Testbericht

Sony Xperia U im Test - Kompakt, handlich, gut

Das Sony Xperia U ist ab knapp 200 Euro zu haben und überzeugt nicht nur mit Farbspielen, sondern auch mit einer ordentlichen Performance. Dickes Minus: der Speicher ist nicht erweiterbar.

Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Mit erschwinglichen Smartphones versucht Sony im Kampf um Marktanteile gegen die fast schon übermächtige Konkurrenz aus Südkorea (Samsung) und den USA (Apple) mitzuhalten. Neben dem Xperia S und dem Xperia P hat der japanische Elektronikkonzern auch das Xperia U im Angebot. Es richtet sich als vergleichsweise günstige Alternative vor allem an Personen, die auf gewisse Extras verzichten können, bei ihrem mobilen Alltagsbegleiter aber trotzdem auf eine ordentliche Performance setzen möchten. Wir haben uns das vergleichsweise kleine Telefon genauer angeschaut.

Klein und kompakt

Schon bei der ersten Begegnung wird deutlich, dass Sony beim Xperia U vor allem eines im Sinn hatte: ein kleines, kompaktes und handliches Smartphone anbieten zu können. Zwar ist es wie das iPhone 4 S mit einem 3,5 Zoll kleinen Display ausgestattet, insgesamt aber etwas schmaler. Es misst 112 Millimeter in der Länge, 54 Millimeter in der Breite und ist mit 12 Millimetern Tiefe auch vergleichsweise dick. Insgesamt liegt das Telefon aufgrund seiner gummierten Akkuabdeckung aber sehr gut in der Hand und fühlt sich angenehm geschmeidig an - trotz einer dezent gebogenen Rückseite.

Ein weiterer Hingucker ist die durchsichtige LED-Leiste unterhalb des Displays, die in verschiedenen Farben leuchten kann und sich farblich automatisch an das gerade betrachtete Foto oder Hintergrundbild anpasst. Über verpasste Anrufe und noch nicht gelesene Nachrichten informiert eine zusätzliche Status-LED oberhalb des TFT-Bildschirms. Allerdings: Sony hätte diesem optischen Signal-Feuer ruhig etwas mehr Leuchtkraft spendieren können. Häufig gehen Signalisierungen schlicht unter.

Ausgeliefert wird das Sony Xperia U auf Basis von Android 2.3 Gingerbread. Im Laufe des Jahres soll es aber möglich sein, das Telefon auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich zu aktualisieren. Der Antrieb erfolgt über einen mit 1 Gigahertz getakteten Dual Core Prozessor, dem 512 Megabyte Arbeitsspeicher zur Seite gestellt wurden. Und das macht sich bemerkbar: im Alltag macht die Bedienung des Sony-Smartphones ordentlich Laune, weil nicht nur der TFT-Bildschirm schnell reagiert, sondern auch eine weitgehend ruckelfreie Menünavigation möglich ist.

Durchaus beeindruckendes Display

Der Bildschirm selbst misst zwar wie eingangs erwähnt nur 3,5 Zoll (8,9 Zentimeter) in der diagonalen Abmessung, aber das reicht gerade für Gelegenheitsnutzer absolut aus. Hinzu kommt, dass Sony mit einer besseren Auflösung punkten kann als beispielsweise das Huawei Ascend Y 200 oder das HTC One V. Der Bildschirm des Xperia U löst mit 854 x 480 Pixeln auf und kann 16,78 Millionen Farben darstellen. Hinzu kommt, dass der Kontrast überraschend stark ausfällt und das Display auch bei starker Sonneneinstrahlung nicht zu stark spiegelt - trotz Glas-Oberfläche. Dafür ist es recht anfällig für Fingerabdrücke.

Die Bedienung des Xperia P erfolgt in weiten Teilen über den Bildschirm. Direkt darunter wurden drei Sensortasten integriert, mit denen durch das Menü von Googles mobilem Betriebssystem navigiert werden kann. Immer wieder verirrt sich der Daumen aber auf die beleuchtete LED-Leiste statt auf die Tasten selbst und dann passiert in Sachen Navigation herzlich wenig. Bei aller optischer Schönheit wird hier der praktische Nutzen klar verfehlt.

WLAN im 2,4 Gigahertz-Bereich

Nutzbar ist das kleine Sony-Smartphone in GSM-Netzen rund um den Erdball (Quadband) und überall dort, wo UMTS verfügbar ist. Allerdings unterstützt das in Deutschland verkaufte Modell nur die UMTS-Frequenzbereiche um 900 und 2.100 Megahertz. Einschränkungen gibt es auch bei der maximal möglichen Download-Geschwindigkeit: sie liegt bei 14,4 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Im Upload sind per HSUPA höchstens 5,76 Mbit/s möglich. Alternativ steht eine WLAN-Schnittstelle im 2,4 Gigahertz-Frequenzband zur Nutzung bereit, die auch als mobiler Hotspot eingesetzt werden kann.

An weiteren Schnittstellen bietet das Xperia U an der linken Seite einen Micro-USB-Anschluss, Stereo-Bluetooth und DLNA-Unterstützung. Synchronisierungen von Daten sind über Exchange ActiveSync, Google Sync und Facebook möglich. Außerdem mit an Bord: ein aGPS-Empfänger. Auf LTE und NFC muss hingegen verzichtet werden.

Kein MicroSD-Schacht

Vergleichsweise klein fällt der interne Speicher aus. Insgesamt wurde dem Xperia U eine Speicherkapazität von 8 Gigabyte (GB) spendiert. Davon stehen für den Nutzer aber nur 4 GB zur freien Verfügung, da der Rest vom Betriebssystem in Anspruch genommen wird. Schwach: eine Speichererweiterung per MicroSD-Karte ist nicht möglich. Dafür kann die SIM-Karte gewechselt werden, ohne den Akku aus dem Gerät zu nehmen. Betrieben wird das Telefon mit einer SIM-Karte im Standard-Format.

