Testbericht

Test: Dell Inspiron 6000 - Solide mit kleinen Macken

Das Dell Inspiron 6000 im onlinekosten.de-Test: Ordentliche Verarbeitung und eine gute Rechenleistung. Doch es gibt auch was zu meckern.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com
Ein Notebook der 1.000-Euro-Klasse, das Multimedia tauglich ist und nicht von einem Discounter stammt? Sowas gibt es. Der Online-Versender Dell möchte den Markt preiswerter Einstiegsrechner nicht der Konkurrenz überlassen. Das neue Inspiron 6000 ist eine gelungene Alternative zu Billig-Angeboten aus dem Supermarkt, aber nicht ganz ohne Schönheitsfehler.

Built to Order

Im Onlineshop kann man sich die Ausstattung des Notebooks nach den eigenen Bedürfnissen zusammenstellen. Bei dem Testrechner entscheiden wir uns für einen Pentium M 730 mit 1,6 Gigahertz, zwei Megabyte Level-2-Cache und einem Frontside-Bustakt von 533 Megahertz. Die empfohlenen 512 Megabyte Arbeitsspeicher scheinen genug.

Zusätzlich spendieren wir unserem Dell ein etwas leistungsfähigeres SXGA+-Display, eine größere Festplatte und einen DVD-Brenner. Auf den drei Jahre internationalen Vor-Ort-Service und Online-Training verzichten wir, das spart immerhin 380 Euro. Stattdessen geben wir uns mit einem Jahr Abhol-Reparatur-Service zufrieden.

In dieser Konfiguration kostet unser Inspiron 1.069 Euro. Doch bevor das Gerät auf dem Schreibtisch unserer Redaktion landet, vergehen ganze vier Wochen. Der Grund dafür ist ein bisschen kurios: Dell erklärt, unser Inspiron gehöre zu den ersten ausgelieferten Exemplaren seiner Gattung und sei deshalb besonders gewissenhaft getestet worden. Wie schön war die Zeit, als Produkte tatsächlich noch vor Markteinführung getestet wurden und die ersten Kunden nicht als Beta-Esel herhalten mussten.

Schlechter Start

Inzwischen versichert der Versender, die Inspiron 6000 Serie sei jetzt in der Regel innerhalb von acht bis zehn Werktagen lieferbar. Für uns ein schwacher Trost, zumal sich Dell mit dem Abbuchen weniger Zeit gelassen hat: Bereits nach einer Woche war der Rechnungsbeitrag abgebucht, doch das Notebook ließ noch einiges auf sich warten. Kein guter Start also.

Als das sehnsüchtig erwartete Notebook dann endlich eintrifft, sind wir fast wieder versöhnt. Auf den ersten Blick macht das Inspiron einen guten Eindruck. Das von früheren Dells bekannte, unscheinbare Plastikgesicht hat das Inspiron 6000 abgelegt: Deckel und Oberseite sind silbern mit weißem Rand, die Unterseite ist in Schwarz gehalten.

Schick und solide

Ziemlich schick, doch wichtiger für uns ist der stabile erste Eindruck des Gehäuses. Der Kunststoff gibt kaum nach, auch das bei vielen Notebooks übliche Knacken beim Anheben ist nicht zu hören. Einen kleinen Schnitzer bei dem Gehäusedesign hat sich Dell aber doch geleistet: Bei herausgenommenem Akku kippelt das Notebook leicht, da ein Standbein fehlt.

An der Gehäusefront befinden sich sieben kleine Tasten mit Audio- und Videofunktionen. Ebenfalls vorne liegen die Stereo-Lautsprecher. Sie sind für ihre Größe erstaunlich laut. Sogar eine Andeutung von Bässen ist zu vernehmen. Bei höheren Lautstärken scheppert das Gehäuse jedoch störend. Im Unterschied zu anderen Sonoma-Notebooks setzt Dell bei dem Inspiron 6000 nicht auf Intels High-Defintion-Audio, sondern auf den günstigeren AC97-Chip von Sigmatel. Wer das Notebook nicht an einer hochwertigen HiFi-Anlage betreiben will, wird den Unterschied aber kaum merken.

