Testbericht

Test: Blu-ray-Notebook zum Low-Budget-Preis

Mit dem EasyNote TN65 hat Packard Bell ein 16:9-Notebook im außergewöhnlichen Design herausgebracht. Onlinekosten.de hat sich den günstigen 15,6-Zöller in die Redaktion geholt.

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Packard Bells Antwort auf das Acer Gemstone Blue Notebook mit Blu-ray-Laufwerk nennt sich EasyNote TN65. Das Acer Gerät in der Ausführung Aspire 6920 hat die Redaktion von onlinekosten.de bereits getestet. Nun muss sich auch das rund 400 Euro günstigere Modell von Packard Bell den Testkriterien stellen. Wie schneidet das Modell im filmfreundlichen 16:9-Format ab?

Außen matt, innen glänzend

Das EasyNote TN65 muss sich den Markt mittlerweile mit mehreren Modellen mit 16:9-Display teilen, sticht aber mit seinem ungewöhnlichen Design hervor. Von außen ist das Gehäuse grau und mit einer Art Wabenstruktur versehen, die dem Rechner einen robusten Outdoor-Look verleiht. Trotzdem wirkt er nicht klobig: Die Kanten sind schön abgerundet und auch die abstehenden Scharniere sorgen für ein "leichtes" Aussehen.

Der Vorteil des Gehäuses ist die matte, fingerabdruckresistente Oberfläche, was bei Multimedia-Notebooks fast schon Seltenheitswert genießt. Innen glänzt es allerdings wieder, sowohl auf dem Display als auch rundherum. Die Einfassung um die Tastatur besteht aus gebürstetem, schwarzen Aluminium und umgibt außerdem das Touchpad, das als Blickfang ausnahmsweise rund ist. Im Paket befinden sich ansonsten noch das Netzteil, ein gedrucktes Handbuch und Recovery-CDs des Betriebssystems Windows Vista Home Premium. Hierfür könnte man Packard Bell fast einen Pluspunkt gutschreiben – meistens wälzen die Hersteller die Anfertigung der Wiederherstellungs-Dateien auf den Nutzer ab.

Centrino 2 und vier GB Arbeitsspeicher

Das Notebook basiert auf der Intel Centrino 2-Plattform und ist mit einem Intel Core 2 Duo T5800 Prozessor mit 2,0 Gigahertz (GHz) bestückt. Dieser packte im Test 96 JPG-Fotos (235 Megabyte) mit dem Programm 7-Zip in 15 Sekunden und ist somit etwa 15 Prozent schneller als der Desktop-Prozessor Athlon X2 5000+ von AMD mit 2,6 GHz. Zusätzlich befinden sich vier Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher im Gehäuse. Leider kann der Rechner diese aber nicht voll nutzen, da Vista hier in der 32 Bit-Version zum Einsatz kommt. Für ausreichenden Speicherplatz sorgt eine 250-GB-Festplatte. Um die Grafikleistung kümmert sich eine ATI Radeon HD 3430 Grafikkarte mit 256 Megabyte eigenem Speicher. Die Karte richtet sich an Einsteiger und nicht an Fans von aktuellen und aufwendigen 3D-Spielen. So lässt sich zwar zum Beispiel eine Runde Command & Conquer 3 Tiberium Wars mit mittleren Details in der höchstmöglichen Auflösung spielen, bei DirectX-10-Games wie Devil May Cry 4 sieht dies allerdings anders aus. Hier erreichte sie im Benchmark-Test nur rund 17 Frames pro Sekunde bei 1.280x720 Bildpunkten – flüssiges Spielen ist daher nicht möglich.

Filmvergnügen

Der Grafikchip dient daher in erster Linie zur Wiedergabe von Multimedia-Dateien und bringt auch einen HDMI-Ausgang mit, um einen Flachbildfernseher anzuschließen. Dies ist vor allem für diejenigen Nutzer praktisch, die ein TV-Gerät mit Full High Definition Auflösung besitzen und die Blu-ray-Filme über das integrierte Laufwerk bequem im Wohnzimmer ansehen möchten. Eine entsprechende Abspielsoftware (TotalMedia Theatre) ist dabei, der Blu-ray-Spieler kann außerdem noch CDs und DVDs brennen. Ansonsten sind noch Microsoft Works 9 und Photoshop Elements 6 vorinstalliert.

Das 15,6-Zoll-Display des TN65 beschränkt sich auf 1.368x768 Bildpunkte. Die Oberfläche ist wieder einmal glänzend, bei ungünstigem Lichteinfall sieht der Nutzer daher vor allem eins: sich selbst. Ansonsten kann er sich über strahlende Farben und eine gute Qualität freuen. Bei den Blickwinkeln zeigt sich das übliche Bild, sprich, bei seitlichem Blick bleibt die Darstellung länger stabil als beim vertikalen Einfallswinkel.

