Testbericht

Telekom Sinus A 302 im Test - Ein Telefon-Klotz

Das DECT-Telefon für Einsteiger bietet zwar nicht viele Extras, dafür aber dank des integrierten Anrufbeantworters ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Neues DECT-Telefon für den Nachttisch oder den Hausflur gefällig? Die Telekom hat für Personen, die wenig Wert auf technischen Schnickschnack legen, das Sinus A 302 im Angebot. Dabei handelt es sich um ein klassisches Schnurlos-Telefon, das mit einem integrierten Anrufbeantworter und sonst wenig Extras daher kommt. Gefertigt wird das Modell durch den Elektronikkonzern vtech, der hierzulande eher dafür bekannt ist, Lerncomputer für Kinder anzubieten. Wir haben das Sinus A 302 genauer unter die Lupe genommen und getestet, was es kann.

Altmodische Menüführung

Bevor es losgeht, sind Nutzer des Telefons angehalten, zunächst die Akkus aufladen. Satte 14 Stunden müssen dafür einkalkuliert werden, heißt es auf einem Beipackzettel. Dort ist auch zu lesen, dass der tatsächliche Ladezustand der Akkus erst nach dem ersten vollständigen Ladevorgang richtig angezeigt werden kann. Also: Akkus einlegen, Mobilteil auf die Basis-Ladestation stellen und zunächst einmal abwarten. Sind die beiden AAA-Microzellen mit Energie versorgt, kann damit begonnen werden, das 132 Gramm schwere Mobilteil gemessen der eigenen Wünsche einzurichten. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass es keine Schwierigkeiten bereitet, das Mobilteil mit der Basisstation zu synchronisieren. Die entsprechenden Einstellungen wurden bereits werkseitig vorgenommen.

Einen Assistenten für die weitere Einrichtung, wie man ihn teilweise von aktuellen Handys kennt, gibt es bei der weiteren Einrichtung des Sinus A 302 allerdings nicht. Heißt im Klartext: Der Nutzer muss sich selbst durch das Menü des Telefons arbeiten. Der erste Eindruck: altbacken. Das Hauptmenü liefert zwar sechs kleine Farb-Logos, sie sind aber weder animiert, noch grafisch besonders schön gestaltet. Gemessen an den heutzutage realisierbaren Möglichkeiten wirkt alles schlicht veraltet und lieblos. Da hilft es auch wenig, dass aus 10 Hintergrundbildern das persönliche Wunschmotiv ausgewählt werden kann. Weitere Einschränkung: das Display ist sehr klein und liefert nur eine Auflösung von 128x128 Pixeln. Darstellbare Farben: 64.000. Allein an diesen Eckpunkten wird schnell deutlich, dass es sich bei dem Telefon um ein typisches Gerät für Einsteiger und Wenignutzer handelt.

Ohne viele Extras, aber zu einem günstigen Preis erhältlich

Das bestätigt auch ein Blick auf den Preis. Wer das Telefon ohne Anrufbeantworter kaufen möchte, muss knapp 50 Euro zahlen. Für die von unserer Redaktion getestete Version mit AB werden 59,99 Euro fällig. Dass bei einem solch günstigen Preis auf grafische Raffinessen verzichtet wurde, ist verständlich. Weniger nachvollziehbar ist hingegen, dass Uhrzeit und Datum nicht gespeichert werden, wenn das Mobilteil einmal komplett ausgeschaltet wird.

Doch es gibt auch Dinge, bei denen das Sinus A 302 viel Spaß macht. So ist es beispielsweise möglich, den in die Basisstation integrierten digitalen Anrufbeantworter nicht nur an der Basis selbst, sondern auch über das Mobilteil einzurichten und abzurufen. Neue Nachrichten werden an der Basis über in kräftigem Rot leuchtende Ziffern signalisiert. Insgesamt bietet der AB eine Speicherkapazität von bis zu 40 Minuten. Für Otto-Normal-Nutzer ist das absolut ausreichend. Erfreulich: die Bedienung über die sechs Tasten an der Basisstation ist unkompliziert und intuitiv. Auf Wunsch ist auch eine Fernabfrage des Anrufbeantworters möglich.

