Testbericht

Test: Klein, praktisch, gut – Creative ZEN Stone Plus

Der besonders kompakte und leichtgewichtige MP3-Player ist nun in der zweiten Generation erhältlich: mit mehr Speicher, stärkerem Akku und integriertem Lautsprecher.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Mit dem Zen Stone hatte Creative einen MP3-Player auf den Markt gebracht, der - wie auch der iPod Shuffle von Apple - ohne Display auskam. Später spendierte der Hersteller dem besonders kleinen und leichten Player dann doch einen Bildschirm und nannte ihn Zen Stone Plus. Mittlerweile sind der Zen Stone und auch die Plus-Variante in der zweiten Generation erhältlich und bringen einige Neuerungen mit. Die Redaktion von onlinekosten.de hat den Winzling getestet.

Neu: Mit Lautsprecher

Bei dem Testgerät handelt es sich um den Zen Stone Plus mit Display. Im Vergleich zur ersten Generation hat sich die Speicherkapazität erhöht: Neben einer Version mit zwei Gigabyte (GB) steht eine alternative Ausführung mit vier GB bereit. Bei der Farbe hat der Käufer nun die Wahl zwischen Schwarz, Blau, Pink und Champagner, wobei die Oberfläche nicht mehr glänzt, sondern mit dem mattem Finish etwas erwachsener und hochwertiger wirkt. Die größte Neuerung ist allerdings der Lautsprecher auf der Rückseite, der laut Hersteller "einen überraschend klaren und kräftigen Klang" auf die Ohren liefern soll. Dies dürfte vor allem die junge Generation freuen, die ihre Mitmenschen gerne mit blechernem Handy-Sound beschallt. Zusätzlich soll der integrierte Akku nun länger durchhalten – bis zu 20 Stunden.

Einfache Menüführung

Der Player ist nur rund 5,6x3,6x1,8 Zentimeter groß und mit 27 Gramm ein wahres Fliegengewicht. Ein/Ausschalter und das Mikrofon sitzen an der Oberseite, die Bedienknöpfe befinden sich rechts neben dem kreisrunden Display mit 64x64 Pixel, das den Text in blau auf schwarz anzeigt. Mit dem ringförmigen Tastenelement kann der Nutzer vor- und zurückspulen, zum nächsten Song wechseln, die Lautstärke verändern oder das Menü aufrufen. Dieses ist logisch strukturiert und daher ohne Probleme zu durchschauen.

Im Lieferumfang enthalten sind eine Kurzanleitung sowie weiße Ohrhörer. Eine Software-CD sucht man vergebens: Creative setzt erfreulicherweise auf Plug&Play. Ein paar Musikstücke sind bereits vorab gespeichert, ebenso ein Starter Pack samt Benutzerhandbuch und einer Software namens "Creative Media Lite". Mit dieser lassen sich DRM-9-geschützte Lieder auf den Zen packen und CDs rippen. Außerdem kann der Nutzer hier eine maximale Lautstärke einstellen, was sich vor allem für empfindliche Kinderohren empfiehlt. Um den kleinen "Stein" beim Transport vor Kratzern zu schützen, hat Creative eine Silikonhülle dazu gepackt. Mit dem ebenfalls mitgelieferten Clip kann der Besitzer den Player an den Gürtel oder an eine Tasche klemmen – leider nur in Kombination mit der Schutzhülle. Sport-Armbänder oder Täschchen mit Schlüsselanhänger sind separat erhältlich.

Pluspunkt: Keine Software nötig

Vor dem ersten Gebrauch muss der Akku über das mitgelieferte USB-Kabel am PC oder Notebook aufgeladen werden. Leider misst dieses gerade einmal rund fünf Zentimeter: Wenn der PC nur hinten USB-Anschlüsse besitzt, lässt sich der Player nicht ablegen, sondern baumelt an der kurzen USB-Leine. Aufgrund des geringen Gewichtes stellt dies aber kein Problem dar. Der Zen wird von Windows XP, Vista und im Test auch unter Linux automatisch als Wechseldatenträger erkannt und kann nun mit Songs befüllt werden – bequem per Drag&Drop über den Explorer oder mit der Software. Neben Titeln im MP3-Format unterstützt er auch WMA und ungeschütztes AAC sowie Hörbücher in den Audible-Formaten 2 und 3.

Nervige Navigation

Die Songs spielt er in alphanumerischer Reihenfolge ab, wobei einzelne Titel Vorrang vor Ordnern haben. Da der Zen bis zu drei Ebenen unterhalb des Hauptordners unterstützt, lassen sich die Dateien sortieren und in die gewünschte Reihenfolge bringen. Leider ist die Navigation innerhalb der Ordner verbesserungsbedürftig. So ist es unmöglich, während des Musikhörens durch die gespeicherten Songs zu stöbern: Der Zen legt bereits beim Scrollen ungefragt mit der Wiedergabe los und unterbricht somit das laufende Programm. Einzelne Titel werden nicht angegeben, stattdessen beschränkt sich die Anzeige auf Ordner.

