Testbericht

Sony Vaio EA im Test: Das 14-Zoll-Knallbonbon

Optisch ist das Sony Vaio EA definitiv ein Knaller: Das hübsche Notebook für 799 Euro kommt nicht nur in den Farben Schwarz oder Weiß, sondern auch Blau, Pink oder Giftgrün. Innen stecken ein Intel Core i3 und eine spielfähige Grafikkarte.

Optisch ist das Sony Vaio EA definitiv ein Knaller: Das hübsche Notebook für 799 Euro kommt nicht nur in den Farben Schwarz oder Weiß, sondern auch Blau, Pink oder Giftgrün. Innen stecken ein Intel Core i3 und eine spielfähige Grafikkarte.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Die Vaio Notebooks von Sony haben im Großen und Ganzen das Image, zwar besonders hübsch, aber häufig teurer als Laptops der Konkurrenz zu sein. Mit zwei neuen Modellen prescht der japanische Elektronikriese nun auch in das günstigere Segment vor: dem Vaio M Netbook für 349 Euro und dem jüngsten Spross der Vaio E-Serie, Sonys Linie mit den niedrigsten Preisen. Der Einstieg ist aber keinesfalls gleichbedeutend mit einem günstigen Look und schwachen Komponenten. Vielmehr geht es um aktuelle Hardware in gewohnt attraktiver Hülle. Bei den neuen 14-Zöllern der Unterserie Vaio EA ist diese besonders farbenfroh. Wir konnten bereits einen Blick auf einen Prototypen werfen.

Überblick – Sony Vaio EA im Test

  1. Rundherum gemustert: Design, Schnittstellen, Tastatur
  2. Hardware, Display und Praxisleistung
  3. Akku, Fazit und Infotabelle

Transparenter Kunststoff

Die neuen Notebooks sind die kleinsten Modelle der E-Serie. Neben den 14-Zöllern gibt es noch 15,6- und 17,3-Zoll-Laptops. Wenn Sony von "Lifestyle-Notebooks" spricht, kann man sich sicher sein, dass statt schwarz-grauem Büro-Look etwas mehr Modemut zum Ausdruck kommt. Passend zum Frühling wurden die Vaio EA-Notebooks größtenteils in knallbunte Outfits gesteckt. Zur Wahl stehen Blau, Grün und Pink. Wer es lieber etwas dezenter und zeitloser mag, kann aber auch auf die Klassiker Schwarz oder Weiß ausweichen. Unser Testgerät kommt in der blauen Ausführung (VPCEA1S1E/L) daher, die eine Brücke zwischen den Knallfarbe und den zurückhaltenden Varianten schlägt. Da der Kunststoff leicht transparent ist, entsteht bei der Musterung ein 3D-Effekt. Beim Thema Hochglanz sind die Anwender meist geteilter Meinung, beim Sony Vaio EA dominiert die spiegelnde Glätte: Sowohl das Display als auch die Außenseite des Gehäuses und die Handballenauflage ziehen Fingerabdrücke an. Die einzigen Fluchtpunkte vor glatten Tatsachen bieten der Display-Rahmen, die Tastatur und die Fläche darüber mit den Schnellstarttasten.

Gute Tastatur und Linux-Schnellstart

Wie bei vielen anderen neuen Notebooks sind auch bei der Tastatur des Sony Vaio VPCEA1S1E/L die Tasten einzeln eingelassen. Damit das Tippen, was komfortabel und leise vonstatten geht, nicht zu viele Abdrücke hinterlässt, ist auch der Untergrund mattiert. Das Touchpad wiederum fügt sich in die Hochglanzablage ein, wurde aber mattiert und ist multitouch-fähig. Mit 2-Finger-Gesten lassen sich beispielsweise Fotos bequem vergrößern oder Internetseiten durchscrollen. Der 3er-Pack Sondertasten oben rechts soll häufige Funktionen leichter erreichbar machen. So ruft die Web-Taste bei ausgeschaltetem Notebook eine Linux-Umgebung auf und ermöglicht schnell das Surfen ohne Start von Windows 7 Home Premium 64-bit. Der Splashtop-Browser wurde mittlerweile überarbeitet und unterstützt nun Tabbed Browsing, auch die Einrichtung ist nutzerfreundlicher geworden und war im Test ruckzuck erledigt. Für die Mediensammlung mit Fotos und Musik ist die Vaio-Taste verantwortlich, über Assist versammeln sich die Aufräum-Tools wie beispielsweise zum Defragmentieren.