Eine einfache Bedienung liefert in weiten Teilen auch das Mobilteil. Neben zwei Menütasten, die direkt unter dem Display zu finden sind, wurde dem Schnurlostelefon eine runde Vier-Wege-Taste spendiert. Über sie sind nicht nur die zuletzt gewählten Rufnummern abrufbar, sondern auch das Adressbuch mit bis zu 150 Speicherplätzen, die SMS-Funktion und - sofern vorhanden - ein Überblick auf die (bis zu vier) weiteren angeschlossenen Mobilteile.

Gewöhnungsbedürftig: Schwammige Tasten

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Telefontastatur. Die Zifferntasten ragen aus dem Rahmen des 149x49x24 Millimeter großen Mobilteils heraus, liegen und Zwischenräume direkt nebeneinander und wirken insgesamt recht schwammig. Bemerkbar macht sich das vor allem, wenn die integrierte SMS-Funktion genutzt wird. Wer mit dem A 302 aber vorrangig telefoniert, wird vorrangig über das Adressbuch navigieren und die Zifferntasten nur selten nutzen.

Fazit: Ein Telefon für anspruchslose Wenignutzer

Mit dem Sinus A302 bietet die Deutsche Telekom ein DECT-Telefon mit integriertem, digitalem Anrufbeantworter zum Discount-Preis. Es liefert nicht viele technische Extras und auch kein sonderlich hochwertiges Display. Das muss es aber auch gar nicht. Denn es soll in erster Linie Wenignutzer ansprechen, die mit ihrem Festnetztelefon vor allem eines tun wollen: telefonieren. Und das auf Wunsch mit einem verfügbaren Eco-Modus, der die Funkleistung auf das Nötigste reduziert.

Aufgrund der ordentlichen Gesprächsqualität ist das Preis-Leistungs-Verhältnis gut. Störend sind nicht nur die sehr eintönigen Klingeltöne, sondern auch die nicht immer intuitive Bedienung des Mobilteils und das insgesamt recht klobige Design. Da kann auch die komplikationslose Bedienung des Anrufbeantworters keine Eisen aus dem Feuer holen. Allenfalls Durchschnitt: der Akku hält im Stand-by-Modus rund fünf Tage durch, die Gesprächszeit liegt bei etwa acht Stunden.

Name: Sinus A 302
Hersteller: Deutsche Telekom / vtech
Internet: http://www.telekom.de
Preis: 59,99 Euro
Technische Daten:
Abmessungen Mobilteil: 111x52x15 Millimeter
Gewicht: 133 Gramm
Display: 1,45 Zoll, 128x128 Pixel, 64.000 Farben
Tastaturbeleuchtung ja (weiß)
Signalisierung verpasster Anrufe ja (rot blinkende Umschlag-Taste)
Reichweite bis zu 300 Meter im Freien
bis zu 50 Meter in Gebäuden
Extras: SMS-Funktion, integrierter Anrufbeantworter
Akkulaufzeit im Test: ca. acht Stunden Sprechzeit
ca. fünf Tage Bereitschaftszeit
Akkus 2x AAA (Microzelle)
Pro & Contra:
integrierter Anrufbeantworter (40 Minuten)
günstiger Preis
leichte Bedienung des Anrufbeantworters
durchschnittliche Akkuleistung
lieblos gestaltetes Menü
Display anfällig für Kratzer
Bedienung des Mobilteils nicht immer intuitiv
Bewertung:
Bedienung (30%): befriedigend
Ausstattung (20%): ausreichend
Verarbeitung (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (20%): ausreichend
Telefonfunktion (10%): gut
Gesamtnote befriedigend (3,3)
Preis-Leistung: gut

(Hayo Lücke)

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