Testbericht

Test: MacBook-Pro-Rivale Samsung Chronos 700Z5A

Die Konkurrenz zum Dell XPS und MacBook Pro: Das schicke Alu-Notebook Serie 7 Chronos schnürt ein reizvolles Paket aus schnellem Prozessor, spielfähiger Grafikkarte, beleuchteter Tastatur, mattem Display und zügigem Windows-Boot.

Die Konkurrenz zum Dell XPS und MacBook Pro: Das schicke Alu-Notebook Serie 7 Chronos schnürt ein reizvolles Paket aus schnellem Prozessor, spielfähiger Grafikkarte, beleuchteter Tastatur, mattem Display und zügigem Windows-Boot.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Seit kurzem ist das neue Samsung Serie 7 Chronos Notebook in zwei verschiedenen Ausführungen erhältlich. Der Laptop mit entspiegeltem 15,6-Zoll-Display will anspruchsvollen Multimedia-Anwendern gefallen und trumpft daher in einem edlen und gefälligem Alu-Gehäuse auf. Auch die starke Hardware-Bestückung verspricht nur Gutes, Extras wie ein schnellerer Bootvorgang dank Mini-SSD und eine Tastaturbeleuchtung runden das Paket ab. Kurzum, das Samsung Chronos scheint der Gegenspieler schlechthin zum Apple MacBook Pro und Dells Luxus-Linern der XPS z-Serie, dem 15z und dem kürzlich hinzugefügtem 14z, zu sein. Wir haben Samsungs Edel-Laptop in der Version 700Z5A mit UVP von 1.099 Euro getestet.

Samsung Serie 7 Chronos 700Z5A Test – Inhalt

  • Seite 1: Gehäuse, Eingabegeräte und Display
  • Seite 2: Schnittstellen, Ausstattung und Leistung
  • Seite 3: Lautstärke, Sound, Akku, Fazit und Info-Tabelle

Sieht gut aus und ist beleuchtet

Der erste Eindruck des Samsung Serie 7 Chronos ist durchweg positiv: Das Notebook sieht gut aus, ohne genau das zu sehr zu wollen. Das rund 36x24x2,5 Zentimeter (cm) große Gerät wirkt durch das matt-schimmernde Duraluminium-Gehäuse gleichermaßen widerstandsfähig und schick. Aus einem Guss ist die Hülle aber nicht gefertigt, im Innenraum wird auch Kunststoff verwendet. Mit dem Verzicht auf Schnörkel und Hochglanz passt der etwa 2,3 Kilogramm leichte Laptop gut auf den Schreibtisch im Büro oder Konferenzzimmer.


Die Verarbeitung kann überzeugen, lediglich bei Tastatur und Touchpad lassen sich minimal ungleiche Spaltmaße bemängeln. Die einzeln eingesetzten Tasten geben deshalb die Sicht auf die darunterliegende Tastaturbeleuchtung frei, wenn der Nutzer seinen Kopf über das Tastenfeld beugt und ganz genau hinsieht. In der Praxis stört das aber nicht, vielmehr spielen die Lampen ihre Vorzüge aus: Sind die Lichtverhältnisse schlecht, hilft die Beleuchtung, die gewünschte Taste zu treffen, und sieht zudem hübsch aus. Sie ist mehrstufig regelbar und kostet den fest verbauten Akku natürlich etwas Kraft, allerdings nur etwa 1 bis 2 Watt bei maximaler Leuchtkraft. Das Touchpad ist nicht beleuchtet, mit Abmessungen von 10,7x7,6 cm aber auch ohne Wegweiser zielsicher anzusteuern.

