Testbericht

Softphones: Weiche Landung im VoIP-Zeitalter

Die schnellste und unverfänglichste Art, Voice over IP auszuprobieren, ist ein so genanntes Softphone. Wir haben die verfügbaren Programme einmal ausprobiert.

DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com
Softphones, wie die Telefon-Software für den heimischen Rechner genannt wird, sind die schnellste und unverfänglichste Art, Voice over IP auszuprobieren oder den Umstieg Schritt für Schritt zu wagen. Wir haben die gängigsten, als Freeware erhältlichen Softphones getestet.

Anmelden und los

Mit einem dieser frei im Internet erhältlichen Software-Telefone und einem Headset, das an den Computer angeschlossen wird, kann jeder günstig über das Internet telefonieren. Hat sich der Nutzer bei einem VoIP-Anbieter angemeldet, kann er schnell und ohne Umstände billig telefonieren.

Viele Provider haben inzwischen für ihre Produkte angepasste Versionen der Softphones im Angebot. Der Vorteil der getesteten Varianten besteht darin, dass sie allesamt Provider-unabhängig und daher auch mit mehreren VoIP-Anbietern parallel genutzt werden können. Wir haben die jeweiligen Vor- und Nachteile der Softphones für Sie zusammengefasst.

Von Account bis Interface

Grundsätzlich lassen sich alle VoIP-Angebote per Softphone nutzen. Meldet sich ein Nutzer für diesen Service an, erhält er, neben seiner Telefonnummer, die Daten für seinen SIP-Account und in der Regel auch für ein Webinterface. Die Angaben werden für die Konfiguration der Software benötigt. Über den personalisierten Kundenzugang auf den Anbieter-Websites können dann generelle Einstellungen für den Anschluss vorgenommen werden, wie die Aktivierung von Zusatzdiensten wie der Voicebox. Die SIP-Accountdaten lassen sich mit E-Mail-Zugangsdaten vergleichen und bestehen aus Serverinformation, Username und Passwort.

Verzeihung, Ihr Bildschirm klingelt

Zunächst fallen die sehr unterschiedlichen Dateigrößen auf. Das lässt auf eine entsprechend variierende Servicequalität schließen. In den Grundfunktionen ähneln sich aber alle Produkte, mit nur geringen Abweichungen.

Der Test: Softphones
1. Einleitung
2. Counterpath X-Lite
3. Phoner 2.16
4. snom 360 5.3
5. SJPhone 1.60.289a
6. Express Talk 3.08
7. Fazit
CounterPath X-Lite 3.0

Installation: schnell
Die Software lässt sich schnell herunterladen. X-Lite nutzt den Installation Wizard von Windows und richtet sich zügig und unkompliziert auf der Festplatte ein. Besonderes Plus: Noch während der Installation werden Lautsprecher und Mikrophon auf volle Funktion getestet.

Konfiguration: kompliziert
Zwar startet die Software bei der Erstinstallation automatisch einen Konfigurationsmanager, doch ist der keine große Hilfe. Der User muss schon selbst wissen, wo er was einzutragen hat. Für die Standardinstallation sind die meisten Optionen im Menü uninteressant. Es ist nur nötig, unter "System Settings" einen SIP Proxy einzurichten. Dort angekommen, müssen lediglich noch die Userdaten eingetragen werden sowie die Domain- und SIP-Proxy-Angaben, die den Serverdaten des Providers entsprechen.

Übersichtlichkeit: Oberfläche einfach, Menü für Fortgeschrittene
Die Oberfläche ist einfach aufgebaut und beinhaltet die erforderlichen Grundfunktionen. Das Menü dagegen ist gewöhnungsbedürftig und für VoIP-Starter kompliziert zu bedienen. Viele Fachbegriffe und eine wenig intuitive Menüführung machen die Konfiguration der Detaileinstellungen für Internet-Neulinge zu einer Herausforderung.

Bedienbarkeit: einfach
Das X-Lite bietet alles, was man vom ISDN-Festnetztelefon kennt. Zwei Leitungen können getrennt angewählt oder weitergeleitet sowie per Konferenzschaltung verbunden werden. Allerdings gibt es keinen Hilfeassistenten zu den einzelnen Funktionen oder Menüpunkten. Ein Lichtblick ist das Hilfs-Pdf auf der Counterpath-Website, Reiter "Ressources". Aber nur für jene, die des Englischen mächtig sind.

Extras: Telefonbuch, Anruflisten
Das X-Lite verfügt über ein integriertes Telefonbuch. Dort können Teilnehmer mit Name, Telefonnummer oder SIP-URL und Art des Kontakts gespeichert werden. Außerdem lassen sich Daten im CSV-Format importieren und exportieren, so dass die Telefonbucheinträge beispielsweise mit Mail-Programmen kompatibel sind. Die Anruflisten zeigen die anrufenden sowie gewählten Nummern und markieren die zustande gekommenen Verbindungen.

Counterpath X-Lite
Freeware englisch
Windows 2000/XP, Mac OS X
8.500 Kilobyte
Download

- zwei Leitungen
- Voicemail
- Anrufe aufnehmen, halten, weiterleiten oder abweisen - Konferenzschaltung, Videokonferenz
- Anrufer ID Anzeige
- Anrufdauer
- Anruflisten ein- und ausgehend bzw. erfolgreich oder nicht
- Direkte Anwahl einer IP-Adresse möglich
- Telefonbuch, inkl. Import und Export von CSV-Dateien
- DTMF-Tastentöne
- Lautsprecher- und Mikrophon-Regler und Anzeigen
- Schnellwahltasten
- Video-Telefonie (Formate: H.263, H.263+ 1998)
- Anwesenheits-Anzeige - Einloggen mit ein oder zwei VoIP Service Providers

Phoner 2.16

Installation: schnell
Die nur rund 2,8 Megabyte dieser Software sind schnell aus dem Internet geladen. Auch die Installation geht fix und unkompliziert. Allerdings hilft das Phoner-Softphone nicht bei der weiteren Konfiguration. Ebenso wenig erfolgt ein Test der angeschlossenen Hardware.

Konfiguration: unkompliziert
Jeder, der schon mal mit einer Windows-Fläche gearbeitet hat, wird wohl mit diesem Softphone fertig. Unter Optionen findet sich als erster Punkt die Kommunikation – einleuchtend, dass hier die Zugangsdaten eingetragen werden müssen. Außer, dass der User wissen sollte, dass er per SIP-Standard telefoniert und daher sein Profil unter dem entsprechenden Punkt anlegt, ist die Einrichtung schnell erledigt und der erste Testanruf kann rausgehen.

Übersichtlichkeit: Windows – like it or not
Die Oberfläche des Phoner erinnert nicht nur entfernt an die gut bekannte Windows-Struktur. Einsteiger finden sich rasch zurecht, denn die kleinen Grafiken werden so manchem die Bedienung erleichtern. Da die Software auch für die Nutzung per Festnetz geeignet ist, bietet der Phoner neben TAPI- und CAPI-Schnittstellen auch Zusatzoptionen wie Call-by-Call, das per VoIP nicht nutzbar ist.

Bedienbarkeit: problemlos
Wir kennen es ja schon von Windows: Hinterlege alle Funktionen mit kleinen, bunten Bildchen und du senkst die Hemmschwelle. Dem ist auch Phoner gefolgt und hat zum besseren Verständnis alles mit Grafiken, Pop-up-Icons und Mouseover-Texten hinterlegt. Sogar die Hilfe ist wie bei Windows-Programmen aufgebaut. Eine Shortcut-Leiste vereinfacht zudem den Zugriff auf verschiedene Zusatzoptionen, wie Logbuch der geführten Gespräche, Telefonbuch und Weiterleitung.

Extras: Logbuch, Mitschnitt, SMS
Neben dem üblichen Telefonbuch, das beim Phoner eventuelle Outlook-Telefonbücher automatisch mit anzeigt, verfügt die Software über ein Logbuch, in dem alle geführten Gespräche detailliert festgehalten werden. Außerdem lassen sich per Mausklick Gespräche unkompliziert aufzeichnen. Phoner bietet auch Konfigurationsmöglichkeiten für den SMS-Versand. Ob dieser Service allerdings unterstützt wird, ist vom jeweiligen Netzbetreiber abhängig.

Kleiner Wermutstropfen beim Redaktionstest: Der Ton kam beim Annrufpartner zeitverzögert an. Eine Konfigurationsfrage laut Hilfsmenü - vom Laien aber nicht ohne weiteres bewerkstelligen.

Phoner 2.16
Freeware deutsch/englisch (weitere Übersetzungen werden auf der Webseite zum Download angeboten)
Windows 95/98/ME/NT40/2000/XP/Vista
2.830 Kilobyte
www.phoner.de/download.htm

- Anzeige der Rufnummer des Anrufers
- Eingehende Anrufe identifizieren, annehmen, ablehnen oder an AB übergeben
- Anruf-Signalisierung wahlweise abschaltbar
- Individuelle Klingelzeichen (pro Anrufer)
- Telefonbuch, Import von Outlook-Kontakten und Textdateien (CSV)
- Anrufbeantworter mit Fernabfrage und individuellen Ansagetexten
- Logbuch
- SMS-Versand, EMail-Versand
- Gesprächs-Mitschnitt
- Mehrere Gespräche verwalten (halten, makeln, parken)
- Dreierkonferenzen
- Rufumleitung, Rückruf bei besetzt oder Nichtmelden
- Information über neue Nachrichten (MWI)
- Gebühreninformation


snom 360 5.3

Installation: unkompliziert
Trotz der vergleichbar großen Datei ist die Installation des snom Softphones schnell und einfach. Die Zugangsdaten des VoIP-Nutzers werden bereits während der Installation abgefragt. Somit ist das Telefon sofort einsatzbereit. Allerdings kann man im Gegensatz zu anderen Modellen nicht schon bei der Installation festlegen, ob das Programm zusammen mit Windows starten soll oder nicht. Um das snom aus dem Autostart zu bekommen, muss man schon den herkömmlichen Weg durch die Windows-Ordner gehen.

Konfiguration: schnell und umfangreich
Durch die Abfrage der Zugangsdaten bei der Installation ist das snom360 direkt beim ersten Start einsatzbereit. Zusätzlich bietet es zahlreiche Optionen, die der Nutzer sonst von umfangreichen Bürotelefonen kennt. Das Layout der Software ist identisch mit dem snom 360 Hardware-Modell und kann per Mausklick oder Tastatur genutzt werden. Die Menüführung ist ebenfalls nach dem echten Vorbild aufgebaut.

Übersichtlichkeit: gewöhnungsbedürftig
Die Telefone von snom sind gemeinhin in der Hardware-Ausführung bekannt. Das Softphone verfügt nicht nur über die gleichen Features, sondern sieht auch genau so aus wie die Business-Hardwarevarianten. Die umfangreiche Telefontastatur macht die Bedienung also leider nicht unbedingt überschaubarer. Bei Mausberührung einer Taste erscheinen Hilfe-Hinweise oder der Nutzer sucht sich die Bedienungsanleitung des Hardware-Originals.

Bedienbarkeit: Telefon ist Telefon
Wer schon mal an einem umfangreicheren ISDN-Telefon gesessen hat, wird wohl auch mit dem snom klar kommen. Es sticht auf jeden Fall heraus in der sonstigen Softphone-Konkurrenz, nicht nur durch sein gänzlich anderes Aussehen, sondern auch die zahlreichen ISDN-Merkmale und der guten Akustik im Redaktionstest. Wer allerdings VoIP nur nebenbei nutzt, wird mit einer einfacheren Software wohl besser bedient sein.


Kaum zu unterscheiden: Das "echte" Snom und die Soft-Version
Extras: Was will man mehr
Es wäre wohl einfacher aufzuzählen, was das snom nicht hat. Neben dem Telefonbuch mit 100 möglichen Einträgen und der Anrufliste mit ebenso vielen Verzeichnismöglichkeiten, können bis zu zwölf Funktionstasten mit LEDs auf Wunsch programmiert werden. Da Snom auf Redaktionsanfrage keinen Support für das Softphone mehr anbietet, wird es nicht mehr auf der offiziellen Webseite geführt und die Fans müssen sich die aktuelle Version selbst im Internet suchen.

snom 360 5.3
Freeware deutsch
Windows 2000/XP
5,07 Megabyte
z.B. www.netzwelt.de

- Nutzung mehrerer Provider möglich
- Voicemail
- Anrufe halten, weiterleiten oder abweisen
- Konferenzschaltung
- Anrufer ID Anzeige
- Anrufdauer
- Anruflisten ein- und ausgehend bzw. erfolgreich oder nicht
- Direkte Anwahl einer IP-Adresse möglich
- Telefonbuch, inkl. Import/Export von Outlook-Dateien
- Lautsprecher- und Mikrophon-Regler und Anzeigen
- programmierbare Funktionetasten
- Gesprächsmitschnitt

SJPhone 1.60.289a

Installation: schnell und ohne Fragen
Das SJPhone gehört zu den umfangreicheren seiner Art. Dennoch ist es schnell installiert – und das ganz ohne Fragen: Weder die Zugangsdaten müssen eingegeben werden noch fragt die Software, wohin der Nutzer sie installiert haben möchte, sondern packt sich automatisch in den Programmordner des Systems. Ein Deinstallationsassistent wird nicht mitgeliefert. Pluspunkt: Schon bei der Installation kann der Nutzer Mikrophon- und Kopfhörer testen und wird somit nicht vom ersten lauten Testanruf vom Stuhl geworfen.

Konfiguration: Nichts für Anfänger
Mit Klick auf einen kleinen Schraubenschlüssel öffnet sich das Optionenfenster mit zahlreichen Unterkategorien von Audio bis User Information. Voreingestellt sind beim SJPhone lediglich zwei Verbindungstypen für PC-zu-PC Anrufen, nämlich per H.323 und SIP. Für die Nutzung eines Providers müssen dessen Zugangsdaten in einem neuen Profil angelegt werden. Der Neuling sucht verzweifelt nach User- und Passworteingabe - Kunststück, denn sie treten erst nach Bestätigung des Profils zutage. Die Eingabe der korrekten Netzdaten erfordert eine gewisse Kenntnis der Fachbegriffe, durch die Karteikartenstruktur ist sie dennoch einigermaßen übersichtlich.

Übersichtlichkeit: praktisch
Die Grundfunktionen sind vertreten. Allerdings sind nicht alle Tasten mit einer pop-up Hilfe erklärt, so dass manchmal nur ein Klick Aufschluss über die Funktion gibt. Englische Hilfestellung gewährt das Fragezeichen, beim Konfigurieren des Providers leistet sie jedoch keine großen Dienste. Die Akustik war im Redaktionstest mäßig.

Bedienbarkeit: gewöhnungsbedürftig
Ist die Konfiguration erstmal erfolgreich gewesen, lassen sich in jedem Fall ohne weitere Tipps Telefonate führen. Um dahinter zu kommen, über welche Zusatzoptionen das Programm verfügt, muss sich der User schon ein bisschen damit beschäftigen. Das Telefonbuch ist ebenfalls kein Musterbeispiel für intuitive Bedienung. Eingetragene Kontakte werden lediglich untereinander in einem Fenster aufgelistet. .

Extras: Standardausstattung
Das SJPhone verfügt über alle erforderlichen Grundfunktionen, nicht weniger, aber auch nicht viel mehr. Erwähnenswert ist das kleine Zusatzfeature namens Neighbours im Telefonbuch. Hier kann nach weiteren Usern der Software im lokalen Netzwerk gesucht werden. Praktisch ist auch die History geführter Gespräche, als Pull-down Menü über dem Display.

SJPhone 1.60.289a
Freeware englisch
Windows 98/ME/2000/XP
3,7 Megabyte
http://sjphone.softonic.de/

- Voicemail
- Anrufe halten, weiterleiten oder abweisen
- Konferenzschaltung
- Anrufer ID Anzeige
- Anruflisten ein- und ausgehend bzw. erfolgreich oder nicht
- Telefonbuch
- Lautstärkeregler und -anzeigen

Express Talk 3.08

Installation: einfach und umfassend
Die kleinste der getesteten Softphone-Varianten kommt schnell und betriebsfertig auf die Festplatte. Zwar lässt sich auch hier kein Zielordner wählen, aber angesichts der ausführlichen Soundkonfiguration und der Abfrage der Zugangsdaten bereits während der Installation lässt sich dieses Manko getrost übersehen. Sobald die Installation komplett ist, kann auch schon los telefoniert werden.

Konfiguration: Fast wie Plug & Play
Die Userdaten werden bereits bei der Installation abgefragt und das ohne jeden Schnickschnack. Die vom Provider zugesandten Daten können problemlos ohne weitere Vorkenntnisse eingetragen werden. Detaillierte Einstellungen oder Änderungen sind über "Optionen" möglich. Unter den thematisch sortierten Reitern findet der User unter anderem die Audio-, Netzwerk- und Leitungseinstellungen.

Übersichtlichkeit: wohlgeordnet
Kein Platz verschwendet und trotzdem findet man alles. Neben großen Tasten für den einfachen Klick und einem an Windows angelehnten Layout finden sich die wichtigsten Optionen als Button. Im unteren Teil des Express Talk Fensters läuft permanent eine Protokollierung der Aktionen mit, was eine Fehleranalyse auf einen Blick erleichtert. Die umfangreiche Hilfefunktion findet sich als Button auf der Oberfläche und – wie gewohnt bei Windowsfenstern – in der oberen Menüleiste. Auch die Wiederwahl per Pull-down Menü unter dem Display ist einfach, aber effektiv gelöst.

Bedienbarkeit: intuitiv, auch für Starter
Je nachdem, wie tief der User in die Software-Konfiguration eintauchen möchte, sind natürlich gewisse Vorkenntnisse gefragt. Aber alle Möglichkeiten sind maximal ein paar Klicks von der Oberfläche entfernt und klar strukturiert. Zwischen den bis zu vier nutzbaren Leitungen kann einfach per Klick ausgewählt werden. Das Telefonbuch ist sehr einfach und mit den Listeneinträgen für die Verwaltung vieler Kontakte eher ungeeignet. Praktisch, wenn auch für Ungeübte etwas verwirrend ist der Button "Logs": Er verweist auf den Dateiordner, in dem Express Talk die Statushistorien jedes Log-in als Textdatei ablegt. Bei genauem Hinsehen finden sich dort unter anderem die Nummern der letzten Gesprächspartner.

Extras: alles was muss
Neben Telefonbuch und Anruflisten ist die Möglichkeit der Konferenzschaltung über sechs Leitungen erwähnenswert. Auch eine Diktatfunktion ist an Bord, leider mit schwacher Akustik. Neben normalen Telefonnummern können auch direkt die SIP-Adressen angewählt werden. Alles in allem beinhaltet Express Talk alle Funktionen, die für einen VoIP-Einstieg nötig sind.

Express Talk 3.08
Freeware englisch
Windows 98/ME/2000/XP/2003/Vista/MacOS, PocketPC
398 Kilobyte
www.nch.com.au/talk/index.html

- bis zu sechs Leitungen
- Voicemail, Videomail
- Anruf halten, weiterleiten, ablehnen, stumm schalten - Telefonbuch kompatibel mit Microsoft Adressbuch
- Anrufe halten, weiterleiten oder abweisen
- Konferenzschaltung mit bis zu sechs Personen
- AnruferID Anzeige
- Anruflisten ein- und ausgehend bzw. erfolgreich oder nicht
- Direkte Anwahl einer SIP-Adresse möglich
- Telefonbuch
- Windows Version unterstützt Video (H263, H261) für Webcams oder IP Telefone - Lautsprecher- und Mikrophon-Anzeigen
- Gesprächsmitschnitt und Diktatfunktion

Die getesteten Softphones beinhalten alle Grundfunktionen, wie Telefonbuch, Zugang zur Voicebox oder Anrufweiterleitung. Während die Unterschiede der Programmoberflächen noch Geschmackssache sind, scheiden sich bei der technischen Bedienbarkeit die Geister.

Fazit

Das X-Lite ähnelt ein wenig einer Winamp-Oberfläche und lässt sich schleunigst installieren. Dafür dauert die Konfiguration umso länger – weniger wegen des Umfangs, sondern weil VoIP-Einsteiger die technischen Fachbegriffe nur selten durchblicken. Der Phoner dagegen tritt grau in grau im klassischen Windows-Style auf – bietet aber eine weitaus einfachere Konfiguration. Seine Zusatzoptionen, eigentlich für Telefonate per ISDN über den PC gedacht, verwirren wohl eher so manchen VoIP-Starter.

Telefonieren mit Hindernissen

Das snom-Softphone ist natürlich von seinem Serviceumfang nicht mit den anderen zu vergleichen und beinhaltet vieles, auf das Gelegenheits-VoIPer gut und gern verzichten können. Trotzdem ist es ein Musterbeispiel an dem, was servicemäßig so möglich ist – auch was die umfangreiche Hilfe zur Software anbelangt, die bei der Konkurrenz meist zu kurz kommt. Das SJPhone dagegen, von der Dateigröße fast vergleichbar mit dem snom, wirft nach der Installation die Frage auf, wo der ganze Umfang herkommt. Es verfügt ebenfalls nur über die Grundfunktionen eines Softphones und lässt sich nicht gerade von Anfängern konfigurieren. Express Talk dagegen meint seinen Namen wörtlich. Die Installation ist gleichzeitig Konfiguration, sogar ein Hardware-Test wird vorgenommen. Die Bedienung ist übersichtlich, der Service umfasst alles, was muss – trotz der geringen Dateigröße.

X-Lite Phoner snom SJPhone Express Talk
Leitungen 3 2 8 4
halten, abweisen, weiterleiten
Konferenz
Anrufer-ID
Mitschnitt
Import Kontakte
SMS-Versand

(Aleksandra Leon)

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