Testbericht

T-Com TC 300: T-One-Handy im Test

Mit einem Telefon sowohl über das Internet als auch über das Mobilfunknetz nach Wahl telefonieren, das ist über das TC300 der T-Com möglich. Wir haben das Dual-Phone getestet.

Mobil telefonieren© Nobilior / Fotolia.com

Mit einem Endgerät nicht nur unterwegs mobil telefonieren, sondern auch daheim mittels Voice over IP (VoIP) über die DSL-Leitung, das ist eine der Zukunftstechnologien. Nicht nur Arcor hat diesen Trend mit dem so genannten Twintel erkannt, auch die Deutsche Telekom setzt über ihre Festnetzsparte T-Com auf eine Dual-Phone-Lösung. Sie nennt sich T-One und ist seit Anfang August erhältlich. Wir hatten die Möglichkeit, das Festnetz-Handy der T-Com mit der Produktbezeichnung TC 300 einem Test zu unterziehen.

Was steckt hinter T-One?

Das Grundprinzip von T-One ist schnell erklärt: T-Com-Kunden erhalten ein WLAN-fähiges Telefon, das in den heimischen vier Wänden eine drahtlose Verbindung zu einem Router aufbaut, von wo die Gespräche entweder über das klassische T-Com-Netz oder das Internet geleitet werden. Unterwegs telefoniert der T-One-Nutzer entweder über einen Mobilfunkanbieter nach Wahl oder mittels VoIP an den WLAN-Hotspots von T-Com oder T-Mobile. Voraussetzung zur Nutzung von T-One ist ein Festnetzanschluss der T-Com.

Telefonieren zu Hause

Für das Telefonieren zu Hause hat der Kunde die Möglichkeit, seinen bestehenden Festnetzanschluss zu den bekannten Konditionen weiter zu nutzen oder ein DSL-Paket von T-Online zu ordern. Dann werden alle Gespräche über eine WLAN-Verbindung zu den VoIP-Konditionen von T-Online abgewickelt. Das heißt, bei Bestellung eines der angebotenen DSL-Komplettpakete mit DSL-Anschluss und WLAN-Router besteht etwa die Möglichkeit, die T-Online VoIP-Flatrate für knapp zehn Euro im Monat zuzubuchen, wodurch alle Gespräche in das deutsche Festnetz ohne weitere Kosten möglich sind. Das ist eine interessante Alternative für Familien oder Wohngemeinschaften. Natürlich kann auch auf die Flatrate verzichtet werden, dann werden alle Gespräche pro Minute gemäß der T-Online-VoIP-Preisliste abgerechnet.

Wer keinen DSL-Anschluss nutzen möchte, kann alternativ auf eine spezielle Festnetzlösung zurückgreifen. Für diesen Zweck stellt die T-Com eine Basisstation bereit, die an den Telefonanschluss angeschlossen wird. Die Box leitet eingehende Anrufe an das T-One-Handy weiter, umgekehrt werden die WLAN-Signale des Handys in passende Signale für die Weiterleitung in das T-Com-Festnetz umgewandelt. Der einmalige Preis für die Basisstation Sinus TC 300 beträgt 79,99 Euro, kann aber geringer ausfallen, wenn einer der speziellen One Talk-Tarife gleich mitbestellt wird.

Um das T-One-Handy auch unterwegs nutzen zu können, bietet die T-Com in Zusammenarbeit mit T-Mobile zwei spezielle Mobilfunktarife an: "One Talk 50" und "One Talk 100". Zu monatlichen Grundgebühren in Höhe von 19 beziehungsweise 28 Euro erhalten Kunden jeden Monat 50 beziehungsweise 100 Freiminuten für Gespräche in das deutsche Festnetz und zu allen deutschen Mobilfunkanschlüssen. Jede über das Monatsvolumen hinausgehende Gesprächsminute wird mit 39 Cent abgerechnet, jede SMS kostet 19 Cent, jede MMS 39 Cent. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwei Jahre und verlängert sich automatisch um sechs weitere Monate wenn nicht rechtzeitig mindestens drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit gekündigt wird. Der Bereitstellungspreis für die One Talk-Tarife beträgt 25 Euro.

