Testbericht

Test: Sony Xperia Z - Top-Smartphone, das die Messlatte höher legt

Mit dem Sony Xperia Z ist dem japanischen Elektronikkonzern eine kleine Sensation gelungen. Denn das Telefon ist nicht nur mit einer grandiosen Ausstattung versehen worden, es überzeugt auch in fast allen Bereichen.

Sony Xperia Z© Sony

Lange musste Sony darauf warten, ein echtes Smartphone-Flaggschiff im eigenen Produktportfolio anbieten zu können, das diesen Namen auch wirklich verdient. Nun ist ein solches Gerät verfügbar: das Sony Xperia Z. Das vergleichsweise große Telefon ist mit einer Ausstattung auf den Markt gekommen, dem ohne Zweifel das Prädikat top verliehen werden kann. Und doch gibt es auch Schattenseiten - wenn auch nur kleine. Wir erklären, welche das sind.

Glas ist Trumpf

Wer das Telefon aus seinem Pappkarton befreien darf, wird beeindruckt feststellen, dass Sony auf eine hochwertige Verarbeitung geachtet hat. Auf beiden Seiten ist das Telefon mit Oberflächen aus kratzfestem Mineralglas ausgestattet, was in Zeiten oft langweilig anmutentder Polycarbonat-Gehäuse ein echter Hingucker ist. Auf der anderen Seite: zwar soll das Glas kratz- und stoßfest sein, als Nutzer muss man aber trotzdem immer Angst haben, dass die Glas-Oberflächen zerspringen, sollte das Telefon doch einmal unglücklich auf den Boden fallen. Die Nutzung eines Bumpers zum Schutz ist zu empfehlen, macht das Telefon aber andererseits unhandlicher.

Ein wenig erstaunlich ist auch, dass Fingerabdrücke und Staubpartikel auf den Glasflächen überdurchschnittlich stark sichtbar erden. Mehrmals täglich ist der Nutzer damit beschäftigt, zum Beispiel mit dem Ärmel über das Display zu wischen, um einen klaren Durchblick zu behalten. Geschuldet ist das offenbar speziellen Schutzfolien, die über das Display geklebt wurden. Und wenn man das Haar in der Suppe suchen möchte, kann auch Kritik am nicht wirklich zuverlässig arbeitenden Helligkeitssensor gesucht werden. Gerade unter freiem Himmel bei starker Sonneneinstrahlung mussten wir während unseres Tests immer wieder eine manuelle Nachregulierung der Displayhelligkeit über die Einstellungen vornehmen, um überhaupt Inhalte vom Display ablesen können. Negativer Nebeneffekt: je heller das Display leuchtet, desto schneller wird der Akku leergesogen. Hinzu kommt: der Bildschirm spiegelt sehr stark.

All diese Kritikpunkte sind aber – und das muss unterstrichen werden – Kritik auf ziemlich hohem Niveau. Insgesamt bereitet das Display in der alltäglichen Nutzung nämlich mit seinen schnellen Reaktionszeiten richtig viel Freude. Nicht nur weil die integrierte, überarbeitete Bravia Engine (man kennt sie auch von Sony Fernsehern) ein scharfes, kontraststarkes und farbenfrohes Nutzererlebnis bietet, sondern auch, weil der Bildschirm mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln Full HD-tauglich ist. Derartige Spezifikationen kannte man von anderen Smartphones in Deutschland bisher nicht.

Riesiges TFT-Display

Beeindruckend ist auch die Display-Größe: satte 5 Zoll (12,7 Zentimeter) hat Sony dem Xperia Z spendiert. Das sind noch einmal 0,2 Zoll mehr als beispielsweise beim Samsung Galaxy S III und sogar 0,5 Zoll mehr als beim Nokia Lumia 920. Wer häufig Multimedia-Inhalte nutzt oder im Internet surft, wird sich über die Größe freuen. Andererseits: bei der einhändigen Bedienung stößt der Nutzer vor allem im Hochformat gerade bei kleineren Händen schnell an Grenzen. Mit dem Daumen können dann Inhalte in den oberen Ecken einfach nicht mehr erreicht werden.

Nahezu grenzenlos sind mit dem Xperia Z die Möglichkeiten der mobilen Kommunikation. Denn gefunkt wird nicht nur in GSM- und UMTS-Netzen, sondern es wird auch LTE unterstützt – in allen hierzulande gängigen Frequenzbereichen. Ergänzend dazu stehen WLAN-Schnittstelle und NFC bereit. Das Telefon ist also schon heute fit für die Zukunft, sollte sich das mobile Bezahlen auch in Deutschland einmal durchsetzen.

