Testbericht

Sony Vaio Z im Test: Luxus-Exot mit Grafik-Dock

Das aus Kohlefaser gefertigte Vaio Z mit 13,1-Zoll-Diplay ist so dünn und leicht wie ein Ultrabook, hat es aber in sich: ein Core i7, 8 GB RAM, eine SSD und eine Docking-Station mit Grafikkarte und Laufwerk, die über eine besonders schnelle Schnittstelle angebunden wird. Wir haben es getestet (mit Video).

Das aus Kohlefaser gefertigte Vaio Z mit 13,1-Zoll-Diplay ist so dünn und leicht wie ein Ultrabook, hat es aber in sich: ein Core i7, 8 GB RAM, eine SSD und eine Docking-Station mit Grafikkarte und Laufwerk, die über eine besonders schnelle Schnittstelle angebunden wird. Wir haben es getestet (mit Video).

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Auch abseits des Ultrabook-Pfades gibt es leichte, dünne Notebooks. Eines davon ist das Sony Vaio Z - ebenso flach und leichtgewichtig wie Intels neue Marke, die die Laptop-Vorherrschaft anstrebt. Wer jedoch bereits die Anschaffungskosten eines Ultrabooks, rund 1.000 Euro, als teuer empfindet, dem dürfte angesichts der Preise für die Vaio Z-Serie schwindelig werden. Unter 1.930 Euro läuft hier nichts, dafür gibt es eine exotische, aber praktische Mischung aus mobilem Subnotebook und starkem Computer für das Zuhause. Dort kommt das Vaio Z21 (VPCZ2) mit einem Power Media Dock auf Touren, das eine besonders schnelle Schnittstelle nutzt.

Sony VPCZ2 Test – Inhalt

  • Seite 1: Design, Kommunikation, Eingabegeräte und Akku
  • Seite 2: Display, technische Daten, Docking-Station und Leistung
  • Seite 3: Lautstärke, Sound, Fazit und Test-Tabelle

Kohlefaser und Aluminium

Beim Auspacken des Subnotebooks wurden Erinnerungen an das Sony Vaio TZ wach, das wir 2007 getestet haben: Ein ultraleichtes Gerät im schlicht-edlen, schwarzen Gehäuse mit grüner Power-Leuchte; im Innern bestmögliche Hardware auf kleinsten Raum. So kompakt wie damals das TZ ist die Z-Reihe, beziehungsweise das Z21, aber nicht. Etwa 330x210x16,7 Millimeter misst das Fliegengewicht mit 1,18 Kilogramm. Ein Kohlefaser-Gehäuse hilft beim Gramm-Sparen und in der Tat ist der erste Gedanke beim Anheben des Vaios, dass es unheimlich leicht ist.


Sowohl innen als auch außen zeigt sich der Laptop hochwertig verarbeitet und durch Verzicht auf Schnörkel jeglicher Art zeitlos und aufgeräumt. Da – mit Ausnahme des Touchpads – alle Oberflächen matt-schwarz gestaltet sind, bleibt das Vaio Z fast frei von Fingerabdrücken. Wenn das Subnotebook im kurzfristigen Meeting aus der Tasche gezogen wird, muss daher nicht befürchtet werden, mit verschmierten Flächen aufzufallen. Das passt zum Konzept, schließlich will Sony auch Business-Nutzer ansprechen und verbaut deshalb außerdem einen Fingerabdruckleser, TPM zur Verschlüsselung von Daten oder Laufwerken und ein UMTS/HSUPA-Modul für mobiles Internet mit bis zu 14,4 Megabit pro Sekunde. Ansonsten geht es über Gigabit LAN oder WLAN (802.11a/b/g/n) ins Internet, Bluetooth ist ebenfalls vorhanden.

Tastatur, Sondertasten und Touchpad

Beim Aufklappen hebt sich die Tastatur konstruktionsbedingt automatisch ein Stück an, sobald das Display den 90-Grad-Winkel erreicht. Nur dann lässt sich auch die kleine Abdeckung des LAN-Ports ausklappen und nutzen. Angenehmer Nebeneffekt: Durch die Schrägstellung der Tastatur wird das Tippen angenehmer und ergonomischer. Die Bestnote kann das Tastenfeld aber nicht absahnen. Dafür ist das Tippgefühl etwas zu weich. Einiges wieder gut macht der japanische Elektronikkonzern mit der Tastaturbeleuchtung. Zwar nicht lebensnotwendig, aber sehr praktisch, wenn im Dunkeln auf der Couch noch ein wenig gesurft wird. Über einen Sensor, der das Umgebungslicht registriert, schaltet sie sich bei Bedarf automatisch ein oder ab und auch die Intensität passt sich an.

