Display und leistungsstarker Grafik für 899 Euro überzeugt, verrät der Test.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com
Was passiert, wenn ein 14-Zoll-Display und eine leistungsstarke Grafik zusammentreffen, zeigt das brandneue Gamer Notebook, das MSI Anfang März vorgestellt hat: das GX400. Andere Notebooks dieser Größenklasse sind entweder wesentlich teurer oder mit schwächeren Grafikchips bestückt. Für noch mehr Power sorgt der Turbo Button, der per Knopfdruck am Prozessor-Takt dreht. Die Redaktion von onlinekosten.de hat sich den blauen Glitzer-Gamer zum kleinen Preis einmal vorgenommen.

Inhalt:

1. Design und Lieferumfang
2. Grafik, Leistung und Tastatur
3. Akkulaufzeit und Fazit

Auch optisch mal was anderes

Ungewöhnlich ist die Farbe: Das rund 30x25 Zentimeter (cm) kleine und 2,4 bis 3,0 cm hohe GX400 steckt in einem mittelblauen Metallic-Gehäuse, dessen Lackierung kratzfest und resistent gegen Fingerabdrücke sein soll. Tatsache: Auf dem blauen Untergrund sind die Tapser kaum sichtbar. Auch für die Innenseite kann der Griff zum Poliertuch ausbleiben, denn dort hat MSI auf ein mattes Finish gesetzt. Optische Auflockerung und einen modernen Look verschaffen die beiden silberfarbenen Klicktasten und das Metallgitter oberhalb der Tastatur. Ansonsten ist der Look eher unauffällig, weshalb sich das Gerät auch fernab der Computerspielwelt einsetzen lässt, ohne gleich alle Blicke auf sich zu ziehen. Allerdings hat es der Hersteller mit den Aufklebern ziemlich gut gemeint und nicht nur die Handauflage, sondern auch das Display beklebt.

Wie Dell bei seinem Einsteiger-Notebook Inspiron 15, liefert auch MSI eine CD mit den installierten Treibern mit. Dort ist auch das Handbuch zu finden, als Papierversion gibt es nur eine Kurzanleitung. Ansonsten findet man im Verpackungskarton noch zwei Rohlinge, auf denen der Anwender Sicherheitskopien für die System-Wiederherstellung speichern soll, und das Spiel Tomb Raider Underworld. Als Betriebssystem wird Windows Vista Home Premium eingesetzt, dazu gibt es das Brennprogramm Ulead Burn.Now 4.5 SE und das Webcam-Tool Crazy Talk.

CPU, RAM und Festplatte

Die Hardware-Bestückung umfasst einen Intel Core 2 Duo Prozessor P7350 mit 2,0 Gigahertz (GHz), eine 320-Gigabyte-Festplatte (GB) und vier GB DDR2-Arbeitsspeicher. Um diesen voll ausnutzen zu können, müsste Vista in der 64-bit-Variante vorliegen, mitgeliefert wird aber die 32-bit-Version. Besonders interessant bei einem Gaming-Notebook ist natürlich die Grafikkarte: In dem GX400 schuftet eine Nvidia GeForce 9600M GT mit 256 Megabyte (MB) GDDR3-Speicher. Eine so leistungsstarke Grafik ist in dieser Größenklasse eine Seltenheit. Das Display misst 14 Zoll und löst mit 1.280x800 Bildpunkten auf. Wie viele Hersteller, konnte auch MSI die Finger nicht vom Spiegel-Display lassen. Wo sich der eine über knackige Farben freut, stören den anderen die Lichteffekte auf der Hochglanz-Oberfläche – die sogenannten Glare-Type-Displays sind einfach Geschmackssache. Erfreulich ist die hohe Helligkeit. Der Sound der 2-Watt-Lautsprecher kann mit dem Klang von Subwoofer-Systemen, wie sie beispielsweise im Toshiba Qosmio G50 oder dem Acer Aspire 6920 zu finden sind, nicht mithalten. Dennoch liefern sie einen klaren und lauten Sound.

