Multimedia-Power

Sony Xperia XZ im Test: Wie gut ist das Kamera-Smartphone?

Sony hat sein neues Smartphone Xperia XZ mit reichlich Multimedia-Features ausgestattet: Neben einer 23-Megapixel-Kamera finden sich ein Laser-Autofokus und ein elektronischer Bildstabilisator. Doch kann das Smartphone auch in der Praxis punkten?

Sony Xperia XZDas Sony Xperia XZ schürt hohe Erwarten, besonders in Sachen Multimedia.© Sony Mobile Communications

Sony möchte mit dem Xperia XZ einen neuen Kamera-Boliden auf den Markt werfen. 22,85 Megapixel bietet die Hauptkamera und noch einiges mehr. So soll das Scharfstellen via Laser-Autofokus schnell und zuverlässig klappen, ein besserer Weißabgleich soll über eine ausgefeilte Farbtemperatur-Messung auch im Infrarot-Bereich möglich werden. Außerdem verbaut: Ein auf fünf Achsen arbeitender, elektronischer Bildstabilisator.

Test: Hält das Sony Xperia XZ, was die Daten versprechen?

Bei diesen Voraussetzungen erwartet man natürlich top Bilder und wird vom Sony Xperia XZ etwas enttäuscht: Unschärfen lassen sich am oberen und unteren linken Bildrand erkennen, die Detailtreue im Test ist nicht sonderlich hoch. Auch die spezielle Weißabgleichsmessung kann an Bildern mit leichtem Rotstich nichts ändern. Bei etwas schlechterem Licht wie etwa in geschlossenen Räumen macht sich außerdem der fehlende optische Bildstabilisator (nur die Z-Achse wird optisch beruhigt) bemerkbar: Wer kein ruhiges Händchen hat, erhält schnell unscharfe Bilder. Immerhin: Das Bildrauschen hält sich zurück und der Blitz leuchtet den Nahbereich angemessen aus.

Ähnlich sieht es bei den Videoaufnahmen aus: Full-HD-Videos sind mit 30 oder 60 Bildern die Sekunde möglich, 4K-Videos werden mit 30 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Zu monieren sind hier wie bei den Bildern eine geringe Schärfe und wenige Details, auch ein deutlich sichtbares Grieseln schleicht sich ein. Lassen muss man dem Xperia XZ jedoch den stabilen Autofokus. Der Musiksound ist kräftig, wenn auch bei den Höhen etwas Platz noch oben wäre.

Sony Xperia XZ

Sony Xperia XZ

  • Betriebssystem Android 6.0.1 Marshmallow
  • 23 Megapixel-Kamera mit Autofokus, Bildstabilisator und Fotolicht
  • 5,2 Zoll TFT Touchscreen, 1080 x 1920 Pixel
  • 32 GB Speicher
  • ab 0,00 € mit Vertrag
Sony Xperia XZSony Xperia XZSony Xperia XZSony Xperia XZ

Satte Prozessor-Leistung beim Xperia XZ

Werfen wir nun nach dem etwas ernüchternden Urteil für Kamera und Co noch einen Blick auf den Rest des Smartphones – was hat es sonst noch zu bieten? Nicht wenig!

Das Dual-Domain-IPS-Display misst 5,15 Zoll und bietet 424 ppi. Die Blickwinkelstabilität ist bestens und die Helligkeit mit 571 Candela pro Quadratmeter erfreulich hoch. Im Inneren des Sony Xperia XZ arbeiten vier Hochleistungskerne zusammen mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher, welche es in den Benchmarks auf 60 Prozent über dem Durchschnitt bringen. Verpackt wird alles in ein Aluminium-Gehäuse mit abgerundeten Seitenkanten. Wer sein Smartphone gerne in den hinteren Hosentaschen transportiert, sollte jedoch etwas aufpassen: Im Verwindungstest drückt das Deckglas aufs Panel durch, was bei häufigeren Widerholungen durchaus zu Pixelschäden führen kann.