Ansonsten finden sich oberhalb der Tastatur noch ein WLAN-Schalter sowie drei Sondertasten, von denen eine nach Belieben verknüpft werden kann. Die Web-Taste erledigt bei Sony den gleichen Job wie das Express Gate bei Asus: Ist der Laptop ausgeschaltet, gewährt die Taste dem Nutzer direkten Zugriff auf einen Browser, ohne Windows hochfahren zu müssen. Sony nutzt dazu den Splashtop-Browser. Die Handballenauflage besteht aus Aluminium und rahmt das glänzende, strukturierte Touchpad ein. Mit etwa 6x7 Zentimetern – die integrierten Klicktasen eingerechnet – ist es nicht das größte, aber gut benutzbar.

Der Akku wird auf der Unterseite mit Münzen festgeschraubt und spendet – je nach Betriebsmodus und Nutzung – 1 bis 7,5 Stunden Energie. Videos lassen sich mehr als 5 Stunden lang abspielen. Mit einem optionalen Zusatzakku für 129 Euro verspricht Sony bis zu 14 Stunden Laufzeit. Zum Energieverbrauch: Powern Notebook und Dock zusammen, steigt die Energieaufnahme auf 85 Watt in der Spitze, was auf dem Niveau von Multimedia-Laptops liegt.

Nicht ganz ins Business-Umfeld passt das Display. Mit einer hohen Auflösung von 1.600x900 Pixeln, von den Herstellern gerne HD+ genannt, wird in unserer Test-Konfiguration VPCZ21Q9E/B zwar mehr Übersicht auf dem kleinen Bildschirm erreicht, die Oberfläche ist aber nicht matt. Die Beschichtung, die Reflexionen eindämmen soll, lässt das Display des Vaio Z weniger stark Licht reflektieren als andere Hochglanz-Exemplare, dennoch ist der Anwender nicht gänzlich vor Spiegelungen geschützt. Besser wird es, wenn man den Bildschirm heller stellt. Dann sticht auch die gute, kräftige Farbwiedergabe ins Auge. Für ein TN-Panel, wie Sony es offensichtlich verwendet, ist das ein gutes Ergebnis. TN steht aber auch für kleine Blickwinkel. Horizontal fällt dieser knapp aus: Wer den Kopf senkt oder nach oben streckt, stellt fest, dass das Bild heller beziehungsweise dunkler wird. In der Vertikalen fällt das weniger auf. Gegen einen Aufpreis von 40 Euro lässt sich das Z21 in Sonys Onlineshop übrigens auch mit Full-HD-Bildschirm mit 1.920x1.080 Pixeln bestellen.

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Core i7 und SSD, Blu-ray gegen Aufpreis

Die technischen Daten und Schnittstellen verteilen sich bei Sonys Z-Modell auf zwei Geräte: das Notebook selbst und das Power Media Dock. Im VPCZ21Q9E/B steckt ein Intel Core i7-2620M Prozessor mit 2,7 Gigahertz und integrierter Intel HD 3000 Grafik. Die CPU verfügt über zwei Kerne und ist daher nicht ganz so flott wie die mobilen Quad-Core-Exemplare der i7-Reihe, aber schneller als ein Core i5. Daher schneidet sie besser ab als zum Beispiel der Core i5-2430M mit 2,4 GHz im Dell XPS 14z Test.

Gestützt wird der Prozessor durch 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher, hinzu kommt eine SSD mit 128 GB Speicherkapazität. Windows 7 Professional startete im Test innerhalb von nur 22 Sekunden. An Anschlüssen sind ein USB-2.0-Port, eine USB-3.0-Schnittstelle, ein VGA-Ausgang, HDMI, ein Kopfhöreranschluss und ein Kartenleser vorhanden. Die Docking-Station beherbergt neben einer AMD Radeon HD 6650M Grafikkarte mit 1 GB Speicher wahlweise einen DVD-Brenner, ein Blu-ray-Laufwerk oder einen Blu-ray-Brenner. Einzeln kostet das Dock je nach Ausführung 369 bis 469 Euro. Zusätzlich zur Hardware steuert der rund 22x15,5x1,7 Zentimeter kleine Kasten 2x USB 2.0, USB 3.0, VGA, HDMI und eine Ethernet-Schnittstelle bei.

