Testbericht

Test: Loomax FC-100 MP3-Player - das perfekte Gerät?

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Der Loomax FC-100 ist nicht nur ein extrem gut ausgestatteter MP3-Player, er sieht auch klasse aus und ist zudem sehr günstig. Wir haben daher das Gerät in der Praxis getestet und mit gängigen MP3-Playern verglichen.

Ausstattung in Perfektion

Der Loomax FC-100 bietet fast alle Funktionen, die man sich von einem kleinen und handlichen MP3-Player erhofft. So verfügt er nicht nur über einen internen Speicher von 128 MByte, er ist mit den inzwischen günstig erhältlichen SD-Speicherkarten auch fast grenzenlos erweiterbar.

Daneben verfügt der Player über eine Fernbedienung, sodass man den nur 50 Gramm schweren Player nicht ständig aus der Tasche nehmen muss. Und auch das Gehäuse ist sehr hochwertig, denn besteht zu großen Teilen nicht aus Plastik, sondern aus Metall.

Daneben ist natürlich ein großes Display vorhanden, dass sogar eine Spektralanalyse anzeigt, neben der Tracknummer, der Laufzeit und den ID3-Tags. Und zur Navigation verfügt das Gerät über einen SmartStick - natürlich neben einigen normalen Tasten.

Und doch fehlt etwas...

Allerdings gibt es inzwischen einige Funktionen, die man vermisst. So wäre es doch schön gewesen, wenn man den Equilizer auch manuell einstellen könnte, die fünf vordefinierten Klangprofile passen nicht auf alle Stücke und Musikarten. Zudem hätte man auch gleich MP3 Pro und/oder Ogg Vorbis mit an Bord nehmen können, beide Formate erlauben eine sehr gute Klangqualität bei deutlich reduziertem Platzbedarf.

Auch merkt man der Fernbedienung leider den Preis des Geräts an. Diese wirkt nicht nur relativ zerbrechlich, auch fehlt beispielsweise ein LC-Display, um die ID3-Tags anzuzeigen. Gerade bei MP3s und WMAs wäre eine Anzeige am "Steuerorgan" doch eine sehr sinnvolle Funktion.

Zudem wundert man sich etwas über das beiliegende Badge. Klar, es ist im Moment "in", seine Schlüssel um den Hals zu tragen, doch einen 50 Gramm Player lässt man doch nicht vor sich baumeln. Zudem bräuchte man in diesem Fall auch die Fernbedienung nicht - man hätte ja das Gerät vor der Brust. Ein Beutel, damit das Gerät in der Hosentasche nicht zerkratzt, wäre daher sinnvoller gewesen.

Aufnahme von Musik

Doch von dieser kleinen Wunschliste abgesehen ist zumindest die Ausstattung fast perfekt. Sogar eine Recording-Funktion ist vorhanden, mit der man sowohl über eine integriertes Mikrofon Diktate als auch über ein Line-In-Kabel, das man an die Fernbedienung steckt, eigene Musikstücke aufnehmen kann.

Und diese Funktion, die auf Wunsch auch automatisch den Anfang des Musikstücks erkennt und dann die Aufnahme startet, leistet durchaus gute Dienste. Der Unterschied zwischen einem per USB überspielten MP3 und einem aufgenommenen MP3 ist nicht groß, selbst die Bässe wurden recht sauber aufgenommen - für gelegentliche Kopien also eine durchaus nützliche Sache.

Akkulaufzeit

Zudem nutzt das Gerät einen Akku, der etwa 5 Stunden hält und über ein mitgeliefertes Netzteil oder alternativ mit Hilfe des USB-Kabels aufgeladen werden kann. Die Idee ist grundsätzlich nicht schlecht, auch wenn man sich einen Lithium-Ion-Akku für eine längere Laufzeit und ein noch leichteres Gewicht gewünscht hätte.

Und wer längere Zeit unterwegs ist, der muss nicht befürchten, dass ihm der Strom ausgeht. Ein externes Batteriefach, das einfach angeschraubt werden kann, liegt dem Paket bei, sodass man auch normale AAA-Batterien nutzen kann.

Eine Designfrage

Letztlich macht das Gerät auch optisch sehr viel her, das Metallgehäuse, teils matt, teils glänzend, wirkt sehr hochwertig. Und spätestens durch das blaue Leuchten des scharfen Displays ist man von dem Aussehen überzeugt.

Jedenfalls fast, denn einige unschöne Stellen finden sich leider auch. So hat man die Abdeckungen für den Akku und für den SD-Slot/USB-Anschluss aus Plastik hergestellt. Und genau das Plastik der Abdeckung war an der Kante bei unserem Testmodell an einigen Stellen bläulich - wohl ein Produktionsfehler.

