Testbericht

Sony Vaio E17 im Test: Flotte Hardware zum guten Preis

Die 17-Zoll-Allrounder von Sony stehen in verschiedenen Varianten für unter 500 Euro bis mehr als 1.000 Euro bereit. Das Gesamtpaket kann überzeugen, doch hier und da wurde der Rotstift angesetzt.

Die 17-Zoll-Allrounder von Sony stehen in verschiedenen Varianten für unter 500 Euro bis mehr als 1.000 Euro bereit. Das Gesamtpaket kann überzeugen, doch hier und da wurde der Rotstift angesetzt.

Sony Vaio E17© onlinekosten.de

Zum Frühjahr hat Sony zahlreiche Vaio Notebook-Reihen mit neuen Komponenten aufgefrischt, darunter auch die Vaio E-Serie, die Notebooks für den Alltag mit Displaygrößen von 11,6 bis 17,3 Zoll umfasst. Dass Sony die Laptops den Allroundern zuordnet, heißt nicht, dass sie eine mittelprächtige Leistung bieten - vielmehr sind verschiedene Varianten ab unter 500 Euro bis mehr als 1.000 Euro wählbar. Wir haben uns die stärkste Konfiguration des Vaio E17 vorgenommen: Im SVE1713Z1EB treffen eine Quad-Core-CPU, eine Grafikkarte mit dediziertem Speicher und ein Full-HD-Display aufeinander.

Dickes Ding

Die üppige Bestückung genehmigt sich ihren Platz: Mit rund 409 x 278 x 27 bis 38 Millimetern ist das Vaio E17 eher dicker Brummer als flaches Design-Kunststück. Das Gewicht von 3,2 Kilogramm fällt angesichts der Größe noch in die Kategorie tragbar. Sony hat dem Notebook ein schwarzes Kunststoff-Gehäuse verpasst, das zwar größtenteils durch eine matte Oberfläche besticht, aber dennoch bereits nach kurzer Zeit Fingerabdrücke aufweist. Hochglänzend ist nur der Bereich oberhalb der Tastatur, in dem auch die ausreichend lauten, aber etwas bassarmen Lautsprecher eingelassen sind, sowie der Rahmen rund um das Display. Da dieses wiederum entspiegelt ist, ist das etwas schade, denn so wird unnötig Licht reflektiert.

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Viele Anschlüsse, aber nur 1x USB 3.0

Das Gehäuse hinterlässt einen durchwachsenen Eindruck. Positiv zu vermerken ist, dass der Nutzer den Laptop mit einem schlichten Kreuzschlitzschraubenzieher öffnen und Arbeitsspeicher austauschen kann, was bei besonders flachen und komplett abgeriegelten Ultrabooks oder dem MacBook Air nicht möglich ist. Auch die Gestaltung - der Rechner sieht aus als wäre er gefaltet - ist ganz hübsch, wenn auch zu klobig. Weniger schön ist der stark nachgiebige Display-Deckel und dass Sony zu viel Raum ungenutzt lässt: Bei einem 17-Zöller ohne Schlankheitskur ist eigentlich genügend Platz für Anschlüsse vorhanden, trotzdem verzichtet der Hersteller darauf, einige Schnittstellen an der Rückseite des Vaio E17 zu positionieren. Stattdessen wurden alle Ports - mit Ausnahme der Einschübe für SD-Karten und Memory Stick Duo - auf die Seiten verfrachtet. Dort findet der Kunde neben dem Laufwerk drei USB-2.0-Ports und auf der gegenüberliegenden Seite einen schnelleren USB-3.0-Anschluss vor, der als einziger eine Ladefunktion für externe Geräte wie Smartphones mitbringt. Daneben lassen sich Mikrofon und Kopfhörer sowie LAN anschließen. Die Grafikausgänge VGA und HDMI liegen so eng beieinander, dass sich keine zwei Monitore parallel anschließen lassen, obwohl die Grafikkarte genau das unterstützt. Da sich ein Notebook dieser Größenordnung gut als Ersatz für einen Desktop-PC eignet, ist das verwunderlich. Andererseits kann das 17,3-Zoll-Display in der Praxis auch am Schreibtisch einen herkömmlichen Monitor ersetzen, wodurch sich der Platzmangel relativiert. Wer tatsächlich insgesamt drei Bildschirme nutzen möchte, müsste sich etwas anderes einfallen lassen.