Kein Soundgigant

Trotzdem stand Soundperformance wohl nicht sehr weit oben auf der Liste der Inspiron-Designer. Die Lautsprecher werden beim Tippen von den Unterarmen komplett verdeckt. Dafür liegen die Unterarme dank der abgerundeten Gehäusefront beim Schreiben angenehm auf. Die Tastatur hat einen harten Anschlag und verbiegt sich kaum. Auch das Touchpad macht keine Probleme, durch die leicht raue Oberfläche bietet es auch schwitzigen Fingern guten Kontakt.

Das 15,4 Zoll breite Display unseres Testgerätes bietet mit einer SXGA+ Auflösung von 1680 mal 1050 Pixeln eine schön große Arbeitsfläche. Es ist zwar ausreichend hell, doch leider ungleichmäßig ausgeleuchtet. Das kann störend wirken. Der Kontrast ist gut, der Blickwinkel nur durchschnittlich.

Innere Werte

Das Gespann aus Pentium M 1,6 Gigahertz, Alviso-Chipsatz und Dual-Channel-Speicher liefert eine gute Performance. Der Speicherdurchsatz beträgt 2,7 Gigabyte, und die Festplatte transferiert durchschnittlich 28 Megabyte pro Sekunde. Auch der DVD-Brenner von NEC beschreibt DVDs anstandslos in achtfacher Geschwindigkeit, Double-Layer-Medien werden im 2,4-fachen Tempo gebrannt.

Dank Intels neuem GMA-900 Grafikchip reicht die 3D-Performace trotz Onboard-Grafik auch für gelegentliches Spielereien aus: Im 3DMark01 erzielte das Inspiron 4381 Punkte. Für neuere DirectX9-Titel reicht die Performance allerdings nicht mehr, wie die 922 Punkte im 3DMark03 belegen.

Tiefgekühlt

Für ein Pentium M Gerät ungewöhnlich und zudem völlig unnötig ist, dass der Lüfter ständig rotiert. Zwar mit einem angenehm tiefen und konstanten Geräuschpegel, aber hörbar. Erhöht sich unter extremer Auslastung die Drehzahl, wird es allerdings störend. Auch bei geringer Auslastung gönnt sich der Lüfter keine Pause, obwohl die CPU-Temperatur meistens bei unter 30 Grad liegt. Eine Nachfrage bei Dell ergab, dass es sich hier um ein bekanntes Problem handelt. Es tritt bei allen Geräten der Inspiron 6000 Serie auf und wurde bisher noch nicht gelöst. Schon bei älteren Dell-Notebooks wie dem Inspiron 5150 trat der Fehler auf, hier wurde er kürzlich durch ein Bios-Update behoben.

Deutlich weniger Krach macht die Festplatte von Toshiba. Sie rotiert mit 5400 Umdrehungen und bietet 16 Megabyte Cache. Zum gleichen Preis hat Dell eine Platte mit 7200 Umdrehungen pro Minute im Angebot, die schneller und damit auch etwas lauter sein dürfte.

Anschlussfrage

Dell ist dafür bekannt, seine Notebooks nur sehr spartanisch mit Schnittstellen auszustatten. Auch das Inspiron 6000 bringt da leider nur das Nötigste mit: Ein WLAN-Modul gehört zwar zur Grundausstattung des Rechners, allerdings fehlen sowohl eine Infrarotstelle als auch Bluetooth-Unterstützung. Immerhin lässt sich der Blauzahn gegen einen moderaten Aufpreis nachrüsten.

Von den vier USB2.0-Ports befinden sich jeweils zwei an der rechten Seite und am Rücken des Gehäuses. Die Ports sind so ungeschickt angeordnet, dass sie zu dicht übereinander liegen: Ein angeschlossener USB-Stick verdeckt so den zweiten Port. Der Speicherkartenleser liest lediglich SD-Karten, sogar die eigentlich kompatiblen MMC-Karten werden verschmäht. Als Soundausgang dient nur ein analoger Ausgang. Ein SPDIF-Ausgang ist nicht vorhanden. Auch ältere Schnittstellen wie PS/2- und Parallel-Port fehlen.