Kleiner Player, großer Sound

Wie auch bereits bei anderen Creative MP3-Playern, wie dem Zen Vision:M oder Zen, kann der Hersteller in puncto Soundqualität wieder seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die mitgelieferten Ohrhörer reichen zwar für geringere Ansprüche aus, das wahre Potential lässt sich jedoch nur mit hochwertigeren Kopfhörern ausschöpfen. In diesem Fall wird der Besitzer mit einem noch besseren und klareren Klang belohnt. Um den Sound anzupassen, bringt der Player vier Equalizer-Einstellungen und einen Bass Boost mit, der leider etwas mager ausfällt. Der Lautsprecher ist auf jeden Fall ein nettes Feature und liefert – wie von Creative behauptet – einen wirklich klaren Klang. Dröhnende Bässe und satte Töne wird der Musikfan allerdings vermissen.
Der Kleine kann nicht nur Musik abspielen: Der Besitzer muss weder auf eine Sprachaufzeichnung noch auf ein FM-Radio mit 32 Speicherplätzen und automatischem Suchlauf verzichten. Leider lässt der Radioempfang zu wünschen übrig: Im Test konnte lediglich ein Sender in guter Qualität eingestellt werden – dies hat bei anderen Creative Geräten schon besser geklappt. Über das Mikrofon wird der Player außerdem zum praktischen Diktiergerät und schneidet im WAVE-Format mit. Die Aufnahmen können auch direkt über den gleichnamigen Menüpunkt angehört werden, der Klang ist in Ordnung. Uhrzeit und Datum zeigt das handliche Gerät ebenfalls an, zur Zeitmessung ist noch eine Stoppuhr dabei. Die versprochene Akkulaufzeit von bis zu 20 Stunden ist mehr als realistisch. Im Test hielt er sogar knapp 23 Stunden durch, bei mittlerer Lautstärke, mit Equalizer und ohne Bass Boost: ein sehr ordentliches Ergebnis. Bei der Wiedergabe über den Lautsprecher muss der Zen natürlich schneller aufgeladen werden.

Fazit: Großer Wurf mit kleinem Stein

Der Zen Stone Plus ist trotz seiner kompakten Maße ein kleines Klangwunder und überrascht in der Neuauflage mit einem recht guten Lautsprecher. Das Gerät wirkt rundherum sehr stabil und auch die Tasten sind gut verarbeitet, wobei die Bedienung auch "blind" funktioniert. Mit dem Gürtelclip oder dem Armband mausert sich der Player dank geringem Gewicht und erschütterungsunempfindlichen Flashspeicher zum idealen Begleiter beim Sport. Leider liefert Creative kein Ladegerät mit, sodass der Käufer entweder zusätzlich Geld ausgeben oder sich mit dem Laden per USB-Kabel zufrieden geben muss. Mit einem Preis von 49,90 Euro für die 2-GB-Variante ist der Zen rund 20 Euro günstiger als der iPod Shuffle mit gleich großem Speicher. Mit vier GB kostet er 69,90 Euro. Ohne Display ist der Player mit einem GB schon für 29,90 Euro zu haben, zwei GB kosten zehn Euro mehr.

Name: Zen Stone Plus
Hersteller: Creative
Internet: de.europe.creative.com
Preis: 2 GB: 49,90 Euro, 4 GB: 69,90 Euro
Technische Daten:
Schnittstelle: USB 2.0
Speicher: 2 oder 4 GB Flashspeicher
Abmessungen: ca. 5,6 x 3,6 x 1,8 Zentimeter
Gewicht: ca. 27 Gramm
Dateiformate: MP3, WMA, AAC, Audible
Lieferumfang: Player, Ohrhörer, USB-Kabel, Silikonhülle, Gürtelclip, Kurzanleitung
Besonderheiten: Lautsprecher, Radio, Aufnahmefunktion
Pro & Contra:
klein und handlich
günstiger Preis
guter Sound
zwei Speichergrößen zur Auswahl
einfache Bedienung
lange Akkulaufzeit
keine Software nötig
Ladegerät muss separat angeschafft werden
keine Aufnahme vom Radio möglich
etwas nervige Navigation während der Wiedergabe
Bewertung:
Klang (30%): gut
Laufzeit (20%): gut
Funktionsumfang (15%): befriedigend
Bedienung (15%): befriedigend
Formatunterstützung (10%): befriedigend
Gewicht/Maße (10%): sehr gut
Gesamtnote: gut (2,3)
Preis-Leistung: sehr gut

(Saskia Brintrup)

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