Tastatur hui, Touchpad pfui

Da das Vaio E17 nicht mit einem Touchscreen zu haben ist, will das Finger-freundliche Windows 8 über die Eingabegeräte bedient werden. Das Touchpad des SVE1713Z1EB reagierte in unserem Test zielsicher auf Mehrfingergesten wie Zoomen oder Drehen und die Charm-Leiste von Windows 8 lässt sich mit einer Wischbewegung vom Rand aus ins Sichtfeld holen. Mit etwa 10 x 5,5 Zentimetern ist das Touchpad schön breit geraten, könnte aufgrund der integrierten Klicktasten aber durchaus eine gutes Stück höher sein. Was uns nicht gefällt, ist die Verarbeitung. Das Touchpad klappert und vermittelt daher keinen sehr hochwertigen Eindruck. Ganz anders die Tastatur, die sich angenehm und leise bedienen lässt, obwohl sie sich vor allem in der Mitte durchbiegt. Das dürfte ihrer großzügigen Breite geschuldet sein, denn auch ein Nummernblock ist vorhanden. Als Gimmick lassen sich die Tasten bei Bedarf beleuchten.

Der Bildschirm punktet mit einer Entspiegelung und scharfer Full-HD-Auflösung, so profitiert das E17 auch ohne Flachbildfernseher als Ausgabequelle von hochauflösendem Videomaterial und Blu-rays. Ein solches Laufwerk steht nämlich mit auf der Liste. Auch die Blickwinkel sind groß genug. Von der Seite betrachtet erreicht der Bildschirm ein ganz gutes, sprich, stabiles Ergebnis. Wird der Display-Deckel geneigt, knickt die Anzeige allerdings ein und zeigt den Bildschirminhalt zu dunkel oder zu hell an, sodass das Erkennen schwer fällt. Die Helligkeit ist in Ordnung, überragend leuchtstark ist das Display aber nicht.

Konfigurationsmöglichkeiten

Was unter der Haube stecken soll, lässt sich nicht nur bei Sony-Partnershops aus vorkonfigurierten Modellen auswählen, sondern auch im Sony Onlineshop zusammenklicken. Los geht es beim Vaio E 17 Zoll ab 624 Euro mit einem Intel Core i3-3120M Dual-Core-Prozessor mit 2,5 Gigahertz (GHz), 4 Gigabyte (GB) RAM, 320 GB Speicherplatz und DVD-Brenner. Das Notebook hüllt sich dann in ein weißes Gehäuse und bietet eine Auflösung von 1.600 x 900 Bildpunkten (HD+). Als Grafikkarte baut Sony eine AMD Radeon HD 7650M mit 1 GB eigenem Speicher ein. Ein Upgrade auf einem Intel Core i5-3230M mit 2,6 GHz kostet 50 Euro. Zwar handelt es sich bei dieser CPU auch um einen Zweikerner, allerdings mit TurboBoost für bis zu 3,2 GHz. Auch bei Arbeitsspeicher, Festplatte, Display, Laufwerk und Extras lässt sich weiteres Geld investieren. Maximal sind ein Intel Core i7-3632QM, 8 GB RAM, 1 Terabyte Speicherplatz und ein Blu-ray-Brenner eingebaut. Die Grafikkarte lässt sich nicht ändern, es steht jedoch eine AMD Radeon HD 7650M mit doppelter Speichermenge von 2 GB zur Auswahl. Zudem schmückt sich der Bildschirm auf Wunsch mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten und für einen Aufpreis von nur 10 Euro erhält der Kunde den Laptop in Schwarz mit beleuchteter Tastatur. Wer aus dem Vollen schöpft, landet schlussendlich bei rund 1.050 Euro. 110 Euro lassen sich dann noch für einen stärkeren Akku und 50 Euro für Windows 8 Pro investieren.

Unser Testgerät der Konfiguration SVE1713Z1EB schlägt mit 1.099 Euro UVP zu Buche und entspricht dem Topmodell. Dass der Preis für das vorab zusammengestellte Komplettpaket höher ist als beim händig konfigurierten Exemplar, ist ungewöhnlich. Hinzu kommt, dass Sony im Onlineshop immer wieder Preisaktionen bereithält und beispielsweise gratis Zubehör dazulegt, Prozessor-Upgrades reduziert oder mehr Arbeitsspeicher ausgibt.

Starker Prozessor

Dieser erreicht im SVE1713Z1EB mit 8 GB sein Maximum, mehr wird nicht unterstützt und auch die beiden Speicherbänke sind bereits belegt. Der Intel Core i7-3632QM ist als einziger der wählbaren Prozessoren mit vier Kernen bestückt und kann acht Threads verarbeiten. Der Standardtakt von 2,2 GHz kann sich mittels TurboBoost auf 3,2 GHz erhöhen, für genügend Leistung ist damit gesorgt. Die Grafikkarte von AMD mit 480 Stream-Prozessoren ist der Mittelklasse zuzuordnen und unterstützt bis zu sechs Monitore simultan. Über HDMI können Bilder mit bis zu 1.920 x 1.200 Pixel ausgegeben werden. Wer sich den Laptop zum Spielen zulegen möchte und sich für eine Full-HD-Konfiguration entscheidet, sollte bedenken, dass die Grafikkarte dann stärker ranklotzen muss, um Spiele in der nativen Auflösung darzustellen. Notfalls müssten also Auflösung oder Details heruntergeschraubt werden, wenn es ruckelt.