Energiebedarf

Fernab der Steckdose kommt das Testgerät mit 80 Wattstunden Akku auf eine Laufzeit von maximal fünf Stunden. Die Laufzeit bei DVD-Wiedergabe liegt bei etwas über drei Stunden. Dell liefert das Inspiron 6000 in der Basiskonfiguration nur mit einem 53 Wattstunden Akku, durch den sich die Laufzeit um etwa ein Drittel verkürzt. Wer mit dem Gerät viel unterwegs ist, sollte daher zu dem 23 Euro teureren 80-Watt Akku greifen. Das Gewicht des Notebooks erhöht sich dann um 200 Gramm auf rund 3,2 Kilo. Das ist für ein Centrino-Notebook relativ schwer.

Das Inspiron 6000 leistet sich keine außergewöhnlichen Schwächen. Die Verarbeitung ist durchweg gut, und auch die Performance kann überzeugen. Allerdings stören kleine Details: Der ständig laufende Lüfter, die sparsame Schnittstellenaustattung und die nur durchschnittliche Akkulaufzeit - trotz des großen und schweren Akkus. Auch durch das recht hohe Gewicht ist das Gerät nur eingeschränkt mobil.

Fazit

Dennoch macht das Inspiron 6000 einen guten Gesamteindruck. Wer einen Grafikchip mit eigenem Grafikspeicher benötigt, kann das Notebook auch mit dem ATI X300 erwerben, dessen 3D-Performance jedoch nicht entscheidend höher als die des Intel GMA-900 ist. Doch lohnt sich ein Vergleich. In der Preisklasse unseres Testgerätes, das in dieser Austattung 1069 Euro kostet, gibt es viel Konkurrenz: So sollten Interessenten auch einen Blick auf die Modelle von Asus und Acer werfen.

Wertung
  stabiles Gehäuse
  flotte Anwendungsperformance
  hochauflösendes Display

  ständig laufender Lüfter
  wenige Anschlüsse
  relativ hohes Gewicht
Gesamturteil: "gut"
Preis/Leistung: "gut"




Datenblatt Dell Inspiron 6000
Display: 15,4 Zoll (1680 mal 150 Pixel)
Prozessor: Intel Pentium M 1,6 Gigahertz, 533 MHz Bustakt (Speedstep 800 MHz)
Biosrevision: Version A03
Chipsatz: Intel i915 GM
Speicher: 2 x 256 MB DDR2-Ram (400 MHz)
Festplatte: Toshiba MK6026GAX 60 GB, 5400U/min, 16MB Cache
Laufwerk: NEC-ND6500 A Lesen DVD: 8x; Schreiben DVD+/-: DL-R: 2,4x R:8x RW: 2,4x; Schreiben CD: R:24x RW:16x Lesen:24x
Grafikkarte: Intel GMA-900 bis zu 128 Megabyte Videospeicher
Schnittstellen: 1 x PCMCIA Typ II
4x 4-polige USB-2.0-Anschlüsse
TV-Ausgang (S-Video-Ausgang)
IEEE 1394 (Firewire)
Integriertes SD-Kartenlesegerät
VGA-Videoanschluss
10/100 Ethernet-LAN: RJ-45-Anschluss
56K/V.92-Modem: RJ-11-Anschluss
Audioanschlüsse: Stereo-Line-Out (externe Lautsprecher/Kopfhörer) und externer Mikrofoneingang (Mono)
WLAN: Intel Pro Wireless 2200 LAN 802.11g
Sound: Sigmatel STAC9750 AC\'97
Akkulaufzeit: Büroanwendung: 4:55min DVD-Wiedergabe: 3:11min
Benchmarks: 3DMark03: 922
3DMark01: 4381
Sisoft Sandra 2005:
CPU: ALU: 6867 MIPS FPU:2217 MFLOPS mit iSSE2: 2831 MFLOPS Integer: 15190 it/s Floating Point: 16740 it/s
Speicher: Int Buff\'d: 2731 MB/s, Float Buff\'d 2747 MB/s
Festplatte: Laufwerksindex 28 MB/s
Software: Windows XP Home Edition; Microsoft Works 7.0; Sonic RecordNow! und MyDVDTM; Cyberlink PowerDVD
Garantie: 1 Jahr Abhol-Reparatur-Service

(Klaus Wiesen)

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