Schnittstellen und Kommunikation

Schaut sich der Nutzer das Gehäuse rundherum an, finden sich rechts ein DVD-Brenner und drei USB-Ports, auf der linken Seite der LAN-Anschluss (Gigabit), ein analoger D-Sub-Ausgang (VGA) für einen Monitor, HDMI, eine eSATA-USB-Kombination und einen ExpressCard-Schacht (34 Millimeter) sowie Anschlüsse für ein Mikrofon und Ohrhörer an der Vorderseite. Dort sind zudem ein SD-Kartenleser, ein Schlitz für Sonys Memory Stick Pro-HG Duo mit Magic-Gate-Unterstützung und ein Schiebeschalter eingelassen, der die drahtlose Kommunikation über WLAN 802.11 b/g/n und Bluetooth ein- und ausschaltet.

Das Innenleben dreht sich rund um einen Intel Core i3-330M mit 2,13 Gigahertz. Mit dem Dell Studio 15 (Test) hatten wir bereits ein Notebook mit CPU aus der Intel Core i-Reihe in der Redaktion, dort handelte es sich aber um einen Core i5-M520. Die Core i5- und i7-Prozessoren verfügen über ein Feature, das den i3-Modellen fehlt: TurboBoost. Das Vaio EA zeigte sich im Test aber auch ohne den automatischen Übertakter flott und erreichte sowohl bei den Benchmarks als auch im Test mit 7-Zip fast so gute Ergebnisse wie der von uns getestete Core i5. Die Details sind der Tabelle auf Seite 3 zu entnehmen. Auf den beiden RAM-Sockeln haben sich insgesamt vier Gigabyte (GB) DDR3-Arbeitsspeicher eingefunden, das Mainboard würde jedoch noch vier weitere GB verkraften.

Überblick – Sony Vaio EA im Test

  1. Rundherum gemustert: Design, Schnittstellen, Tastatur
  2. Hardware, Display und Praxisleistung
  3. Akku, Fazit und Infotabelle

Ausprobiert: Die Grafikleistung (Prototyp)

Als Grafikkarte bringt das Vaio EA laut Datenblatt eine ATI Mobility Radeon HD 5145 mit. Die 5 in der Produktbezeichnung lässt vielleicht DirectX 11 vermuten, stattdessen unterstützt die Karte aber nur die ältere Schnittstellenversion DirectX 10.1. ATI stellt das Modell für "Mainstream Notebooks" vor, in denen die 5145 nicht unbedingt Computerspiele, sondern eher Videos in allen Geschmacksrichtungen vom Browser-Inhalt bis zur Blu-ray auftischen soll. Online-Videos sollen mit der Grafikbeschleunigung flüssiger laufen, auch eine möglichst lange Akkulaufzeit ist ein Ziel der Grafikkarte. In dem von Sony zur Verfügung gestellten Prototypen werkelt allerdings eine ATI Mobility Radeon HD 5470. Abgesehen vom DirectX-11-Support mit Shader Model 5.0 - statt DirectX 10.1 und 4.1 - und einer kleineren Strukturbreite sind die Kerndaten der beiden Karten aber recht ähnlich: 80 Stream-Prozessoren und ein Takt von 720/750 Megahertz (5145/5470) sowie ein Speichertakt von 900 Megahertz.