Windows 8 startet in unseren Tests unter guten Voraussetzungen binnen etwa 20 Sekunden, das ist zügig. Wenn das Betriebssystem viele Programme mit startet oder noch mit einer Update-Installation beschäftigt ist, dauert es entsprechend länger. Eine SSD ist bei Sony nicht auswählbar. Weitere Details zur Performance und Benchmark-Ergebnisse zu CPU, GPU und Festplatte finden sich auf Seite 3.

Um die maximal mögliche Akkulaufzeit zu ermitteln, ließen wir das Sony Vaio E 17 im Flugzeugmodus bei mittlerer Display-Helligkeit im Energiesparmodus ein Textdokument anzeigen. Realistisch sind dann etwa 4,5 Stunden, in diesem Zustand verhält sich der Laptop zudem unauffällig. Zwar ist häufig der Lüfter zu hören, das aber sehr leise. Für eine Einschätzung der Akkuausdauer bei anspruchsvoller Nutzung haben wir einen Grafik-Benchmark in Dauerschleife und mit dem Energiemodus "Höchstleistung" laufen lassen. Fast 1,5 Stunden hielt der Akku durch. Wer dem Rechner mit derartigen Aufgaben zu Leibe rückt, muss sich auf eine höhere Betriebslautstärke einstellen. Insgesamt blieben die Geräusche dabei dennoch im Rahmen. Ein anderes Bild ergab sich beim Abspielen einer DVD: Sehr ruhige Phasen wechselten sich mit einem unangenehm laut aufbrausendem Lüfter ab, so laut wurde der Laptop während unseres Tests selbst beim Spielen nicht. Wer sich gerade im ICE mit einem Film die Zeit vertreibt, dürfte sich also der Blicke der Mitreisenden sicher sein. Mit angeschlossenem Netzteil traten die Geräusche nicht auf. Ein warmes Lüftchen strömt stets aus der linken Gehäuseseite. Unangenehm warm wurde das Vaio bei uns aber nicht, auch nicht nach mehreren Stunden im Einsatz.

Umfangreiches Software-Paket

Wie viel Software Sony auf Windows 8 in der 64-bit-Version aufgebügelt hat, wird anhand der zahlreichen Kacheln auf der ehemals als "Metro" bezeichneten Oberfläche deutlich. Über den Desktop sind die Programme ebenfalls gebündelt aufgelistet: Das Vaio Gate legt sich als Zugangspunkt zu sämtlichen Diensten wie ein nachgebautes Startmenü über die übliche Desktop-Ansicht, sobald es aufgerufen wird. Das Paket umfasst unter anderem eine Verwaltung für Fotos und Videos mit zeitlicher Sortierung, ein Brennprogramm, die Sony-eigenen Content-Services Music Unlimited für Musik-Streaming und Video Unlimited sowie eine Gestensteuerung. Per Handzeichen vor der Webcam kann der Nutzer im Internet Explorer vor- und zurückspringen oder Titel im Windows Media Player wechseln beziehungsweise pausieren. Das Verstellen der Lautstärke wollte bei uns aber nicht mit einer Handbewegung klappen. Als Zugabe gibt es Tools zum Erstellen von Videos, Bearbeiten von Audiospuren oder Kreieren von Musikstücken, allerdings ist eine Registrierung mit dem Namen und einer E-Mail-Adresse notwendig. Klaren Nervfaktor hat der McAfee Virenschutz, der als zeitlich beschränkte Probeversion schon bei der Inbetriebnahme von Windows nach Daten fragt und zwischendurch mit Pop-up-Fenstern zur Aktivierung und zum Kauf zu animieren versucht.

Fazit: Solide Leistung, aber Schwächen bei der Verarbeitung

Mit dem Vaio E17 fährt Sony eine eher ungewöhnliche Schiene: Häufig sind die Vaio-Rechner teurer als ihre Konkurrenten, nicht aber das große Allround-Exemplar. Dafür gilt es, hier und da kompromissbereit zu sein. Ein aktueller Core i7 Quad-Core-Prozessor, ein Full-HD-Display und die Tastaturbeleuchtung sind der Premium-Klasse entsprungen, während die Mittelklasse-Grafik und die fehlende SSD-Option die Kosten im Rahmen halten. Die Verarbeitung könnte aber insgesamt besser sein. Vor allem das zu kleine und klappernde Touchpad nervt und führt zusammen mit dem weichen Display-Deckel zu Abzügen. Als Konfiguration mit Blu-ray-Brenner ist Sonys Laptop preislich nahezu konkurrenzlos. Wer dieses nicht benötigt, könnte sich alternativ für das Asus N76VZ im Alu-Gehäuse, mit stärkerer Grafikkarte und mit Bass-Verstärker interessieren.

