Testbericht

Test: Dells Mobil-Notebook Inspiron 640m

Das Inspiron 640m liefert Dell in zahlreichen Ausstattungsvarianten. Unser Testgerät lockt mit einer umfangreichen Ausstattung für unter 1.000 Euro.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Ein Notebook für unterwegs muss viele Ansprüche erfüllen: Es soll klein und leicht sein, lange fernab der Steckdose laufen und dennoch eine möglichst hohe Leistung bieten. Dell versucht mit dem 14,1-Zoll-Notebook Inspiron 640m den Spagat zwischen Schreibtisch- und Mobil-Notebook. Unser Testgerät hat viele Stärken - doch das Display glänzt dabei nicht im positiven Sinne.

Langer Atem

Unter dem Gehäuse steckt Intels Core 2 Duo mit 1,66 Gigahertz, dem ein Gigabyte DDR2-Speicher zur Seite stehen. Da sich der Grafikchip GMA 950 bis zu 228 Megabyte davon abzwackt, ist der Hautspeicher etwas knapp bemessen. Immerhin tickt der Speicher mit 667 Megahertz, wovon der Grafikchip profitiert, wie die 1610 Punkte im 3DMark03 belegen. Für aktuelle Spiele reicht das jedoch nicht aus, aber zum Daddeln ist das Notebook ohnehin nicht ausgerichtet. Das 14,1-Zoll-Gerät bewirbt Dell als "Mobil-Notebook". Mit einem Gewicht von 2,7 Kilogramm ist das 640m dafür aber etwas schwer. Einer der Gründe für das verhältnismäßig hohe Gewicht ist der große 85-Wattstunde-Akku (Wh), für den Dell allerdings 35 Euro Aufschlag verlangt.


Der 85-Wh-Akku ragt auf der Rückseite knapp zwei Zentimeter aus dem Gehäuse heraus, der ohne Aufpreis erhältliche 53-Wh-Akku schließt dagegen bündig ab. Wer dennoch in den großen Akku investiert, kommt in den Genuss einer sehr langen Laufzeit: Beim Arbeiten unter Windows schafft das 640m mit aktiviertem WLAN rund fünfeinhalb Stunden ohne Steckdose, bei der DVD-Wiedergabe hielt der Akku rund dreieinhalb Stunden durch. Beim Arbeiten läuft der CPU-Lüfter nur selten an; auch dann ist nur ein leises Rauschen zu vernehmen. Nervig ist dagegen die Festplatte, die für ein stetiges Surren sorgt - obwohl sie mit 5400 Umdrehungen pro Minute nicht schneller als die meisten anderen Notebook-Fesplatten rotiert.

Spieglein, Spielgein

Dem Bildschirm fehlt die Entspiegelung. Dadurch zeigt er kräftige Farben mit hohem Kontrast, die Reflexionen sind aber sehr stark – selbst in abgedunkelten Räumen sieht sich der Nutzer im Bild, wenn er etwa hinter einer hellen Wand sitzt. Hinzu kommt, dass der Blickwinkel außerordentlich schlecht ist. Schon bei geringen Kopfbewegungen verfälschen die Farben, zudem ist das Bild sehr ungleichmäßig ausgeleuchtet. Punkten kann das Display lediglich mit der hohen Auflösung von 1.440 x 900 Pixel, die für eine gute Übersicht auf dem 14,1-Zoll-Breitbildschirm sorgt. Das Gehäuse wirkt stabil und lässt kein Knarren beim Anheben vernehmen. Der Display-Deckel rastet beim Schließen problemlos im Gehäuse ein. Mit einer Höhe von knapp 3 bis 3,5 Zentimetern bei aufgeklapptem Display kommt das Gerät recht klobig daher, die Handballen liegen aber durch die nach vorne abgeflachte Gehäuseform beim Schreiben angenehm auf. Die Tastatur nutzt fast die gesamte Gehäusebreite und ist damit nicht kleiner als bei den meisten 15,4-Zoll-Notebooks. Sie bietet einen angenehmen Druckpunkt. Auch das Touchpad überzeugt dank der griffigen Oberfläche; lediglich die Maustasten sind mit ihrem weichen Anschlag etwas gewöhnungsbedürftig.