Nicht mehr als Mittelmaß ist die integrierte Digitalkamera. Sie löst im Fotomodus mit maximal 5 Megapixeln auf und ist mit einem recht hellen LED-Fotolicht und Autofokus ausgestattet. Als Auslöser dient entweder das Display selbst oder eine an der rechten Seite zu findende separate Kamerataste.

Wie so oft hat Sony seinem Smartphone auch verschiedene Kameraextras wie diverse Aufnahme-Modi, eine Lächelerkennung und eine 3D-Schwenkpanorama-Funktion spendiert. Im Videomodus sind Aufnahmen in HD-Qualität mit bis zu 720p möglich und es steht ein Bildstabilisator zur Verfügung. Während der Aufnahme versucht der Autofokus stets die bestmögliche Schärfe einzustellen, was aber nicht immer gelingt. Qualitativ sind die Aufnahmen für Otto-Normal-Nutzer trotzdem ausreichend. Als Zusatz steht auf der Vorderseite eine zweite Kamera für Videotelefonate zur Verfügung - allerdings nur in vergleichsweise schlechter VGA-Qualität.

Fazit: Mittelklasse-Smartphone im Kompaktformat

Mit dem Sony Xperia U macht Sony vor, wie ein kompaktes Smartphone auszusehen hat, das nicht gleich 400, 500 oder gar 600 Euro kostet. Der Bildschirm ist verglichen mit anderen Smartphone-Flaggschiffen zwar recht klein, allerdings macht die Bedienung trotzdem sehr viel Spaß. Auch, weil die Menünavigation insgesamt sehr flüssig und ohne erkennbare Performance-Einbußen möglich ist. Das recht markante, kantige Design ist Geschmackssache, die farbenfrohe LED-Leiste ein echter Hingucker. Gute Noten können wir dem Sony-Smartphone auch für das Schreiben von Texten ausstellen. Sowohl im Hoch- als auch im Querformat steht eine virtuelle QWERTZ-Tastatur zur Verfügung, die automatische Rechtschreibprüfung arbeitet sehr zuverlässig und präzise.

Abstriche gibt es trotzdem. Verschmerzbar ist, dass das Xperia U kein LTE und NFC unterstützt. Störend ist allerdings die Tatsache, dass der Speicher nicht per MicroSD-Karte zu erweitern ist. Unverständlich, warum Sony auf dieses Feature verzichtet hat, da aufgrund der Dicke des Telefons eigentlich Platz genug für einen entsprechenden Schacht vorhanden sein müsste. Wer gerne seine Musik- und Foto-Sammlung auf dem Smartphone transportieren möchte, stößt bei den gewährten 4 Gigabyte freiem Speicherplatz schnell an seine Grenzen. Solide präsentiert sich der integrierte Akku. Zwar liegt die Kapazität bei nur 1.290 mAh, aber trotzdem hält das Telefon bei dauerhaft aktivierter Datenverbindung (WLAN & UMTS) locker 18-24 Stunden durch.

Angeboten wird das Smartphone mit schwarzer und weißer Akku-Abdeckung. Unterhalb der LED-Leiste präsentiert sich das Telefon zudem mit austauschbaren Bodendeckeln in Schwarz, Weiß, Gelb oder Pink. Ein zusätzlicher Deckel ist im Lieferumfang enthalten. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 229 Euro, im Online-Fachhandel ist das Telefon zu Preisen ab 195 Euro zu haben. Amazon verkauft es abhängig von der gewählten Farbe ab knapp 204 Euro ohne zusätzliche Versandkosten.

Name: Xperia U
Hersteller: Sony Mobile
Internet: www.sonymobile.com
Preis: ab ca. 195 Euro
Technische Daten:
Betriebssystem: Android (Version 2.3.7 Gingerbread)
Prozessor: 1 Ghz. Dual Core
Arbeitsspeicher: 512 Gigabyte
SIM: Standard-SIM
Antenne: GSM Quadband (850, 900, 1.800, 1.900 Megahertz)
UMTS (900, 2.100 Megahertz)
Abmessungen: 112 x 54 x 12 Millimeter
Gewicht: 110 Gramm
Display: 3,5 Zoll, 854 x 480 Pixel, 16,8 Mio. Farben
Speicher: 8 GB intern;
per microSD nicht erweiterbar
Schnittstellen: Bluetooth, WLAN, DLNA
Digitalkamera: 5 Megapixel Kamera, Digitalzoom, Autofokus
HD-Videofunktion (720p), Frontkamera (VGA)
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Stereo-Headset, USB-Kabel, zweiter Bodendeckel (in unserem Fall in weißer Farbe)
SAR-Wert: 1,22 W/kg (hoch)
Extras: MP3- und Videoplayer, Bluetooth, Radio, GPS, WLAN, HD-Unterstützung, Status-LED
Akkulaufzeit im Test: 4-5 Stunden Sprechzeit
18-24 Stunden Bereitschaftszeit (bei normaler Smartphone-Nutzung)
Pro & Contra:
gute Verarbeitung
gute Performance
sehr kontrastreiches Display
Status LED
mäßige Kamera
Speicher nicht erweiterbar
keine NFC- und LTE-Unterstützung

Bewertung:
Bedienung (30%): gut
Ausstattung (20%): befriedigend
Verarbeitung (20%): sehr gut
Akkulaufzeit (20%): befriedigend
Telefonfunktion (10%): gut
Gesamtnote gut (2,2)
Preis-Leistung: gut

(Hayo Lücke)

Zum Seitenanfang