Testbericht

Cybershot-Knipse - Sony Ericsson K810i im Test

Fotos machen, Videos drehen, Musik hören, Termine verwalten und natürlich telefonieren - das K810i hat viele Talente. Wir haben getestet, was das Multimediatelefon wirklich kann.

Sony Ericsson K810i
Ein Handy in (fast) allen Lebenssituationen griffbereit zu haben, ist für immer mehr Menschen ein Muss. In Notfällen erreichbar zu sein oder selber telefonieren zu können, nimmt einen immer wichtigeren Stellenwert ein. Hinzu kommt, dass Mobiltelefone immer häufiger zu wahren Allzweckwaffen mutieren: Handys sind längst nicht mehr nur zum Telefonieren da, heute wird mit dem mobilen Alltagsbegleiter auch fotografiert, Musik gehört und mit Hilfe integrierter Organizer der nächste Termin festgehalten. Mit dem K810i hat auch Sony Ericsson ein Multimediahandy am Start, das mehr kann als auf den ersten Blick sichtbar wird. Was unter der Haube des Telefons im Kompaktdesign steckt, soll dieser Test zeigen.

Der erste Eindruck täuscht

Das 103 Gramm schwere Telefon wirkt auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig. Zwar fällt das große Display positiv ins Auge, gleichzeitig wirken die runden Tasten allerdings nicht gerade leicht zu bedienen. Das K810i zeigt jedoch, dass man sich nicht immer vom Äußeren blenden lassen sollte. Mit seinen 106x46x17 Millimetern liegt das Handy gut in der Hand und die Bedienung der Zifferntasten geht erstaunlich leicht von der Hand. Ein Grund dafür ist auch, dass zwischen den einzelnen Knöpfchen genügend Freiraum gelassen wurde. Es kommt praktisch nie vor, dass sich der Daumen beim Wählen einer Nummer oder beim Tippen einer SMS auf eine benachbarte Taste verirrt.
Nutzbar ist das K810i nicht nur in klassischen GSM-Netzen, die im Frequenzbereich von 900, 1800 und 1900 Megahertz funken, sondern auch überall dort, wo die großen Mobilfunk-Netzbetreiber schon ein UMTS-Netz aufgebaut haben. In UMTS-Netzen sind dann beispielsweise auch Videotelefonate möglich, und es kann mit dem Handy schneller im Internet gesurft werden.

Kein HSDPA

Im Fall des K810i sind im Download immerhin 384 Kilobit pro Sekunde (kBit/s) möglich. Das ist deutlich schneller als das Internet surfen über einen ISDN-Anschluss, aber auch viel langsamer als über DSL. Ernüchternd ist, dass das K810i kein HSDPA unterstützt und schnellere Downloadraten somit unmöglich sind. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber keinesfalls kompliziert, ist die Steuerung durch das Menü. Die zentral unter dem Display angeordnete Fünf-Wege-Navigationstaste erinnert stark an einen kleinen Joystick und lässt sich auch von ungeübten Daumen präzise steuern. Ergänzend dazu stehen zwei Auswahltasten, eine Lösch- und eine Rücktaste zur Verfügung. Die Frage, wann Lösch- und wann Rücktaste gedrückt werden müssen, stellt allerdings insbesondere Einsteiger vor Probleme. Mit der Zeit gewöhnen sich die Finger aber an die vielen verschiedenen Tasten und eine Navigation geht leicht von der Hand. Trotzdem hat man manchmal den Eindruck, etwas weniger wäre mehr gewesen.


Großes Display

Als erfreulich groß und kontraststark erweist sich das verbaute TFT-Display. Es kann bei einer Auflösung von 240x320 Bildpunkten 262.144 Farben darstellen. Das ist nicht der neueste Schrei, da es auch schon Bildschirme gibt, die 16 Millionen Farben darstellen können, reicht aber für alle gängigen Handyfunktionen vollkommen aus. Auch mit der integrierten Digitalkamera aufgenommene Fotos werden in voller Pracht dargestellt.

Kamera mit vielen Extras

Stichwort Kamera: Auch hier hat Sony Ericsson nicht gespart. Zwar wurde "nur" eine 3,2-Megapixel-Linse verbaut, für Otto Normalnutzer reicht das aber mehr als aus. Da es sich um ein Handy aus der so genannten Cybershot-Klasse handelt, wurde auch mit Extras nicht gegeizt. Autofokus, 16-facher Digitalzoom, Bildstabilisator gegen Verwackelungen in Videos, Rote-Augen-Korrektur und ein helles Xenon-Blitzlicht sorgen dafür, dass das Fotografieren fast noch mehr Spaß macht als das Telefonieren.

Bei so vielen Extras ist klar, dass auch die Kamerafunktionen umfangreich ausfallen. Zu den zahlreichen Einstellmöglichkeiten zählen unter anderem vier verschiedene Aufnahmemodi, darunter die BestPic-Funktion, bei der mehrere Fotos schnell hintereinander aufgenommen werden und das schönste Bild ausgewählt werden kann. Außerdem kann die Auflösung in den vier Stufen VGA, ein, zwei oder drei Megapixel eingestellt werden und auch ein Selbstauslöser ist mit dabei.