Grafik-Spaß nur mit Netzteil

Das Media-Dock bringt sein eigenes Netzteil mit und ist auch nur mit diesem nutzbar, über den fest eingebauten Notebook-Akku kann es sich nicht versorgen. Der Aufbau ist einfach: Das Dock wird in den mitgelieferten Standfuß gesetzt oder auf den Tisch gelegt und an die Stromversorgung angeschlossen. Ein weiteres Kabel verbindet Dock und Laptop – und zwar über einen Stecker, der sowohl einen USB-Port als auch den Netzteilanschluss des Notebooks belegt. Der Anschluss basiert auf der von Intel entwickelten Schnittstelle "Light Peak", die auch Thunderbolt zugrunde liegt, und ist mit bis zu 10 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) doppelt so schnell wie USB 3.0 (4,8 Gbit/s). Zu Thunderbolt-Hardware ist die Schnittstelle aber nicht kompatibel. Ein anderes Gerät als das Dock lässt sich demnach nicht anschließen, lediglich USB-Peripherie.

Grafikleistung

Ist alles gekoppelt, kann das Vaio Z richtig loslegen. Die AMD Grafikkarte erwies sich im Test sowohl bei Benchmarks als auch bei Spielen als etwas stärker als eine Nvidia GeForce GT 540M mit 2 GB Speicher, die wir im Toshiba Qosmio F750 Test ausprobieren konnten. Beide Karten stammen aus der Mittelklasse und packen daher auch bei aktuellen Spielen gut mit an. Bei anspruchsvollen Titeln müssen aber die Auflösung und Detailstufen reduziert werden. Das Vaio Z biss sich beispielsweise an der Demo-Version von Metro 2033 unter DirectX-11 und bei nativer Auflösung (1.600x900) die Zähne aus. Nur wenige Frames pro Sekunde zuckelten über den Bildschirm. Lauffähig, aber noch nicht flüssig spielbar, wurde die Demo erst mit 1.280x720 Bildpunkten und heruntergeschraubten Details, flüssiges Spielen erforderte den DirectX-10-Kompromiss. Besser sah es bei Dragon Age II und Crysis aus. Alle Benchmark-Ergebnisse und Messungen in Frames pro Sekunde finden sich in der Tabelle auf Seite 3.

Ist das Dock verbunden, strömen die Betriebsgeräusche in erster Linie aus dem Zubehörteil. Das heißt aber nicht, dass das Subnotebook nicht auch aufdrehen kann. Abgedockt und herausgefordert, zum Beispiel mit einem aufwendigen CPU-Benchmark, wird das Vaio Z genauso laut. Sobald die Strapazen vorüber sind, beruhigt es sich aber sofort wieder. Im Energiesparmodus ist es so flüsterleise wie das Asus Zenbook UX21E und so gut wie nicht zu hören. Ganz und gar nicht mit dem Ultrabook mithalten kann es allerdings bei der Sound-Qualität. Musik und Action-Szenen klingen aus den Lautsprechern des Vaio Z wie aus einem Netbook: Einfach nur flach. Die maximale Lautstärke ist ebenfalls zu niedrig. Ist in der Umgebung mehr los, dürfte es schwerfallen, noch etwas zu verstehen. Auf 100 Prozent aufzudrehen, ist bei Musik nicht zu empfehlen, dann wird es blechern und je nach Titel auch schrebbelig.

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Fazit: Hohe Leistung, hoher Preis

Das Vaio Z21 mit dem Media-Dock ist eindeutig kein Schnäppchen und auch aufgrund der ungewöhnlichen Kombination zweier Geräte eher eine Speziallösung für einen kleinen Käuferkreis, der nach passgenauer Hardware für daheim und unterwegs sucht. Wer nicht auf den Euro schauen muss, erhält ein hochwertiges, flexibles Gespann mit beleuchteter Tastatur und farbkräftigem Display als Sahnehäubchen. Ein Ausreißer im sonst so guten Eindruck sind die mickrigen Lautsprecher.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich.