Wenige Schnittstellen

Oberhalb des Displays befindet sich noch eine VGA-Webcam für Videochats und Schnappschüsse. An der Vorderseite sind Eingänge für Mikrofon und Kopfhörer sowie ein 4-in-1 Kartenleser integriert, links und auf der Rückseite liegen jeweils zwei USB-Ports, um Peripheriegeräte wie eine Maus oder eine externe Festplatte zu verbinden. Zu den Kommunikationsschnittstellen zählen LAN, WLAN 802.11 a/g/n sowie Bluetooth. Neben dem bereits erwähnten HDMI-Anschluss ist ansonsten noch ein digitaler DVI-Ausgang für Monitore vorhanden. Worauf Packard Bell allerdings verzichtet hat, sind Audio-Ausgänge für ein Lautsprechersystem. Gerade bei einem Blu-ray-Modell sollte man diese jedoch erwarten können, um die 5.1/7.1-Soundanlage anzuschließen. Die eingebauten Lautsprecher liefern einen passablen, aber bassarmen Klang, an die Qualität von Spitzenmodellen – wie zum Beispiel im Qosmio G50 von Toshiba – reichen sie bei weitem nicht heran. Wer das Notebook auch zum Arbeiten nutzen möchte, wird sich vor dem Kauf die Tastatur genauer ansehen. Auch hier weicht der Hersteller vom üblichen Design ab und hat für die Beschriftung der schwarzen Tasten eine besonders schmale Schriftart verwendet. Die Tastatur hat fast die Ausmaße eines herkömmlichen Desktop-Exemplars und verfügt zusätzlich über einen separaten Nummernblock. Das Tippen ist recht angenehm, allerdings sitzen die Tasten sehr eng beieinander und sind daher weniger gut zu erfühlen. Was fehlt, sind spezielle Buttons für die Wiedergabe der Multimedia-Inhalte, so wie sie bei Entertainment-Laptops häufig zu finden sind. Das Blu-ray-Notebook von Acer bringt hierzu sogar eine eigene Steuerkonsole mit. Das Touchpad ist wiederum schön griffig und auch die Maustasten, die nahtlos in die Handballenauflage übergehen, funktionieren einwandfrei.

Kein Marathonläufer

Beim Akku handelt es sich um ein 6-Zellen-Exemplar, das laut Packard Bell bis zu zwei Stunden mit einer Aufladung auskommen soll. Im Test mit der Software Battery Eater schaffte er 165 Minuten. Dieser Wert entspricht der längsten Laufzeit im Stromsparmodus beim Lesen von Textdokumenten, wobei das Display permanent eingeschaltet war. Die kürzeste Laufzeit unter Vollast lag bei 70 Minuten. Im DVD-Betrieb mit Sound-Ausgabe über Kopfhörer sind rund 120 Minuten möglich. Insgesamt geht dem TN65 aber zu schnell die Puste aus.

Fazit: Blu-ray zum Toppreis

Mit dem Verzicht auf die übliche Klavierlack-Optik sorgt das EasyNote TN65 für eine optische Abwechslung. Technisch ist es vor allem auf die Wiedergabe von Multimedia-Inhalten abgestimmt und bringt dazu zum Beispiel ein 16:9-Display mit. Mit einem vom Hersteller empfohlenen Preis von 799 Euro ist das Notebook eines der günstigsten Modelle mit Blu-ray-Laufwerk. In Onlineshops ist es schon ab rund 730 Euro zu haben. Zwar fehlen Details wie spezielle Steuertasten und Audio-Ausgänge, für preisbewusste Filmfans, die Blu-ray zum Mitnehmen wünschen, ist das Packard Bell Gerät aber definitiv eine Überlegung wert.

Name: EasyNote TN65
Hersteller: Packard Bell
Internet: www.packardbell.de
Preis: UVP 799 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core 2 Duo Prozessor T5800 mit 2,0 GHz
Grafikkarte: ATI Mobility Radeon HD 3430 mit 256 MB
Bildschirm: 15,6 Zoll 16:9 (1.366x768 Pixel)
Batterie: Lithium-Ionen-Akku: Laufzeit: 70 Minuten unter Vollast / 165 Minuten maximal (WLAN aus) / 122 Minuten DVD-Betrieb
Speicher: 4 GB (2 + 2 GB DDR2)
Festplatte: 250 GB
Laufwerk: Blu-Ray/DVD±RW Dual Layer Combo Drive
Soundkarte: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: LAN, WLAN (802.11b/g/n), Bluetooth
Betriebssystem: Windows Vista Home Premium
Abmessungen: BxTxH in cm: 38x23,5x3,9, ca. 2,9 Kilogramm
Anschlüsse: 4x USB, HDMI, DVI, Kartenleser, Mikrofon, Kopfhörer, ExpressCard
Benchmarks: Vista Leistungsindex: CPU: 4,9 RAM: 4,8 / 2D: 3,9 / 3D: 3,9 / HDD: 5,2
3DMark03: 3.822
3DMark06: 1.732
PCMark05: 4.726
Garantie: zwei Jahre
Pro & Contra
kompakt und leicht
gutes Display
Blu-ray-Laufwerk und Webcam
günstiger Preis
einfallsreiches Design
wenig Anschlüsse
Display spiegelt
schwacher Akku
Bewertung:
Geschwindigkeit (25%): gut
Ausstattung (25%): gut
Ergonomie (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): ausreichend
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,4)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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