Testbericht

Sony Xperia Tablet Z im Test: Dünner, leichter, ab ins Wasser

Mit einem Gewicht von unter 500 Gramm ist Sonys neues Tablet-Flaggschiff mit 10 Zoll großem Full-HD-Bildschirm konkurrenzlos leicht. Außerdem ist es wasserdicht, als Universalfernbedienung nutzbar und mit LTE erhältlich. Ein Volltreffer? Fast.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Zu schwer, aber doch fragil, eine grobe Display-Auflösung und zu wenig Power - das alles ist beim neuen Sony Xperia Tablet Z garantiert nicht zu befürchten. Der japanische Konzern zieht bei seinem neuen Android-Vorzeigemodell alle Register und verpackt einen starken 4-Kern-Prozessor und zahlreiche Extras in ein besonders dünnes und leichtes Gehäuse, das zudem mit Schmutz und Wasser umgehen kann. Wir haben das Tablet aus der 10-Zoll-Klasse getestet - zu haben ist es ab 499 Euro.

Sony Xperia Tablet Z Test – Inhalt

  • Seite 1: Das wasserfeste Gehäuse des Xperia Tablet Z
  • Seite 2: Ausstattung des Xperia Tablet Z - Kameras, Display, Hardware
  • Seite 3: Akkulaufzeit, Fazit und technische Daten zum Xperia Tablet Z

Konkurrenzlos leicht

Bereits zur Produktankündigung war klar: Das Xperia Tablet Z wird dünner und leichter als seine Konkurrenten. Mit Maßen von rund 266 x 172 x 6,9 Millimetern (mm) und 495 Gramm ist der Tablet PC ein wahres Fliegengewicht. Andere 10-Zöller bringen etwa 100 bis 200 Gramm mehr auf die Waage - und die sind in der Hand deutlich zu spüren. Sonys Android-Exemplar lässt sich hervorragend auch längere Zeit in der Hand halten. Das flache Tablet steht wahlweise mit schwarzer oder weißer Rückseite und Umrandung bereit. Diese ist nur 2 mm breit, wodurch das Tablet tatsächlich wie eine Tafel aussieht. Zumindest abgeschaltet, denn unter dem Glas befindet sich noch ein mehr als 2 Zentimeter breiter, schwarzer Rahmen. Die Gehäuserückseite ist mattiert und erinnert bei unserem weißen Testgerät durch das zurückhaltende Design ohne jegliche Musterung fast an ein Blatt Papier.

Abspülen und eintauchen möglich

So empfindlich ist das Android-Tablet aber trotz des geringen Gewichts nicht: Das 10,1 Zoll große Display wird von einem kratzfesten Glas geschützt und das Gehäuse verkraftet außerdem Staub und Wasser in der Umgebung. Durch wasserdicht verschlossene Ein- und Ausgänge soll das Xperia Tablet Z sogar bis zu 30 Minuten lang einen Tauchgang bis zu einem Meter Tiefe überstehen. Das aber nur unter Frischwasser, Experimente im Pool oder Meer sowie mit Chemikalien sollten daher ausbleiben, ansonsten gibt es keine Herstellergarantie mehr. Wir haben den Tablet-Rechner mit klarem Wasser abgespült und im Waschbecken untertauchen lassen, was er unbeschadet überstanden hat. Auftreffende Wassertropfen erwecken das Tablet jedoch zum Leben; also nicht wundern, wenn sich Apps selbständig öffnen.

An Anschlüssen zu bieten hat der leichte Rechner eine Kopfhörerbuchse, einen Speicherkartenleser für das microSD-Format und eine Micro-USB 2.0-Schnittstelle mit MHL. Über einen Adapter, der aber nicht im Lieferumfang enthalten ist, können dann auch Videos ausgegeben werden. Die Verschlusskappen fügen sich nahtlos in das Design ein und sind leicht zu öffnen - fast schon zu leicht, wenn man bedenkt, dass sie auf Dauer dicht halten müssen. Verlieren kann man sie aber nicht.