Blickfang: Display

Ein optischer Leckerbissen ist der Bildschirm – nicht nur, weil Samsung ein entspiegeltes Exemplar gewählt hat. Das Display lässt sich mit einer Hand öffnen und wird von einem schmalen Rahmen gehalten, der an den Seiten weniger als 1 cm breit ist. Dadurch erzielt es einen modernen Look und belässt die Konzentration auf dem Bildschirminhalt. Das Display des 700Z5A löst mit 1.600x900 Bildpunkten höher auf als klassisches HD, liegt aber hinter Full-HD zurück. Im Test ergab sich sowohl bei Filmen als auch Textdokumenten ein scharfes Bild. Um die Anzeige an verschiedene Anwendungen anzupassen, gibt Samsung dem Nutzer einige Modi an die Hand – zum Beispiel für kräftigere Farben in Videos oder mehr Schärfe. Die Strahlkraft der Farben lässt sich auch durch eine höhere Beleuchtung verbessern, die sich beim 700Z5A besonders hell einstellen lässt. Wer dem Notebook die Wahl des optimalen Werts überlassen möchte, kann die Bildschirmhelligkeit über einen Sensor automatisch regeln lassen – wie bei einem Smartphone oder Tablet.

Bei Videovorführungen für mehr als einen Zuschauer stören leider die zu kleinen Blickwinkel. Der horizontale Winkel lässt schon keine besonders großen Abweichungen zu, vertikal ist der gesteckte Rahmen, in dem sich der Kopf beziehungsweise das Display ohne Verschlechterung der Anzeige bewegen dürfen, noch kleiner.

Für Filme auf Datenträgern bringt die Samsung Serie 7 Chronos im Übrigen lediglich einen DVD-Brenner (Slot-in) mit, ein Blu-ray-Laufwerk steht nicht zu Auswahl. Genau das trifft auch auf Dells XPS 15z und 14z sowie das MacBook Pro von Apple zu. Neben dem DVD-Schacht findet der Nutzer einen USB-2.0-Port vor, gegenüber reihen sich zwei USB-3.0-Anschlüsse, HDMI, ein DisplayPort, ein Audioausgang und ein Gigabit-Netzwerk-Port auf. Um ein Gerät mit analogem D-Sub-Eingang (VGA) anzuschließen, liefert Samsung einen Adapter mit. Auf der Vorderseite befindet sich ein Kartenleser, die Rückseite bleibt bedingt durch die Bauform frei von Anschlussmöglichkeiten. Zur drahtlosen Kommunikation stehen Bluetooth 3.0 und WLAN bereit.

Samsung Serie 7 Chronos 700Z5A Test – Inhalt

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  • Seite 3: Lautstärke, Sound, Akku, Fazit und Info-Tabelle

Technische Daten

Bezüglich der Hardware entpuppt sich das Samsung 700Z5A als Mischung aus dem Dell XPS 14z (Test) und der 15-Zoll-Version des Apple MacBook Pro. In Samsungs Chronos steckt die gleiche CPU wie im Dell XPS 14z, auch der Energieverbrauch ist nahezu identisch, obwohl Samsungs Notebook das größere Display besitzt. Prozessor ist ein Intel Core i5-2430M mit zwei Kernen à 2,4 Gigahertz (GHz), die ihre Taktfrequenz bei anspruchsvollen Aufgaben auf bis zu 3,0 GHz steigern können. Für flottes Arbeiten ist demnach gesorgt, gegen einen Aufpreis von etwa 400 Euro gibt es das Gerät auch mit Core i7 Quad-Core-Prozessor. Parallele Anwendungen profitieren von dem 6 Gigabyte (GB) großen Arbeitsspeicher.

