Testbericht

Speedport W 504V im Test - Ein neuer "Volksrouter"

Die jüngste Router-Entwicklung der Telekom hat Einzug in die Redaktion von onlinekosten.de erhalten. Der Speedport W 504V überzeugt durch eine kinderleichte Installation zu einem fairen Preis. Wir haben den WLAN Router getestet.

Die jüngste Router-Entwicklung der Telekom hat Einzug in die Redaktion von onlinekosten.de erhalten. Der Speedport W 504V überzeugt durch eine kinderleichte Installation zu einem fairen Preis. Wir haben den WLAN Router getestet.

Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Wer über einen DSL-Anschluss mit mehreren Rechnern online gehen möchte, braucht einen Router samt integriertem Modem. In der Regel wird ein solches Gerät durch die bekannten Provider bei Vertragsabschluss kostenlos oder gegen einen geringen Aufpreis zur Verfügung gestellt. Bei der Telekom wird zum Beispiel der Speedport W 504V angeboten. Dabei handelt es sich um einen typischen ADSL-Router mit integrierter WLAN-Antenne und DECT-Basisstation. VDSL wird hingegen nicht unterstützt. Daten können demnach mit maximal 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) aus dem Internet geladen werden. Wir haben das Gerät einem umfangreichen Test unterzogen.

Frisch ausgepackt: ganz schön sperrig

Wer den Speedport W 504V das erste Mal in den Händen hält, wird sich über die doch recht üppig ausfallenden Maße wundern. Zwar ist er mit 18 Zentimetern Länge und 14 Zentimetern Höhe mit anderen Routern durchaus vergleichbar. Was jedoch die Tiefe betrifft, fällt das Telekom-Endgerät etwas aus dem Rahmen. Standardmäßig ist auf der Rückseite ein bulliger Rahmen verankert, wodurch das gesamte Modell alles andere als kompakt wirkt. Sorgen sind aber nicht angebracht. Das auch als Wandhalterung gedachte Extra ist auf Wunsch schnell und unkompliziert abzunehmen. Mit Halterung bringt es der neu Speedport auf eine Tiefe von knapp 7 Zentimetern, ohne sind es immerhin noch 3,5 Zentimeter. Stehen kann der Router übrigens auch ohne die Wand-Halterung - dann fehlt es aber an Standfestigkeit. Ein leichtes Antippen reicht in diesem Fall aus, um den 354 Gramm schweren Speedport-Router umkippen zu lassen. Mit Wandhalterung bringt das Gerät 394 Gramm auf die Waage.

Wer sich einen Router mit möglichst vielen Anschlüssen wünscht, wird von dem neuesten Sprössling aus der Speedport-Reihe nicht enttäuscht. Ein USB-Anschluss an der linken Seite erlaubt zum Beispiel den Anschluss eines Druckers, einer externen Festplatte oder eines USB-Hubs. Auf der Rückseite finden sich zwei klassische RJ45-Anschlüsse, um einerseits das DSL-Signal in Empfang zu nehmen und ein ISDN- oder Analog-Telefon anschließen zu können. Für die Verbindung zu weiteren analogen Endgeräten - zum Beispiel eines Faxes oder eines Anrufbeantworters - sind zwei TAE-U-Buchsen vorgesehen. Darüber hinaus können PCs und Notebooks über vier klassische LAN-Anschlüsse mit dem Router verknüpft werden.

Das Besondere: alle Anschlüsse sind mit speziellen Farben versehen worden. Ebenso die jeweils 1,8 Meter langen Kabel, die im Lieferumfang inklusive sind. Das macht auch für Laien klar, welches Kabel in welche Buchse gesteckt werden muss. Zusätzlich wurden den Kabeln kleine Etiketten spendiert, auf denen zusätzlich in kurzen Worten erklärt wird, um was für ein Kabel es sich genau handelt. Hat sich der Router erstmals mit dem DSL-Netz synchronisiert, wird automatisch (sofern verfügbar) die installierte Firmware aktualisiert. Das stellt sicher, dass jeder Telekom-Kunde den Router mit den neuesten Features nutzen kann.

Fortschrittlich zeigt sich das Speedport-Modell auch in Sachen WLAN. Es werden nicht nur die gängigen Standards IEEE 802.11 a, b und g unterstützt, sondern auch der neue, schnelle n-Standard. Der steigert die maximal mögliche Übertragungsgeschwindigkeit auf 300 Mbit/s. Die Anzahl der verfügbaren Funkkanäle liegt bei Nutzung des b/g-Standards bei 13, wem der a-Standard mit bis zu 11 Mbit/s Übertragungsgeschwindigkeit reicht oder wer den schnellen n-Standard nutzt, kann sogar auf 18 Kanäle zugreifen. Insgesamt ist eine Synchronisierung mit bis zu 253 Geräten möglich. Die sichere Übertragung von Daten erfolgt per WPA2-, WPA- oder WEP-Verschlüsselung. WPA/WPA2 ist als Standard-Verschlüsselung voreingestellt und sollte aus Sicherheitsgründen nach Möglichkeit nicht geändert werden.

Einrichtungs-Assistent hilft bei der Konfiguration

Für viele Nutzer mitunter am wichtigsten ist die Art und Weise, wie ein DSL-Router konfiguriert werden kann. Es ist noch gar nicht so lange her, da war es kompliziert und umständlich, Hardware für den heimischen Breitband-Anschluss optimal zu konfigurieren. Die Telekom hat in diesem Punkt zweifelsohne dazugelernt und liefert den W 504V mit einer weitestgehend intuitiven Benutzeroberfläche aus.