NFC-fähig und mit Infrarot bestückt

Zur drahtlosen Kommunikation sind WLAN, optional LTE, Bluetooth 4.0 und NFC eingebaut. Passende SmartTags, um über Near Field Communication verschiedenen Aktionen automatisch auszulösen, bietet Sony im Onlineshop im 4er Pack für 14,90 Euro an. Die bunten Plaketten mit einem Durchmesser von 28 mm lassen sich beispielsweise auf dem Nachttisch oder im Büro deponieren und sorgen dann bei Berührung mit dem Tablet dafür, dass sich das WLAN-Modul abschaltet, der Lautlosmodus aktiviert oder eine bestimmte App aufgerufen wird. Was NFC außerdem kann: Mit einem entsprechend bestückten Sony-Fernseher den Bildschirminhalt des Tablets klonen, NFC-Zubehör wie Lautsprecher einfach verbinden und Daten mit NFC-fähigen Laptops oder Smartphones austauschen. Ebenfalls wieder mit an Bord: Infrarot. Damit wird das Z-Tablet wie seine Vorgänger Sony Xperia Tablet S (Test) und Sony Tablet S (Test) zur Universalfernbedienung für TV, Receiver und DVD-Player. Einen LG-Fernseher steuerte das Tablet im Test auf Anhieb und ohne Probleme.

Einschalten lässt sich das edle Stück Technik über einen runden, silberfarbenen Knopf, dessen Gestaltung zu den Vaio-Notebooks passt. Zum Anpassen der Lautstärke ist eine Wippe vorhanden. Obwohl der Rahmen rundherum eine Vertiefung aufweist, sind die Bedienelemente problemlos ertastbar und ohne Hinzusehen bedienbar.

Für den Einsatz als Fotoapparat und für Videochats hat der japanische Konzern eine rückwärtige 8,1 Megapixel starke Exmor-Kamera und eine 2,2-Megapixel-Webcam ausgewählt. Die Hauptkamera schließt mit der Gehäuseoberfläche ab und bietet einen Autofokus, lässt aber ein Blitzlicht vermissen. Sony gibt seinen Kunden diverse Extras wie eine HDR- und Panoramafunktion, Effektfilter und einen Selbstauslöser an die Hand. Die Einstellung "überlegene Automatik" nimmt dem Nutzer verschiedene Einstellungen ab, förderte in unserem Test aber teils überzeichnete Rottöne zu Tage. Wer die Optionen auf "normal" einstellt, wird natürlichere Farben vorfinden. Beim Abfotografieren von Texten wie Zeitungsauschnitten oder Speisekarten gefällt die Kamerafunktion mit einer guten Portion Schärfe. Suboptimale Lichtverhältnisse lassen aber Schwächen durchscheinen: Leichtes Bildrauschen und Unschärfe in den Randbereichen. Die Webcam erfüllt ihren Zweck in Skype-Chats, ist aber aufgrund ihrer groben Auflösung nicht wirklich für Selbstportraits zu empfehlen.

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  • Seite 2: Ausstattung des Xperia Tablet Z - Kameras, Display, Hardware
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Zu dünn für ein Klangwunder

Die beiden Lautsprecher sitzen quer gehalten an der Unterseite und sollen trotz der flachen Bauweise räumlichen Surround-Sound abliefern. Für die derart beengten Verhältnisse kann sich das Ergebnis hören lassen, ist aber kein Wunderwerk. Eine Klangverbesserung für klaren Sound ist mit von der Partie. Rocksongs oder basslastige Musik gehen - wie zu erwarten war - baden. Wer die Lautstärke erhöht, wird zudem feststellen, dass die Vibrationen der Lautsprecher an der Tablet-Rückseite zu spüren sind. Ähnliches hatten wir auch im Asus MeMO Pad Smart 10 Test bemerkt.

Scharfes, helles Display

Bei dem Display greift Sony auf die Technik der Bravia-Fernsehgeräte zurück und lässt die Bravia Engine 2 im Mobilbereich für schärfere Bilder und stärkere Kontraste ackern. Große Unterschiede konnten wir nicht feststellen, allerdings wurden die Farben nach dem Einschalten etwas kräftiger. Scharf ist die Anzeige allein schon aufgrund der Auflösung von 1.920 x 1.200 Bildpunkten. Verglichen mit dem Xperia Tablet S hat Sony also von HD auf Full-HD aufgeholt, bleibt aber hinter den besonders pixelstarken Tablets wie dem iPad mit Retina-Display, dem Google Nexus 10 oder den neuen Toshiba Excite-Tablets zurück. Ob man davon im Alltag überhaupt etwas merkt, ist aber fraglich, denn selbst in kleinen Schriftgrößen erscheinen Texte gestochen scharf - App-Symbole ebenso. Freude bereitet das Display auch aufgrund der kräftigen Farbwiedergabe, wobei diese eher warm als kalt ist. Im direkten Vergleich mit einem Bildschirm mit kalter Farbtemperatur ist das nicht von der Hand zu weisen: Weiß hat einen Gelbstich. Mit einer Beschichtung gegen Fingerabdrücke ist das Xperia Tablet Z auf dem Papier gut für die Nutzung im Freien geeignet. In der Praxis zeigen sich zwar schnell die ersten Flecken und die Spiegelungen stören, die Helligkeit stimmt aber zufrieden. Zur Navigation und für Geocaching-Freunde interessant: GPS und ein digitaler Kompass zählen mit zur Ausstattung.

