Testbericht

Internet aus der Steckdose: Speedport-Duo im Test

Wer beispielsweise in einem Haus wohnt, aber keine Lust auf lästiges Kabel-Verlegen hat, kann auf eine Powerline-Lösung setzen. Wir haben das Speedport Powerline 100 Duo von der Telekom einem Test unterzogen.

Telekom Speedport Powerline 100 DuoSpeedport Powerline 100 Duo von der Telekom: Grüne Dioden zeigen, ob die Netzwerkverbindung gerade aktiv ist.© onlinekosten.de

Einen DSL-Anschluss in einem Einfamilienhaus zu nutzen, ist heutzutage für viele Familien so etwas wie alltägliches Standardprogramm. Provider auswählen, Bestellung aufgeben, Schalttermin abwarten, WLAN-Verbindung. So in etwa sieht das Wunschszenario von vielen Kunden aus, die keine Lust haben, LAN-Kabel durch das ganze Gebäude zu ziehen. Doch was ist zu tun, wenn dicke Wände oder Stahlbetondecken den WLAN-Empfang stören? Eine Lösung können so genannte Powerline-Adapter sein. Sie nutzen die Stromleitungen des Hauses, um die Daten aus dem Internet zum PC und wieder zurück zu transportieren. Doch klappt alles so, wie es vielerorts versprochen wird? Unsere Redaktion hat genau das über das Speedport Powerline 100 Duo von der Telekom getestet.

Daten rauschen durch das Stromnetz

Die Idee hinter Powerline-Produkten ist schnell erklärt: jede Steckdose im Haus soll sich, ohne große Änderungen an der vorhandenen Infrastruktur vornehmen zu müssen, zu einem Netzwerkanschluss verwandeln. In einer Unternehmensmitteilung der Telekom heißt es in diesem Zusammenhang wörtlich: Mit den Geräten können Nutzer zum Beispiel sehr komfortabel ihren Media Receiver in der ersten Etage und den PC im Dachgeschoss mit dem Internet-Router und dem Festnetzanschluss im Keller verbinden.

Das klingt vielversprechend. Doch, ist es auch wirklich so einfach? Die kurze Antwort lautet: ja. Denn bei dem Speedport Powerline 100 Duo handelt es sich um ein Produkt, das im Plug & Play-Verfahren arbeitet. Es ist also nicht notwendig, spezielle Software zu installieren. Doch wie gelangen die Daten konkret zum Beispiel vom Keller über die Stromleitung eines Hauses ins Dachgeschoss? Denkbar einfach.

Einfache Synchronisation

Die Telekom liefert neben zwei schneeweißen Powerline-Adaptern auch zwei Netzwerkkabel (Länge: 3 Meter), damit ein passendes Mini-Netzwerk aufgebaut werden kann. Einer der Adapter wird in eine Steckdose im Keller geschoben und über einen LAN-Anschluss am unteren Ende mit dem Router verbunden. Gleiches geschieht zwei Etagen höher, wo eine Verkabelung mit PC oder Notebook eingerichtet wird. Im Anschluss synchronisieren sich beide Adapter automatisch mit dem angeschlossenen Router. Eine kleine Kontroll-Diode signalisiert den erfolgreich abgeschlossenen Synchronisationsvorgang. Das war's, einfacher geht es nicht.

Im Anschluss flitzen die Daten mit bis zu 200 Megabit pro Sekunde über das Stromnetz des Hauses vom Router zum PC. Das ist allerdings nur ein theoretischer Wert, der in der Praxis in der Regel nicht erreicht wird. Bei unserem Test war es aber problemlos möglich, das Internet zu erkunden oder Videostreams zu nutzen. Nicht testen konnten wir HD-Übertragungen das Entertain-Angebots von der Telekom. Wer mehr Powerline-Adapter in das Netzwerk integrieren möchte, kann das jederzeit tun. Ein einfaches Drücken der Verbindungstaste auf der Unterseite des Adapters reicht aus. Paralleles Surfen im Internet ist somit auch über Powerline-Adapter problemlos möglich.

Steckdose wird nicht blockiert

Praktisch ist zudem: eine durch die Adapter belegte Steckdose kann auch weiterhin für den Anschluss einer Lampe oder eines anderen elektronischen Geräts genutzt werden. Denn durch eine in die Vorderseite zusätzlich integrierte Schuko-Steckdose ist es weiterhin möglich, die Stromquelle zu nutzen. Auch der Anschluss einer Mehrfachsteckdose ist möglich. Der Speedport Powerline Adapter wird einfach nur zwischengeschaltet. Einziges Manko: ein wirklich schönes Design haben die Adapter nicht. Vielmehr muss der Nutzer ein klobiges Stecksystem akzeptieren. Wenn man dafür aber auf endlos lange Netzwerkkabel verzichten kann, ist das für die Meisten wohl zu verschmerzen.

Und was ist mit der Sicherheit? Eine berechtigte Frage, schließlich könnten Gauner auf die Idee kommen, die über die Stromleitung verschickten Datenströme anzuzapfen. Bringt allerdings wenig, verspricht die Telekom. Denn die Übertragung der Daten erfolgt verschlüsselt und der Stromzähler dient als Netzabschluss. Das gewährleistet beispielsweise, dass keine Daten in das Stromnetz des Nachbarn gelangen können. Der Stromverbrauch liegt bei bis zu 3,7 Watt im Betrieb und bei 1,4 Watt im Standby-Betrieb. Eine Nutzung ist übrigens an praktisch jedem klassischen Router mit LAN-Anschluss möglich.

Speedport Powerline Duo kostet 100 Euro

Bleibt abschließend noch eine Frage: was kostet der ganze Spaß? Die Telekom bietet die Duo-Ausführung für 99,99 Euro an, weitere Adapter sind zu einem Preis von knapp 60 Euro zu haben. Momentan sind die Geräte bei der Telekom selbst zwar ausverkauft, sollen nach Angaben einer Unternehmenssprecherin ab Anfang August aber wieder verfügbar sein. In ausgewählten Online-Shops wird das Duo ab 85 Euro angeboten, die Einzel-Ausführung ist ab rund 50 Euro zu haben. Eine Alternative kann im Übrigen ein WLAN-Repeater sein, der in einfacher Ausführung je nach Modell zwischen 50 und 85 Euro kostet.

(Hayo Lücke)

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