Testbericht

Test: MP3-Player mit Touchscreen und DVB-T

Der JournE M400 von Toshiba ist kein gewöhnlicher MP3-Player, sondern ein Videoplayer, digitaler Bilderrahmen und dank DVB-T-Empfänger auch ein Mini-Fernseher. Zu haben ist er ab 140 Euro.

Der JournE M400 von Toshiba ist kein gewöhnlicher MP3-Player, sondern ein Videoplayer, digitaler Bilderrahmen und dank DVB-T-Empfänger auch ein Mini-Fernseher. Zu haben ist er ab 140 Euro.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Auf dem MP3-Player-Markt gibt es alles, was das Herz begehrt. Vom Einsteigermodell ohne technischen Schnickschnack zum kleinen Preis – wie zum Beispiel dem Creative ZEN Stone Plus – bis hin zu Alleskönnern wie dem Cowon A3 mit DVB-T-Empfang oder dem ZEN X-Fi mit WLAN ist eigentlich jede Nische abgedeckt. Toshiba versucht mit dem neuen JournE M400 noch einen Platz zu belegen. Das Konzept: eine Mischung aus Multimedia-Player, Mini-Fernseher und digitalem Bilderrahmen. Unsere Redaktion hat das handliche Gerät getestet.

Schnörkelloses Design

Der JournE M400 ist 12x8 Zentimeter (cm) klein und nur 1,7 cm hoch. Optisch hält sich das 166 Gramm leichte Gerät sehr zurück. Auf der Vorderseite sind keinerlei Knöpfe angebracht – die Bedienung erfolgt ausschließlich über den 4,3 Zoll großen Touchscreen. Lediglich das Toshiba-Logo hat sich auf dem Rahmen mit abgerundeten Ecken niedergelassen. Die Oberfläche glänzt leicht und sollte daher regelmäßig von Fingerabdrücken befreit werden. Oben befindet sich ein Schiebeschalter mit Hold-Funktion, während die Schnittstellen an der linken Seite einen Platz gefunden haben. Die matte Rückseite bietet einen ausklappbaren Standfuß und einen Lautsprecher.

Aufstellen und ansehen

Was der JournE M400 nun genau ist, lässt sich nur schwer mit einem Wort sagen. Ein einfacher MP3-Player für die Hosentasche eher nicht – schließlich sind keine Ohrhörer dabei. Da aber ein entsprechender Anschluss vorhanden ist, kann er mit den eigenen Exemplaren natürlich trotzdem für den Musik- oder Videogenuss unterwegs genutzt werden. Toshiba sieht den Player eher als Multimedia-Gerät, das im Büro als digitaler Bilderrahmen Fotos von den Liebsten anzeigt, unterwegs zum Fernsehen dient und zu Hause Videos abspielt.

Die nächste Besonderheit ist der komplette Verzicht auf einen internen Speicher. Für die Datenspeicherung ist stattdessen ein Steckplatz für MicroSD-Speicherkarten mit bis zu acht Gigabyte (GB) vorhanden. Ein Exemplar der fingernagelkleinen Speicher mit einem GB hat der Hersteller dem Player beigelegt. Damit sie in den Kartenleser von PC oder Notebook passen, ist ein SD-Adapter dabei. Neben einer gedruckten Kurzanleitung gibt es noch eine CD mit der kompletten Bedienungsanleitung und einer Software, die Videos konvertieren kann. Was fehlt, ist eine Schutztasche, gerade den empfindlichen Touchscreen möchte man beim Transport geschützt wissen. Wiederum dabei sind eine Handschlaufe und ein Netzadapter. Mit diesem wird der integrierte Akku ohne Computer aufgeladen. Vor der ersten Inbetriebnahme muss der JournE M400 für drei Stunden an die Steckdose. Der eine oder andere wird hier die Kontrollleuchten vermissen. Ob der Akku vollständig geladen wurde oder nicht, lässt sich nur im eingeschalteten Zustand erkennen. Eine Datenübertragung per USB-Kabel ist leider nicht möglich. Die Netzteil-Schnittstelle ist zwar ein Mini-USB-Port, lässt sich aber nur zum Akku-Aufladen nutzen. Wer einen Rechner ohne Kartenleser hat, schaut daher in die Röhre oder muss zum Befüllen einen Umweg über die Digitalkamera oder das Handy mit MicroSD-Slot gehen – falls vorhanden. Nach dem Kalibrieren des Touchscreens und dem Einstellen von Sprache und Region kann es losgehen.

Bedienung per Touchscreen

Das Menü zeigt sechs Auswahlpunkte an: Foto, Musik, Video, Digital-TV, Digital Radio und Setup. Die Wiedergabe erstreckt sich dabei automatisch über den ganzen Bildschirm, während die jeweiligen Optionen per Berührung des Bildschirms halb-transparent angezeigt werden. Insgesamt ist die Menüstruktur logisch und die Bedienung intuitiv, da gängige Symbole verwendet werden. Zur besseren Übersicht unterstützt der Player bereits angelegte Ordner, sodass das Hantieren mit Playlists entfällt.

Das 4,3-Zoll-Display liefert 480x272 Pixel im 16:9-Format und ein Kontrastverhältnis von 300:1. Die Helligkeit soll laut Toshiba bei 400 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) liegen und ist in fünf Stufen verstellbar. An Dateiformaten unterstützt der schwarze Alleskönner unter anderem JPG- und BMP-Fotos, die sich mit verschiedenen Effekten als Diashow anzeigen lassen. Zoomen und drehen ist ebenfalls möglich. Wer möchte, kann außerdem eine musikalische Untermalung hinzufügen.

