Testbericht

Test Creative MuVo NX: MP3-Luxusplayer im Miniformat

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Der MuVo-Nachfolger NX führt die Tradition des kleinen Stickplayers fort und hebt sich dank zahlreicher Features von der Billigkonkurrenz wohltuend ab.

Eine Frage des Designs

Schon die teilweise transparente Transportverpackung verspricht ein hochwertiges Produkt, schöner kann man einen Player kaum präsentieren. Packt man das kleine Paket aus, so findet man in der Verpackung neben dem Player, der nicht größer als ein kleines Feuerzeug ist, zwei Batteriefächer, ein Trageband samt Halterung, Kopfhörer, eine Software-CD und die notwendige Batterie, um mit dem Musikgenuss starten zu können.

Zwar ist damit das Paket kaum größer als bei billigen Stickplayern, doch die Qualität liegt weit über dem gewohnten Maß. Die beiden Batteriefächer sind nicht nur robust, sie sehen auch sehr schick aus und sorgen für eine auffallend andere Form - dieser Player gehört eindeutig nicht der Sigmatel-Fraktion an.

Bedienkomfort

Doch nicht nur das Design spricht für den neuen MuVo NX, auch die Bedienung ist dank des Multifunktionsrads spielend einfach. Das Multifunktionsrad erlaubt dabei natürlich nicht allein die Wahl des Musikstücks, auch die Menünavigation erfolgt über die Wippe.

Daneben verfügt das Gerät über zwei getrennte Regler zur Steuerung der Lautstärke, wodurch diese schnell und einfach kontrollierbar ist. Eine seperate Start/Pause-Taste ist ebenfalls vorhanden, die Taste wird ebenfalls zum An- und Ausschalten des Geräts benötigt.

Displaydetails

Im Vergleich zum ersten MuVo fällt das Display dem aufmerksamen Betrachter sofort ins Auge. Creative ist es gelungen, das hochauflösende Display bestens zu nutzen. Es leuchtet in einem satten Blauton und liefert beispielsweise den ID3-Tag zum aktuellen Track.

Zudem erleichtert das Display die Steuerung der vielen Eigenschaften enorm. Anders als bei den Sigmatel-Geräten nutzt der MuVo ein schön gestaltetes grafisches Menü, das nicht nur Text, sondern auch Icons enthält.

Viele Zusatzfunktionen

Eine saubere Gestaltung des Menüs ist auch notwendig, denn das Gerät strotzt nur so vor Zusatzfunktionen. So besitzt es einen Equalizer, der nicht nur voreingestellte Settings beinhaltet, man kann für die perfekte Ansteuerung fremder Kopfhörer auch ein eigenes Profil erstellen.

Zudem ist eine einfache Ordnersteuerung enthalten - im Menü ist ein Eintrag vorhanden, mit dem man einen Ordner überspringen kann. Die Displayanzeige ist daneben um 180° rotierbar, das Menü erlaubt das Einstellen diverser Energiesparfunktionen und natürlich ist auch ein Mikrofonmodus zur Aufnahme von Sprachclips enthalten. Ein weiterer Eintrag erlaubt das Aktivieren der Hold-Funktion, die allerdings keinen Hardwareschalter besitzt.

Interessantes Hardwarekonzept

Weiterhin interessant ist das Hardwarekonzept, der MuVo NX besteht ebenfalls aus zwei Teilen. Ein Batteriefach für eine AAA-Batterie liefert die benötigte Spannung, während der eigentliche Player kleiner als ein normales Feuerzeug ist. Möchte man den Player an den PC anschließen, so steckt man den MuVo NX direkt an den USB-Port, das Batteriefach wird hierzu nicht benötigt.

Ebenfalls sehr interessant ist der M-Port, eine neue Anschlussmöglichkeit, die einige Creative-Boxensets besitzen. Über die neue Schnittstelle kann man die Musik des MuVo NX direkt auf das Boxenset übertragen, ohne dass man einen PC benötigt.

Benutzung in der Praxis

Beim täglichen Einsatz erweisen sich viele der Funktionen als sehr nützlich. Wer beispielsweise mit dem Armgurt und der Halterung joggt, der wird die Möglichkeit lieben, die Anzeige rotieren zu können, andernfalls wäre die Anzeige falsch herum. Auch die Steuerung der Lautstärke ist fein unterteilt und somit sehr präzise.