Turbo für den Prozessor

Oberhalb der Tastatur hat MSI die ECO-Taste und den legendären Turbo Button arrangiert. Dieser Powerknopf ist seit dem GX 600 Extreme Edition, das im Juli 2007 vorgestellt wurde, ein Bestandteil der Gamer Notebooks von MSI und soll den Takt der CPU im Handumdrehen um 20 Prozent in die Höhe schrauben. Wenn hardwareintensive Aufgaben anstehen, kann der P7350 im Turbobetrieb – gemessen mit PC Wizard 2008 – mit etwa 2,3 GHz laufen, was einer Steigerung von 15 Prozent entspricht. Das Performance-Plus ließ sich auch mit den Benchmarks PCMark und 3DMark bestätigen, die genauen Ergebnisse liefert die Tabelle auf Seite 3. Zu beachten ist, dass MSI nicht für Schäden haftet, die durch den "Betrieb jenseits der Produktspezifikation" verursacht wurden. Im "normalen" Betrieb packte die CPU im Test mit dem Programm 7-Zip 96 JPG-Fotos (235 Megabyte) im Schnitt in 16 Sekunden und war damit schneller als das von uns getestete Alienware m15x.

Grafikleistung

Den Grafikchip konnte die Redaktion bereits im Toshiba Qosmio G50 austesten – wenn auch als Variante mit 512 MB. Die GeForce 9600M GT ist in der Mittelklasse-Liga angesiedelt und daher für leistungshungrige 3D-Spiele nur stark genug, wenn man die Details herunterschraubt. Aufgrund der maximalen Auflösung von 1.280x800 Pixeln relativiert sich dies aber. So lief das mitgelieferte Spiel Tomb Raider Underworld zum Beispiel selbst mit vierfachem Anti-Aliasing, vierfach anisotropischer Filterung und mittleren Details mit 25,3 Frames pro Sekunde (fps) flüssig. Weitere Benchmark-Ergebnisse sind in der Tabelle auf Seite 3 zu finden.

Tastatur und Touchpad

Touchpad und Handballenauflage unterscheiden sich vom Material her nicht, der Mausersatz liegt aber tiefer und ist daher zu ertasten. Die Oberfläche ist sehr glatt und ermöglicht eine genaue Navigation. Leider fehlt eine Scrollfunktion: Ein passender Treiber ist nicht dabei. An der Tastatur gibt es nichts zu bemängeln. Auffällig ist lediglich, dass die WASD-Tasten nicht farblich gekennzeichnet sind – seltsam, da MSI dies auf der Website erwähnt. Offensichtlich bezieht sich die Angabe auf die anderen GX-Modelle. Ab und zu fällt bei Notebooks das Tastaturlayout etwas aus der Reihe – bei diesem Modell hat der taiwanische Hardware-Hersteller die Taste mit den spitzen Klammern neben die Leertaste gepackt. Auf der linken Seite befindet sich eine Leiste mit Kontrollleuchten und drei Sondertasten, die zum Beispiel die Windows-Suche aufrufen. Zur weiteren Bestückung zählen ein DVD-Brenner und eine 1,3 Megapixel starke Webcam. Wer das Notebook an einen Flachbildfernseher oder hochauflösenden Bildschirm anschließen möchte, um HD-Videos anzuschauen, kann den HDMI-Anschluss nutzen. Für einen älteren Monitor ist zusätzlich ein analoger D-Sub-Ausgang (VGA) vorhanden. Natürlich darf der obligatorische Kartenleser nicht fehlen, der eSATA-Port für externe Festplatten akzeptiert auch USB-Geräte und bekommt von zwei weiteren USB-Eingängen und einem ExpressCard-Schacht Gesellschaft. Mikrofon und Kopfhörer können auf der Vorderseite angeschlossen werden. Wer auf das Internet zugreifen möchte, kann sich per Modem, Gigabit LAN oder WLAN nach den Funkstandards 802.11b/g/n verbinden, während sich Daten vom Handy über Bluetooth austauschen lassen.

