Smartphone der Oberklasse?

Sony Xperia X im Test: Kompaktes Smartphone-Flaggschiff mit Licht und Schatten

Sony hat dem Xperia X nur ein relativ kleines Display spendiert, auch der Prozessor ist eher Mittelklasse. Die Kamera bietet dagegen fast 23 Megapixel, der Akku des Smartphones punket mit starker Leistung. Unser Testbericht zeigt, wie das Xperia X in der Praxis schlägt.

Sony Xperia XDas Sony Xperia X ist bestenfalls ein "Flaggschiffchen", so unser Tester.© Sony Mobile Communications

Überraschend kompakt kommt das Sony Xperia X, welches den neuen Platzhirsch von Sony darstellen soll, daher: Nur 4,96 Zoll misst der Bildschirm, was handliche Maße von 69 x 143 x 7,9 Millimetern zur Folge hat. Der Bildschirm hat eine Auflösung von 305 ppi und eine Helligkeit von 480 Candela pro Quadratmeter – beides gute Werte. Was die Stabilität angeht, so sollte man trotz Aluminium-Gehäuse nicht allzu ruppig mit dem Xperia X umgehen – beim Verwindungstest drückt das Deckglas an der ein oder anderen Stelle aufs Panel durch.

Prozessor ist nur Mittelklasse

Anders als zu erwarten, stammt der Prozessor mit seinen sechs Kernen, die mit 1,4 und 1,8 Gigahertz getaktet sind, eher aus der Mittelklasse. Das bescheinigen mit 27 Prozent über dem Durchschnitt auch die Benchmarks. Ein guter Wert, andere aktuelle Top-Modelle liegen jedoch deutlich darüber, sodass besonders anspruchsvolle Nutzer eher zu anderen Geräten greifen dürften. Jedem Normalnutzer sollte die Geschwindigkeit des Xperia X jedoch ausreichen.

Xperia X verfügt über besondere Ladetechnik

Der 2.620 Milliamperestunden fassende Akku des Sony Xperia X ist fest verbaut und bringt es in unserem Test auf 617 Minuten Akkulaufzeit, 27 Prozent mehr als üblich. Testbedingungen waren eine Videowiedergabe mit heruntergeregelter Bildschirmhelligkeit im Flugmodus. Für eine volle Akkuladung muss man mit 160 Minuten rechnen – im Vergleich zu anderen Modellen ziemlich lang. Allerdings wird der gesamte Ladevorgang mittels Software überwacht und die Spannung individuell so geregelt, dass das Laden besonders ressourcenschonend ist.

Der Grund zu diesem Schritt ist in einem Test von Qnovo, dem Entwickler dieser Ladetechnik, zu suchen. Dieser besagt, dass Akkus, welche mit einem herkömmlichen 1,25-Ampere-Ladegerät betankt werden, nach 500 Ladezyklen nur noch 80 Prozent ihrer Akku-Kapazität besitzen. Beim Tanken mit Turbo-Ladern soll die 80-Prozent-Marke schon nach nur 100 Ladezyklen erreicht sein. Über die Anpassung des Ladezyklus beim Sony Xperia X soll der Akku deutlich länger seine volle Kapazität behalten.

Bei der weiteren Ausstattung findet man alles Wichtige: LTE, WLAN ac, Bluetooth 4.2, NFC, ein UKW-Radio und Fingerabdrucksensor. Ausgestattet ist das Xperia X mit einem internen Speicher von 32 (netto 17,87) Gigabyte, welcher sich via MicroSD-Karte erweitern lässt.

Sony Xperia X

Sony Xperia X

  • Betriebssystem Android 6.0 Marshmallow
  • 23 Megapixel-Kamera mit Autofokus, Bildstabilisator und Fotolicht
  • 5 Zoll TFT Touchscreen, 1080 x 1920 Pixel
  • 32 GB Speicher
  • ab 0,00 € mit Vertrag
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Was bietet das Xperia X in Sachen Multimedia?