Name: Vaio Z / Z21 / VPCZ21Q9E/B
Hersteller: Sony
Internet: www.sony.de
Preis: ab 2.022,99 Euro mit Dock / 1.653,99 Euro ohne Dock,
Testkonfiguration: 2.299 Euro
Technische Daten
Prozessor: Intel Core i7-2620M mit 2,7 GHz (Turbo Boost bis 3,4 GHz)
Grafikkarte: Intel HD 3000 (integriert) + AMD Radeon 6650M mit 1 GB
Bildschirm: 13,1 Zoll (1.600x900 Pixel), reflexionsarm, aber nicht komplett matt
Batterie: abschraubbarer Akku, Laufzeit: 60 Minuten unter Vollast / 414 Minuten Lesetest (WLAN aus) /
ca. 320 Minuten Videowiedergabe (Lautstärke + Display 50%, WLAN aus)
Speicher: 8 GB DDR3 (2x2, max. 8 GB)
Festplatte: 128 GB SSD (SATA, MLC)
Laufwerk: im externen Dock: DVD SuperMulti Drive (Blu-ray gegen Aufpreis)
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 2.1 + EDR, HSUPA/UMTS
Betriebssystem: Windows 7 Professional 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 330 x 210 x 16,7 mm Millimeter; 1,18 Kilogramm
Anschlüsse: Laptop: HDMI, VGA, USB 3.0, USB 2.0, Kopfhörer, Kartenleser (Memory Stick, Memory Stick Duo, SDCard), SIM-Kartenschacht
Dock: Gigabit LAN, 2x USB 3.0, USB 2.0, HDMI, VGA
Sonstiges: TPM, Fingerabruckleser, Webcam mit 1,3 Megapixel, Tastaturbeleuchtung, Zweitakku möglich
Lieferumfang: Notebook, Netzteil, Docking-Modul mit eigenem Netzteil, Handbücher, Putztuch
Benchmarks/Zahlen: Windows Leistungsindex: mit Dock:
CPU: 7,1 / RAM: 7,5 / 2D: 6,8 / 3D: 6,8 / HDD: 7,6
ohne Dock:
CPU: 7,1 / RAM: 7,5 / 2D: 6,4 / 3D: 6,4 / HDD: 7,7

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 9 Sek.

CPU-Benchmark: Cinebench 11.5: mit Dock 3.08, ohne Dock 3.04
PCMark 7: mit Dock 3.496, ohne Dock 3.981

Grafikchip:
Grafik-Benchmark FurMark; mit Dock bei nativer Auflösung: 519 Punkte; 720p: 675
ohne Dock bei nativer Auflösung: Punkte; 720p: 198

OpenGL: Cinebench 11.5: mit Dock 36,06 BpS, ohne Dock 11,7 BpS
3DMark 11: mit Dock P1252

Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt:
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry 4: bei 1.600x900 Pixeln, Details hoch, Schattenqualität hoch und 2x MSAA: 50 fps; Details niedrig, Schatten aus: 67 fps

Demo Metro 2033: DirectX-11: bei 1.280x720 Pixeln, Details niedrig, AAA: 17 fps
DirectX-10: bei 1.280x720 Pixeln, Details niedrig, AAA: 24 fps
Demo Dragon Age II: DirectX-11: bei 1.600x900 Pixeln, Details niedrig: 43 fps; Details hoch+ 2x AA: 28 fps
1.920x1.080 Pixel, Details niedrig: 35 fps; Details hoch + 4x AA: 15 fps
Crysis: 1.600x900 Pixeln, Details mittel, kein AA: 27 fps

HDD-Benchmark von CrystalDiskMark: Sequentielles Lesen/Schreiben: 392,4 / 210,4 MB/s; zufälliges Lesen/Schreiben 512K: 275 / 246,4 MB/s
Energieverbrauch: Ausgeschaltet am Netz:
ca. 0,2 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus:
ca. 7,2 Watt
Videowiedergabe im Energiesparmodus:
ca. 12 Watt
CPU-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN + Bluetooth ein): ca. 47 Watt /
mit Dock: 75 – 85 Watt maximal (CPU/-Grafik-Benchmark)
Garantie: 2 Jahre Sony Garantie
Pro & Contra
sehr leichtes Gerät
mattes Gehäuse
umfangreiche Ausstattung
schneller SSD-Speicher
gute Anwendungsleistung
hohe Bildschirmauflösung
beleuchtete Tastatur
Display spiegelt
Akkulaufzeit unter Last
schlechte Lautsprecher
hoher Preis
Bewertung:
Geschwindigkeit: 14/15
Ausstattung: 15/15
Display: 13/15
Bedienung/Komfort: 8/10
Maße/Gewicht: 15/15
Akkulaufzeit: 15/20
Verarbeitung: 9/10
Gesamt: 89/100 --- So testen wir Notebooks
Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

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