Akku und Geräuschentwicklung

Viele denken beim Stichwort Gamer-Notebook nicht nur an leistungsstarke Komponenten, sondern auch an kurze Akkulaufzeiten und eine hohe Lautstärke. Wer unterwegs etwas Strom sparen möchte und gerade keine Lust auf ein Spielchen hat, nutzt stattdessen den ECO-Knopf, der die Batteriedauer mit verschiedenen Profilen um bis zu 20 Prozent verlängert. Mit der Software Battery Eater wurden 83 Minuten als kürzeste Laufzeit unter Vollast und 135 Minuten als längste Lebensdauer im Stromsparmodus ermittelt. Im Spielbetrieb war nach einer knappen Stunde Schluss. Die Befürchtungen in puncto Lautstärke sind nicht ganz unbegründet: Wenn der Nutzer das Notebook mit hardwareintensiven Anwendungen herausfordert, meldet sich der Lüfter recht deutlich zu Wort und föhnt ordentlich warme Luft aus dem Gehäuse.

Fazit: Kleine Gaming-Kiste

Mit 2,2 Kilogramm ist das GX400 das Leichtgewicht unter den Gamer Notebooks. Besonders exotisch ist die Kombination aus 14-Zoll-Format und der Nvidia Grafikkarte. Eine so gute Grafikleistung ist in dieser Größenklasse nur selten anzutreffen – schon gar nicht für 899 Euro. Günstiger bekommt man Systeme mit der 9600M GT nur in der Größenklasse ab 15,4 Zoll. Die Akkulaufzeit klingt auf den ersten Blick nicht berauschend, ist aber unter Berücksichtigung der Komponenten verständlich. Um länger mobil zu spielen, gibt es einen optionalen 9-Zellen-Akku.

Name: GX400 (Modell 7343VHP)
Hersteller: MSI
Internet: www.msi-technology.de
Preis: UVP 899 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo Prozessor P7350 mit 2,0 GHz
Grafikkarte: Nvidia GeForce 9600M GT mit 256 MB GDDR3-Speicher
Bildschirm: 14 Zoll WXGA (1.280x800 Pixel)
Batterie: Lithium-Ionen-Akku mit sechs Zellen: Laufzeit: 83 Minuten unter Vollast / 135 Minuten maximal (WLAN ein) / 57 Minuten im Spielebetrieb
Speicher: 4 GB (2 x 2.048 MB DDR2 mit 800 MHz)
Festplatte: 320GB SATA mit 5.400 U/Min
Laufwerk: DVD Super Multi
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN (802.11b/g/n), Modem, Bluetooth
Betriebssystem: Windows Vista Home Premium
Abmessungen: BxTxH: 30,3 x 23,1 – 25,5 x 2,4 - 3,0 cm, ca. 2,2 Kilogramm
Anschlüsse: 2x USB, 1x USB/eSATA, HDMI, D-Sub, Kartenleser (SD/MMC/MS/MS Pro), ExpressCard, Mikrofon, Kopfhörer
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 5,0 / RAM: 5,8 / 2D: 5,9 / 3D: 5,5 / HDD: 5,3
3DMark06: 5.543 (5.735 mit Turbo)
PCMark05: 5.028 (5.848 mit Turbo)

Frames pro Sekunde (fps), jeweils Mittelwerte:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry 4: 67,75 fps (1.280x800 Pixel, Details low)
28,5 fps (hohe Detail-Stufe, Vsync aktiviert, 2x Anti-Aliasing).
DirectX-10-Benchmark Call of Juarez:
20,6 fps (1.280x720 Pixel, Details low).
Garantie: zwei Jahre Pick-Up and Return
Pro & Contra
kompakt und leicht
gute Kombi aus Leistung und Mobilität
helles Display
einfaches Übertakten per Knopfdruck
ausführliches Handbuch
resistent gegen Fingerabdrücke
günstiger Preis
Lüfter fast immer zu hören
kein Treiber für das Touchpad
Display spiegelt
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): befriedigend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,2)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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