Sinnvoll ist zudem die Idee, beim Drücken der Start/Pause-Taste einen Balken durchlaufen zu lassen, der zeigt, wie lange man die Taste gedrückt halten muss, um das Gerät auszuschalten. Etwas ärgerlich ist dagegen die Hold-Funktion, dir nur über eine Softwareabfrage an- und abschaltbar ist.

Gute Software

Ebenfalls neu ist der Nachfolger des Creative Play Centers, das nicht in allen Soundlagen überzeugen konnte. Die neue Media-Source-Software ist auf die digitalen Audioplayer von Creative bestens optimiert und erlaubt das direkte Übertragen von Musikstücken auf den MuVo NX.

Sehr interessant ist zudem die SmartFit-Funktion. Die Software ist in der Lage, ausgewählte Musikstücke neu zu encodieren, um den Platz des MuVo NX perfekt ausnutzen. Dabei stehen sowohl das WMA als auch das MP3-Format zur Verfügung, beide Formate versteht der Creative-Winzling.

Firmwarefehler?

Perfekt ist der kleine Winzling allerdings bislang nicht. Gleich mehrere Fehler trüben den guten Eindruck. So ist es im Test wiederholt vorgekommen, dass sich das Gerät einfach abgeschaltet hat, wenn man mehrere Tasten nacheinander betätigte - das Gerät zeigt plötzlich eine Batteriewarnung an und schaltet sich ab - trotz voller Batterie.

Unangenehm fällt auch ein Störgeräusch auf, das durch die Hintergrundbeleuchtung ausgelöst wird. Sobald das Display blau leuchtet, hört man ein leises Pfeifen in den Kopfhörern. Man tut daher gut daran, eine kurze Beleuchtungsdauer auszuwählen, nur so erspart man sich ein langes Pfeifgeräusch.

Unglücklich gelöst ist auch das Navigieren zwischen den Musikstücken. Drückt man das Scrollrad wiederholt schnell in eine Richtung, so überspringt er nicht etwa die nicht gewollten Stücke, sondern spielt trotzdem jedes Musikstück kurz an - teilweise sogar doppelt.

Und der Klang?

Der Klang des Geräts ist grundsätzlich sehr gut, die Töne sind sauber aufgelöst und sind relativ dynamisch. Allerdings wirkt das Klangfeld etwas eingeschränkt, der Klang-Referenzplayer von Thomson hinterlässt den Eindruck, dass die unterschiedlichen Instrumente weiter voneinander im Raum positioniert sind - die räumliche Trennung einzelner Instrumente ist bei der aktuellen Thomson Lyra-Serie besser geglückt.

Abzüge muss der Creative MuVo NX zudem für den schlechten Equalizer hinnehmen. Stellt man beispielsweise den Bassbereich deutlich lauter, so hebt er nicht etwa diesen Bereich an, er senkt die anderen Bereiche ab. Dies ist allerdings kontraproduktiv, da man für eine akzeptable Lautstärke bereits etwa 80-90 Prozent der Verstärkerleistung benötigt - eine Absenkung führt daher schnell dazu, dass die gewollte Ziellautstärke nicht erreichbar ist. Die voreingestellten Profile sind dagegen sehr gut und zeigen dieses Phänomen sogar teilweise nicht.

Fazit - gut und verbesserungswürdig

Grundsätzlich ist der MuVo NX eine feine Sache. Das Design, das Display, die Qualität und auch der Klang sprechen für das Gerät. Allerdings muss Creative dafür sorgen, dass über ein Firmwareupdate die gröbsten Fehler beseitigt werden. Gerade das relativ langsame Navigieren und der merkwürdige Equalizer sind über ein Softwareupdate leicht korrigierbar.

Insgesamt merkt man dem MuVo NX an, dass die Creative-Ingeneure versucht haben, sich von der Masse der Stickplayer abzusetzen. Dies ist größtenteils gelungen, sorgt jedoch dafür, dass der Preis ebenfalls nicht gerade günstig ist. Die 128 MByte-Version dürfte im Laden rund 150 EUR kosten, für die 256 MByte-Version muss man nochmals etwa 40 EUR zusätzlich zahlen.

(Alexander Moritz)

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