Mit "One Talk 50" beziehungsweise "One Talk 100" ist es zum Sonderpreis von nur einem Euro zu haben. Bei einer Onlinebestellung kommen 9,99 Euro für den Versand hinzu. Zu beachten ist: Die One Talk-Tarife sind keine Voraussetzung, um das T-One-Handy nutzen zu können. In das Telefon können auch SIM-Karten von allen anderen Mobilfunkanbietern eingesetzt werden. Dann muss für das Telefon der reguläre Preis in Höhe von 249,99 Euro gezahlt werden.

Zusatztarif "Hotspot Call"

T-One-Kunden, die unterwegs die WLAN-Hotspots von T-Com oder T-Mobile nutzen möchten, müssen den Zusatztarif "Hotspot Call" nutzen. Er kostet monatlich 4,95 Euro und ist mit einer einjährigen Mindestvertragslaufzeit verbunden. An den drahtlosen Zugangspunkten kann mit dem Handy dann zu den Konditionen telefoniert werden, die auch beim heimischen VoIP-Tarif gelten. Eine Datennutzung ist mit "Hotspot Call" nicht möglich.

Für alle T-One-Kunden gilt: Sie können sich auch unterwegs auf ihrer Festnetznummer anrufen lassen. Für diese Weiterleitung werden allerdings pro Minute 12,9 Cent berechnet.

Soviel zu den nackten Zahlen der T-One-Tarife. Unser Testbericht soll sich aber auch mit dem Endgerät befassen, das zum alltäglichen Begleiter unterwegs und in den heimischen vier Wänden oder im Büro wird.

Das TC 300 unter der Lupe

Geliefert wird das TC 300 in einem schlichten, weißen Karten mit für die Telekom typischen magentafarbenen Farbtupfern. Neben dem Festnetz-Handy liegen dem Paket ein Mono-Headset, ein Mini-USB-Datenkabel sowie eine CD-ROM mit PC-Software und deutscher Bedienungsanleitung als PDF-Dokument bei. Wer lieber durch ein über 200 Seiten starkes Benutzerhandbuch blättern möchte, kann alternativ auch das tun. Der Li-Ion Akku kann wahlweise über das klassische Ladegerät oder über eine Docking-Station mit Strom versorgt werden. Als Anschluss dient auch für diesen Zweck die Mini-USB-Schnittstelle.

Sind SIM-Karte und Akku eingelegt, kann es theoretisch mit der Telefonie sofort losgehen. Dass Theorie und Praxis aber zwei Paar Schuhe sind, zeigt das TC 300 recht deutlich. Während Mobilfunk-Verbindungen sofort möglich sind, kann eine Verbindung zum WLAN-Router erst hergestellt werden nachdem verschiedene Änderungen in den WLAN-Einstellungen des Telefons vorgenommen wurden. Dies dürfte insbesondere technisch weniger bewanderte Personen schnell überfordern. Die T-Com hat für diesen Fall eine Hotline unter der Rufnummer 01805/147070 eingerichtet.

Status ermitteln

Bereits im Ausgangsfenster können Nutzer feststellen, über welches Netz das nächste Gespräch geführt wird. Anders als normale Handys zeigt das TC 300 zwei Verbindungsbalken an. Auf der linken Seite wird die Versorgung mit dem gewählten Mobilfunknetz signalisiert. Sollte ein WLAN-Netz verfügbar sein, erscheint auf der rechten Seite ein weiterer Balken, der die Stärke des WLAN-Signals anzeigt. Gleichzeitig springt die Anzeige im Display vom Namen des Netzbetreibers auf DSL Telefonie.