Sie ist zu erreichen, wenn beispielsweise ein Notebook per LAN-Kabel mit dem Router verbunden wird und in den Internet-Browser die Adresse https://speedport.ip eingegeben wird. Im Anschluss hat der Nutzer die Wahl: alle notwendigen Einstellungen manuell eingeben, oder einen Einrichtungs-Assistenten nutzen, der Schritt für Schritt durch die wichtigsten Konfigurationsmöglichkeiten leitet. Besonders praktisch: bei nahezu allen Menüpunkten gibt eine Infobox am rechten Bildschirmrand hilfreiche Tipps und Hinweise zu den aktuell bereitstehenden Konfigurationsmöglichkeiten.

Alle Passwörter individuell einstellbar

Bei der Entwicklung des Routers wurde auch an das notwendige Maß an Sicherheit gedacht. Jedes Modell des Speedport W 504V ist mit einem individuellen Gerätepasswort ausgestattet, das auf der Rückseite des Routers zu finden ist, aber auch jederzeit geändert werden kann. Zusätzlich wird der Router werkseitig mit einer einmaligen SSID (Name des persönlichen WLAN-Netzes) und zugehörigem WLAN-Schlüssel ausgeliefert. Auch diese Netzwerk-Schlüssel sind auf der Rückseite des Routers vermerkt und können auf Wunsch jederzeit durch einfacher zu merkende Wörter, Zahlen oder eine Kombination aus beidem ersetzt werden.

Wer die WLAN-Funktion des Routers nachts deaktivieren möchte, um zum Beispiel die Stromrechnung zu schonen, kann beim Speedport W 504V von einer intelligenten Zeitsteuerung profitieren. Es ist möglich, den Router täglich zu einer bestimmten Zeit automatisch ein- und ausschalten zu lassen. Wer es noch ein bisschen individueller mag, kann für jeden Wochentag beliebige Uhrzeiten für das Ein- und Ausschalten des Routers hinterlegen.

Als besonderes Extra bietet die Telekom allen Nutzern des Speedport W 504V auch die Möglichkeit, am so genannten Easy Support teilzunehmen. Das hat gleich verschiedene Vorteile. So ist es zum Beispiel möglich, dass gebuchte Dienste automatisch auf dem Router konfiguriert werden. Außerdem werden verfügbare Updates automatisch installiert und Techniker der Telekom haben nach Erlaubnis des Kunden die Möglichkeit, per Fernzugriff auf den Router zuzugreifen.

Bereit für Entertain-Signale

Optimiert ist der Speedport-Router auf die Nutzung von Telekom-Diensten. Er unterstützt beispielsweise auch das Entertain-Angebot und kann demnach die IPTV-Signale des Bonner Konzerns verarbeiten. Bis zu zwei Media-Receiver für Entertain können an den Router angeschlossen werden. Theoretisch ist es auch möglich, den Router an klassischen DSL-Anschlüssen anderer Anbieter zu verwenden. Einzelne Funktionen wie der Easy Support funktionieren dann aber nicht mehr.

Wer über den Router nicht nur im Internet surfen, sondern auch über das weltweite Datennetz telefonieren möchte, kann auch das tun. Alternativ dazu lassen sich auch schnurlose Telefone über den Router nutzen. Die integrierte DECT-Basis macht es möglich. Allerdings müssen Mobilteile den CAT-iq 2.0- oder GAP-Standard unterstützen.

Fazit: Der neü "Volksrouter" ist da

Grundsätzlich gilt: alle Einstellungsmöglichkeiten gehen leicht von der Hand und werden durch entsprechende Hinweise in der Info-Box erklärt. Das macht die gesamte Installation einfach und übersichtlich. Allerdings fehlt es an Komfort-Funktionen wie einem integrierten Anrufbeantworter, einer Faxfunktion oder einem integrierten Netzwerkspeicher. Derartige Dienste dürften aber eher zur Luxus-Ausstattung eines Routers zählen und ihr Fehlen sollte die Zielgruppe des W 504V verschmerzen können. Auch, weil die Möglichkeit besteht, entsprechende Geräte bei Bedarf separat anzuschließen. Ein weiterer kleiner, aber nicht zu vernachlässigender Nachteil: das Gerät wird im Betriebsmodus ziemlich heiß. Man sollte es vermeiden, Gegenstände jeglicher Art auf das Gerät zu legen - auch nicht vorübergehend.

Insgesamt ist der Telekom mit dem Speedport W 504V ein Router gelungen, der in einer etablierten Boulevardzeitung wohl die Bezeichnung Volksrouter erhalten würde. Erhältlich ist das Gerät wahlweise als Kauf- oder als Mietversion. Wer das Gerät als Eigentum verwenden möchte, erhält es für 99,99 Euro zuzüglich 6,99 Euro für den Versand. Alternativ ist es auch möglich, das Router-Modell zu mieten. Während der ersten zwölf Monate werden dafür monatlich 2,45 Euro fällig. Ab dem 13. Monat sinkt der Mietpreis auf 2,15 Euro, ab dem 25. Monat auf 1,95 Euro und ab dem 36. Monat auf 1,45 Euro. Ab dem fünften Nutzungsjahr müssen monatlich nur noch 45 Cent bezahlt werden. Ein Ende der Leihstellung ist jederzeit mit einer Frist von sechs Werktagen möglich. Dann muss der Router (auf eigene Kosten) an die Telekom zurückgeschickt werden.

(Hayo Lücke)

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