Testbericht

Test: AVM Fritz!Fon 7150

Nachdem das Fritz!Fon 7150 auf der diesjährigen CeBIT für Schlagzeilen sorgte, ist es nun erhältlich. onlinkosten.de hat das neue All-in-One-Gerät getestet.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Auf der CeBIT sorgte es für Schlagzeilen, seit 21. November ist das Fritz!Fon 7150 bei ausgewählten Providern erhältlich. Wir berichteten über den Marktstart, jetzt liefern wir den ausführlichen Test des neuen Kombi-Gerätes von AVM, das ADSL2(+)-Modem, WLAN-Router, DECT-Telefon und VoIP-Telefonanlage in einem Gehäuse vereint.

Fritz!Box als Plattform

Optisch hat das neue Fritz!Fon 7150 nicht viel mit einem klassischen DSL-Router gemeinsam. Die Form erinnert auf dem ersten Blick eher an ein schnurloses Telefon mit großer Basisstation. Erst bei genauer Betrachtung fallen der USB-, der Netzwerk- und der Kombi-Anschluss für DSL sowie Telefonanschluss auf. Damit dürfte klar sein, wofür das Fritz!Fon 7150 noch alles genutzt werden kann.

Für die Konfiguration der DSL-, VoIP- und Netzwerk-Funktionen muss das Gerät an einen PC oder Notebook angeschlossen werden. Wahlweise kann das kabelgebunden über die LAN- oder schnurlos über die bereits aktivierte WLAN-Schnittstelle erfolgen. Aus Sicherheitsgründen ist die Funkverbindung verschlüsselt, der dazugehörige WPA-Netzwerkschlüssel befindet sich auf dem Aufkleber an der Unterseite.

Technisch sind WLAN-Verbindungen nach IEEE802.11b und 802.11g mit WPA2-Verschlüsselung möglich. Unterstützt die WLAN-Netzwerkkarte ebenfalls IEEE802.11g++, dann erreicht die Verbindung im so genannten Turbo-Modus sogar theoretisch 125 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Wer komplett auf eine Funkverbindung verzichten möchte, der kann per Knopfdruck WLAN einfach ausschalten. Der integrierte und werksseitig eingeschaltete DHCP-Server vergibt automatisch eine IP-Adresse und der Anwender kann durch die Eingabe von "Fritz!Box" im Internet Browser komfortabel das Webinterface aufrufen.

Gleiche Funktionalität

Das Konfigurationsmenü ist im Prinzip identisch aufgebaut wie bei der aktuellen Fritz!Box auch. Es gibt lediglich wenige Unterschiede: Die Betriebsart, die Aufnahmelänge, die PIN und die Anzahl der Klingeltöne bis zur Aktivierung des Anrufbeantworters kann bei Bedarf auch über das Konfigurationsmenü eingestellt werden. Der Anschluss von schnurgebundenen Telefonapparaten ist dagegen nicht vorgesehen, weshalb ein entsprechendes Menü für die Konfiguration fehlt. Dafür können den maximal sechs Mobilteilen aber Rufnummern zugeteilt werden, auf die sie reagieren beziehungsweise mit denen telefoniert werden kann. Das kann sowohl eine analoge Rufnummer, eine MSN oder eine VoIP-Nummer sein.

Zusätzliche Funktionen wie das Anschließen eines Druckers oder einer externen Festplatte an die USB-Schnittstelle, das Einstellen eine Weckrufs, die Einrichtung des Push Services für das regelmäßige Versenden von Verbindungs- und Nutzungsinformationen an eine hinterlegte E-Mail-Adresse oder das Einschalten der Nachtschaltung sind geblieben. Bei der Verwendung des USB 1.1-Anschlusses werden maximal drei Massenspeicher oder zwei Massenspeicher und ein Drucker unterstützt. Die angeschlossenen Geräte sind dann über LAN, WLAN oder das Internet erreichbar. Installation und die Freigabe sind dabei sehr einfach und selbsterklärend, so dass auch Neulinge problemlos damit umgehen können. Das Fritz!Fon 7150 ist neben DSL-Modem aber auch ein Basisstation für bis zu sechs DECT-Telefone, über die gleichzeitig bis zu zwei Gespräche geführt werden können. Durch die Unterstützung von GAP (Generic Access Profile) können sogar Mobilteile anderer Hersteller am Fritz!Fon 7150 genutzt werden. Die Funktionen beschränken sich dann aber auf das Telefonieren, herstellerspezifische Zusatzfunktionen werden nicht unterstützt. Im Preis von 249 Euro ist übrigens nur ein Mobilteil enthalten.

Integrierter Anrufbeantworter

Damit dem Nutzer keine Nachrichten entgehen, verfügt die Basisstation zusätzlich über einen integrierten, digitalen Anrufbeantworter, der hauptsächlich über das Mobilteil eingestellt und bedient wird. Die maximale Aufnahmezeit für eingehende Anrufe beträgt 20 Minuten und reicht für den Alltagsgebrauch völlig aus. Per Fernabfrage lassen sich die Nachrichten mit einem vierstelligen PIN von überall aus einfach abrufen und löschen. Neue Mitteilungen, verpasste Anrufe und noch nicht abgerufenen Sprachnachrichten werden sowohl an der Basisstation als auch am Mobilteil visuell angezeigt. Eine ankommende SMS kann auf Wunsch zusätzlich mit einem kurzen Quittier-Ton bestätigt werden.

