Test

Sony Walkman WH-Serie im Test: Außen Bügel-Kopfhörer, innen Musik-Player

Sonys Walkman WH-Serie sieht aus wie ein typischer Bügel-Kopfhörer, doch im Innern verbergen sich ein MP3-Player sowie Lautsprecher. Als Kopfhörer an Smartphone oder Tablet anschließen kann man ihn aber auch. Das 3-in-1-Gerät hat aber nicht nur Vorzüge.

Sony Walkman WH-Serie TestDer Walkman NWZ-WH505 mit 16 GB Speicher, als NWZ-WH303 gibt es den Kopfhörer-Player auch mit 4 GB und schwächerem Sound.© onlinekosten.de

Vor einigen Jahren mussten Kopfhörer für unterwegs noch möglichst klein und unauffällig sein, heute sind sie im Gegenteil gerne wuchtig und bunt. Auch Sony bietet verschiedene solcher Bügel-Kopfhörer an, eine Serie unter ihnen schlägt allerdings eine Brücke zum guten alten MP3-Player: Die Walkman WH-Reihe integriert einen Musikspieler sowie Lautsprecher - völlig zu Recht bezeichnet sie der Hersteller daher als 3-in-1-Gerät. Wir haben das Modell NWZ-WH505 getestet.

Ein Gerät - dreifacher Nutzen

Was sich so alles im neuen Walkman verbirgt, sieht man der Serie kaum an: Wer die Verpackung öffnet, hält einen herkömmlichen Bügel-Kopfhörer in den Händen. Diesen gibt es wahlweise in Schwarz mit roten und silberfarbenen Elementen oder in der Farbe Silber mit Weiß und Blau. Kopfbügel und Ohrmuscheln sind jeweils dick und weich gepolstert. Sieht man sich diese genauer an, stellt man fest, dass mehr im Walkman WH steckt: Neben einem Lautstärkeregler und Tasten zum Vor-/Zurückspringen und Pausieren sind dort auch ein Button für die Shuffle-Funktion und zum Wechsel zwischen den verschiedenen Modi integriert. Ob das Gerät nun als Kopfhörer oder Walkman beziehungsweise zur eigenen Beschallung oder als Lautsprecher dient, muss also entsprechend eingestellt werden. Auf Wunsch lässt sich außerdem das Walkman-Logo auf den beiden Ohrmuscheln beleuchten.

Zahlreiche Bedientasten

Auf dem Kopf getragen sind von den zahlreichen Bedientasten nur diejenigen für den Walkman-Modus zugänglich. Das heißt: die Zufallswiedergabe einschalten, zum nächsten Lied springen und lauter/leiser drehen klappt, ohne das Gerät absetzen zu müssen. Die Schalter sind gut zu ertasten und unterscheiden sich haptisch, daher kommt es nicht zu Verwechslungen. Zudem informiert eine englische Sprachansage über die folgende Aktion ("next folder", "shuffle"). Um auch ohne Display einen Überblick über die abgespeicherte Musiksammlung zu behalten, setzt Sony auf eine besondere Funktion ("Zappin"): Nach Gedrückthalten der Wiedergabetaste im laufenden Betrieb werden die Lieder nacheinander kurz angespielt. Als Kopfhörer genutzt, sind die Medientasten aber funktionslos, die Steuerung erfolgt dann über das jeweilige Gerät wie zum Beispiel das Smartphone. Um in den reinen Kopfhörerbetrieb oder auf den Lautsprecher zu wechseln, muss der Walkman-Hörer abgesetzt werden, da die Schalter ansonsten verdeckt sind.

Sony Walkman WH-Serie FunktionenKein Display, aber viele Funktionen: Das erfordert zahlreiche Tasten.© onlinekosten.de

Bequemer Sitz durch Polsterung

Aufgrund der Kunstlederpolster ist der Kopfhörer bequem zu tragen. Leicht ist er mit einem Gewicht von mehr als 300 Gramm nicht, andere Premium-Kopfhörer von Sony sind aber ähnlich schwer - wie der MDR-XB910, und das ohne MP3-Innenleben und ohne Akku. Die Ohrmuscheln lassen sich in der Höhe verstellen, damit das Gerät verschiedenen Nutzern passt. Insgesamt sitzt der Bügel recht stramm, Tanzen oder Joggen ist daher problemlos möglich. Nur wer den Kopf nach vorne oder unten bewegt, dem dürfte der Hörer vom Kopf rutschen.

Bei Sony läuft der vielseitige Kopfhörer unter der Bezeichnung NWZ-WH303 beziehungsweise NWZ-WH505 - die Unterschiede: Variante Nummer eins bietet 4 Gigabyte (GB) Speicherplatz, die zweite - die unserem Testgerät entspricht - 16 GB. Für Multimediaplayer mit Touchscreen und App-Unterstützung wäre beides knapp, doch da Sonys WH-Walkman ausschließlich Musikdateien abspielt, reicht die Kapazität locker aus. 16 GB sind da schon überdimensioniert. Der größere Speicherplatz geht übrigens zusätzlich mit stärkeren Bässen und einem größeren Frequenzspektrum einher, so dass sich feinere Unterschiede beim Klang ausmachen lassen.