Grafikleistung

In die CPU integriert ist ein Intel HD 3000 Grafikchip, eine dedizierte Grafikkarte gehört aber auch zur Komposition. Genau wie die 15-Zoll-MacBooks ruft die Samsung 7er-Serie die Leistung für höhere Frame-Raten von einer AMD Radeon HD 6750M ab. Die Karte zählt zwar nicht zur Top-Liga, reicht aber aus, um aktuelle Spiele flüssig laufen zu lassen, wenn Full-HD und höchste Detailstufen nicht unbedingt zum Muss erhoben werden. Um DVDs oder HD-Filme von der 500 GB fassenden Festplatte abzuspielen, genügt auch die schwächere Intel-Alternative. Benchmark-Ergebnisse und weitere Praxiswerte der Hardware-Bestückung finden sich wie üblich auf der letzten Seite des Testberichts. Zu beachten ist dabei, dass nicht alle von uns geprüften Tools die Grafikkarte korrekt erkannt haben. Sollte nur der integrierte Chip angezapft worden sein, findet sich ein entsprechender Hinweis. Selbst bei manueller Nachjustierung in ATIs Kontrollzentrum bestanden manche Tools und Spiele-Demos auf die integrierte Grafik – ärgerlich, wenn das Computerspiel die starke Grafikkarte außer Acht lässt.

Express Cache: Kleine SSD sorgt für den Performance-Vorsprung

Zusätzlich zur HDD hat Samsung 8 GB SSD-Speicher verbaut, der schnelleres Booten und einen flotteren Start von Programmen verspricht. Veränderbare Stellschrauben findet der Nutzer im Menüpunkt Express Cache. Ob Programme tatsächlich schneller geöffnet wird, zeigt sich allerdings erst nach regelmäßiger Nutzung. Die Software merkt sich, welche Programme der Anwender häufig nutzt; aufgrund unseres kurzen Testzeitraums fällt es daher schwer, zu beurteilen, wie groß der Vorteil wirklich ist. Messbar ist die Zeit, die Windows 7 zum Starten benötigt. Laut Samsung soll der Bootvorgang innerhalb von 19 Sekunden abgeschlossen sein. Wir stoppten die Zeit bei frischem System bei rund 23 Sekunden, diverse Programminstallationen später kletterte die Startzeit bis zum geladenen Desktop auf etwa 35 Sekunden.

Positiv sind auch Geräusch- und Wärmeentwicklung zu bewerten. Im Office-Betrieb ist der Laptop sehr leise, bei anspruchsvollen Grafik- oder Prozessor-Benchmarks drehen die Lüfter zwar auf, unangenehm wird die Geräuschkulisse jedoch nicht. Nach einigen Stunden erwärmt sich das 700Z5A fast ausschließlich im hinteren Bereich nahe der Scharniere; einer Nutzung auf dem Schoß steht daher nichts im Wege. Weniger umgehauen hat uns der Lautsprecher-Sound. Zwar ist die maximale Lautstärke erfreulich hoch, zum Musikhören eignet sich das Notebook aber nur mit Kopfhörern. Volle Klänge sind nicht zu erwarten, eher ein etwas dumpfer Sound ohne Bass.

Samsung Serie 7 Chronos 700Z5A Test – Inhalt

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  • Seite 3: Lautstärke, Sound, Akku, Fazit und Info-Tabelle

Fazit:

Es gibt eine Menge solider Notebooks im 15-Zoll-Bereich, Samsungs Serie 7 Chronos ist hier und da aber ein Quentchen besser. Das erfreulich leichte und dünne Notebook positioniert sich mit seinem unaufdringlich modernen Aussehen, den fingerabdruckfreien Flächen und der starken Hardware als hochwertiger Begleiter im Business-Umfeld. Dazu passen auch die gute Tastatur mit Nummernblock und Beleuchtung und das großzügige Touchpad. Außerdem lässt die Akkulaufzeit von 2 bis mehr 8 Stunden mobiles Arbeiten zu und die kleine SSD zur Performance-Steigerung ist auch nicht alltäglich.