Wir haben daher auch Spiele ausprobiert, eine Demo von Crysis lief bei 1.280x768 Bildpunkten und niedrigen Details flüssig. Aufgrund der Ähnlichkeit der Grafikkarten dürfte auch für die spätere Serie gelten: Wer die Stellschrauben nur leicht anzieht und mit einer kleineren Auflösung auskommt, kann das Notebook auch zum Spielen nutzen. Als wir den Prototypen stark strapaziert haben, meldete sich der Lüfter deutlich zu Wort und wehte ordentlich warme Luft aus dem Gehäuse. Auch im DVD-Betrieb gönnte sich der Verwirbler keine Ruhe, war dann aber wesentlich leiser. Schuld könnte der Prototypen-Status und außerdem die abweichende Grafikkarte sein. Deshalb können wir keine Aussage darüber treffen, ob das Verhalten des Lüfters in der serienmäßigen Version identisch ausfallen wird oder nicht.

Display: Hochauflösend, aber farbarm

Die native Auflösung des 14-Zoll-Bildschirms, der besonders kratzfest sein soll, liegt bei 1.600x900 Pixeln, womit auch High Definition Filme abgedeckt wären. Obwohl die Hochglanzoberfläche allgemein für knackige Farben sorgen soll, sehen die Töne leicht verwaschen aus. Statt tiefes Schwarz gibt es ein dunkles Grau. Das zeitgleich erscheinende Vaio Mini M Netbook liefert im direkten Vergleich ein kontraststärkeres Bild und einen besseren Schwarzwert. Ein Pluspunkt ist das 16:9-Format, das Filmfans und Büro-Anwendern Vorteile verschafft. Zwar "fehlt" im Vergleich zu 4:3 in der Höhe Platz, jedoch passen zwei Seiten in der Textverarbeitung oder Browser-Fenster nebeneinander. Aufgrund der hohen Auflösung ist die Schrift aber recht klein.

Genau wie das Sony Vaio Mini M liefert auch das Vaio EA eine Leiste, die Verknüpfungen zu elementaren Programmen, aber auch Partnern wie eBay oder MusicStation, enthält. Offenbar aufgrund des Betriebssystems fällt die Leiste, das Vaio Gate, beim Vaio EA dynamischer aus, was einen Nachteil birgt: Die optische Lasche, an der das Menü aufgezogen wird, wandert automatisch zum Mauszeiger, wenn dieser in der Nähe bewegt wird. Wer zum Beispiel ein Fenster schließen und daher auf das X klicken möchte, hat daher oftmals stattdessen aus Versehen die Leiste vor der Nase. Dies lässt sich aber abstellen – genau wie das Vaio Gate komplett.

Überblick – Sony Vaio EA im Test

  1. Rundherum gemustert: Design, Schnittstellen, Tastatur
  2. Hardware, Display und Praxisleistung
  3. Akku, Fazit und Infotabelle

Fazit: Ein schöner Kompromiss

Die Zielgruppe des neuen Sony Vaio EA könnte in etwa so aussehen: Erwünscht ist ein Notebook mit möglichst hoher Leistung, das auch einen Desktop-PC ersetzen könnte, aber trotzdem ohne arge Schulterschmerzen transportiert werden soll. Ein 17-Zöller wäre zu schwer, ein 13-Zöller zu klein – voilà, 14 Zoll könnten die Lösung sein. Durch die hohe Bildschirmauflösung und das 16:9-Format passen trotz der geringeren Größe mehr Inhalte auf das Display als bei einem 15-Zöller mit 4:3-Bildschirm. Als nützlich erweist sich außerdem der Splashtop-Browser, mit dem der Nutzer zügig auf das Internet zugreifen kann, wenn es mal schnell gehen muss. Die Akkulaufzeit des Prototypen hat sich zwischen 75 Minuten und fast vier Stunden eingependelt, je nach Testverfahren. Bezogen auf die starken Komponenten ist dies durchaus vertretbar, bei der späteren Serie dürften die Ergebnisse durch die abweichende Grafikkarte aber leicht anders sein.