Power unter der Haube

Erfreulich ist, dass Sony auch dafür gesorgt hat, dass an der Performance des Telefons überhaupt nichts auszusetzen ist. Der integrierte Prozessor von Qualcomm ist mit vier Kernen (Quad-Core) ausgestattet, die mit jeweils 1,5 Gigahertz getaktet sind. Ergänzend dazu wurden 2 Gigabyte Arbeitsspeicher verbaut, was dafür sorgt, dass bei der Menüführung und bei Spielen keine erkennbaren Ruckler zu verzeichnen sind, Apps – von der Kamera-App abgesehen - schnell starten und auch Multitasking prima funktioniert. Der Speicher ist auf 16 Gigabyte begrenzt, über eine MicroSD-Karte aber um bis zu 64 Gigabyte erweiterbar.

Eine kleine Augenweide ist auch die von Sony modifizierte Oberfläche von Android 4.1.2 Jelly Bean. Aufgenommene und zum Beispiel über Whatsapp empfangene Fotos werden in einem rotierenden Foto-Widget dargestellt, die vier Lieblings-Verknüpfungen und -Apps können in einer Schnellstartleiste am unteren Displayrand individuell angeordnet werden. Im Hauptmenü ist eine Sortierung der installierten Programme in alphabetischer Reihenfolge möglich, es kann aber auch eine Darstellung gemessen an der letzten Installation oder der häufigsten Verwendung ausgewählt werden - oder eine eigene, ganz persönliche Sortierung.

Innenleben des Telefons ist vor Wasser und Staub geschützt

Als kleine Besonderheit hat Sony sein Telefon auch mit einer IP55/57-Zertifizierung versehen lassen. Das bedeutet, dass das Telefon gegen Staub und umkippende Wasserflaschen ebenso geschützt ist, wie vor zeitweiligem Untertauchen. Fällt das Telefon also in den Gartenteich oder in die Badewanne, funktioniert es im Anschluss immer noch. Wir haben den Test gemacht und können das wasserdichte Gehäuse bestätigen. Aber: damit das Xperia Z wirklich dicht ist, sind alle Anschlüsse mit einem Gummistöpsel verschlossen. Dadurch ist beispielsweise bei jedem Ladevorgang des Akkus oder beim Anschluss eines Kopfhörers Fingerakrobatik gefragt, um die Gummipfropfen zu lösen. Mit der Zeit kann das nerven.

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang auch, dass der 2.330 mAh starke Akku fest integriert ist. Ein einfaches Austauschen ist bei einem möglichen Defekt oder nachlassenden Standbyzeiten demnach nicht möglich. Schön von Sony gelöst: die Akkulaufzeiten lassen sich durch verschiedene Energiesparoptionen verlängern. Bei aktivierter WLAN-Schnittstelle und dauerhaft eingeschalteter mobiler Datenverbindung muss sich der Nutzer aber trotzdem darauf einstellen, dass der Energiespeicher nach spätestens 36 Stunden aufgeladen werden muss.

Wieder einmal keine Blöße gibt sich Sony bei der integrierten Kamera. Die Hauptkamera auf der Rückseite ist nicht nur mit einer 13-Megapixel-Linse ausgestattet, sondern verfügt auch über einen 16-fachen Digitalzoom und einem LED-Fotolicht. Sony ist es sogar gelungen, die Linse so in das Gehäuse zu integrieren, dass sie auf der Rückseite nicht herausragt. Und das, obwohl das Handy weniger als 8 Millimeter dick ist. Im Videomodus sind Aufnahmen in Full HD-Qualität mit 1.080p möglich und auf der Vorderseite steht eine zweite Kamera für Videotelefonate mit einer 2-Megapixel-Linse zur Verfügung.

Überzeugende Kamera

Die Bildqualität ist bei guten Lichtverhältnissen nicht überragend, verdient es aber trotzdem, als sehr gut bezeichnet zu werden. Die Farbtreue ist überdurchschnittlich gut, ein Bildrauschen kaum zu erkennen. Richtig überzeugend ist auch der Automatikmodus. Er schaltet stets den besten Fotomodus zu, etwa bei Nahaufnahmen den Makro- oder bei schnellen Bewegungen den Action-Modus.

Wer mag, kann die Kamera aber auch in den Normalmodus schalten und alle gewünschten Einstellungen manuell vornehmen. Bei weniger guten Lichtverhältnissen lässt die Bildqualität spürbar nach, bewegt sich aber trotzdem noch auf einem ordentlichen Level. Das Xperia Z ist für Otto-Normal-Nutzer eine gute Alternative zu einer klassischen Digital-Kompaktkamera. Schade ist, dass eine separate Kamerataste fehlt.