Zwei Sound-Modi wählbar

Der Sound unseres Testexemplars hat uns insgesamt gut gefallen. Er ist schön ausgewogen und lässt sich im Walkman-Betrieb noch in zwei abweichende Richtungen bringen. Einer der Modi verbessert den Klang weiter und lässt die Musik differenzierter klingen. Der andere Effekt bewirkt eine Art Surround-Sound mit verstärktem Bass, der für unseren Geschmack aber etwas zu aufdringlich ist. Wer sich von der Umgebung ausklinken möchte, dem wird außerdem zusagen, dass die großen Ohrmuscheln viele störende Geräusche dämmen. Im Straßenverkehr sollte man daher besonders gut aufpassen. Die Lautsprecher haben uns nicht ganz überzeugt. Sie erfüllen zwar ihren Zweck, sind aber nicht sonderlich laut und außerdem nur im Walkman-Modus nutzbar.

Sony Walkman WH-Serie TastenAn die Bedienung ohne Display muss man sich gewöhnen, aber die Tasten sind auch so leicht auffindbar.© onlinekosten.de

Datenübertragung und Akkulaufzeit

Das Kopfhörerkabel mit 3,5-Millimeter-Klinke hat die übliche Länge, ist für den Anschluss an einen externen MP3-Player oder ein Handy also lang genug. Wer es aber auch als PC-Headset verwenden möchte, fühlt sich an der kurzen Leine gehalten. Mitgeliefert wird zudem ein USB-Kabel. Dieses dient zum Einen der Datenübertragung vom PC oder Mac aus, lädt andererseits aber auch den eingebauten Akku auf. Ein separates Netzteil findet sich hingegen nicht in der Verpackung. Für Nutzer mit Mac OS X ist die Software Content Transfer auf dem internen Speicher abgelegt, für Windows-Systeme die Software MediaGo. Letztere erkennen das Gerät auch als Wechseldatenträger. Wiedergabelisten lassen sich mit dem Walkman zwar wiedergeben, nicht aber erstellen. Das muss der Nutzer zuvor im Windows Media Player oder am Mac mit iTunes erledigen. Die Tools bieten keine entsprechende Funktion.

Praktisch für Eilige, die vergessen haben, den entleerten Akku rechtzeitig aufzuladen: Nur drei Minuten Ladezeit genügen, um eine Stunde Musik hören zu können. Nach etwa zwei Stunden soll der Akku laut Sony vollständig aufgeladen sein und dann 20 Stunden durchhalten. Der Praxistest belegt diese Angabe: Unser Testmodell überschritt die Zielvorgabe.

Der neue Walkman WH ist nicht Sonys erster Musikplayer, der die Technik in den Ohrhörern versteckt: Schon 2009 konnte das der Sony NWZ-W202, mittlerweile gibt es sogar eine wasserfeste Variante (NWZ-W273). Beide basieren aber auf In-Ear-Hörern, nun kommt also die moderne Bügel-Kopfhörer-Variante hinzu. Ein "normaler" MP3-Player schafft es schließlich kaum noch in die breite Masse, auch nicht mit Touchscreen und Android, da viele lieber gleich zum Smartphone greifen.

Fazit: Bewährtes Konzept modernisiert

Wer sich auch dazu zählt, für den ist ein separates - und leichteres - Paar Kopfhörer sicher die ökonomisch sinnvollere Wahl. Für Fitnessbegeisterte hingegen eine interessante Alternative: Wer das Mobiltelefon nicht in Armband oder Bauchtasche unterbringen oder gar nicht erst mit zum Training nehmen möchte, der dürfte zu schätzen wissen, beim Sport beide Hände frei zu haben. Die Frage ist nur, ob die Ohren unter den dicken Polstern nicht zu warm werden.

Als Gesamtpaket für 119 Euro mit 4 GB Speicher beziehungsweise 199 Euro mit 16 GB ist der NWZ-WH505 kein Schnäppchen, aber immerhin ein einzigartiges 3-in-1-Gerät mit gutem Klang. Allerdings muss angemerkt werden, dass wir diese Aussage nur für die teurere Version treffen können. Das günstigere Modell NWZ-WH303 haben wir nicht getestet, aufgrund seiner geringeren Ausstattung dürfte es etwas schlechter klingen als das Topmodell. Schade ist generell, dass es keine drahtlose Variante mit NFC oder Bluetooth gibt. Das würde dem Preis-/Leistungsverhältnis zum "gut" verhelfen.

Unser Testfazit zum Sony Walkman WH-Serie
Pro Contra
  • guter Klang und Geräuschabschirmung
  • fester Sitz
  • hochwertige Verarbeitung
  • 3-in-1-Charakter
  • intuitive Bedienung
  • lange Akkulaufzeit
  • manchmal fehlt das Display
  • recht kurzes Kopfhörerkabel
  • keine kabellose Variante verfügbar
Gesamtnote der Redaktion Preis-Leistungsverhältnis
befriedigend

(Saskia Brintrup)

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