Ein entscheidendes Kriterium für das Vaio EA kann das tolle Aussehen sein - zumindest dann, wenn der Nutzer Äußerlichkeiten mit einfließen lässt. Weniger knallig als das Gehäuse waren im Test aber die Farben auf dem Display, hier hätten wir uns mehr Farbfrische gewünscht. Soll es unbedingt ein leistungsstarker 14-Zöller mit Grafikkarte für unter 800 Euro sein, gibt es zum Vaio EA nur wenige Alternativen - in den eigenen Reihen zum Beispiel das Vaio CW.

Weitere Testberichte, Notebook News und Tipps sowie Hinweise zum Notebook-Kauf liefert unser Hintergrundbereich. Wer sich nicht zwischen einem Netbook und einem Notebook entscheiden kann, findet dort ebenfalls Hilfe.

Name: Vaio E-Serie EA VPCEA1S1E/L
Bitte beachten: Prototyp/Vorseriengerät
Hersteller: Sony
Internet: www.sony.de
Preis: UVP 799 Euro
Technische Daten
Chipsatz und Prozessor: Intel PM55 Express Chipsatz und Intel Core i3-330M mit 2x2,13 GHz (3 MB Cache, 35 W TDP)
Grafikkarte: Prototyp: ATI Mobility Radeon HD 5470 mit 512 MB
Serie: ATI Mobility Radeon HD 5145 mit 512 MB GDDR3 VRAM
Bildschirm: 14 Zoll Display im 16:9-Format (1.600x900 Pixel), glänzend, LED-Hintergrundbeleuchtung
Batterie: Lithium-Ionen-Akku: Laufzeit: 75 Minuten unter Vollast / 220 Minuten Lesetest (WLAN und Bluetooth aus) / 165 Minuten Videowiedergabe (Lautstärke + Display 50%)
Speicher: 4 GB DDR3, erweiterbar auf 8 GB
Festplatte: 500 GB mit 5.400 U/Min
Laufwerk: DVD+-RW/+-R DL/RAM Laufwerk
Soundkarte: Onboard: Realtek High Definition Audio
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth
Betriebssystem: Windows 7 Home Premium 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 341,3 x 233,1 x 27,5-38,5 Millimeter; 2,4 Kilogramm
Anschlüsse: 3x USB, 1x USB/eSATA, HDMI, VGA, Mikrofon, Kopfhörer, zwei Kartenleser (SD/Memory Stick Pro-HG Duo), ExpressCard 34 mm
Sonstiges: Webcam, eingebautes Mikrofon
Benchmarks: Windows Leistungsindex: CPU: 6,2 / RAM: 5,9 / 2D: 5,0 / 3D: 6,0 / HDD: 5,9

7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 18 Sek.
CPU-Benchmark von PC-Wizard: ca. 105.443
CPU-Benchmark Cinebench: 6.521 (x-CPU, 64-bit)
Grafik-Benchmark FurMark: 644
OpenGL-Benchmark Cinebench: 3.971
DirectX-10-Benchmark Devil May Cry: 1.280x720 und niedrige Details: 51 fps, mit hohen Details und hoher Schattenqualität: 32 fps
HDD-Benchmark von PC Wizard: Sequentielles Schreiben/Lesen: 72/84 MB/s; gepuffertes Schreiben/Lesen: 62/88 MB/s; zufälliges Lesen: 31 MB/s
Stromverbrauch: Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,7 Watt
Eingeschaltet im Energiesparmodus: ca. 12 Watt
DVD-Wiedergabe im Energiesparmodus: ca. 21 Watt
Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN ein): ca. 37 Watt
Garantie: zwei Jahre Sony Garantie
Pro & Contra
tolle Optik
hochauflösendes Display mit LEDs
großzügiger RAM
viel Speicherplatz
umfangreiche Schnittstellen
gute Tastatur
Web-Schnellzugriff
Hochglanz-Display
(Geschmackssache)
Farbwiedergabe
lauter Lüfter unter Last (Prototyp!)
Bewertung:
Geschwindigkeit (20%): sehr gut
Ausstattung (20%): gut
Display (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (15%): gut
Ergonomie (15%): gut
Verarbeitung (10%): gut
Gesamt: gut (2,0)
Preis-Leistung: gut

(Saskia Brintrup)

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