Anschlussfreudig

Für ein 14,1 Zoll-Gerät lässt das Inspiron 640m keine Anschlüsse vermissen, lediglich die Platzierung ist ungünstig. Da der Akku an der Rückseite liegt, bleibt hier lediglich Platz für zwei USB-Anschlüsse. Die Buchsen für VGA und TV sowie die restlichen Anschlüssen liegen auf den Seiten recht eng aneinander. Immerhin hat Dell noch Platz für einen Speicherkarten-Leser gefunden, der aber Compact-Flash-Karten verschmäht.

Optional gibt es für 17 Euro Aufpreis auch ein internes Bluetooth-Modul. Leider können WLAN und Bluetooth nicht separat über die Tastatur aktiviert werden. Der Anwender kann lediglich beide zusammen oder nur eine der Funkschnittstellen per Tastenkombination steuern. Die acht Tasten an der Front beschränken sich auf die Steuerung von Lautstärke sowie Audio- und Videowiedergabe. Letztere funktionieren jedoch nur mit der vorinstallierten Dell Media Home Software. Die Lautsprecher in der Front spielen laut auf und lassen sogar Bässe erahnen, scheppern aber stark.

Fazit:

Dells Inspiron 640m gefällt mit vielen Anschlüssen, guter Ergonomie und besonders durch die lange Akkulaufzeit. Getrübt wird das Bild durch die für ein 14-Zoll-Gerät etwas sperrigen Maße und das hohe Gewicht, was die meisten Anwender jedoch verschmerzen dürften. Ärgern wird viele dagegen das schlechte Display - besonders beim Einsatz unterwegs oder draußen unter freiem Himmel. Das 640m gibt es in abgespeckter Ausstattung bereits ab 749 Euro.

Name: Dell 640m
Hersteller: Dell
Internet: www.dell.de
Preis: 978,- Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Centrino Core 2 Duo T5500 mit 1,66 GHz, 2 MB-L2-Cache, FSB 667 MHz
Grafikkarte: Intel GMA 950
Bildschirm: 14.1-Zoll WXGA+ (1.440 x 900 Bildpunkte)
Batterie: Li-Ion, 85 Wh, 3 Std. 40 Min. Laufzeit
Speicher: 2 x 512 MB DDR2, 667 MHz
Festplatte: 2,5-Zoll Western Digital, 120 GB, 5400 U/min, 8MB Cache
Laufwerk: DVD+/-RW-Laufwerk
Soundkarte: Sigmatel High Definition
Kommunikation: 100 MBit-LAN, WLAN (802.11b und g), Bluetooth 2.0 (17 Euro Aufpreis), 56K-Modem
Betriebssystem: Windows Vista Home Premium
Abmessungen: 33 cm x 24,3 cm x 3,8 cm (B x T x H), 2,7 kg
Anschlüsse: Kopfhörer, Mikrofone, Line-In, Modem, LAN, 4 x USB 2.0, FireWire, TV Out (S-Video), PCMCIA Typ II, VGA, Kartenleser (MMC, SD, xD, Memory Stick Pro)
Benchmarks: 3DMark03: 1.610
PCMark05: 2.871
Garantie: 2 Jahre (erstes Jahr mit Abholservice)
Pro & Contra
Sehr lange Laufzeit
Viele Anschlüsse
Hohe Display-Auflösung
Spiegelndes Display
Recht schwer
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): befriedigend
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): ausreichend
Akkulaufzeit (20%): sehr gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,45)
Preis-Leistung: gut


(Klaus Wiesen)

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