Trotz dem deutlichen Hang zur Sonnenseite finden sich auch Kritikpunkte. Das Display ist zwar – nicht zuletzt wegen seiner entspiegelten Oberfläche – insgesamt als gut zu bewerten, könnte aber größere Blickwinkel liefern. Multimedia-Anwendern sollte bewusst sein, dass der Sound nur "okay" ist, ein Blu-ray-Laufwerk fehlt und dass das Zusammenspiel (oder vielmehr der Wechsel) von integrierter Intel Grafik und AMD Grafikkarte nicht immer reibungslos funktioniert. Insgesamt liegt das Samsung Chronos 700Z5A aber eindeutig über dem Durchschnitt. Soll es kein teureres Apple MacBook Pro mit Intel Core i7 sein, bietet sich ein Dell XPS 15z (Test) als Alternative an. Statt AMD Grafik liefert es Nvidias Optimus Wechseltechnik, ist aber etwas schwerer und verzichtet auf einen Nummernblock.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Serie 7 Chronos 700Z5A
Hersteller: Samsung
Internet: www.samsung.de
Preis: UVP: 1.099 Euro, Handel: ab rund 940 Euro (Stand: 12/11)
Technische Daten
Prozessor: Intel Core i5-2430M mit 2,4 GHz
Grafikkarte: Intel HD 3000 (integriert) + AMD Radeon HD 6750M mit 1 GB
Bildschirm: 15,6 Zoll (1.600x900 Pixel), 300 cd/m², entspiegelt
Batterie: Fest verbauter Akku, Laufzeit: ca. 142 Minuten unter Volllast (WLAN aus) / ca. 133 Minuten unter Volllast (WLAN ein) / ca. 500 Minuten Lesetest (WLAN aus) / ca. 300 Minuten DVD-Wiedergabe (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 6 GB DDR3
Festplatte: 500 GB
Laufwerk: Slot-in-DVD-Brenner
Soundkarte: Onboard
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 3.0
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 36x24x2,5 Zentimeter; 2,3 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, DisplayPort, VGA (über Adapter), 2x USB 3.0, 1x USB 2.0, Kartenleser (SD, SDHC, SDXC, MMC), Mikrofon, Kopfhörer
Sonstiges: Webcam, beleuchtete Tastatur, Nummernblock
Lieferumfang: Notebook, Netzteil, Netzkabel, Kurhandbuch, DisplayPort-auf-VGA-Adapter, Recovery-DVD
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: CPU: 6,9/ RAM: 7,3 / 2D: 5,5 / 3D: 6,6 / HDD: 5,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 12 Sek.

CPU-Benchmark: Cinebench 11.5: 2.38
PC Wizard 2010: 44.033

Grafikchip:
Grafik-Benchmark FurMark; bei nativer Auflösung (Intel HD Chip): 162 Punkte; 720p: 171
OpenGL: Cinebench 11.5 (Intel HD Chip): 9,37 BpS

Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry 4: (ATI Radeon HD 6750M) bei 1.600x900 Pixeln, Details und Auflösung niedrig: 93 fps; Details und Auflösung hoch + 2-fach MSAA: 62,5 fps;
bei 1.360x768 Pixeln, Details und Auflösung hoch + 2-fach MSAA: 75 fps
DirectX-9-Test der Demo von Metro 2033: (Intel HD 3000) bei 1.600x900 Pixeln und niedriger Auflösung + 4-fach AA: 22 fps

HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 104/76 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 124/163 MB/s; zufälliges Lesen: 35 MB/s
Energieverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,4 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus:
ca. 12 Watt
DVD-Wiedergabe im Energiesparmodus:
ca. 20 Watt
CPU-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 46 Watt / Grafik-Benchmark 63 Watt
Garantie: 2 Jahre inklusive Vor-Ort-Abholservice (siehe Samsung Garantie)
Pro & Contra
stabiles Alu-Gehäuse
schlankes, schönes Design
kein Hochglanz, keine Fingerabdrücke
entspiegeltes, helles Display
gute Grafikleistung
Quad-Core-Version verfügbar
komfortable Eingabegeräte,
Tastaturbeleuchtung
USB 3.0
keine Blu-ray-Option
Akku fest integriert
Bewertung:
Geschwindigkeit: 17/20
Ausstattung: 17/20
Display: 13/15
Bedienung/Komfort: 15/15
Maße/Gewicht: 5/5
Akkulaufzeit: 12/15
Verarbeitung: 9/10
Gesamt: 88/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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