Sound über den Lautsprecher oder Ohrhörer

Hier kommt nun der 0,5-Watt-Mono-Lautsprecher ins Spiel, der bei unserem ersten Testgerät verdächtig blechern und flach klang. Auch die Ton-Ausgabe über Ohrhörer war nicht besser und ließ den versprochenen Stereo-Sound vermissen. Schuld war ein Defekt! Beim fehlerfreien Testgerät Nummer 2 stellte sich dann der Aha-Effekt ein: Der Lautsprecher-Sound steht zwar mit dem Bass auf Kriegsfuß, für ein paar Klänge bei der Bilder-Show oder Videosound genügt dies aber. Nutzt man Ohrhörer, kann man den Toshiba JournE M400 auch für die Musikwiedergabe (MP3-Format) verwenden. Verglichen mit einem ausgewiesenen MP3-Player, fehlen aber zusätzliche Musik-Optionen wie eine Bass-Verstärkung oder ein Equalizer. Während der Navigation durch die verschiedenen Punkte flimmert das Bild in einigen Bereichen leicht. Dies liegt aber wohl an der Musterung, im Videobetrieb ist davon glücklicherweise nichts mehr zu sehen. Die Bildwiedergabe ist gut und klar, die Blickwinkel sind groß genug, um zu zweit Clips anzuschauen. Im Freien ist das Display nur bei schlechtem Wetter gut lesbar. Sonnenschein hebt zwar die Laune, schmälert aber den Multimediagenuss, obwohl die Oberfläche matt ist. Zu den Formaten: Liegen die Videos im AVI-Format vor, ist die Wiedergabe direkt möglich – egal in welcher Auflösung. Andere Dateiformate können mit der beiliegenden Software umgewandelt werden: Der ArcSoft MediaConverter 2.5 ist einfach zu bedienen und wandelte im Test auf einem System mit AMD Athlon 64 X2 Dual-Core-Prozessor 5000+ mit 2,6 Gigahertz und 32-bit Vista eine 5,2 Megabyte große WMV-Datei mit einer Minute und 14 Sekunden Spielzeit innerhalb von 20 Sekunden in eine AVI-Datei um.

Fernsehen zum Mitnehmen

Soll das All-in-One-Wesen als Fernseher genutzt werden, muss zunächst die Antenne für den DVB-T-Empfang herausgezogen werden. Diese ist in sämtliche Richtungen drehbar und recht filigran – die sprichwörtlichen Samt-Handschuhe können daher nicht schaden. Wie gut die Signalqualität gerade ist, wird am Bildschirm angezeigt. Ob am jeweiligen Ort DVB-T-Signale empfangbar sind, lässt sich über die Website www.ueberallfernsehen.de ermitteln. Eine zusätzliche Funktion ist die Kanal-Sperre, mit der sich bestimmte TV-Kanäle mit einem Passwort schützen lassen. Der TV-Tuner kann außerdem Radiokanäle empfangen, eine Aufnahme- oder Diktierfunktion gibt es hingegen nicht.

Fazit: Tolles All-in-One-Gerät

Der JournE M400 macht als multimedialer Begleiter eine gute Figur. Man kann ihn mit ins Büro oder zur Familienfeier mitnehmen, um Fotos anzuzeigen und im Urlaub oder auf Ausflügen als tragbaren Fernseher und Videoplayer nutzen. Diese spielt er bei mittlerer Lautstärke knapp vier Stunden am Stück – kein herausragendes Ergebnis, aber aufgrund der Lautsprecher-Wiedergabe verständlich. Macht der Akku schlapp, kann der Allround-Player auch während der Auflade-Prozedur weiter genutzt werden. Ein Ersatz für einen MP3-Player ist der JournE M400 jedoch nicht: Hierzu fehlen die Stellschrauben für den Klang. Alles in allem: ein praktisches Funktionswunder.

Name: JournE M400
Hersteller: Toshiba
Internet: www.toshiba-multimedia.com
Preis: UVP 169 Euro
Technische Daten:
Schnittstelle: Mini-USB
Speicher: ohne internen Speicher
Display: 4,3 Zoll Touchscreen mit 480 x 272 Pixeln,
Helligkeit: 400 cd/m²,
Kontrast: 300:1
Abmessungen: 12 x 8 x 1,7 Zentimeter
Gewicht: 166 Gramm
Dateiformate: MP3, AVI, JPG, BMP
Lieferumfang: Player, 1-GB-MicroSD-Karte, SD-Karten-Adapter, Handschlaufe, Netzadapter, Software-CD, Kurzanleitung
Besonderheiten: Touchscreen, DVB-T-Empfänger, microSD-Slot
Pro & Contra:
großer Touchscreen
einfache Bedienung
microSD-Steckplatz
viele Funktionen
DVB-T-Empfänger
gutes Display
praktischer Ständer
keine Datenübertragung per Kabel möglich
keine Tasche dabei
kein Equalizer
Bewertung:
Klang (30%): gut
Laufzeit (20%): befriedigend
Funktionsumfang (15%): gut
Bedienung (15%): gut
Formatunterstützung (10%): ausreichend
Gewicht/Maße (10%): sehr gut
Gesamtnote: gut (2,3)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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