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Sony Ericsson W660i: Taschenmusikant im Test

Das Walkman-Handy erlaubt 24 Stunden ununterbrochenen Musikgenuss. Weitere Extras sind eine 2-Megapixel-Kamera und eine Stereo-Bluetooth-Schnittstelle. Wir haben das kleine Musikhandy auf die Probe gestellt.

Sony Ericsson W660i
Werden Handynutzer nach der von ihnen bevorzugten Handymarke befragt, fällt in vielen Fällen nicht wie erwartet der Name Nokia. Sehr häufig wird auch Sony Ericsson als bevorzugte Marke genannt. Der schwedisch-japanische Mischkonzern konnte in den zurückliegenden Monaten nicht nur in Sachen Design punkten, sondern auch bei den Funktionen. Insbesondere die so genannten Walkman-Handys stehen bei jugendlichen Kunden hoch im Kurs. Eines der neuesten Walkman-Handys ist das W660i, das unsere Redaktion einem umfangreichen Test unterzogen hat.

Der erste Eindruck

Wer das 93 Gramm leichte Telefon das erste Mal in den Händen hält, wird sich über die kompakten Maße freuen. Verglichen mit älteren Sony Ericsson-Modellen wurde vor allem etwas an der Tiefe getan. Das Telefon ist nur knapp 15 Millimeter dick und wirkt dadurch nicht mehr wie ein Klotz in der Hand. In der Länge kommt das W660i auf 102 Millimeter, in der Breite auf 46 Millimeter. Auffällig ist auch das zwei Zoll große TFT-Display, das bei einer Auflösung von 176x220 Bildpunkten 262.144 Farben darstellen kann.

Zunächst etwas verwirrend ist die Navigation durch das Menü über die vielen kleinen Tasten unterhalb des Displays. Insgesamt elf verschiedene Druckmöglichkeiten stehen hier zur Auswahl. Es braucht seine Zeit, bis die Finger das tun, was der Nutzer im Menü eigentlich erreichen möchte. Die Haupt-Navigation erfolgt über die mittig angeordnete Vier-Wege-Menütaste. Sie lässt sich individuell nach den eigenen Wünschen programmieren, sodass mit nur einem Druck die meist genutzten Handyfunktionen aufgerufen werden können.


Auch für UMTS-Netze

Erfreulich ist, dass das schlanke Mobiltelefon über die integrierte Triband-Antenne nicht nur in den meisten GSM-Netzen weltweit nutzbar ist, sondern auch überall dort, wo ein UMTS-Netz aufgebaut wurde. Das bedeutet, dass mit dem Handy auch schnell über den vollständigen HTML-Browser im Internet gesurft werden beziehungsweise Daten aus dem Internet direkt auf das Handy geladen werden können. Zum Beispiel über den integrierten E-Mail-Client. Eine der wichtigsten Funktionen des W660i ist der integrierte Walkman-Player. Er unterstützt alle gängigen digitalen Dateiformate wie MP3 und AAC und lässt sich durch das Drücken der separaten Walkman-Taste schnell aufrufen und aktivieren.

Leicht zu bedienen

Sowohl die Bedienung des Players als auch das Übertragen von Musikdateien ist erfreulich intuitiv. Verschiedene Funktionen, die vom MP3-Player am heimischen PC bekannt sind, lassen sich auch über den Walkman-Player steuern. Sei es die Aktivierung eines Zufallsmodus oder die Wiederholung der aktuellen Playlist. Zudem ist es möglich, die Standard-Einstellungen des Sounds über den Equalizer individuell auf das eigene Gehör anzupassen. Wer Musik besonders druckvoll hören möchte, kann die MegaBass-Funktion aktivieren. Neben dem Sprung zum nächsten oder letzten Titel ist es auch möglich, während des aktuellen Liedes schnell vor- oder zurückzuspulen. Ergänzend zum MP3-Player wurde auch ein Radio integriert, damit unterwegs zum Beispiel auch mal die aktuellen Nachrichten abgehört werden können.


Neue Musikstücke finden als Direktdownload aus dem Internet oder manuell über einen PC ihren Weg aufs Handy. Wahlweise kann die Übertragung per Datenkabel oder über die integrierte Bluetooth-Schnittstelle erfolgen. Die mitgelieferte "Disc2Phone"-Software ermöglicht es zudem, Musik direkt von CDs auf das Handy zu laden. Um die Songs zu hören, kann auf die im Handy verbauten Lautsprecher gesetzt werden, die allerdings leider recht blechern klingen. Deutlich klangvoller wird die Musik über die mitgelieferten Stereo-Ohrhörer wiedergegeben. Optional kann auch auf Stereo-Bluetooth-Kopfhörer zurückgegriffen werden.

