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Sony Vaio Duo 11 im Test: Vielseitiger Windows-8-Slider

Das Vaio Duo 11 von Sony ist ein leichtes Ultrabook, dessen knackscharfer IPS-Bildschirm auch eine Nutzung als Tablet erlaubt. Die Vorteile überwiegen, doch der Akku könnte stärker sein.

Das Vaio Duo 11 von Sony ist ein leichtes Ultrabook, dessen knackscharfer IPS-Bildschirm auch eine Nutzung als Tablet erlaubt. Die Vorteile überwiegen, doch der Akku könnte stärker sein.

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Wie alle namhaften Hardware-Hersteller hat auch Sony auf der IFA einen Windows-8-Hybriden vorgestellt, der Laptop und Tablet PC vereint. Das Sony Vaio Duo 11 sieht zugeklappt wie ein etwas dickeres Tablet aus, unterhalb des Touchscreens verbirgt es jedoch eine vollwertige Tastatur. Maße und Innenleben berechtigen das Gerät dazu, sich auch Ultrabook nennen zu dürfen; für Rechenleistung ist also gesorgt. Auch sonst mangelt es dem Vaio Duo 11 nicht an Features, doch es gibt auch Kritikpunkte.

Sony Vaio Duo 11 Test - Inhalt

  • Seite 1: Äußerlichkeiten: Klappmechanismus und Schnittstellen
  • Seite 2: Leistung: Display, Bedienung und Hardware
  • Seite 3: Akkulaufzeit, Fazit und Test-Tabelle

Display nach vorne ...

Während das Dell XPS 12 (Test) auf ein in sich drehbares Display setzt, macht sich das Vaio Duo 11 eine Slider-Mechanik zunutze. Wie bei den Mobiltelefonen aus der Zeit kurz vor der Smartphone-Ära lässt sich der Bildschirm nach hinten schieben und legt dann eine Tastatur frei. Hierzu hebt der Nutzer das Display oben mittig an – schon schnappt es nach hinten. Die Konstruktion macht einen stabilen und langlebigen Eindruck, sowohl vor als auch zurück verfällt das Gerät nahezu automatisch in seine Position. Durch das starre System ist aber nur ein einziger Winkel möglich, das Display lässt sich also nicht weiter anpassen. Außerdem ist die Rückseite im aufgeklappten Zustand anfällig für Staub und Schmutz. Zwischen Gehäuserücken und Aufsteller liegt ein knapp handbreiter Spalt, der Einblicke auf Federn, Scharniere und Schräubchen gewährt und schwierig zu reinigen ist - das Gegenteil von "rundem" und einfachem Design. Auch zugeklappt gibt es einen Nachteil: Da anders als bei einem herkömmlichen Laptop kein Deckel vorhanden ist, liegt der empfindlichere Touchscreen oben auf. Daher empfiehlt sich zum Aufbewahren und vor allem für den Transport eine gut gepolsterte Tasche. Schade, dass Sony trotz des hohen Preises von 1.199 Euro aufwärts nicht einmal eine Schutzhülle mitliefert.

... und das Ultrabook wird zum Tablet

Das Vaio Duo 11 fällt mit Maßen von rund 320 x 199 x 18 Millimetern und einem Gewicht von 1,3 Kilogramm mehr in die Kategorie der leichten Notebooks, bringt es doch etwa das Doppelte wie klassische Tablets auf die Waage. Das Übergewicht gleicht es aber mit üppiger Anschlussvielfalt wieder aus. Neben zwei USB-3.0-Schnittstellen, HDMI, einem analogen VGA-Ausgang (D-Sub), Audiobuchse und Kartenleser gibt es einen LAN-Port für Gigabit-Ethernet, WLAN, Bluetooth 4.0, GPS und NFC-Sensoren. Da wird sogar manches größere Ultrabook neidisch.

Seltsame Tasten-Anordnung

Einschalten lässt sich das Hybrid-Modell an der Seite, Tasten zum Verstellen der Lautstärke, Aussetzen der Bildschirmanpassung und Aufrufen eines Software-Assistenten hat Sony auf die Geräteunterseite verfrachtet. Als Laptop genutzt, stört das weniger, dann springen die F-Tasten ein. Für den Tablet-Modus wäre aber eine Platzierung an der Seite wünschenswert gewesen, denn um eine blinde Bedienung kommt der Nutzer so nicht herum.

Die Displaydrehung zu sperren, ergibt besonders beim Laptop-Einsatz Sinn, denn bereits Umhertragen brachte das Gerät während unseres Tests dazu, die Windows-Oberfläche zwischendurch quer anzuzeigen. Ebenfalls unten sitzen die Lautsprecher, die bezogen auf die Gerätegröße einen im positiven Sinne überraschenden Klang erreichen.

Um durch Windows 8 zu navigieren, werden dem Kunden verschiedene Möglichkeiten an die Hand gegeben. Die offensichtlichste und einfachste Methode ist der Touchscreen. Mit seinen kräftigen Farben und der dank Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) auf 11,6 Zoll gestochen scharfen Anzeige bereitet das Wischen durch verschiedene Anwendungen Freude. Die großzügigen Blickwinkel des IPS-Panels erreichen zudem bei Dreh- und Wendemanövern eine gleichbleibend gute Sicht. So weit zur Kacheloberfläche in Windows 8. In der Desktop-Ansicht hingegen findet sich schnell die erste Situation, die nach einer Alternative verlangt. Die hohe Pixeldichte lässt Symbole und Beschriftungen zu klein werden, um sie mit dem Finger noch zielsicher zu treffen. Im Windows-Explorer einzelne Dateien oder Schaltflächen auszuwählen, klappt nicht immer auf Anhieb. Ausweichen lässt sich wahlweise auf Trackpoint und Maustasten oder den beliegenden Stylus Pen mit Klicktasten und auswechselbarer Spitze, der sich wie ein hochwertiger Kugelschreiber anfühlt. Handschriftliche Notizen sind über die Erkennung von Windows 8 schnell angefertigt. Leider ist keine Vorrichtung vorhanden, die den Stift aufbewahrt.