Einfache Bedienung

Erfreulich ist zudem, dass es besonders einfach ist loszuknipsen. Es reicht aus, die Linsen-Schutzklappe auf der Rückseite zur Seite zu schieben und der Kameramodus wird automatisch aktiviert. Das wirkt zwar nicht sonderlich hochwertig, ist aber durchaus praktisch. Das Display verwandelt sich anschließend zum Sucher, über eine separate Kamerataste lässt sich der Auslöser betätigen. Nützlich sind zudem zwei zusätzliche Tasten neben dem Display. Im normalen Telefonmodus kann über sie auf die Fotogalerie zugegriffen werden, im Kamerabetrieb lassen sich Aufnahmemodus und Szenen-Auswahl schnell den eigenen Wünschen anpassen.

Ein Blick auf die Bildqualität

Überraschend ist die Bildqualität aber nicht erste Sahne. Während die Kamera bei Portraits und Landschaftsaufnahmen punkten kann, wirken Detailaufnahmen bei weniger guten Lichtverhältnissen schlecht belichtet und zum Teil unscharf. Zudem beleuchtet der Xenon-Blitz das rechte Drittel des Bildes nur unzureichend. Abgesehen davon macht das Fotografieren aber durchaus Spaß - beispielsweise auf Partys, um Bilder von den besten Freunden aufzunehmen.

Viel Multimedia

Doch wie eingangs bereits erwähnt, soll ein Handy heutzutage meist mehr bieten. Das trifft auch auf das K810i zu. Es bietet zum Beispiel ein komfortabel zu bedienendes Radio samt RDS-Funktion an. Das heißt, im Display wird nicht nur die Frequenz angezeigt, sondern gleich auch der Sendername. Außerdem sucht das Handy automatisch nach der stärksten Frequenz für den aktuell gewählten Sender. Nicht besonders liebevoll wurde der integrierte MP3-Player gestaltet, die Bedienung über die Navigationstaste ist aber sehr intuitiv.

Für den mobilen Musikgenuss stehen das mitgelieferte schnurgebundene Stereo-Headset oder der integrierte Lautsprecher zur Verfügung. Letzterer klingt aber extrem blechern und macht echten Musikfreunden nicht wirklich Spaß. Auf Wunsch kann über optional erhältliche Hardware auch auf die Bluetooth-Schnittstelle gesetzt werden. Sie unterstützt die A2DP-Technik, die es erlaubt, kabellos Musik über das Handy zu hören. Abgerundet wird der Funktionsumfang durch eine Infrarot-Schnittstelle, einen integrierten E-Mail-Client sowie einen umfangreichen Organizer. Außerdem ist es möglich, das Telefon in den Flugzeugmodus zu versetzen. Damit werden alle Funktionen deaktiviert, die eine Störung der Elektronik an Bord von Flugzeugen verursachen könnten. MP3-Player, Organizer und Kamera bleiben aber beispielsweise weiter nutzbar.

Fazit: Ein preiswertes Foto-Talent

Am K810i scheiden sich die Geister: gewöhnungsbedürftiges Design, klasse Kamerafunktionen, UMTS-Unterstützung, aber kein HSDPA. Wer sich für das Cybershot-Handy interessiert, muss Für und Wider gegeneinander abwägen. So macht es zum Beispiel richtig Spaß, die Kamerafunktion des Telefons zu nutzen, schnelles Surfen im Internet ist mit dem Sony Ericsson-Handy aber leider nicht möglich. Der interne Speicher fällt mit 64 Megabyte recht gering aus, kann aber über eine Speicherkarte auf bis zu zwei Gigabyte erweitert werden. Eine Speicherkarte mit zusätzlichen 128 Megabyte ist im Lieferumfang bereits enthalten. Trotzdem gilt: Für gut 230 Euro gibt es ein hochwertiges Telefon, das mehr kann als so manches Konkurrenz-Modell.
Name: K810i
Hersteller: Sony Ericsson
Internet: www.sonyericsson.de
Preis: ca. 230 Euro
Technische Daten:
Antenne: GSM Triband; UMTS
Abmessungen: 106 x 48 x 17 Millimeter
Gewicht: 103 Gramm
Display: 2 Zoll, 240 x 320 Pixel, 262.144 Farben
Speicher: 64 MB intern, erweiterbar über Sony Ericsson Memory Stick
Schnittstellen: Stereo Bluetooth 2.0; Infrarot
Digitalkamera: 3,2 Megapixel mit 16fachem Digitalzoom, Autofocus und Xenon-Blitzlicht, zweite Kamera für Videotelefonie
Lieferumfang: Akku, Ladegerät, Stereo-Headset, Datenkabel, Trageschlaufe, Speicherkarte 128 MB
Extras: MP3-Player, RDS-Radio, Bluetooth 2.0, externer Lautsprecher, Flugzeugmodus
Akkulaufzeit im Test: sieben Stunden Sprechzeit, 14 Tage Bereitschaftszeit
Pro & Contra:
viele Funktionen
recht günstiger Preis
kontrastreiches Display
Windows erkennt Handy ohne Software
kein HSDPA
schlechter externer Lautsprecher
Kamera mit leichten Schwächen
spärlicher MP3-Player
Bewertung:
Bedienung (30%): gut
Ausstattung (20%): gut
Verarbeitung (20%): befriedigend
Akkulaufzeit (20%): gut
Telefonfunktion (10%): gut
Preis-Leistung: gut
Gesamtnote gut (2,2)

(Hayo Lücke)

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