Die Kamera des Xperia X bietet 22,85 Megapixel und schießt in Sachen Farben, Belichtung und Kontraste schöne Bilder. Allerdings muss man mit leichten Unschärfen im Randbereich leben. Außerdem fehlt ein optischer Bildstabilisator, sodass die Bildqualität und Schärfe gemeinsam mit dem verfügbaren Licht stark abnimmt.

Videos werden in FullHD aufgezeichnet. Der Autofokus erweist sich als erfreulich stabil, und die Aufnahmen sind angenehm ruhig. Die Schärfe der Aufnahmen ist in unserem Test allerdings etwas schwach und es zeigt sich ein leichtes Grieseln. Auch die Farbdynamik ist etwas übergewichtet.

In Sachen Audio hat Sony in Form von Upscaling, Stereo-Front-Lautsprechern und verbesserter Bluetooth-Übertragung einiges in das Xperia X gepackt. Im Klangtest liefert der Proband auch einen durchweg natürlichen Sound ab – allerdings haben einige Konkurrenz-Produkte ganz klar einen breiteren Frequenzgang.

Details sind nicht gut durchdacht

Nicht ganz so gut durchdacht sind beim Xperia X die Lage von NFC-Modul und Lautstärkenwippe. Die Lautstärkenwippe liegt sehr tief, sodass sie aus keiner Lage wirklich gut zu erreichen ist. Das NFC-Modul ist oben links in der Front eingebaut – ungeschickt, da man so sein Smartphone beim Bezahlen mit dem Display nach unten halten muss und nicht mitbekommt, wenn man etwas bestätigen oder eingeben muss.

Weitere Abzüge in der Handhabung gibt es für folgende Punkte: Bei der Tastatur hat jemand nicht richtig aufgepasst, weswegen diese in der englischen QWERY-Einstellung ausgeliefert wird. Das deutsche QWERTZ muss man erst umständlich in den Einstellungen suchen. Grundsätzlich sind die Einstellungen teilweise etwas unübersichtlich, da sich wichtige Funktionen häufig tief in den Menüs verbergen. Einen Minuspunkt gibt es zudem noch für die Anzeige des Speicherplatzes. Hier wird nicht etwa der verbleibende freie Speicherplatz angezeigt, sondern lediglich der schon verbrauchte. Auch muss jede USB-Verbindung erst auf dem Display bestätigt werden. Über Voreinstellungen könnte das schneller gehen.

Grundsätzlich ist das Betriebssystem, welches auf Android basiert, aber eine runde Sache: So lässt sich das Smartphone etwa über Tap2Wake aus dem Standby-Modus klopfen und die Schnellzugriffe sind editierbar.

Fazit zum Sony Xperia X: Gutes Smartphone, jedoch überteuert

Was steht nun unterm Strich bei unserem Test des Xperia X? Ein grundsätzlich gut gelungenes Smartphone – allerdings der Mittel- und nicht der Oberklasse: Der Prozessor dürfte jedem Normalnutzer ausreichen, die Akkulaufzeit liegt ordentlich über dem Durchschnitt, aufgrund des schonenden Ladens muss man allerdings mit langen Ladezeiten rechnen. Foto- und Videoaufnahmen liegen im guten Bereich, wenn man auch an der einen oder anderen Stelle Abstriche machen muss. Gleiches gilt für das sehr umfangreiche Audiopaket, was Sony liefert. Das ändert allerdings nichts an einem etwas zu schmalen Frequenzband. Das Design des Xperia X ist grundsätzlich gelungen, jedoch etwas instabil.

Mit seinen Schwächen dürfte das Xperia X zwar immer noch genügend Interessenten finden, allerdings ist der Preis von 599 Euro zu Marktstart deutlich zu hoch gegriffen. Da bleibt nur abzuwarten, bis dieser auf ein akzeptables Niveau gefallen ist.

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