Hardware begeistert, Chrome-Browser quält

Auf der Höhe der Zeit liegt Sonys neuer Tablet-PC auch bezüglich der Hardware-Bestückung. Ein Qualcomm Snapdragon S4 Pro Quad-Core-Prozessor mit Adreno 320-Grafikkomponente und 1,5 Gigahertz Taktrate kann sich an 2 Gigabyte (GB) RAM bedienen, um ruckelfrei Full-HD-Videos abzuspielen, 3D-Spiele wie Iron Man 3 auf das Display zu bringen und eine allgemein flüssige Darbietung abzuliefern. Um den Bildschirminhalt zu drehen, benötigt das Xperia etwa eine Sekunde. Zum Surfen befindet sich - wie bei Android 4 üblich - der Chrome-Browser an Bord. Er lud im Test Webseiten etwa so schnell wie der mobile Safari auf dem iPad 3, fühlt sich aber beim Scrollen oftmals viel langsamer an. Auch wenn lange Seiten durch schnelle Wischbewegungen zügig bewegt werden sollen, zuckelt der Chrome nur Stück für Stück voran, ein klarer Nervfaktor. Für Apps, Fotos und sonstige Daten stehen dem Tablet-Nutzer je nach Konfiguration 16 oder 32 GB Flashspeicher zur Verfügung, Aufrüsten ist per Speicherkarte möglich.

Je dünner das Gehäuse, desto schwächer der Akku - sollte man meinen. Doch Sony will im Labor eine Laufzeit von bis zu 9 Stunden und 50 Minuten bei der Videowiedergabe und mehr als 30 Tage Standby-Betrieb ermittelt haben. In unserem Test konnten wir fast 9 Stunden lang YouTube-Videos in HD über WLAN abspielen, offline hielt der Tablet-PC bei Full-HD-Qualität etwa 7,5 Stunden durch. Die Standby-Zeit schrumpft auf rund 6 Tage, wenn der Internetzugang bestehen bleibt. Wer die Laufzeiten strecken möchte, sollte das Xperia Tablet Z ohne WLAN-Zugang schlafenlegen und die Energiesparmodi von Sony nutzen. Für ein derart flaches Gerät, ist das Ergebnis okay, dem Vorgänger konnten wir im Sony Xperia Tablet S Test aber mehr Kondition bescheinigen. Schade: Das Z-Tablet lädt nicht über USB und außerdem dauert es mit 6,5 Stunden zu lange, bis der Akku wieder aufgeladen ist.

Sony Xperia Tablet Z Test – Inhalt

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Das Android-4.1.2-Grundgerüst hat Sony um Zusatz-Features und -Apps ergänzt: Sociallife für soziale Netzwerke, Sony Select als App-Wegweiser, PlayStation Mobile mit virtuellen Dualshock-Controller für PS-Spiele, eine Backup-Lösung, TrackID zur Song-Erkennung, ein UKW-Radio, TV SideView zur Fernbedienung und mit Zusatzinfos zu Fernsehprogrammen und natürlich die obligatorischen Sony-eigenen Shops für Musik und Filme. PlayMemories Online widmet sich derweil dem Bilderaustausch mit einem PC, Bravia-Fernseher oder Handy via Online-Speicher.