Schonender Ladevorgang und Batteriepflege-Modus

Der Akku des Sony Xperia XZ fasst 2.900 Milliamperestunden und bringt es in unserem Laufzeittest auf 448 Minuten Videowiedergabe bei gedimmtem Display und im Flugmodus. Macht neun Prozent unterdurchschnittlich. Normalnutzer dürften damit über den Tag kommen, Intensivnutzer eher weniger. Beim Laden geht es Sony eher gemütlich an und setzt auf die Schonung des Akkus. 100 Prozent sind im Test innerhalb von 155 Minuten erreicht. Studien zeigten, dass Schnellladeverfahren die Akkukapazität schneller einbrechen lassen. Wer mag, kann einen zusätzlichen Batteriepflege-Modus aktivieren: So ist es möglich, den Akku nach einer Lernphase erst kurz vor Ende der Ladezeit vollzutanken, vorher wird nur bis 90 Prozent geladen. Kappt man beispielsweise die Stromverbindung regelmäßig um 6:30 Uhr, weil man aufsteht, beginnt das Xperia erst wenige Minuten vorher, den Akku über 90 Prozent zu laden.

Was die weitere Ausstattung betrifft, so ist alles im grünen Bereich: 32 Gigabyte (netto 19,1 GB) interner Speicher lassen sich via Micro-SD erweitern; LTE, WLAN ac, Bluetooth 4.2 und NFC sorgen für schnelle Funkverbindungen. Unter dem Ein/Aus-Schalter verbirgt sich ein Fingerabdrucksensor und das Xperia XZ ist wasser- und staubgeschützt nach IP 65/68. So übersteht das Smartphone laut Sony auch ein Gespräch im Regen oder darf mal abgeduscht werden – in die Garantie sind Wasserschäden jedoch nicht eingeschlossen.

Komfortable Bedienung dank rotierendem Homescreen

Als Betriebssystem kommt beim Xperia XZ Android 6.0.1 zum Einsatz, das Update auf Android 7 soll zeitnah erfolgen. Über Android legt Sony seine Nutzeroberfläche Xperia UI. Diese ermöglicht es beispielsweise, Apps im Menü beliebig anzuordnen. Tap2Wake ist auch an Bord, allerdings funktionierte diese Funktion im Test nicht immer einwandfrei. Etwas nervig ist, dass sich Android 6 nicht den genutzten Verbindungstyp beim USB-Anschluss merkt, sodass dieser immer wieder neu gewählt werden muss. Erfreulich ist die Tatsache, dass bei Gerätedrehung ins Querformat ausnahmslos alles mit rotiert – auch der Homescreen und die Menüs.

Sony Xperia XZ: Etwas zu viel versprochen

Alles in Allem ist das Sony Xperia XZ ein gelungenes Smartphone mit edlem Design: Scharfes 5,2-Zoll-Display, schneller Prozessor, 19 Gigabyte erweiterbarer Speicherplatz, alle aktuellen Funktechniken und ein Staub- und Wasserschutz nach IP 65/68 sind vorhanden. Der Akku dürfte Normalnutzer über den Tag bringen, Intensivnutzer müssen voraussichtlich nachtanken. Soweit ein solides Smartphone – etwas enttäuschend sind die multimedialen Fähigkeiten, die seitens Sony umfangreich beworben werden.

Die Kamera liefert bei gutem Licht schöne Bilder, ein optischer Bildstabilisator und etwas mehr Bildschärfe wären jedoch wünschenswert gewesen. Auch die 4K-Videos bleiben in Sachen Detailwiedergabe hinter der Konkurrenz zurück. In Sachen Preis-Leistung steigt das Sony Xperia XZ mit einer Preisempfehlung von 650 Euro 51 Prozent unter dem Mittel ein, erst bei 560 Euro würde sich diese Bilanz ins Positive wenden.

Weiterführende Infos zum Thema:

Mehr aus dem Web

Zum Seitenanfang