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Touch oder Trackpoint

Mit dem zu streichelnden und nicht beweglichen Trackpoint hat man sich nach einer kurzen Eingewöhnung angefreundet und navigiert zügig zur gewünschten Stelle. Es ist auch möglich, per doppeltem Antippen einen Mausklick zu imitieren. Dabei verrutsche bei unserem Testgerät aber der Mauszeiger minimal, einfacher geht es mit den Klicktasten. Die Tastatur kann dauerhaft oder bei schlechten Lichtverhältnissen – die das Vaio Duo 11 über einen Umgebungslichtsensor aufspürt – beleuchtet werden und ist von guter Qualität. Sie biegt sich nicht durch und bietet durch den festen Sitz einen großen Mehrwert gegenüber Tablet-Zubehör. Durch teils verkleinerte Tasten und Fehlen eines "echten" Touchpads ist dennoch ein Unterschied zu üblichen Notebooks spürbar.

Von 1.000 bis 2.000 Euro konfigurierbar

Die zwei derzeit vorkonfiguriert verfügbaren Varianten des Duo 11 versammeln eine schnelle SSD mit 128 Gigabyte (GB) Speicherplatz und 4 GB RAM. Weiter aufstocken lässt sich der Arbeitsspeicher im Nachhinein nicht, obwohl er auch die integrierte Grafikeinheit, eine Intel HD 4000, mitversorgen muss. In der günstigeren Ausgabe für 1.199 Euro steht diese einem Intel Core i3-3217U Dual-Core-Prozessor mit 1,8 Gigahertz (GHz) zur Seite, während das teurere Modell für 1.399 Euro einen Core i5-3317U mit 1,7 GHz springen lässt. Im Gegensatz zum Core i3 unterstützt der i5 Turbo Boost, kann also die Taktrate steigern. Hyper Threading ist bei beiden CPUs möglich. Im Sony Onlineshop lässt sich das Ultrabook spezifischer an die Bedürfnisse und den Geldbeutel anpassen, auch mehr RAM ist dort wählbar. Für 8 statt 4 GB wird ein Aufpreis von 120 Euro fällig, ein Intel Core i7-3517U mit 1,9 GHz kostet 430 Euro und doppelter SSD-Speicher 220 Euro. Anspruchsvollste Käufer landen damit schlussendlich bei rund 1.900 Euro.

Leise und schnell

Windows 8 startete im Test nach nur sieben Sekunden. Mit den sparsamen Ultrabook-Prozessoren stechen die Windows-8-Hybriden wie das Dell XPS 12 und das Sony Vaio Duo 11 Brot-und-Butter-Notebooks für ein paar Hundert Euro aus, kraftprotzende Multimedia-Boliden sind sie aber nicht. Wer surfen, schreiben, HD-Filme ansehen und Bilder bearbeiten möchte, hat keine Engpässe zu befürchten, größere Anstrengungen und grafiklastige Spiele sollten ausgelagert werden. Die Geräuschkulisse ist Ultrabook-typisch niedrig. Im Bereitschaftsmodus gibt das Vaio 11 keinen Mucks von sich, Benchmarks entlocken ihm aber durchaus hörbare Lüftergeräusche. Im direkten Vergleich mit einem Dell XPS 12 war das Vaio minimal lauter, aber immer noch insgesamt verhältnismäßig ruhig.

Weniger überzeugt hat uns die Ausdauer. Mit dem eingebauten Akku hält das Vaio Duo 11 je nach Beanspruchung etwa 2 bis 5 Stunden durch. Um per WLAN im Internet zu surfen, blieben im Test nur rund 3 Stunden. Wer einen höheren Bedarf hat, ist daher gut beraten, den für 130 Euro angebotenen optionalen Erweiterungsakku zu erwerben, der aber das Gewicht um 345 Gramm steigen lässt. Auch eine mattierende Schutzfolie für den Touchscreen befindet sich im Zubehörsortiment von Sony.

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Fazit: Schickes 2-in-1-Gerät mit Akku-Schwäche

Über Sonys kleines Slider-Notebook gibt es in der Summe vor allem Positives zu berichten, ganz ohne Kritikpunkte kommt die Tablet-Laptop-Kombi aber nicht davon. Pluspunkte sind das hervorragende Display, die zahlreichen Ausstattungsvarianten sowie die spendabel verteilten Anschlüsse. Doch für ein mobiles Gerät ist die Akkulaufzeit zu knapp und der Zusatzakku würde den ohnehin nicht gerade niedrigen Preis weiter steigen lassen. Darüber hinaus kann der Klappmechanismus aufgrund seiner unaufgeräumten Optik keine volle Punktzahl abräumen, obwohl er gut funktioniert.

Weitere Testberichte und eine Kaufberatung zum Thema Notebook liefert unser Hintergrundbereich. Mehr Ultrabooks im Überblick gibt es in unserem Ultrabook Vergleich, zusätzliche Infos und Kauftipps im Ultrabook Ratgeber.

Name: Vaio Duo 11 (SVD1121X9EB)
Hersteller: Sony
Internet: www.sony.de
Preis: 1.399 Euro (UVP)

Preis-Leistung: befriedigend

(Saskia Brintrup)

Weiterführende Infos zum Thema:
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