Die Sony-eigenen Medienanwendungen schaffen einen echten Mehrwert. Aus der Musik-App heraus lässt sich beispielsweise mit nur einem Klick der passende Songtext bei Google suchen, der englischsprachige Wikipedia-Eintrag zur Band abrufen oder das Musikvideo bei YouTube ansehen. Auch an anderer Stelle ist Liebe zum Detail spürbar: Das Xperia Tablet Z kann per Doppelklick auf den Touchscreen aufgeweckt werden, die Statusleuchte ist abschaltbar und zur kabellosen Content-Übertragung auf einen Netzwerk-PC oder -Fernseher steht mit Throw eine komfortable Funktion über DLNA bereit. Kleine Anwendungen wie ein Browser oder Notizblock lassen sich als Zweitfenster anzeigen, der Windows-ähnliche Mehrfenstermodus des Samsung Galaxy Note 8.0 (Test) ist noch einen Tacken besser. Zusätzlich zur Android-Tastatur spendiert Sony ein eigenes Modell, das sich gut bedienen lässt.

Fazit: Nah am Volltreffer

10-Zoll-Tablets mit Android-Betriebssystem gibt es eine Menge - und doch schafft es Sony mit dem Xperia Tablet Z aus der Masse hervorzustechen. Wer in dieser Größenklasse ein besonders leichtes Gerät sucht, der kommt an dem Quad-Core-Tablet unter 500 Gramm nur schwer vorbei. Angenehmer Nebeneffekt: Auch das helle und scharfe Display kann sich sehen lassen. Außerdem sind Nutzer, die Freude an technischen Spielereien beziehungsweise Extras haben, bestens aufgehoben, denn hier sammelt Sony mit dem wasserfesten Gehäuse und den zahlreichen Möglichkeiten einen Pluspunkt nach dem anderen. Einige davon muss der Hersteller aber aufgrund der kürzeren Akkulaufzeit und der Kameraqualität wieder einbüßen. Preislich liegt das Xperia Tablet Z über anderen Quad-Core-Androiden, diese sind dann aber auch nicht wassertauglich.

In Sachen Zubehör beschreiten die Japaner den Apple-Weg: Im Karton liegt lediglich ein kleines und sehr leichtes Netzteil mit USB-Kabel. Für Adapter oder Sonstiges muss der Kunde extra zahlen. Angeboten werden zum Beispiel eine Ladestation für 39 Euro und eine Lederhülle für 79 Euro, die auch als Ständer dient und das Tablet ein- und ausschalten kann.

Weitere Tablet PCs im Test, einen Tablet PC Vergleich und eine Kaufberatung zum Thema Tablet PC liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Xperia Tablet S
Hersteller: Sony
Internet: www.sony.de
Preis: UVP: 499 Euro WiFi 16 GB / 549 Euro WiFi 32 GB /
639 Euro LTE 16 GB

bei Amazon:

ab 499 Euro
Technische Daten
Chipsatz/Prozessor: Qualcomm Snapdragon S4 Pro
(APQ8064 + MDM9215M) Quad-Core Prozessor
Adreno 320 mit 1,5 GHz
(3DMark Score:
Ice Storm: 9.253 / Extreme: 5.494)
Bildschirm: 10,1 Zoll WUXGA (1.920 x 1.200 Pixel)
 Touchscreen,
glänzend
Speicher: 2 GB RAM, 16 bis 32 GB Speicherplatz
Akku: Herstellerangaben:
bis 9 Stunden 50 Minuten Video,
bis 110 Stunden Musik, 37 Tage Standby
gemessen:
8 Stunden 50 Minuten YouTube (WLAN),
7,5 Stunden HD-Videos (offline)
6 Tage Standby (WLAN an)
Kommunikation: WiFi 802.11a/b/g/n, Bluetooth 4.0, Infrarot, NFC,
optional LTE
Betriebssystem: Android 4.1.2 (Jelly Bean)
Abmessungen: HxBxT: 266 x 172x 6,9 Millimeter;
495 Gramm
Anschlüsse: Micro-USB, MicroSD-Kartenleser, MHL,
SIM (nur LTE-Modell),
Kopfhörer (3,5 mm Klinke)
Sonstiges: Kompass, Beschleunigungssensor, Lichtsensor, GPS, 8,1-Megapixel-Kamera für Fotos und Videos
mit Autofokus, 2,2-Megapixel-Webcam, Staub- und Wasserschutz
schneller Quad-Core-Prozessor
helles und farbstarkes Display
Kartenleser
dünn und sehr leicht
NFC und optional LTE
Zusatznutzen durch Infrarot
wasserfest
Mäßige Kamera, kein Blitzlicht
als LTE-Modell nur mit 16 GB verfügbar
teils zähe Browser-Performance

Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): gut
Ausstattung (20%): gut
Display (20%): gut
Bedienung/Handhabung (15%): gut
Akkulaufzeit (15%): gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,0)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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