Flugzeugmodus für lange Flugstunden

Praktisch ist, dass das W660i bei jedem Start wahlweise im Normal- oder Flugzeug-Modus gestartet wird. Im Flugzeug-Modus werden alle Funktionen deaktiviert, die eine Störung der Bordelektronik verursachen könnten. Das heißt, es ist dann zwar möglich, über den Walkman-Player Musik zu hören oder die integrierte Kamera zu aktivieren, Telefonate führen kann der Nutzer aber ebenso wenig wie E-Mails empfangen oder über das Handy im Internet surfen. Für viele Nutzer ebenfalls sehr wichtig ist die integrierte Digitalkamera. Beim W660i liefert Sony Ericsson ein 2-Megapixel-Modell mit zweieinhalbfachem Digitalzoom. Ein Kameralicht fehlt allerdings.

Zwei Kameras

Starten lässt sich die Digicam über eine separate Kamerataste, die auch als Auslöser dient. Das Display mutiert im Kameramodus zum Sucher, über die Menütaste kann schnell und unkompliziert zwischen Foto- und Video-Funktion hin und her geschaltet werden. Die Auflösung ist im Foto-Modus dreistufig, im Videomodus zweistufig reguliert werden. Außerdem lassen sich Selbstauslöser, Nacht- und Schwarz-Weiß-Modus aktivieren. Eine in die Front integrierte VGA-Kamera dient in UMTS-Netzen für Videotelefonate.

Qualitativ kann die 2-Megapixel-Kamera durchaus überzeugen. In der höchsten Auflösung wirken die Fotos nur in Ausnahmefällen unscharf. Zu kritisieren gibt es nur die zum Teil schlechten Kontraste auf den Fotos. Zudem versagt die Kamera immer dann, wenn schnelle Bewegungsabläufe im Spiel sind, zum Beispiel bei Sportveranstaltungen.

Umfangreicher Organizer

Abgerundet wird der Funktionsumfang des Handys durch einen umfangreichen Organizer, der neben einem Wecker unter anderem auch eine Notiz-Funktion, einen Kalender und einen Rechner bietet. Etwas mau fällt mit 16 Megabyte der interne Speicher aus. Allerdings ist im Lieferumfang eine Speicherkarte mit einer Kapazität von 512 Megabyte bereits inklusive. Optional lässt sich der Speicher auf bis zu zwei Gigabyte erweitern. Fazit: Ein preiswerter Allrounder

In Musikhandys liegt einer der Zukunftstrends, darin sind sich viele Mobilfunk-Experten einig. Sony Ericsson liefert mit dem W660i einen kleinen Taschenmusikanten, der in den Anfangsstunden zwar etwas umständlich zu bedienen ist, aber zu einem fairen Preis eine ganze Reihe an Extras bietet. Dazu zählen unter anderem UMTS-Unterstützung, ein komfortabler MP3-Player und eine qualitativ gute Kamera.

Etwas enttäuschend sind die zu dicht angeordneten und recht glatten Zifferntasten. Den optimalen Druckpunkt zu finden, erweist sich im Praxistest als schwierig. Schnell landet der Daumen statt auf der gewünschten auf einer der benachbarten Tasten.


Solide Akkulaufzeiten

Keine Makel sind bei der Gesprächsqualität auszumachen. Der Gesprächspartner ist klar zu hören, und auch störende Echogeräusche konnten wir in unserem Testlauf nicht ausmachen. Allerdings schwächelt das Handy etwas in Sachen Empfang. Die Gesprächszeit liegt bei bis zu viereinhalb Stunden, die maximale Bereitschaftszeit nach Herstellerangaben bei bis zu 15 Tagen. Den Walkman-Player konnten wir im Dauerbetrieb gut 24 Stunden nutzen.





Name: W660i
Hersteller: Sony Ericsson
Internet: www.sonyericsson.de
Preis: ca. 250 Euro
Technische Daten
Antenne: GSM Triband; UMTS
Abmessungen: 102 x 46 x 15 Millimeter
Gewicht: 92 Gramm
Display 2 Zoll, 176 x 220 Pixel, 262.144 Farben
Speicher: 16 MB intern, erweiterbar über microSD
Schnittstellen: Bluetooth 2.0; USB
Digitalkamera: 2 Megapixel mit 2,5-fachem Digitalzoom, zweite Kamera für Videotelefonie
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Stereo-Headset, Datenkabel
Extras: MP3-Player, Radio, Bluetooth 2.0, externe Lautsprecher, Flugzeugmodus
Akkulaufzeit im Test: Gut vier Stunden Sprechzeit, knapp 15 Tage Bereitschaftszeit
Pro & Contra
kontrastreiches Display
gute Digicam
erschwinglicher Preis
leicht bedienbarer Musicplayer
unübersichtliche Menütasten
kein HSDPA
dicht aneinander liegende Tasten
Bewertung:
Bedienung (30%): befriedigend
Ausstattung (20%): gut
Verarbeitung (20%): gut
Akkulaufzeit (20%): gut
Telefonfunktion (10%): sehr gut
Preis-Leistung: gut
Gesamtnote gut (2,2)

(Hayo Lücke)

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