Wer eine Kurznachricht verschicken möchte, der kann das ebenfalls mit dem Fritz!Fon 7150 machen. Standardmäßig ist als SMS-Dienst die 0193010 der T-Com hinterlegt, die für den Versand zwischen 7,7 und 20 Cent pro SMS verlangt. Die Eingabe der Nachrichten erfolgt ähnlich wie bei einem Handy, die komfortable T9-Text-Eingabe wird dagegen nicht unterstützt. Dafür können aber auch überlange Kurznachrichten verschickt werden, indem der Inhalt auf mehrere SMS-Nachrichten verteilt wird.

Weitere Funktionen

Das maximal 200 Einträge fassende Telefonbuch kann entweder über das Mobilteil oder teilweise über das Webinterface gepflegt werden. Zu den Namen und Rufnummern können Merkmale wie die Melodie bei ankommendem Anruf oder die Rufnummernunterdrückung mit eingetragen werden. Nicht essentiell für den Telefonbetrieb sind dagegen die beiden Spiele und die Babyfon-Funktion, die bei den DECT-Telefonen mittlerweile zum Standard gehört. Für die Nutzung wird aber ein zweites Mobilteil benötigt. In der Praxis erweist sich das neue Fritz!Fon 7150 als sehr alltagstauglich. Wie von AVM gewohnt ist die Installation sehr einfach und geht schnell von statten. Durch die wenigen Anschlussmöglichkeiten gibt es kaum Fehlerquellen bei der Verkabelung. Wer jedoch mehr als ein USB-Gerät anschließen möchte, der braucht zusätzlich noch einen USB-Hub. Das Anschließen einer ISDN- oder analogen Telefonanlage ist dagegen nicht mehr möglich.

Netzwerk für Einsteiger

Für die Eingabe der DSL- und VoIP-Daten muss das Webinterface genutzt werden. Anfänger können dabei auf die Hilfe des Assistenten setzen, der für die zehn bekanntesten Anbieter spezielle Eingabemasken bietet. Erfahrene Anwender werden dagegen bei den Systemeinstellungen schnellstmöglich die "Expertenansicht" aktivieren, um auf mehr Funktionen zugreifen zu können. Für Filesharer ist beispielsweise die Portfreigabe wichtig, während für Server-Besitzer das Eintragen eines DynDNS-Service von Interesse ist. VoIP-Nutzer sollten zusätzlich das "Traffic Shaping", eine Art Quality of Service (QoS) aktivieren. Leider fehlt auch beim Fitzt!Fon die Möglichkeit, einen Filter für Internetseiten einzurichten.

Fazit: Mit dem neuen Fritz!Fon 7150 setzt AVM neue Maßstäbe bei DSL-Modems und Voice-over-IP. Die Kombination aus Router, DSL-Modem und DECT-Telefon ist mehr als nur gelungen und überzeugt durch eine einfache Bedienung. Zwar fehlen einige Funktionen, die ein perfekter Router haben sollte, der Funktionsumfang und die Sicherheit sind insgesamt gut. Auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, denn bislang war für das Geld "nur" eine Fritz!Box Fon 7170 erhältlich. Nun bekommt der Kunde für sein Geld auch noch ein DECT-Telefon dazu.

Produkt: Fritz!Fon 7150
Hersteller: AVM
URL: www.avm.de
Preis: 249 Euro (UVP)
Gewährleistung: 60 Monate
Technische Daten:
  • DECT-GAP Schnurloselefon
  • Basisstation für DECT-GAP mit Anrufbeantworter
  • DSL-Modem mit ADLS2(+)-Unterstützung
  • DSL-Router mit NAT-Firewall, DHCP-Server, DNS-Server, DynDNS, Client, UPnP
  • DECT-Telefonanlage für Internet- (VoIP) und Festnetztelefonie (ISDN oder analog)
  • Anschluss für USB-Geräte
  • Unterstützung von ISDN-Leistungsmerkmalen
  • Internettelefonie SIP-konform nach RFC 3261
  • WLAN Access Point (IEEE802.11b,g und g++)
  • Internettelefonie SIP-konform nach RFC 3261
  • Intelligentes Codec Management (Codecs: G.711, G.726-32, G.726-40, G.726-24)
  • Anschlüsse: DSL/Tel., LAN, USB2.0 (abwärtskompatibel), Strom
Pro & Contra
einfache Installation
bis zu sechs Mobilteile
platzsparendes Design
WLAN per Schalter deaktivierbar
gute Sprachqualität
Keine Filterfunktion für URLs
Komplizierter MAC-Filter
BewertungGewichtung
Ausstattung (30%): gut
Sprachqualität(30%): gut
Sicherheit(20%): gut
Bedienung(20%): sehr gut
Gesamt: gut (1,8)
Preis-Leistung: gut

(Nam Kha Pham)

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