Bei einem ausreichend starken WLAN-Signal (mindestens drei Balken) erreicht die Voice over IP-Gesprächsqualität mit dem TC 300 ISDN-Qualität. Zwar ist ein minimales Grundrauschen zu vernehmen, für die Kommunikation ist das aber in keiner Weise störend. Entfernt sich der Nutzer mit seinem Dual-Phone zu weit von der WLAN-Quelle, kommt es zunächst zu Unterbrechungen der Verbindung, bevor sie bei weiterer Entfernung komplett abreißt. Bisher ist es nicht möglich, dass das Gespräch beim Verlassen des mit WLAN ausgeleuchteten Bereichs in das Mobilfunknetz überstellt wird. Praktisch: Insgesamt fünf verschiedene WLAN-Profile lassen sich im Handy abspeichern, so dass es unter anderem sowohl zu Hause als auch im Büro oder bei Freunden in WLAN-Netzwerken genutzt werden kann. Ein Profil ist für die Nutzung von T-Com-Hotspots bereits eingerichtet und sollte nicht verändert werden. Optisch macht das TC 300 durch seine schwarze Oberfläche einiges her. Es sieht edel aus, hat aber wie alle schwarzen Telefone mit dem Problem zu kämpfen, dass Fingerabdrücke sehr schnell das optische Erscheinungsbild trügen. Mit einem Gewicht von 95 Gramm und Abmessungen von 106 mal 46 mal 18 Millimetern liegt das Dual-Mode-Handy gut in der Hand und verschwindet auf Wunsch schnell in der nächsten Hemd- oder Hosentasche.

Ein Blick auf die Menüstruktur

Durch das Menü und das 500 Kontakte fassende Adressbuch kann der Nutzer über eine runde Vier-Wege-Taste steuern, die nichts für große Finger ist. Ein Abrutschen gehört leider auch nach mehrwöchiger Nutzung zur Tagesordnung. Deutlich komfortabler lassen sich die Zifferntasten bedienen. Sie sind ausreichend groß und auch der Druckpunkt stimmt.

Im Hauptmenü stehen zwölf Unterpunkte zur Auswahl, die durch Grafiken optisch untermalt sind. Viele Extras darf der Nutzer des TC 300 allerdings nicht erwarten, da es sich um nicht mehr als ein Einsteigerhandy handelt. So steht zum Beispiel die hierzulande beliebte Bluetooth-Schnittstelle nicht zur Verfügung und auch einen MP3-Player oder ein Radio für die musikalische Unterhaltung sucht der Nutzer vergeblich.

Eine Kamera wurde zwar integriert, für hochwertige Schnappschüsse ist diese aber nicht zu gebrauchen. Sie bietet nur eine maximale Auflösung von 640 mal 480 Pixel und lässt den Nutzer insbesondere bei Aufnahmen von Personen oder Objekten in größerer Entfernung schnell im Stich. Auch wenn die Kamera ruhig gehalten wird, wirken die Bilder sehr schnell unscharf. Angezeigt werden die Aufnahmen auf einem 128 mal 128 Pixel kleinen Display, das 65.000 Farben darstellen kann.

Etwas umständlich ist auch das Schreiben von SMS. Zwar bietet das Telefon eine T9-Unterstützung, doch entweder schreibt diese standardmäßig jedes Wort komplett klein beziehungsweise groß oder es wird jeder erste Buchstabe eines Wortes groß geschrieben. Neben SMS können auch E-Mails und MMS versandt und empfangen werden.

Fazit: Doppeltelefon für Anspruchslose

Ein Telefon für den Gebrauch zu Hause und die Nutzung unterwegs: Die T-Com geht mit dem TC 300 einen richtigen Weg, sollte für die Zukunft aber noch nachbessern. Abzüge gibt es für die mangelhafte Funktionsvielfalt und die etwas umständliche Inbetriebnahme an WLAN-Routern. Vieltelefonierer können über die zubuchbare VoIP-Flatrate trotzdem viel Geld sparen - auch wenn ein Telefonanschluss leider noch Voraussetzung ist. Nett ist die Zusatzfunktion, das Telefon täglich zu einem bestimmten Zeitpunkt automatisch ein- beziehungsweise wieder ausschalten zu lassen. Das verlängert die Bereitschaftszeit und schont die nächtlichen Ruhestunden.

(Hayo Lücke)

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