Radio-Funktion

Neben der Wiedergabe- und Aufnahmefunktion von MP3s ist auch ein Radio mit an Bord. Dieses lässt sich über das längere Drücken des SmartSticks aktivieren - und beginnt dann auch gleich mit dem Empfang. Jedenfalls dann, wenn es etwas empfängt.

Die Antenne ist offensichtlich entweder in das Gerät oder in das Kabel der Fernbedienung integriert. Auf jeden Fall ist der Empfang relativ schlecht, nur etwa 50 Prozent der Sender, die man mit einem normalen Zimmerradio empfangen kann, fand das Gerät bei unserem Testlauf.

Mittelmäßige Bedienung

Leider kann auch die Bedienung nicht überzeugen. An dem Gerät befindet sich ein kleiner Stick zum Navigieren zwischen den Stücken - eine durchaus gute Lösung. Die Lautstärke wird über zwei separate Tasten neben dem Display gesteuert - auch das durchaus akzeptabel und kein Grund zur Kritik.

Doch bei der Equilizer-Einstellung geht es los, diese ist nur über zwei Untermenüs erreichbar. Eine Taste zur direkten Ansteuerung fehlt. Ebenso ist es sehr merkwürdig, warum man im Menü zwar die Record-Settings einstellen kann, zum Record-Modus aber nur durch das längere Drücken der A/B-Taste kommt.

Ohnehin fragt man sich, warum Loomax eine A/B-Taste integriert hat, eine Belegung der Taste mit den Equilizer-Einstellungen wäre sehr viel sinnvoller gewesen. Und gerade das Menü ist trotz des hochauflösenden Displays nicht sonderlich gut strukturiert. Die Möglichkeiten, die das Display bietet (beispielsweise ein Menü mit Symbolen), nutzt der Hersteller nicht aus.

Und der Hörtest

Wirklich tragisch wurde es allerdings zunächst beim Hörtest. Die mitgelieferten Kopfhörer sind schlecht, sie bietet kaum Tiefen und sorgen daher für einen unsauberen Klang. Mit dem Wechsel zu teuren Kopfhörern aus dem Einzelhandel konnten wir den Klang des Geräts extrem aufbessern.

Allerdings bleibt auch mit den besten Kopfhöreren der Klang nur mittelmäßig, denn dem Gerät fehlt es an Dynamik. Wuchtige Bässe können andere MP3-Player besser ausstrahlen, auch gibt es Geräte mit einer präziseren Zeichnung hoher Töne.

Und dies liegt nicht an dem genutzten Sigmatel-Chipsatz. Auch andere Geräte mit besserem Klang setzen auf den gleichen Decoder. Vielmehr scheint der Verstärker-Baustein eine nicht perfekte Klangqualität abzuliefern.

Und so ist der im Vergleich genutzte Thomson Lyra 2448 (2003er Edition) klanglich dem Loomax deutlich vorraus, dafür bietet er zu einem Preis von ebenfalls 150 EUR kein Radio, keine Fernbedienung und auch das Display ist deutlich einfacher gestaltet. MP3 Pro-Support und die kleineren Maße bei einem Gewicht von nur 35 Gramm (trotz SD-Slot) sprechen hingegen für ihn - ebenso wie der sehr satte und kräftige Klang sowie die einfachere Bedienung.

Fazit - nicht der perfekte Player

Ohne Frage, der Loomax FC-100 bietet viele Funktionen, die für ihn sprechen. Und auch die Klangqualität reicht aus, um in der Bahn seine MP3s oder WMAs zu hören und sich daran zu erfreuen (jedenfalls mit anderen Kopfhörern). Doch das perfekte Gerät, das man nach der Ankündigung erwartet hat, ist der FC-100 leider nicht.

Es ist bedauerlich, dass man offensichtlich an einigen Stellen gespart hat, um auf den günstigen Preis von lediglich 149 EUR zu kommen. Eine Metallklappe vor den Anschlüssen, eine Fernbedienung mit Display, eine deutlich bessere Menüführung und bessere Analogbausteine hätten dem Gerät gut getan. Dafür hätten viele potentielle Käufer sicherlich auch 50 EUR mehr bezahlt.

Aber auch so kann man den Player dank des großen Funktionsumfangs an Musikfreunde, die keinen großen Festplattenplayer mit sich herumtragen wollen, empfehlen. Wer allerdings die ganzen Sonderfeatures nicht benötigt, der bekommt für das Geld im Handel Geräte, die das Kernelement - die perfekte Wiedergabe von Musik - besser beherrschen.

(Alexander Moritz)

Weiterführende Infos zum Thema:

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang