Testbericht

Test: MP3-Sticks für unter 100 EUR durchleuchtet

MP3-Player für unter 100 EUR stürmen derzeit den Markt - Grund genug für einen Test des bekanntesten Vertreters

Musik hören© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Sigmatel Lösung

Und dieser kommt aus dem Hause Sigmatel, zumindest technisch. Die Firma ist für den D-Major MP3 Audio Decorder verantwortlich, der sich in vielen aktuellen MP3-Playern findet. Und so auch in vielen Vertretern der Generation ultrakleiner MP3-Sticks, die von Creative mit dem MuVo vor einiger Zeit begonnen wurde. Doch erst in der letzten Zeit gibt es eine Schwämme verschiedener MP3 / WMA-Player mit einer derartigen Bauform auf dem Markt.

Und diese Player sehen fast alle sehr ähnlich aus. Ein kleiner Stick an der Oberseite erlaubt die Navigation zwischen den Stücken, auf der Unterseite befindet sich der Lautstärkeregler und die Hold-Taste und der große Play/Pause-Knopf ist links neben dem Display zu finden - eine direkte Verwandtschaft ist daher schnell erkennbar.

Baugleiche Sticks

Wer sich auf dem Markt etwas umschaut, der findet derzeit gleich mehrere baugleiche Sticks, die offensichtlich nach dem Referenzdesign von Sigmatel gefertigt werden - vielleicht sogar von der gleichen Firma. Jamba machte vor gut 6 Monaten mit einem 149 EUR-Modell den Anfang. Dieser ist noch immer bei MediaMarkt und Saturn erhältlich und zeichnet sich durch ein gelungenes Design aus - der Stick wirkt optisch relativ hochwertig.

Von den anderen Sticks kann man dies nicht unbedingt sagen, da dort der "Mattplastik"-Anteil deutlich höher ist. Dafür gibt es sie auch für weniger Geld - bei Eletronic Partner und MediMax ist ein solcher Stick im Onlineshop für knapp 90 EUR erhältlich und bei einigen MediaMärkten gibt es einen Player mit Medion-Label sogar für 88 EUR.

Technische Features

Dabei sorgt Sigmatel dafür, dass der MP3 / WMA-Stick durchaus einen ansehnlichen Funktionsumfang besitzt. Das Vollgrafikdisplay zeigt ID3-Tags ebenso wie einen Lautstärkenbalken oder die Songnummer an (wenn auch nicht immer). Über den Stick an der Oberseite kann man sowohl komfortabel durch ein kleines Menü als auch durch die Songs navigieren und neben der Wiedergabefunktion ist auch eine Aufnahmefunktion über ein integriertes Mikrofon vorhanden.

Dabei ist der Stick relativ klein, er ist gerade einmal 9,5 cm lang, 3,5 cm breit und 2 ,1 cm hoch - zusammen mit einem Gewicht von 35 Gramm (je nach Gehäuseart auch mal nur 30 Gramm) kann der Stick gerade als Sport-Player und für die abendliche Mitnahme überzeugen. Und mit nur einer Batterie erreicht man durchaus eine Laufzeit von 15 Stunden - nicht nur auf dem Papier.

Softwareupdate- und Mängel

Inzwischen ist ein erstes Softwareupdate erfolgt, auf neue Standards kann das Gerät also theoretisch zukünftig ebenfalls geupdated werden. Mit dem Update wurden einige grundlegende Mängel, beispielsweise eine Neigung zu Abstürzen, behoben. Auch hat man eine nervige Equilizer-Grafik entfernt, die den Blick auf den ID3-Tag während der Wiedergabe versperrte.

Trotzdem bleiben einige Wünsche offen. Es ist unerklärlich, warum der erste Eintrag mit Menü den Wechsel zum Recording-Modus bewirkt, der erste Eintrag sollte zum Equilizer führen. Auch ist die Zahl der Equilizer-Programme ist leider begrenzt. Zwar findet man unter den 5 Einstellungen meist eine akzeptable Variante, doch wäre ein individuell einstellbarer Modus wünschenswert - schließlich hat jeder Kopfhörer eine andere Klangcharakteristik.

Unerklärlich ist auch, warum das Gerät beim Joggen zu Aussetzern und Ausfällen neigt. Das mitgelieferte Badge ist damit ein schlechter Scherz, nach spätestens 5 Minuten fällt das Gerät komplett aus. Transportiert man das Gerät hingegen in einer Tasche der Jogginghose, so tritt das Phänomen nicht auf - offensichtlich scheinen die geringen auftretenden Ladungen beim Reiben auf der Kleidung für die Ausfälle verantwortlich zu sein.

Nicht sonderlich gut gelungen ist auch die Stromanzeige, denn diese arbeitet recht ungenau und tendiert dazu, zu spät abzubauen. Aber immerhin hat man mit dem letzten Update das Output des Sticks erhöht, also die Lautstärke - und genau darin liegt die Stärke des Players.

Klangbewertung

Der Klang des MP3-Sticks ist erstaunlich gut. Im Vergleich zu der mehrfach preisgekrönten Lyra-Reihe von Thomson ist der Stick zwar meist etwas weicher im Klang, doch mit den passenden Kopfhörern werden (bei einigen Equilizer-Einstellungen) sowohl die Bässe als auch die Höhen präzise und mit einer guten Maximallautstärke wiedergegeben.

Allerdings sollten Nutzer der einzelnen Modelle aufpassen, was für Ohrhörer mitgeliefert wurden. Jamba warnt die Update-Nutzer beispielsweise davor die maximale Lautstärke nach dem Update zu nutzen, da die mitgelieferten Ohrstecker diese nicht aushalten. Allerdings kann man die gemachte Aussage nicht pauschalisieren, denn die mitgelieferten Kopfhörer unterscheiden sich je nach dem Auftraggeber teils enorm.

Fazit

Für 90 EUR besitzen die Sigmatel-Modelle einen erstaunlich guten Klang und verfügen über viele Fähigkeiten, die im Alltag sehr nützlich sind. Gerade die Unterstützung des Windows Media Formats zahlt sich bei einem Speicherplatz von 128 MByte aus, denn das relativ neue Format bietet einen CD-ähnlichen Klang schon bei recht niedrigen Bitraten.

Allerdings sind auch viele Probleme im Alltag feststellbar, die erst nach einigen Tagen auffallen und daher in manch anderen Tests wohl nicht zu Tage getreten sind. Gerade die Ausfallproblematik ist erst nach mehreren Einsätzen - sowohl abends als auch beim Sport - feststellbar. Nachbessern kann der Hersteller dies natürlich nicht, man muss sich jedoch darüber bewusst sein, dass man den Stick bei schnellen Bewegungen besser in einer Hosentasche mit sich führt.

Doch dies ist kein Problem, denn er ist derart klein und leicht, dass man ihn kaum bemerkt. Wer also seinen Discman durch einen MP3 / WMA-Player ersetzen möchte, der kann bedenkenlos zu der Sigmatel-Generation greifen, trotz der kleinen Macken.

Wir informieren Sie natürlich in den News, sobald ein neues Angebot dieser Stick-Generation in den Läden auftaucht. Und wer nicht warten möchte, der kann beispielsweise bei Electronic Partner im Onlineshop einen solchen Stick problemlos bestellen.

(Alexander Moritz)

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