Name: Vaio E / SVE1713Z1EB
Hersteller: Sony
Internet: www.sony.de
Preis: UVP: 1.099 Euro, z.Z. ab 1.090 Euro bei Amazon
Prozessor: Intel HM76 Express Chipsatz; Intel Core i7-3632QM Quad-Core-Prozessor mit 2,2 GHz
Grafikkarte: AMD Radeon HD 7650M mit 2 GB
Bildschirm: 17,3 Zoll (1.920 x 1.080 Pixel), entspiegelt
Batterie: 5.300-mAh-Akku (VGP-BPS26A) Laufzeit:
  • 84 Minuten Grafik-Benchmark Dauerschleife (WLAN aus)
  • 270 Minuten Word-Dokumente (WLAN aus)
  • 150 Minuten DVD-Wiedergabe (Lautstärke + Display 50%, WLAN aus) / 130 Minuten Surfen
Speicher: 8 GB DDR3 (2 Slots, Maximum)
Festplatte: 1.000 GB HDD mit 5.400 U/Min
Laufwerk: Blu-ray-Brenner mit DVD SuperMulti
Kommunikation: Gigabit LAN, WLAN 802.11 b/g/n, Bluetooth 4.0
Betriebssystem: Windows 8 64-bit
Abmessungen: BxTxH: 409 x 278 x 27 - 38 mm Millimeter; 3,2 Kilogramm
Anschlüsse: HDMI, VGA, USB 3.0, 3x USB 2.0, Kopfhörer, Kartenleser (Memory Stick Duo, SD / SDHC / SDXC)
Sonstiges: HD-Webcam, Gestensteuerung, beleuchtete Tastatur
Lieferumfang: Notebook, Netzteil, Akku, Kurzanleitung, Software-Paket
Benchmarks/Zahlen:
  • Windows Leistungsindex: CPU: 7,7 / RAM: 7,8 / 2D: 6,7 / 3D: 6,7 / HDD: 5,9
  • 7-Zip: 164 JPG-Fotos (400 MB) ins .zip-Format: 5 Sek.
  • CPU-Benchmark: Cinebench 11.5: 5.84
  • PCMark 7: 2.375
  • Grafikchip: Grafik-Benchmark FurMark;
    • bei nativer Auflösung: 381 Punkte;
    • 1080p: 371;
    • 720p: 636
  • OpenGL: Cinebench 11.5: 32.15 BpS
  • 3D Mark 11: P1134
  • Frames pro Sekunde (fps) im Durchschnitt: DirectX-10-Benchmark
  • Devil May Cry 4: bei 1.920 x 1.080 Pixeln, Details niedrig, Schattenqualität aus: 75 fps; Details hoch, 4x AA: 45 fps
  • HDD-Benchmark von CrystalDiskMark: Sequentielles Lesen/Schreiben: 102 / 100 MB/s; zufälliges Lesen/Schreiben 512K: 28,5 / 31,3 MB/s
Energieverbrauch:
  • Ausgeschaltet am Netz: ca. 0,3 Watt
  • Eingeschaltet im Energiesparmodus: ca. 24 / 27 Watt (WLAN aus/ein)
  • Videowiedergabe im Energiesparmodus (Full HD von der Festplatte: ca. 32 Watt (WLAN ein)
  • CPU-Benchmark-Test unter Höchstleistung (Displayhelligkeit 100%, WLAN + Bluetooth ein): ca. 62 Watt
Garantie: 1 Jahr Sony Garantie + 1 Jahr bei Registrierung
Unser Testfazit zum Sony Vaio E17
Pro Contra
  • schnelle CPU
  • wechselbarer Akku
  • Blu-ray-Brenner
  • mattes Full-HD-Display
  • Tastaturbeleuchtung
  • Software-Paket
  • Positionierung der Anschlüsse
  • klappriges Touchpad
  • biegsames Gehäuse
  • keine SSD-Option
Bewertung
  • Geschwindigkeit: 17/20
  • Ausstattung: 18/20
  • Display: 13/15
  • Bedienung/Komfort: 12/15
  • Maße/Gewicht: 3/5
  • Akkulaufzeit: 9/15
  • Verarbeitung: 7/10
Gesamtnote der Redaktion: Preis-Leistung:
79/100 gut

(Saskia Brintrup)

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