Fazit: Sony legt die Messlatte höher

Sony kann keine Smartphones bauen? Wer auch immer diese Aussage heute noch tätigt, liegt falsch. Das Xperia Z ist der ultimative Gegenbeweis, dass der japanische Elektronikkonzern auf einem richtig guten Weg ist, die Smartphone-Welt mit leistungsstarken Endgeräten ordentlich zu beleben.

Einziges Manko: die Glas-Oberflächen. Sie sehen zwar schön aus, fallen lassen sollte man sein Telefon aber lieber nicht. Wir meinen, dass das auch gilt, obwohl Sony betont, dass das Glas besonders robust sei und Gummi-Flächen an den Rahmenkanten etwaige Stöße abfedern sollen. Etwas unverständlich ist, warum die kleine LED auf der Vorderseite des Telefons zwar mit einem roten Licht warnt, wenn die Akkukapazität einen kritisches Level erreicht, verpasste Anrufe oder noch nicht gelesene Nachrichten aber nicht signalisiert.

Sei's drum: mit dem Sony Xperia Z meldet sich Sony eindrucksvoll in der Highend-Smartphone-Liga zurück und setzt der Konkurrenz eine ordentliche Salve Warnschüsse vor den Bug. Frei nach dem Motto: Wir sind auch noch da! Klar, dass das auch ein paar Euro kostet: im günstigsten Fall werden für das Top-Telefon aktuell im Online-Handel 549 Euro fällig. Wer es bei Amazon bestellt, muss momentan sogar 629 Euro auf den Tisch legen – wahlweise in den Farben Schwarz, Weiß oder Lila.

Unser Testfazit zum Sony Xperia Z
Pro Contra
  • großartige Performance
  • ordentliche Akku-Laufzeit
  • geschützt vor Staub und Spritzwasser
  • brillantes Display
  • sehr gute Kamera
  • Display spiegelt stark, ist anfällig für Staub
  • Kamera schwächelt bei schlechtem Licht
  • Status-LED eingeschränkt nutzbar
Bewertung
  • Bedienung (30%):sehr gut
  • Ausstattung (20%):sehr gut
  • Verarbeitung (20%):gut
  • Akkulaufzeit (20%):befriedigend
  • Telefonfunktion (10%):sehr gut
Gesamtnote der Redaktion: Preis-Leistung:
1,6gut gut

(Hayo Lücke)

Sony Xperia Z
Sony Xperia ZZum Xperia Z
Allgemein
Sony Xperia Z
KategorieOutdoor-Handy
Multimedia-Handy
Navi-Handy
Handy-TypBarren-Handy
Herstellungsjahr2013
MarktstartMärz 2013
Einführungspreis499,00 €
Farben
Schwarz
Weiß
Violett
AbmessungenHöhe: 139 mm
Breite: 71 mm
Tiefe: 7,9 mm
Gewicht146 g
SAR-Wert0,77 W/kg
Simkarten-TypmicroSIM
Display
Sony Xperia Z
TechnologieTouchscreen
TypTFT
Größe5 Zoll
Auflösung1080 x 1920 Pixel
Pixeldichte441 ppi
AnmerkungenReality-Display mit Mobile Bravia Engine 2, 16 Millionen Farben
Speicher
Sony Xperia Z
Speicher intern16 GB
Speicher extern32 GB
Arbeitsspeicher2 GB
Prozessor und Akku
Sony Xperia Z
ProzessorQualcomm Adreno 320
Quad-Core-Prozessor
Taktrate 1,5 GHz
Akku-Kapazität2330 mAh
Laufzeit11 Stunden
Standby-Zeit550 Stunden
Software
Sony Xperia Z
BetriebssystemAndroid 4.1 Jelly Bean
App-ShopGoogle Play
Anmerkungen SoftwareGeotagging, xLoud, SenseMe, SyncML, TrackID, NeoReader, Playstation Certified, DLNA, 3D-Spiele, Google-Dienste
Daten und Netze
Sony Xperia Z
AnschlüsseBluetooth
USB
WLAN
NFC
Kopfhöreranschluss
TV-Ausgang
DatenstandardsGPRS
UMTS
EDGE
HSDPA
HSUPA
LTE
Unterstützte NetzeQuad-Band
Messaging und Multimedia
Sony Xperia Z
MessagingSMS
MMS
E-Mail
Instant Messaging
Videotelefonie
Soziale Netzwerke
MultimediaMP3-/Music-/Mediaplayer
Radio
Video-Player
NavigationNavigationssoftware
GPS
Kamera13 Megapixel
Autofokus
Bildstabilisator
Fotolicht
Video: Full-HD (1920 x 1080)
Zweit-Kamera2 Megapixel
Video: Full-HD (1920 x 1080)

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang