Testbericht

Test MP3-Player - kleiner Thomson Lyra ganz groß

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Ein kleiner und leichter MP3-Player, der mittels Speicherslot fast grenzenlos erweiterbar ist und dazu noch einen super Klang bietet, die neue 2003er Lyra-Serie von Thomson bietet all diese Eigenschaften.

Ausstattung als Nebensache

Die Lyra-Serie von Thomson richtet sich auf den ersten Blick an Musikfreaks, die auf ein schickes Design und auf einen guten Klang hoffen. Die Ausstattung der beiden neuen Modelle PDP2444 und PDP2448 ist hingegen nicht sonderlich berauschend.

So ist das Display zwar mit Dot-Matrix-Feldern ausgestattet, echte Grafiken können allerdings nicht angezeigt werden. Und eine Hintergrundbeleuchtung sucht man ebenfalls vergeblich. Die Benutzerführung findet über Symbole statt, eine Klartext-Anzeige ist nicht vorhanden. Das Dot-Matrix-Display zeugt einzig die Tracknummer, die Laufzeit und die ID3/WMA-Tags an.

Im Lieferumfang besser

Dafür ist der Lieferumfang überaus akzeptabel. So findet sich in der schicken Box ein echtes Handbuch, ein Datenkabel, ein Sportgurt mit einer Tasche, um den Player am Arm zu tragen (eine deutlich bessere Lösung als die sonst mitgelieferten Schlüsselbänder) und zwei Clip-On-Kopfhörer.

Daneben ist natürlich auch eine CD enthalten, auf der das Programm Musicmatch Jukebox, ein Plugin für die Jukebox, ein paar Tools zum Formatieren und Updaten des Players sowie das Programm ID3man zum Bearbeiten der ID3-Tags von MP3-Files zu finden ist.

Technik interessant

Der Player lässt sich nur sehr schwer unter die Haube schauen. Einige Hinweise, beispielsweise die fünf Equilizer-Einstellungen oder die Tools zum Formatieren und Updaten des Players, sprechen für die Nutzung eines Sigmatel-Chips, wie ihn auch viele Billigplayer nutzen.

Dagegen sprechen allerdings die völlig andere Benutzerführung, die abweichende Wirkung des Equilizers und auch das andere Verhalten des Players bei Updates und der Formatierung des Datenspeichers. Es könnte sich daher um einen Sigmatel-Chipsatz handeln, es könnte jedoch auch ein anderer Chip verbaut worden sein - so oder so ist auf jeden Fall das "Betriebssystem" des Players mit der Software der Stickplayer nicht vergleichbar.

Formatvielfalt

Den Thomas-Player unterscheidet auch durch die Vorbereitung auf das MP3 Pro-Format von den Billigplayern. Allerdings ist es etwas ungerecht, dass auf der Verpackung nur an einer Stelle darauf hingewiesen wird, dass erst ein Update notwendig ist, während die Angabe zur maximalen Musiklaufzeit bereits auf der Nutzung von MP3 Pro-Files basiert.

Und natürlich ist das Update bislang nicht verfügbar. Dies verwundert schon, denn das 2002er Modell Lyra PDP 2225 ist bereits im März auf MP3 Pro geupdated worden. Bedenkt man, dass die neue Serie im Sommer 2003 erschienen ist, so hätte Thomson ruhig MP3 Pro direkt integrieren können. Auf Nachfrage versichert der Hersteller immerhin, dass man derzeit am Update arbeitet.

Bedienung und Erweiterbarkeit

Die Bedienung ist nach einem kurzem Studium des Handbuchs sehr einfach, da der Player recht viele Knöpfe besitzt und man sich daher nicht durch Menüs hangeln muss. Und gerade die Erweiterbarkeit des Players ist ein großer Vorteil, denn ein integrierter Slot nimmt alle bislang bekannten SD-Cards auf.

Diese müssen über den PC formatiert werden und sind dann direkt einsatzbereit. Natürlich steht der Lyra-Player als Laufwerk zur Verfügung, man muss also nicht Musicmatch nutzen. Und die geringen Ausmaße von 6,5x6,5x1,5cm bei einem Gewicht von nur 35 Gramm sind für die abendliche Unterhaltung und für den Sport gerade ideal. Dank der Erweiterbarkeit ist der Player jedoch auch für den Urlaubseinsatz bestens nutzbar. Zudem besitzt der Player eine lange Laufzeit, eine AAA-Batterie reicht für etwa 15 Stunden.

Klangfrage

Ein großes Plus bei dem Player ist der Klang. Zwar bietet er nur eine mittelmäßige Ausgangslaustärke, doch die Dynamik und die Feinheit der Klangzeichnung sind vorbildlich. Dabei ist selbst der DSP hervorragend, der Bass-Modus hebt beispielsweise die tiefen Töne an, ohne das Klangbild zu verfälschen.

Der Player klingt daher deutlich besser als die bislang getesteten Stickplayer. Man meint, in die Musik einzutauchen, die Töne sind wunderbar im Raum gestapelt, sodass man jedes Instrument einzeln heraushören kann (eine gute Aufnahme ist dazu natürlich Voraussetzung). Und selbst die Kopfhörer sind zwar nicht spitzenklasse, aber deutlich besser als die sonst mitgelieferten Ohrstecker.

Fazit - Klanggenuss für Puristen

Die 2003er-Modelle der Lyra-Serie sind für Klangpuristen ideal, zumal man sich fragen muss, ob man wirklich einen MP3-Encoder oder ein Mikrofon an einem MP3-Player benötigt. Thomson hat zwar an der Ausstattung etwas gespart, dafür aber das Geld in gute Bausteine investiert, die einen entsprechenden Klang liefern.

Dazu kommt noch, dass das Design sehr ansprechend und das mitgelieferte Zubehör sinnvoll und qualitativ hochwertig ist. Die kleinen Ausmaße, das geringe Gewicht und die Erweiterbarkeit sorgen dafür, dass der Player fast völlig überzeugen kann - wäre das nicht das fehlende MP3 Pro-Update, das hoffentlich demnächst verfügbar sein wird.

Unterm Strich ist der Thomson Lyra 2448 ein empfehlenswertes Produkt, jedenfalls dann, wenn Sie kein Ausstattungsmonster wie den Loomax FC-100 benötigen, der allerdings einen schlechteren Klang liefert. Dazu kommt noch der für ein Markengerät relativ günstige Preis, die 64 MByte-Version kostet 99 EUR, die 128 MByte-Version ist beispielsweise bei MediaMarkt für 129 EUR erhältlich.

(Alexander Moritz)

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